— Die „Times" glaubt, das Cabtnet werde nichts unversucht lassen, um die Vorlage zu retten, und dem Hause empfehlen, ohne Abweichung von den wichtigsten Plincipten der Vorlage einen zufriedenstellenden Ausgleich anzubahnen.
Washington, 15. August. Nach dem heute früh 8 Uhr 30 Min. veröffentlichten Bulletin hat der Prästdent Garfield die vergangene Nacht schlecht geschlafen. Es stellten sich Magenbeschwerdcn mit häufiger Neigung zum Erbrechen ein. Von 3 Uhr Morgens ab war der Präsident etwas ruhiger, doch dauerten die Maqenbeschwerden fort.
Washington, 15. August. 8 Uhr 30 Min. Abends. Nach Mittheilung der Aerzte Garfield's an New-Dorker Zeitungen war der Zustand der Wunde des Präsidenten zwar ein fortgesetzt guter, jedoch flöße der sehr große Schwächezustand große Besorgniffe etn. Der Magen versage den Dienst und müsse die Nahrung durch Jnjection zugeführt werden. Abends 9 Uhr wird weiter gemeldet: Das Erbrechen. Ist fett 5 Stunden nicht wiedergekehrt. Die Aerzte verordnen Morpbium'Emspritzungen.
M o k a lei
Gießen, 16. Auaust. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung Donnerstag, den 18. August 1881, Nachmittags 4 Uhr:
1) Die Prüfung der Rechnung der Armenkaffe vom Jahr 1881.
2) Die Schlachthausordnung bett.
3) Gesuch der Schützengesellschaft dahier um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes.
4) Gesuch des Schlosiermetsters Karl Stohr dahier um Baurrlaubntß.
5) Desgleichen des Weißbindermeisters Louis Hellmold dahier.
6) Gesuch des Philipp Wagner dahier um Erlaubniß zur Errichtung einer Ein- friedigung.
7) Gesuch d<8 Uhrmachers Wilhelm Böger dahier um Erlaubniß zur Anlegung zweier Luftschächte.
8) Wasserabfluß aus der Aktienbrauerei Gießen.
9) Gesuch der Aetienbrauerei Gießen um Erlaubniß zur Umänderung der Malzdarre. 10) Gesuch um Trottoirpflasterung auf dem Kanzleiberg.
— Der uns aus einem hiesigen Clubconeerte rühmlichst bekannte Pianist Herr Herzog aus Berlin wird nächste Woche etn Concert hier veranstalten, wo in jetziger Saison morte den Musikltebhabern ein genußreicher Abend bevorsteht. D—.
Vermischtes.
Aus Hessen-Darmstadt, 12. August. Bauunternehmer Arnoldi von Köln, der Erbauer des Krähbergtunnels, ist im Laufe diescr Woche nach Mainz übergesiedelt um den Tunnel um die Stadt Mainz, der behufs Verlegung des Bahnhofs nöthtg wird, in Angriff zu nehmen. Bet dem Durchschlag des Krähbergtunnels dtffertrten die Richtungen nur um 2—3 Centtmtr., ein Beweis für die äußerst sorgfältigen Meffungen und Berechnungen der den Bau leitenden Ingenieure. Von Setten der hessischen Ludwlgsbahngesellschaft war die obere Aufsicht über das riesige Werk Herrn Ingenieur Schilling von Mainz übertragen worben, der sich der ihm gewordenen schwierigen Aufgabe vollständig gewachsen zeigte. Zur Zeit des Durchsch ags war von dem Tunnel eine Länge von 1595 Mtr., von dem Gewölbe eine Länge von 720 Mtr. fertiggestellt.
