Ausgabe 
19.8.1881
 
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G 17.

Freitag den 1$). August

Str. 191.

isst.

Lrschknu täglich mit «u-nahT» bce Montags.

tlureatr t Schulstraße B. 18.

en 22. August

Die Zudenhetze

ganz selten gute Ernte geliefert das Bebürsniß des Jmpons

Lllergnädigst geruht:

Lm 4. August den Privatdocenten und Assistenten am pathologischen In. ftilut zu Breslau, Dr. gelt; Marchand, zum ordentlichen Professor in der imdiLinischen Fakultät der Landes-Untverfität, insbesondere für daS Fach der vothologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie, mit Wirkung vom

Sei erscheint und eitungs-Veneichniie

Preis vierteljährlich 2 Start 20 Ps. mit vring^tohn.

Durch bie Poft bezogen vierteljährlich 8 Mark 50

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Darwstckdt, 17. »ugust. Se. König!. Hoheit bet Großhnzoz haben

Aspimlen Ludwig A t n o l d von Steinbach junr Kreisbauaufseher bei dem Äreiauamte A'.Sselb zu ernennen.

Berlin, 16. August. DieKreuz-Ztg." schreibt: Der Reichskanzler FüriBtSmarck wird, wie es heißt, etwa eine Woche hier bleiben und dann zu Igerem Aufenthalt sich wahrscheinlich nach Barzin begeben. Die An- nah«, daß in den nächsten 6 Tagen verschiedene wichtige Angelegenheiten zur Srl.gung gelangen werden, türste zutreffend sein; eS soll indeß, wie eS heiß über die Festsetzung des Termins der Reichstagswahlen vorläufig noch mchBeschluß gefaßt werden. Für besonders dringlich gelten einige die Kir- chenlitik betreffende Gegenstände und vermuthltch beschäftigen diese daS Staats- mzpwium zuerst und zumeist. (Rach einer untenfolgenden Depesche ist Fürst Bisirck jedoch bereits von Berlin abgereist. Red.)

Die Thatsache, daß im Königreich Sachsen die Sparkaffen in diesem Ja' einen merklichen Rückgang der Einzahlungen und eine Steigerung der Rwrderungen ausweisen, erklärt daSDreSd. Journal" durch den Umstand, dadie meisten sächsischen Sparkassen in Folge höherer Anordnung seit An- faidiesss Jahres oder doch im Lause des ersten halben Jahres ihren, in deLorjahren auf 4 pEt. erhöhten Zinsfuß auf 3^-3^ pCt. herabgesetzt häi. D,e betr. Arordnung sei erfolgt, weil der Zinsfuß der sächsischen SttPapiere durch das Steigen der Emse derselben thatsächlich von 4 auf 3.'pEt. berabg,gangen sei, ähnlich auch der anderer StaatSpapiere, weil ser der Hvpotdekenztns sich ebei falls von 5 auf 4 pEt. vermindert habe. Jrolge jener Herabsetzung deS Z'nSsußeS nun wären eine Menge größerer Seinlagen zurückgezogen und muthmaßlich wieder in StaatSpapieren oder so angelegt worden. Bei den Sparkassen der großen Städte Leipzig, Tden u. s. w., welche stets nur einen Zinsfuß von 3>/3 pEt. gewähren, sen solcher Wechsel nicht wahrgenommen worden; iai Gegentheil hätten X- Leipzig die Einzahlungen um 930,000 JL mehr betragen, als die Rahlungen.

"iitt.

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dessen.

reund.

:ift mcukulhir. CaeaeL

handlang.

