Ausgabe 
18.5.1881
 
Einzelbild herunterladen

®!L3alto.

!* blutarae Kinder, 2?

" Ton dem eni« 611 b* bleuen ----(3U4 erte.

SnfmteritiHto. uer-Abom«,

ll> wird d» gn,

H< jum Ihn- nta Nr. 116.

.ngT [e, daß ich von Lit. A. 10,

Svoll sibamme. ----------

ie trgtSen? M't- h bet Tchiller» labe.

inniel,

!». _

irswegC. 59

ftnschctteiir ^undSpitien- e Taschen-

ivergkßl^r"

arius

«chkn ihren

iiebene"'

Nr. 114 > Mittwoch den 18. Mai 1881.

chichener ^inzciger

Anrrigr- nnh Amlsdlatt für ürn Kreis Gießen.

f u cau: C d ulftrayc 11. lk.

Erschc.ui tätlich mit Ausnahme des Montags.

niertesjakirlich 2 Mark 20 Pf. mit örtnflrrlobn. Durch bu Poft btjoflcn vierteljährlich 2 Mark 50 ty.

Amtlicher H h e i l.

Betreffend: Die Wahlen zum XXIV. Landtag. Gießen, am 16. Mai 1881.

Das Grobherzogliche Kreisamt Gietzen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des IV., V., VII und XII. Wahlbezirk- der Provinz Oberheffen.

Unter Bezugnahme auf unsere früheren Verfügungen, und indem wir Sie nochmal- darauf aufmerksam machen, daß die Wahl der Wahlmänner Dienstag den 24. d. MtS. statkzusiuden hat, the.len wir Ihnen mit, daß nach Verfügung Großherzoglichen Staat-ministeriumS zu Wahl-Eomifiären ernannt worden find:

für den IV. Wahlbezirk: Provinrial-Direetor Dr. Boek mann zu Gießen,

V. Kreisel fscffor Nover zu Gießen,

,, VII. Kreis-Assessor Dr JKelior ju Alsfeld,

,, ,, XII. ,, Kreis Assessor Freiherr v. Wedekind zu Büdingen.

Sofort nad) beendeter Wahl der Wahlmänner ist gemäß $ 40 der Anleitung da- Wahlprotokoll nebst sämmtlichen dazu gehörigen Beilagen und dtn in versiegeltem Umschlag beizufügenden Stimmzetteln an den fctfieQten Wahl-Eommiffär einzufenden.

Dr. Boekmann.

Betreffend: Die Ableistung des Verfassung-eides. Gießen, am 14. Mai 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die (droßherzvglichcn Bürgermeistereien des Kreifeö.

Wit erinnern die noch im Rückstand befindlichen Großherzoglichen Bürgemeistereien an die alsbaldige Erledigung unsere- Au-schreiben- vom 30. v. MiS. (Nr. 100 de- Anzeigers).

Dr. Boekmann.

Aerttschland.

Berlin. Da- Manifest de- Kaiser- von Rußland schlägt alle Erwar­tungen auf Reformen im Si ne einer durch die Oeffentlichkrit au-geübten Eontrole der korrupten Verwaltung deS Cirrei reiche- platterdings nieder und ist in der Tdat gee'gnet, alle Diejenigen, welche eine glückliche Entwickelung des großen RachbarreicheS und da- Wodl feiner kaiserlichen Dynastie aus das Innigste erwünscken, geradezu in Schrecken zu (<fcer. So bäten sich denn alle jene Nachrichten der letzten T?ge von einem endlichen Ueberwiegen deS Melikow'schen E nflusies über die byz ntinische Auffassung des StaatSwesen-. Seiten- der altrussischen, ohne jeden Halt im Volke und ohne jede moralische Stütze dastehenden Bureaukratte al- durchaus nichtig und vergänglich erwiesen und ,S soll Alles beim alten System verbleiben, welches in den Mafien der Nation ke.n Intenffe am Staate, an den öfftn.licken Verhältnissen überhaupt, kein Leben, keine Bewegung > ufkommen läßt, a.s die hoffnungslose Action n hi- listischer Umtriebe ohne praktisch-politische Ziele ober höchstens wilde kriegerische Umtriebe deS PanslaviSmuS zur weiteren räu-N chen Ausdehnung deS koloffalen tbönernea Riesenle beS eines halbbarbariich<n Reiches. Man kann unter diesen Umständen nur wünschen, daß daS Manifest die olihergeb achte Lptache deS unumschränkten Ezrrenherrscherthurns nur gewiff-rmaßen pro forma, äonlich bem päpstl'chen Eurialflyle, redet, u> d daß cs thatsächli u die Ausarbeitung Dernünftiper Reform Ideen n cht au-schließen möge. Bei dem schnellen Wechsel der Aussichten in den maßgebenden Petersburger Kreisen von Dem. was Noth thut, ist es ja möglich, daß nächster Tage tiotz diese- Manifestes eine Richtung sich faktisch Bahn bricht, welche ernsthafte Reformen mit Nachdruck und Vor ficht durchführt und das System der absoluten Ezarenwillkür verwirft oder wenigsten- modificirt. Bleibt ober die jetzige Auffassung d'e g'lei.de ober ge­langt man vor lauter Hin- und Herschwankeri \u keinem festen Entschlüsse und praktischen Handeln, so kann man nur mit Schaudern den Dingen entgegen sehen, welche vielleicht schon die nächste Zukunft bringen mag.

KranLreich.