Mainz, 14. August. In dem Academiesaal des Kurfürstlichen Schlosses fand gestern Nachmittag der 38. mittelrheinische Turntag, an welchem sich 73 Vereine mit 139 Vertretern mit 337 Stimmen bethetligtrn, statt; den Vorsitz führte der Sprecher des Mainzer Turnvereins, Herr Adam Allendorf. Nachdem Herr Allendorf die Versammelten begrüßt hatte, wurde zur Erledigung des ersten Gegenstandes der Tagesordnung, „Aufnahme neuer Vereine", geschritten. Herr Kreisvertreter Reuter von Darmstadt machte den Anwesenden die Mittheilung, daß in dem 1. Gau die Turngesellschaft Hanau, tm V. Gau die Turnvereine Gau Algeöhetm, Wmdelsheim und Gau-Odernheim und im VIII. Gau die Trnngesellschaft Bornheim in den Mittelrheinkreis ausgenommen worden seien. Die „Abrechnung der Mittelrheinkreiskaffe pro 1880/81 resp. die Entlastung des Vororts Mainz" wurde ohne Debatte erledigt, da die Gau- vertreter bereits am Schluffe des Rechnungsjahres Mittheilungen von dem Stand der Kaffe erhalten hatten. Es erfolgte nun die Wahl eines Ausschusses zur B'urtheilung der Mustrr- rtcgen beim XII. Mittelrhemischen Turnfeste". Als solche wurden durch Acclamation gewählt: C Demuth-Gteßen; I. Bender-Hanau; PH. Anton-Darmstadt; Peichör St. Johann Saar brücken ; Gehry-Mainz; Heidecker-Wiesbaden; Wolf Kieuznack; Baperad-Frankfurt a. M.; Stahl-Offenbach; Stckau-Eoblenz und Schütz Löhnberg. Herr Kreisvertreter Reuter-Darmstadt ergriff hierauf das Wort, um der abgescvtedenen, verdienstvollen Turnern des Mtttelrheinkretses zu gedenken; als socke bezeichnete er die kürzlich verstorbenen Heeren August Ravenstein (Frank- furt a. M.), Traugott unv Leisler (Metz). Dir Verdienste der Abgeschiedenen hob Herr Reiner gebührend hervor, worauf sich sämmtltcke Anwesenden von ihren Sitzen erhoben.
Zu dem nächsten Gegenstand der Tagesordnung: „Bericht der Commission zur Revision der Kreissatzungen" hatte Herr Reuter (Darmstadt) zu referiren Redner bemerkte, baß heute die Zeit zu kurz sei um über die Aenderung ber Satzungen eingehend Bericht zu erstatten unv wird hierzu der im Herbst ds. Js, stattfindende Turntag des Mittelrhein Kreises in Aussicht genommen. Der Antrag des Gaues Rheinhessen: „Der Turntag wolle in Abänderung der seitherigen Bestimmungen über die Wahl der Preisrichter zum Preisturnen beschließen, daß die erforderliche Zabl der Preisrichter nach Maßgabe der Mitglitderzahl der Gaue aus letzteren gewählt werben", ebenso der Antrag des Turnvereins Neu-Jienburg: „Der Festbeitrag für da8 Mittelrheinische Turnfest darf nicht mehr über 2 X gesetzt werden", wurden von der Tagesordnung gestrichen, da beide Anträge bei der demnächst sta<tfindenden Berathung über die Revision der Kreissatzungen zur Debatte erhoben werden. Der Antrag des Turnvereins Castel: „Der Turntag wolle bet den Vereinen des Kreises darauf hinwirken, daß Preisturnen bet Stiftungsfesten ic., wie solche in letzterer Zeit häufig Vorkommen, local bleiben, Da durch Ein laoen fremder Turner zu solchen Festlichkeiten die größeren Preisturnen an Werth verlieren, resp. vernachlässigt werden", wurde abgelehnt und darauf hingewiesen, daß solche Einladungen nicht berücksichtigt zu werden brauchen, obwohl auch hervorgehoben wurde, oaß gerade solche Festlichkeiten die Preisturner zu größeren Festlichkeiten heranbilden Der letzte Gegenstand betraf: „Wahl eines neuen Fest und Vorortes". Zur Uebernahme des nächsten Mittelrheinischen Turnfestes hatten sich Metz, Neu Isenburg und Neuwied gemeldet. Der anwesende Gau Vertreter von Metz erklärt, indeffen vor der Berathuna. daß der Turnverein von Metz das Turnfest nickt übernehmen könne und zwar, weil zwei Vorstandsmitglieder gestorben seien und der jetzige Vorstand aus ganz neuen Mitgliedern bestände. Rach längerer Debatte wurde alsdann mit großer Stimmenmehrheit Neuwied zum Vor- unv demnächstigen Festort für das Mittelrheinische Turnfest bestimmt. Von dem Antrag des Turners Gießen aus Frankfurt das Fest alle zwei Jabre und nicht, wie seither, jedeS Jahr abzuhalten, wurde Umgang genommen. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft und kamen nur noch einige Mittheilungen von untergeordnetem Jntereffe zur Verhandlung. Abends um 8 Uhr fand alsdann unter einer überaus zahlreichen. Betheutgung der Fest Commers in der Festbaüe statt.