Der Bruch deS Landfriedens in Pommern und Westpreußen ist eine bl» trübende Erscheinung, mögen die Entschuldigungen auf religiös-sittliche oder sociale Verhältnisse Hinweisen. Mit der Rückkehr deS Kaisers nach Berlin scheinen die widerlichen Scene» ihren Abschluß gefunden zu haben, und das Nachspiel wird in den EerichtSsälen pattfinden. Immerhin ist eS nöthig, selbst wenn man die Judensrage ganz bet Sette läßt, nachzusorschen, wie es übe, Haupt in unserem Jahrhunderte noch n öglich sein kann, solche mittelalter» liche rohe Schauspiele in Scene zu setzen. Die Bildung ist doch selbst tu Pommern fortgeschritten; eS muß also ein siltlicher Desect vorliegen, der eS gestaltet, DolkSmassen um mehrere Jahrhunderte in eine Aera M bei« zurückzuschleubern. ES scheint, alS ob die Judenhetze zu der Reihe von Erscheinungen gehörten, wie z. B. die Hexenprocesse in Köln, die Wunder Scscheinunge!- in Marpingen, DietrichSwalce u. s. w. Einer Aera deS Mate» rialtSmuS, deS Unglauben- folgte die Reaction: e nt neue Aera des Aber­glaubens, und zum Programm einer solchen Sera gehört nicht nur größere di fiere Frömmigkeit, d'e Anerkennung von Pastoren al- berufene Volksführer, bie größere Betonung der christlich-germanischen G.finnung, es folgen daraus vielmehr auch Excesse der Dummheit und deS Aberglaube!«, denn die Unwissen» beit hat stltS Fanatismus und Verfolgungssucht zu Verbündeten.

Der gerechte Abscheu vor den Ausgeburten der religiösen Unwissenheit und VersolgungSwuth hat leider vielfach zur Unterschätzung deS WertheS der Religion geführt und die liberale Partei hat Jahrzehnte die ReligionS-Pflege vernachlässigt; sie hat höchstens freiere Bewegungen, wie die freien Gemeinden, ken AlikatholiciSmus, daS Resorm-Judenthum gefördert, dagegen die Seelsorge und die Erziehung denFrommen" oder richtiger gesagt denFrömm- lern" zu sehr überlassen. Die politische Erziehung des VoikeS wurde zu ein» jeitlfl betrieben, denn, so hoch man die Wahlen und den Parlamentarismus schätzen mag, so hängt doch der Fortschritt, das Wohl, die ganze Eultur deS Volke- auch noch von anderen Factoren ab. Ein solcher Factor ,st b:c Reli­gion, und keine Partei kann eine volkSfreundliche Mission erfüllen, wenn sie taS allerdringentste und darum wichtigste Bedürfmß des Volkes, das religiöse, einer Partei als bequeme Beute preiSgiebt, welche die Unwiffen- heit, den Aberglauben und die Verfolgungssucht auf ihre Fahne schrieb.

Der religionslose oder religionSfetndliche Standpunkt ist bequem, aber falsch; in den Saturnalien deS Aberglaubens rächt sich der religiöse Jndisse» rentiSmuS, der kaum dem Gebildeten, geschweige dem Volke genügen kann. Der Ausbruch einer religiösen Reaction, von ungeschickten Führern hetzerisch organifirt, ist roh und plump, alS wären die Scheiterhaufen nie erloschen. Die Hetzen in Hinterpommern find ein Schlag in« Gesicht der Civilisation; aber sie mahnen uns, den Grund derselben zu suchen, und dieser Grund ist nicht jener Scheingrund der Verderbtheit der Juden, sondern die mangelhafte sittliche und religiöse Erziehung, die wir den Mückem und in katholischen Gegenden den Jesuiten verdanken. Dort, in der Schule schon, muß der Hebel angesetzt werden, sonst wird eS eine Täuschung bleiben, sich einzubilden, daß die Menschheit für alle Zukunft gegen die Gefahr einer Wiederkehr so finste» ter, gewaltthätiger und fanatisch erregter Zeiten sicher gestellt sei.

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Kichmcr "gln^iger

ln;ti9t= nni) Imtebliitt für bra firtia Gießen.

Die Polizei- bezw. OrtSbebörden in verschiedenen Theilen deS west- lt urb südlichen Deutschlands haben sich veranlaßt gesehen, jetzt wiederum inkanntmachungen gegen bie durch Agenten bewirkte und beförderte AuS- verung junger Mädchen nach dem AuSlande und namentlich nach London einglichst zu warnen und heevorzuheben, daß die ron den Agenten gemach- töersprechungen, den betr. Mädchen gutes Unterkommen zu verschaffen, sich s als leere Vorspiegelungen erwiesen und die armen Opfer in Noth und v oder Schande getrieben hätten. In einzelnen Provinzen sollen die ellungS-OrdreS für die geg-n Ende deS Monats zur Uebung einzuberufen- Ersatzreserven erster Klosse schon in den nächsten Tagen versandt werden.

