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DerPresse" zufolge würde die Zusammenkunfl des Kaisers Wil< heim mit dem Kaiser Franz Josef am 6. oder 7. August in Jichl oder Salz, bürg stattfinden. Dte Wahl des OrteS sei dem Kaiser Wilhelm anhe mzest-llt worden.

Prag, 16. Juli. Das Landesgericht hat wegen des StraßenkcawallS am 30. Juni 6 Personen zu Arreststrafen in der Dauer von 10 Tagen bis zu 3 Wochen verurcheilt.

Gastein, 16. Juli. Se. Majestät der Kaiser nahm heute das erste Bad und machte daraus einen Spaziergang auf dem Kaiserweg.

Agram, 15. Juli. Die amtlichen Blätter von Wien, Pesth und Agram werden am Sonntag dle aus die Aufhebung der Mtliiärgrenze bezüg­lichen, vom Kaiser vollzogenen Schriftstücke: em Manifest an Ute Grenzer, Rescripte an die Landes^Commandirenden, General-Feldzeugmeister v- Philipps- vtch und Feldmarichall-Lieutenant Graf Pejacseoich, sowie die bezüglichen Durchsührungs'Verordnungen veröffentlichen.

Irankreich.

Pari-, 15. Juli. Der Chef der tunesischen Mission, Mustapha Pascha, hat heute Abend die Rückreise angetreten, derselbe begiebt sich dtrect nach Tunis. Aus Tunis wird gemeldet, nach den neuesten dort eing-gan» genen Nachrichten schienen die Aufständischen in Sfax geneigt, sich zu unter- werfen. Die letzten Meldungen des Oberst Brunetiöre sind aus Ainbaiva vom 14. ds., Abends, datirt. Nach denselben hatte Oberst Brünettere während des ganzen Tages den in der Richtung gegen Askoura fliehenden Bou-Amena in einer Distanz von 3 Kilometern verfolgt, ohne denselben erreichen zu können. Bou.Amena's Verluste in dem Gefechte vom 13. ds. würden auf 70 Mann angeschlagen; gegen eine offensive Rückkehr der Ausständtschen seien Vorkeh­rungen getroffen.

Paris, 16. Juli. Der Senat wählte Berthelot an Stelle Dufaure's zum lebenslänglichen Senator. Ein Gegencaudtdat war nicht ausgestellt. Das Gesetz, betreffend dte Preßfreiheit, wurde angenommen. Der Polizeipräfekt von Paris, Andrteux, hat seine Entlastung gegeben, um in der Deputirten- kammer den von der Regierung etngebrachten Gesetzentwurf, betreffend dte Reorgantsatton der Poltzeipräfektur, von dem er meint, daß er dte Polizet- präfektur desorganisiren werde, bekämpfen zu können. DasJournal officiel" veröffentlicht ein Schreiben des Präsidenten der Republik an den Kriegs« Minister, General Farre, in welchem der Präsident seine Befriedigung über die am letzten Donnerstag abgehaltene Truppenrevue ausdrückt und sagt, daß dte Truppen durchweg Präciston, feste Haltung und militärischen Geist bewiesen hätten.

Rußland.

Petersburg, 16. Juli. Der deutsche Botschafter, Gtnerallieutenant v. Schweinitz, ist gestern in>s Ausland abgereist.

Bulgarien.

Sistowa, 15. Juli. In der Rede, mit welcher Fürst Alexander dte Nationalversammlung eröffnete, betonte er, daß die Adressen, welche an ihn gerichtet worden, unzweifelhaft den Ausdruck des Willens des Volkes enthiel­ten ; er hoffe, die Deputtrten würden demselben die gesetzmäßige Form geben. Das Protokoll wurde von 306 Deputaten unterzeichnet, 6 Dissidenten waren in der Sitzung nicht erschienen. Der Fürst sprach sodann der Versammlung seinen Dank aus und erklärte die Session für geschloffen. Von Setten der Deputtrten wurden dem Fürsten zwei Adressen überreicht, in der einen wird eine Untersuchung der von den ehemaligen Ministern Zankoff, Karaveloff und Slavetkoff ausgeübten RegierungShandlungen verlangt, welche dte Bitt­steller als staatsverrätherische bezeichnen, in der andern wird der Kaiser von Rußland gebeten, den Ministerpräsidenten General Ehrenroth in Bulgarien zu belassen.