Pari-, 15. Mai. Sämmtliche Morgenblätter sprechen ihre Befriedi- gung über den mit Tunis abgeschloffenen Vertrag auS. D»eKepubl que frat caile" betont, daß daS Labinet diese Angelegenheit in vortrefflicher Weise geführt habe und weist gleichzeitig auf die Noihwer.digkeit hin, bedeutende Verbesserungen in Tunis vorzunehmen, um die Tuneftn zuftiedenzustellen und aus diese Weise die friedlichen Entwickelungen tm Süden vorzubereiten. Der ^Figaro" veröffentlicht mehrere Briese und Telegramme Bourbaki's, in welchen dieser darum bittet, jete Manifestation oder Subscnptioa unter seinem Namen einzustellen. St. Genest erklärt, daß es unmöglich war. eine Mani- festation zu verhindern und daß da- Ergebniß der Subscr'.vtion zu einem wohlthätigen Zwecke, den Bourbaki best'wmen solle, verwendet werden würde

Kngkand.

London, 13. Ma'. Die Zustände in Irland gestalten fich in dec letzten Zeit wieder bedenklicher, in Folge deffen die Regierung sich während der letzten paar Tage nicht nur veranlaßt gesehen, über Dublin, sondern auch über Cork, Kilkenny und andere irische Städte und Ortschaften denkleinen Belagerungszustand" zu verhängen. Dublin selbst war bet Schauplatz arger Scandale. Auf offener Straße wurden zwei jun:e Leute nredergeschoffen, die rm Verbackte standen, der Regierung ein Waffendepot verrathen zu haben.

Zlußland.

Petersburg, 15. M^. DieAgence Rufie" hebt hervor, daß es deS Ab'chlufieS einer AuSlikferungs-Eonvention mit der Türkei nicht bedürfe, die Türkei habe noch jüngst btr Auslieferung der auS Rumänien nach der Türkei geflüchteten russischen Nihilisten durchaus kein Hinderniß entgegengestellt, den bereit- verhafteten Flüchtlingen sei es aber gelungen, den Händen der türkischen Polizei sich wieder zu entziehen.

Srirgraphische Dtpeschcn.

Wolff- telegr. (T,i^espo»-e»z-B»reau

Berlin, 16. Mai. Der Reichstag genehmigte heute den Gesetzent­wurf über die Bezeichnung deS RaumgehaltS der Gefäße in zweiter Lesung nach dem Anträge der Eommi sion. Be. der brüten Lesung der Vorlage über zweijäarige Budget- und vierjährige LegiSlatur-Perioden erklärt Staat-Minister v. Bötticher, taß der Bu-desraih dem Beschlufie zweiter Lesung wegen Einbe­rufung deS Reichstag alljäorlich im October nicht zustimmen könne. Der Be­schluß ri'd gleichwohl in - aw.entlicher Abstimmung mit 147 gegen 132 Stim­men ang,nomm»n. Die Verlängerung der Legislatur-Penode aus vier Jahre wurde m t 155 gegen 122 Stimmen genehmigt.

S. M. S- ^Viieta", 19 Geschütze. Eomwandant Eapitän zur See, Zirzow, ist a 16 Mai er. in Hotnkmg eingetroffen.

Wien, 16. Mai. Dem Abgeorvnctenhause wurden heute Dom Unter» richlSmimster die Gesetzentwürfe wegen Errichtung einer czechischen Universttät in Prag und wegen der dazu erforderlichen Nrchtragscredite vorgelegt.

Belgrad, 16. Mai. Die Eröffnung der Sk»pschtina ist auf morgen verschoben u erben, ta die Deputrrten in hinreichender Anzahl noch nicht ein­getroffen waren.

Rom, 16. Mai Dem Vernehmen nach soll der mit der Bildung deS EabmetS betreute Deputirte Sella die Auflösung der Kammer verlangt haben und auf d esem Verlangen beharren. Der Köniz hat heute eine Unter­redung mit d m Kammerpräsidenten Farini gehabt.

ftonftanttnopel, 16 Mai. Wie verlautet, beabsichtigten die Bot­schafter der Mächte Deute zusamme-zutreten, um die Pforte um Beschleunigung der die'k ich-gnechischen Angelegenheiten bete. Arbettea zu ersuchen.

Marseille, 16. Ma'. In Folge de- Verbotes eines gegen die Hin- r'chtu-g der ruifischen Nihilistin Jeffe Hrlfmann gerichteten Meetings kam es peüerr vor dem russischen Eonsulat zu einer Manileftation, an der sich etwa 100 Personen aus den untersten Volksschichten betheil'gten. Ein besondner Zwischenfall hat fich dabei nicht ereignet. Die Menge zerstreute fich, nachdem drei Personen oerbaftet worden, die bald darauf wieder in Freiheit gesetzt wurden.

Petersburg, 16 Mai. Die Beisetzung der Leiche des Prinzen Peter von Oldenburg ist bis rum 20. d. Mts. verschoben worden, da die Ankunft des GccßherzvgS von Oldenburg zu den Trauerseierlichkeiten erwartet wird. Nach einer Meldung desGolos" ist eS in Losowasa (Gouvernement Jekatermoslaw) am 14. ds. zu Ruhrstörungen gekommen. In Nikolajew über­fiel demselben Blatte zufolge am 13. ds. eine Anzahl Arbeiter jüdischen Ein­wohnern gehörte Häuser und Ausschanklocale und zertrümmerte dort die Fenster. Die Arbeiter wurden von Kosaken zerstreut. Wie verschiedene Blätter melden, wären im Kriegsministerium behufS Verminderung der Aus