Ausgabe 
18.3.1881
 
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Freitag den 18. März

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Kichener ^(nreiger

Ayrise- uni Amtsblatt für bra Kreis Gießen.

Herta#: Schulfiraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis viertelzährtich 1 Merk 20 Pf mtt vringerlshn. Durch bu Post bezogen viertel jährlich 8 Warf 50 t<t

Deutschland.

m Darmstadt, IG. März, (jwftte Hammer der Ltävde. 71. Ditznng.) Tic zweite Kammer erledigte m ihrer heurigen Sitzung die Recommuntcation der ersten Kammer bezüglich de« (^esetze-entwursS, die Ausübung und den Schutz der Fischerei de tren nb, durch Beitritt zu den meisten Beichtünen d °> anderen Hause« Die von letzterem beschlossenen Zusatzartikel 47* und 47b, welche unter Umständen die Beigabe von Lransportscheinen zUrsprungszeugn'sten) zu Fischsendungen foibcin, stndcn nicht die Bllliaung der Kammer. Bei der Recommunication der ersten Kammer bezüglich der Anträge der Ldgg. Schröder und Stephan (Heßlocd), die Erhöhung der Staatsstraße zwischen Nierstein und Nackenheim zum Schutze gegen Uebersch vemmungen durch den Rhein betrestend, beharrt die Kammer nicht auf ihr^m rrüheren Beschlüsse, wonaw die Negierung um Anstellung weitere, (hmtttelunaen erfuctit werben sollte, tritt o elmehr dem Beschlüsse der anderen Kammer bei. die Negieruna zu ersuch u, d'e für dir fragliche Herstellung erforderlichen (tteldmittcl in da« nächste Staatsbudget rinzuftellen. Eine au-gedebnte Debatte entspinnt sich wiederbolt übe, den Antrag b<r Adgg (Lllenderaer und GVnoffen, den Fahrplan der Oberhesstschen Bahnen detresfend, welcher bet der vorigen Session mit Rücksicht darauf, daß da« zur Aus- NLrung der Sachlage erforderliche Material dem Ausschuß nicht zuge'lellt weiden konnte, an letzteren zurückverwiesen wurde. Tie Debatte. an welcher stch die Adag. Ellenberger, Grünewald, Freiherr v Nordeck zur Rabenau, Muhl, Z bet baIb, fist, Hanstein, Schräder, der Berichterstatter Böbm, sowie Mimsterialrath Fink betheiligen, ergibt in der Materie des Antrages neue Momente n'cht unb ist aus derselben nur die von letztgenanntem Herrn RamenS der Regierung abgegebene Erklärung zu verzeichnen, daß demnächst aut dem BerordnungSi''eae das Jnflitut fnc< Gifendahurath» für do» («roßherzogthum Heffeu zur Eiufübrung gelangen werde Die Kammer oefchl'eßt, dem fiüheren Anträge der Majorität de« Ausschusses ^emäß, der Regierung die Wiedereinführung des vienen ZugeS auf den Oberhessifchen Bahnen zu emofedlen, insofern fitzt »der 'n kürzerer Frin eS durch anderweitige Er fpamiffe von Betriebskosten möglich weiden sollte, die hierdurch erwachsenden Kosten 4it ersetzen. Ferner wird nach einem Antrag der Minorität deS AuSschusteS der (kr- nügung der Regierung anhrimgegeden. ob nicht burd) Einführung eines billigeren Be­ll lebe« bei den Oderhesfischen Bahnen bessere finanzielle Resultate erzielt werden können. Beiüglich deS Antrages des Sdg Tittmar, die Organisation bet niederen Forst- vtenste» detrefiend, tritt die Kammer dem von der ersten Kammer beschlossenen Er­suchen an die Regierung, die in den landständischen Berdandlungen über diesen Gegen­stand entwickelten Ansichten nach Thunl'chkeit berücksichtigen zu wollen, nicht bei, beharrt vielmehr auf ihrem einfach ablehnenden Beschluß.