Sofia, 16. Juli. Der Fürst Alex.nder ist heute aus Sistowo hierher zurückgekehrt. Zum Empfang desselben hatte sich eine Anzahl Personen aus den politischen Kreisen, von der Magistratur und von Notabeln Sofias bereits vor der Stadt auf dem Wege nach Lompalanka, den der Fürst nahm, ein­gesunden. Bet seinem Eintritt in die Stadt wurde der Fürst mit lebhaften Kundgebungen von der dort anwesenden zahlreichen türkischen Bevölkerung empfangen, während auf der Fahrt durch die Straßen der Metropolitan Melitin, der Präsident der Munizipalität und je ein Vertreter der katholischen und israelitischen Gemeinde Begrüßungsansprachen an den Fürsten hielten. Bet der Ankunft tm kletnen Palals, welche sich tn Folge der Entgegennahme der Huldigungen um beinahe eine Stunde verzögert hatte, defilirten dte Truppen. Dte Stadt ist festlich geschmückt und beflaggt, für heute Abend ist eine Illu­mination derselben tn Aussicht genommen.

Telegraphische Depesche«.

Wolff'» telegr. C»rresyoLde«z-W«reau

Kiel, 17. Juli. Ihre K. Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Heinrich von Preußen wohnten heute dem Gottesdienste am Bord des englischen Flag­genschiffesHerkules" bei. Der Herzog von Edinburgh hat B-fehl erhalten, morgen mit dem Geschwader dtrect nach Edinburgh zu segeln.

Paris, 17. Juli. Etngegangenen Nachrichten zufolge ist Vie Stadt Sfax gestern früh von den fra- zösischen T.uppen genommen und von denselben stark besetzt worden.

Ueber die Einnahme von Sfax ist dem Marinemln.sterinm die nach­stehende, nähere Mitiheilungen enthaltende Depesche zugegangen: Sfax, den 16. Juli- Das am Do-inerstag vor Sfax angekommene Geichwader bombar- dirte am Freitag die Stadt, traf die zu dem Angriff erfor. erlichen Disposi­tionen und hat heute Sor,nabend früh die Stadt von der Front aus angegriffen und eingenommen. Der Widerstand war ernst, die Schwierigkeiten, sich dem Lande zu nähern, waren des Schlammes wegen groß. Die Marine- mannschasten zeichneten sich durch Energie und Eifer auö. Wir zählen biS jetzt 8 Todte, darunter 6 Mann von der Mar ne, und gegen 40 Verwundete. Unsere Position ist gesichert. Die Landungs-Compagnien des Geschwaders kehren morgen an Bord zurück.

PariS, 17. Jul,. Dem Prinzen Don Carlos wurde heute wegen seiner gegen die französische Regierung gerichteten Umtriebe ein Ausw'isungs- befehl zugestellt. Meldungen aus Oran wollen von Streitigkeiten missen, die unter den um Bou-Amena versammelten Contingenten ausgebrochen wären

und Bou-Amena nöthigen würden, zur Rettung seines LebenS die Flucht zu ergreifen.

Der Director der Departemental- und Communal-Angelegenheiten im Ministerium des Innern, Camescaffe, ist zum Polizeipräsecceir von Paris er­nannt worden. Anläßlich des von dem JournalLa Turquie" gebrachten Artikels, welcher Frankreich ehrgeizige Absichten in ^Bezug auf Tripolis zu­schreibt, bemerkt dieAger.ce Havas", die Sprache deS türkischen Journals überschreite alle Grenzen; der neuerliche Zwischenfall sei gegenwärtig bereits erledigt, denn Frankreich habe dte Rechte der Pforte aus Tripolis niemals bestritten und Niemand in Europa könne ihm ernsthasterweise die Absicht einer Eroberung von Tripolis unterstellen.

Sofia, 17. Juli. Dte gestern Abend zu Ehren der Rückkehr des Für­sten veranstaltete Jllumii ation der Stadt war eine sehr glänzende. Der Fürst, welcher zu Fuß die Stabt durchwanderte, wurde überall von der in dichten Schaaren die Straßen durchwogenden Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Heute fand in der Kathedrale unter Thetlnahme des Fürsten ein feierliche- Tedeum statt; nach Beendigung desselben verlas der Metropolitan Melitta das Manifest des Fürsten aus dem Vorhofe der Kirche.

Washington, 17. Juli. Das Befinden des Präsidenten Garfield ist ein so günstiges, daß Ute meisten Mitglieder deS Cabinets Washington ver­lassen konnten und erst morgen dahin zuiückkehren. Während der ganzen ver­gangenen Nacht hat der Präsident ruhig geschlafen.