Berlin, 17. August. Wie heute in der Regierung nahestehenden Kreisen ver- t, wurden die Reichslayswahlen am Montag den 17 Cctober ftattfinben. Die v -Earr.E, welche jüngst die Forderung nach einem flaren sachlichen Programm .egierung als unverständlich bezeichnete, sucht jetzt auszufüdren, dcch die Forderung emer genaueren Angabe der beabsichtigten Ausiührung des RegierungSprogrammS Eigt sei. Für bie große Maste der Bevölkerung bilden allein die allgemeinen idsatze den Maxstab ihres politischen Denkens und Handelns; sie verschmäht den Ut technisch:politischer Fragen, bie nur für einzelne Politiker und Parlamentaner ^ach ein Interesse haben, weil sie ihre Streit- und äkampstust wecken. Die Re- ng verzichtet darauf, dieselbe zu schüren. Sie hat. ihr von Allen gekanntes und mißzuverstehendes Proaramm, tn dessen Bekämpfung sich bie fortschrittlich-liberale - n hinlänglich geübt hat. Um für biefeS Programm Freunbe zu ge- en, bebarr es uir Zeit keiner genaueren Darlegung bestelden in fernen einzelnen ften. Unter der Ueberfdjrift »National oder liberal mach! sie bie liberale Ver­ölung in Marienburg, welche in jedem westpreußischen Wahlkreise bie Aufstellung liberalen Candidaten beschloß, für eine Nieberlage der deutschen Sachen allem itwonlich. Dem ,Deutschen Tageblatt wird versichert, baß man im Reichs- >flmt ,kifrig mit Aufstellungen und Vorarbeiten zur Lösung der Tabaksbesteuerungs- beschäftigt ist. Die Voranschläge des Ertrags, den man nach dem bestehenden ikssteuergesetz erhoffte, so fügt das genannte Blatt hinzu, dürsten für dies Jahr dem wirklichen Ergebniß insofern wenig überemflimmen, als das Jahr 1880, für «MNHvm» ----v . . - , >es die inländische Steuer nur 20 betrug, eine aanz selten gute Ernte geliefert

15. October l. Js. an, zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen, mb in Folge dessen alle Lager überfüllt stnd, so daß das Bedürsniß des Jmpons (K, ffAniaL fSobeit be Großherzog haben Allergnädigst geruht: veit geringeres ist und der Zoll auf eingeführten Tabak (85 JC) einen wesentlich

«.To- «K °S.ÄWXW.t:

amte Bingen Johannes Dern in gleicher Dievsteigenschaft an das yaupt- )en Unruhen in Stettin schreibt die .Neue Stettiner Zeiwng : .Schutzmann-

hiictfflnt Mainz zu derfetzen; sowie

Die diesjährige zweite Definitorialprüsung der SchulamtS-Aspiranten und -L^irantinnen wird

Montag den 21. October d. 3., Vormittags S Ubr, im Gebäude der Mtttellchule für Knaben dahier (Friedrichstraße i) beginnen.

Ui.ter Hinweis auf $ 27 der Verordnung vom 10. Januar 1876, die Prüftiqen für das Lehramt an Volksschulen betreffend, werden diejenigen LchulamtS»Asptranten und .Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beasicht'gen, oufgefotdert, ihre an die unterzeichnete Ministerialabtheilung yi richtenden Gesuche nebst den erforderlichen Anlagen bis spätestens ;um 21. September d. I. bei der betreffenden KreiSschulcommtssion einzu- reichen, welche die Gesuche weiter befördern wird.

Die Großherzoglichen KreiSschulcommisflonen und die Ortsschulvorstände roofn die Schulamts-Aspiranten und -Aspirantinnen von dieser Bekannt- machung in Kenntmß setzen.

Darmstadt, den 8. August 1881.

Großherzogltches Ministerium deS Innern und der Jmz, Abtheilung für Schulangelegenheiten.

_________________________________________ R n o r t. b e Deauclair.

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erin bei Äöchneminen eilt sich Unten*««, irafti^tnUrAernait m livsirn.

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Herren- und Damen- ßarderobco- 2iVlvsr- Qüd ]4öbel-stcffen'

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