Nächste Sitzung Freitag den 18. b. M-, Vormittags 91, Uhr zur Entgegennahme etwaiger Recommunicationen der eisten Kammer. Der feierliche Schluß des Landtage» 'uidet an demselben Tage, Vormittag- 12 Ubr, durch Seine ExcrUenz den Herrn StaatSminifter Freiherrn v Starck im Sitzungssaale der zweiten Kammer der Stände statt.

Berlin, 15. März. DaSArmeeverordnungsblatt" veröffentl cht fol« nben Befehl betreffs Anlegung von Trauer um den Kaiser Alexander von Rußland:

Um das Andenken deS zu Meinem tiefsten Schmerze gesterti aus diesem Leben geschiedenen Kaisers Alexander von Rußland Majestät zu ehren bestimme Ich, daß die Armee vier Nochen daS Kaiser Alexander-Garde-Grenadier- Regiment Nr. 1. daS Brandenburgische Kuirasfier.Regiment (Kaiser RikslauS I. von Rußland) Nr. 6 unb daS Ulaner-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. BrandkvburgischeS) Rr. 5 fünf Wochen Trauer anlegt. Diese Trauer fängt tn jeder Garnison nach dem darüber erlassenen Parolebefehl an, und eS nnbet am ersten Trauertage den ganzen Tag über keme Art von Milttärmufik statt; die Wachen ziehen also still auf. Die Armee wird hierdurch bethätigen, das sie Metren tiefen Schmerz um Meinen treuesten und bewährtesten Freund -nb vielgeliebten Reffen thellt unj daß sie dem verewigten Kaiser über daß Grab hinaus ihren Dank für sein der Armee immer bethätigteS besonders *reundl cheS Wohlwollm und für daS warme Herz, welche- er der preußtschen Armee jederzeit gezeigt hat, darbringt. DaS Kriegsministerium hat hiernach :a$ Erforderliche sofort bekannt zu machen.

Berlin, 14. März 1881. Wilhelm.

An daS Kriegsministerium.

Berlin, 14. März 1881.

Vorstehende Allerhöchste EabinetSordre wird hierdurch mit dem Hinzu- fügen zur Kenntniß der Armee gebracht daß nach mündlicher Allerhöchster De« siimmung über die Art der Trauer die Officiere einen Trauerflor um den Unken Unterarm anlegen und die Fahnen resp. Standarten umflort werden sollen. KriegSmwisterium. v. Kamele.

Der Kaiser von den Vorgängen in Petersburg tief gebeugt, Indessen, wie man hört und wie sich dieS auch bei dem heute ftattgshabten Empfange der Präsidenten deS Reichstages wahrnebmen ließ, körperlich durch­aus rüstig und ungebrochen. Anfangs war der greise Monarch willens, per- ßSnliL zur Beisetzungsfeierlichkeit nach Petersburg zu reisen, und nur auf den Knngendrn Wunsch der Aerzte bat er sich bestimmen lasten, diesen Plan auf« zugeben. In Vertretung des KatserS wird, und zwar schon heute Äber.d, der Kronprir.z in Begleüung seiner drei persönl chen Adjutanten nach Petersburg abreisen; ob auch der Kcldmarschaü Graf Moltke dahin folgen wird, ist noch ungewiß.

DaS Januar-Heft der Statistik deS deutschen Reiches, welches soeben Oeröffeutlicht worden ist, enthält die Ueberfichten über die Einfuhr unb AuS- fiahr der wichtigeren Waarenanikel in den Monaten Januar 1880 und 1881. Die Grundlagen zu diesen Ueberfichten find in den beiden Monaten dieselben mnb somit ist zürn ersten Male die Möglichkeit geboten, sichere Vergleiche zu s.'.ehen. Im Allgeme-nen hat nach den gedachten Ueberfichten bei der Mehr- j-ahl von Halb- und Ganzfabrikaten der Industrie unb bei vielen anderen