New-Aork, 17. Juli. Ein heftiger Orkan hat gestern Nachmittag fast die ganze Stadt Neu-Ulm in Minnesota z rstört und auch sonst großen Schaden angertchtet, insbesondere viele Häuser niedergeworsen. Die Zahl der getödteten oder verletzten Personen soll eine sehr große sein. Detaillirte Nach­richten fehlen, weil die Telegraphen-Verbindung unterbrochen ist. Dte vom Orkan heimgesuchte Gegend ist meist von Deutschen bewohnt. Der Gouver­neur von Sonora ist von Indianern getödtet worden, außer ihm wurden noch 30 Mann von den Indianern niederaemacht.

M d f a le».

Gießen, 18. Juli. Auf oer gestrigen in Bad Nauheim veranstalteten III. LudwigS- Reg atta hatte unsere Rudergesellschaft sehr schöne Stege errungen. Sie erkämpfte sick gegen die Offenbacher RudergeseüschaftUndine" Den von Sr. Kgl Hoheit dem Groß verzog gestifteten Ehrenpreis, bestehend tn einer Fruchijchaie, sowie gegen den Wetzlarer Ruder-Club eine Punschbowle. (Beide Preise sind im Laden des Herrn W. Reiber am Seltersweg ausgestellt). Wir lassen nachstehend das über die Wettfahrten aufgenommene Protokoll folgen:

Nachmittags 3Vr Uhr. Nr. 1. Es erschienen die Boote:HerkuleS" der Ruder- Gesellschaft Castel undStrahlenberg" der Ruvcr Gesellschaft Oberrad 3 Uhr 20 Mm am Start. 330 erfolgte das CommandoLos" und nahm die Race nach richtig erfolgtem Start rrgiementsmäßigen Verlauf. Als siegendes Boot kamStrahlenberg" der Oberräber Ruder- Gesellschaft 3 Übt 37 Min. 43 Sec. an s Ziel. V.rsprunz ca 4 - 5 Längen. Nr. 2. Es

5 erschien BootStark im Recht" drr Sachsenhäuser Ruber Gesellschaft 3 Uhr 50 Min. am | Start und geht, da der Heibelberger Ruder Club nickt ersckienen ist, allein über die Bahn. , Abfahrt 3 Ubr 59 Min 45 Sec, Ankunft 4 Uhr 7 Mm. 30 <Lec. (Wirb alS irr.a für

6 Min. 30 (Sec. Fahrzeit festgestellt.) Nr. 3. 4 Uhr 28 Mm. erschienen die 9'.oote Gießen" der Gießener Nuder^Gesellschaft undNordstern" der Offenbacher Ruder-Gesellickaft /Unbine" am Start. 4 Uhr 29 Min. 30 Sec. erfolgt der Start und kam BootGießen" 4 Uhr 37 Min. 30 Sec. mit ca. 2 Bootslängen Vorsprung am Ziel an Nr. 4. Es er­schien GrönlänberCarl" des W-tzlarer Ruder^Clubs undKröte" der Gießener Ruder-Gei.ll- schafc am Start. Der Start erfolgte 5 Uhr 0 Min 30 Sec. und kam BootKröte" der Gießener Ruoer-Gesellschaft 5 Uhr 7. Min. mit ca. 67 Längen als erstes Boot an s Z,el. Nr. 5. Es erschienen BootWetzlar" des Wetzlarer Ruderclubs und BootHanau" der Hanauer Rudergejellsckaft am Start. Der Start erfolgte 5 Uhr 28 Mm. 50 Sec. und kam BootHanau" 5 Uhr 36 Min. als erstes Booc mit bedeutendem Vorsrung an's Ziel.

Nack dem Wettfahren war ein S ck l f f erstech en arrangirt, bei welchem unsere Ruder gesellsckaf: sich wiederum sehr vorthrilhaft auszeichnete. Mögen die errungenen Preise die Gesellschaft immer mehr anspornen, den für Körper und Geist gleich vortheichaften Rudersport zu pflegen. Unsere besten Glückwünsche rufen wir der Gesellickast zu.

In Die Pfennlgsparkasse wurden am letzten Samstag 328 JL 55 H eingelegt so daß jetzt ein BestanP von 786 55 zu verzeichnen ist.

Vermischtes.

[(Sine neue Art Vereine.) Angesichts der drückenden Hitze hat sich am rheinthaliicken Vororte Allstätten, tm Kanton St. Gallen, ein neuer Verein gegründet; eL ist der Verein der Hemdärmeligen". Laut Statuten ist es während den beiden Monaten Julr und August jedem Mttgliedc untersagt, Rock oder Weste zu tragen. Analog Dem Vorstehenden hat sich an einem andern Orte dcs St. Gallischen Rheinthals ein Barfüßerverein gebildet, dessen Mitglieder m der gleichen Zeit keine Schuhe anziehen dürfen.