Gegenständen eine erhebliche Steigerung der LuSsuhr stattgesunden. Seltener find die Fälle einer Abnahme. Bei einigen Erzeugniffen der Land» unb Forst« wirthschaft ze gt sich ein erheblicher Rückgang, bet anderen eine Zunahme der Ausfuhr. Auch hat tm Januar 1880 noch keine vollständige Scheidung M auS Privat-Tranfttlagern au-gegangenen MehlS tn inländisches und ausländt« scheS flattfinden können, wodurch die Vergleichbarkeit der AuSfuhrzahlev bei Mehl beeinträchtigt ist. Gleiches mag für Stärke und Artikel ähnlicher Art gelten.

Wir lesen in deutsch-amerikanischen Blättern, daß fich in den Ver­einigten Staaten eine deutscheEolonisationS«Gesellschaft" gebildet hat (mit Philadelphia alS Mittelpunkt), welche den Ztreck verfolgt,deutschen Hand« werkern, Geschäftsleuten ui d Lar.dwtrthen^ zur Auswanderung nach Amerika behülflich zu sein. Der Gesellschaft, der bedeutende Geldmittel zu Gebote stehen und die Agenten nach Deutschland zu schicken beabsichtigt, will die Ein­wanderer nach den Südstaaten schicken. Der ^Reichsbole" warnt vor dieser Gesellschaft mit folgenden Worten:Hätten wir schon gegründete Ursache, vor der Äu-wanderung nach den Vereinigten Staaten übe'Haupt zu warne:, so müsten wir mit verdoppeltem Nachdruck vor diesem Projekt warnen, denn gerade in d.n amerikanischen Südstaaten sind die klimatischen, politischen und wirthschastl'chen Verhältmste die denkbar ungünstigsten für die deutschen AuS« Wanderer. Den Negern hat man daS Leben dort soheiß" gemacht, daß sie zu Tausenden und Zehntausenden aukwandern. Und wo eS zu schlecht ist für die ehemaligen Sclaven, da soll nun der geduldige Deutsche als Pack« und Lastesel hing-setzt werden. Man hüte fich

Berlin, 16.^z. DieNoidd. Allg. Ztg.- bezeichnet die Aeuß:- rungen, die Fürst BiSmarck gegenüber Rltzhaupl bezüglich der Tabakssteuer ge­macht hat, als ungenau wiedergegeben. Der Reich-kanzler habe fich dahin au-gesprochen, er zweifle nicht an der schließlichen Einführung deS Tabaks« Monopols, gleichviel, welche Partei die Regierung führe. Keine Regierung könne daffelbe dauernd enibehten. Die Ansicht der Mehrheit der deutschen Regierungen stehe heute schon fest. Heber die Form einer höheren Besteuerung könne man verschiedener Meinung fein. Die Entschädigung berechtigter An« sprüche sei selbstverständlich. Die Fabrikation habe auf volle Entschädigung, der Zwischenhandel nur auf Abnahme der Vorräthe und der Bethülfe zum Uebergang zu anderen Geschäften Anspruch.