Eingesandt.

Wenn sich bei allen Vorgängen, die einen öffentlichen Charakter tragen, die Theii- nahme der Einwohnerschaft in dieser ober jener Weise kunbgiebt, läßt sich nichts Dagegen sagen, Denn Jeder glaubt em Recht zur Beobachtung aller im offcntl. Leben sich ergebenden Vorkommnisse l zu haben. Daß es aber eine bestimmte Species von Menschen giebt, Die Da glauben, es ! ginge ohne sie nicht ab und in diesem Glauben unter Hintenansetzung aller Rücksicht gegen Andere i sich bewegen, ist leider Thatsache. Zum Glück sind es deren nur wenige deren Treiben, wenn ! es nicht gar zu oft Anstoß erregen würbe, eigentlich keiner Zeile gewürdigt zu werden ver­diente. So machte Einsender Dieses am vergangenen Samstag bet Gelegenheit d.r am Nachmittag statt-

gefundenen Beerdigung die Wabrnehmung, daß einzelne Veitreier Des zarten Geschlecht in un- ! mittelbarer Nähe Des offenen Grabes auf bereits frisch hcrgerichtete Grabhügel sich stellten um i ihre Neugierde zu befriedigen. Ein solche Rücksichtslosigkeit, gegen welche auch Die beste Auf- , i sicht bet Dem zu dieser Z^it starken Besuche des FriedbofeS nichts auszurichten vermag, verdient gerügt zu werden. Ader nicht nur von diesem Falle allem wollen wir Notiz genommen haben, sondern wir batten auch schon Gelegenbeit, zu constatiren, daß es immer ein und bi.» selben Persönlichkeiten sinb, welche sich, sei auf brm Wochenmarkte, bei Versteigerungen und sonstigen Gelegenheiten in rücksichtsloser Weise hervordrängrn. Die häusliche Arbeit die,er

! Leute kann demnach nicht weit her fcn. [

"HäfidÄ und Verkehr.

Frankfurt, 16. Juli. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete ft nach Qualität der Ctr. 3.505.50 Stroh JL 3.00 -4 uO, Butter 50 Kilo JL. 8000, im Detail 1. Qualität baS Pfund X 1.1000, 2. Qualität j bas Pf. JL 0 95- 00, Ster daS Hundert 5.006.00. Ochsenstet',ck per Pfund 60 (>

, Kuh, Rmb und Farrenffcisck 45- 55 H, Kalbfleisch 4055 H, Hammelfleisch I 4065 Schweinefleisch 60- 70 ein Hahn JL 1.802 20, ein Huhn JL 1 60 2.0t) eine Ente JL 3.000.00 , eine Taube 5000 H, junge Gans 5.00 8 00, Hast

1 bas Stück u4L 2.503.50, Poularben JL 2.502.70, Rebbock bas Pfd. 0 -0 Kapaunen V*L 3.00 0, Wätscher Hahn jtL 9-12, Kartoffeln 100 ftc. JL o.OO-O.OO, Koh.kraut 00 >, j Blumenkohl 1 St. 5070 Wirflng 25- 00 Gelberüben 1 Bund 15 20 Zwiebeln 1 Bunb 0 H, Sellerie daß Stück 3000 Meerrettig 1 Stück 0000, Spargel das Pfui:'. 3000 H, Romaic-Salat 30 H, Endivien 00 Rothkraut 4050 Wer kraut 25 00 zi), Artischoken 50 H, Erbsen das Pfd. 3050 Bohnen per Pfund 8090 H, neue Kartoffeln ras Pfd. 12-00 das Malter JL 14.00, Kovf-Salat 1012 Spinat 5060 'H, Schnittlauch das Gebund 3 Gurke 2000 Kohlrabi 8 10 H bas Stück, Kirschen das Pfund 1920 H.

Frankfurt a. M., den 18. Jul', Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegr. Coursberickt Mitgeiheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Giessen.) Credit- actien 318V»., Sraatsbahnactieu 308^2, Galizier 284^/r Oeft. Silberrente bZ'/z, 4% Ungar. (Solbvente 799/<s. 4% 1880er Russen 76'/g, 2. Orient-Anleihe 61, 5% Rumänische Rente 923/t- Tendenz fest.

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