Stuttgart, 15. März Am 1U. bs M hat bie Tabaksmonopolbebatte tn der Adgcvibnetcntammer ftattgesunbcn Das Ergednlß war bie keineswegs überraschende Einnahme des fah einstimmigen Anträge- der Finanz-iZommission, bie Regierung zu bitten, 'm BundcSratd aus die Einführung des rabakSmonopols hinzuwirken. 56 Mit­glieder stimmten dafür, denen bie 18 Abwesende zumeist betzuzahlen gewesen wären, 11 dagegen, Mayer und Genossen von der BolkSpartei: 5 enthielten sich, Probst und Genosten von der ultramontanen Richtung; die sich iFnthaltenden werden geschäft-,. ordnungsmäßig zu den Verneinenden gezählt, so daß die Minderbeit 16 Stimmen be­trug Tie Tebatte war nach zwei Stunden zu Ende. Da die Gegner zum Voraus erklärten, sich auf das Materielle nicht emlaffen zu wollen, so war es gegeben, daß man sich in die Sache wenig vertiefte. Der Kampf trug mehr einen persönlichen (»daructer Der Abg. Mayer warf der Eommifsion vor, daß sie mit wenig geistigem Aufwande ihren Antrag zu Stande gebracht habe, worauf die Mitglieder erwiderten, daß ja gerade Mayer ausdrücklich auf eine Debatte in der Commission verzichtet habe, da man sich doch gegenseitig n'cht bekehren werde. Dem Abg. Mohr wurde von den Gegnern vorgehalten, daß er in dieser Frage feine Ansicht gewechselt habe. Er führte aus. bnfc er in der Schnelligkeit die von demokratischen Zeitungen aufgewärmte alte Geschichte nicht richtig ueilen könne Er betreibe aber bie Demokraten um ihre Son- feaucni nicht, e ne Conseaueni, die so weit gehe, baß sie beute noch glauben, die aroßen Kriege diese-Jahrhundert- mit 1848er Bürgerwehren führen zu können Es habe eine Zeit gegeben, wo die demckralifche Richtung in Württemberg derart dominirt habe, daß die Regierung gern dem deutschen Reiche beigetreten wäre, weil man unter den alten Peihälmisten nicht hätte weiter regieren können Man sieht, mit der TabakS- monopolfrage hatten diese Ausführungen wenig zu thun. Vcn ibr berührte Modi gestern nur die so zu saqen pädagogische Seite. Kein anderer Artikel alS der Luxus- onikel Tabak eigne sich so s<hr zur äußersten steuerlichen Ausnutzung. Mit dem, was der Deutsche verrauche, verschnupse und vertrinke, könnten die ganzen Kosten bestritten werden, die das deutsche Reich dem deufichen Volke verursache Mayer hatte von dem armen Mann gesprochen, bei dem man, wenn man im gegenwärtigen Tempo mit Steuerauflegen fortiahre, bald gar nicht- mehr finden werde. Mohl erwiderte: Wenn die Deutschen den Nafonalsehler deS Timkens auffleben wollten, würbe nicht so viel von der deutschen Srmuth die Rede sein können. Besonders scharf fritifrrte der Abg. Venz die Berufung Maver'S auf den armen Mann. In einem Mayer lehr nahe- stedendcn Blatte (Beobachter^) sei zu lesen gewesen. Wenn eS mit den Militärlasten so weiter gebe, werde bald nicht mebr von dem Volk in Waffen, sondern von dem Volk in vurnpen cesprochen werden. Er (Lenz meine, an einer solchen Lectüre könnten nur d efcurrpen tm Volk" Gefallen finden. Am Regrerungsttsch saß Cberfteuerraffe Moser, vom BundeSratfe und Reichstag her als amtlicher Verfechter des MonOpols befennt, neben Ftnanzminister Renner, der das Won ergriff, um auszuführen, baß die Württemberg iche Regierung feit langer Zett stets für das Monopol einaetteten sei. M n'.sterpräfident Mttmacht stimmte denn auch als Abgeordneter mtt der Mehrheit für den Monopolantrag.

Weimar, 15. März. Das Ergebu.ß der Reichstagswahl ist jetzt amtlich festgestellt worden. Danach haben von 25,138 Wählern 13,655, also erheblich über 50 pEt., fich an der Wahl beiheiligt. Herr AuSseld erhielt 8936 Stimmen und hat die Wahl angenommen. Aus Fries fielen 2717, aus Pfaff 1625, aus Freytag 373.

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London, 15. März. Für den verstorbenen Kaiser von Rußland ist eine vierwöchentliche Hoftrauer angeordnet, welche heute chren Anfang nimmt. Wie verlautet, würden fich zur Vertretung der Königin bei der Beerdigung