Göttingen. 10. August. Die Petition der Göttinger Studentenschaft, betreffs Aenderung der Polizeistunde ist — wie kürzlich am schwarzen Brett im Univerfitätsgebäude zu lesen war — nickt genehmigt, so daß nach wir vor die Wirtbschaften re. (auch für geschloffene Gesellschaften) um 12 Uhr zu schließen sind. Dies, sowie auch die Bebanolung der Studenten in den Näckten vom 15.—17. Mai dürfte wohl dazu beitragen, daß Mancher Göttingen verläßt, meint die „Magdeb. Zeitung".
Frankfurt, 11. August. Die Actien der abgebrannten Brodfabrik in Hausen, welche noch vor wenigen Wochen zu 110 pCt. emittirt wurden und bald auf 1051/, zurückgingen, find gestern bis auf 85 gefallen Da der Brandschaden durch die Versicherung (bei der Magdeburger und der North-British und Merkantile vollständig gedeckt ist und der periodische GeschöftS- stillstand am Ende doch auch nicht so hock in'S Gewicht fällt, so muffen die Aktionäre noch ein andere« Haar in der Suvpe gefunden haben, welches jenen Courssturz veranlaßt. — Leider hat der Brand der Hauser Brodfabrik ein Menschenleben gefordert. AlS das ganze Etabliffe- ment noch in vollen Flammen stand, hieß es schon, es seien Leute verunglückt, woran jedoch Niemand glaubte, da man annahm, daß bei dem zahlreichen durch das Feuer zersprengten Arbeiterpersonal leicht em Jrrihum möglich sei. Nun hat sich das Gerücht dennoch bewahrheitet, denn gestern Abend wurde beim Aufräumen die gänzlich verkohlte Leiche eineS Bäcker- gesellen aufgefunden, der Rumpf war vorhanden, während die Beine, Arme und Kopf fehlten.
— (Ein seltsames Testament ) Zu Saint-Sebastian in Steiermark hat ein verstorbener racker Mühlenbesitzer ein etgenthümiickes Testament hinterlaffen. Derselbe war als Hagestolz gestorben und hatte bei Lebzeiten seine Verwandten im größten Elende schmachten laffen. In seinem Testamente nun vermachte er seine ganze Habe derjenigen Person unter seinen Verwandten, welche Nachweisen kann, bei seinen Lebzeiten am metften über ihn geschimpft zu haben. _Lütt_coloffal^Aufregung hat sich nun aller Erblustigen bemächtigt, und Jeder beeilt sich, durch
Zeugen ein ganzes Register von Schimpfworten feststellen zu laffen, die er auf den Verstorbenen anzuwenten pflegte. Die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht erfolgt. So viel soll jedoch als zweifellos feststehen, daß die Erbschaft einem Mitgliede deS weiblichen Geschlechts zu« fallen wird.
Frankfurt, 12. August Der als vcrkoblte Leiche in den Trümmcn der abgebrannten Mehl- und Brodfabrik Hausen aufgefundene Mensch ist alS der DbtrmüHet Der Fabrik recog- noscirt worden. Derselbe, welcher ob ferner coloffalen Statur von seinen Freunden mit dem Namen „Herkules" belegt worben war, schlief bei Ausbruch des Brandes in seinem im Mühl gebäube befindlichen Zimmer. Er ist zweifelsohne durch den Feuerlärm erwacht und nach den unteren Räumen geeilt. Dort hat vermuthlich der dichte Qualm seinem Leben ein baldiges schmerzliches Ende bereitet. Der Unglückliche muß, von Todesangst verfolgt, alle Geistesgegenwart verloren haben, sonst hätte er sich entweder durch den Zugang zum Magazin oder auf deffen völlig unversehrtes Dach flüchten und mit Leichtigkeit retten können. Seme Ueder- reste, deren Anblick ein entsetzlicher gewesen sein soll, wurden in eine Kiste verpackt und der Polizeibehörde ausgehändigt. — Während des Brandes der Fabrik haben sich, wie der. „B. A." schreibt, bei der Rettung der dem Arbeitspersonal gehörigen Kleider rc. bie zufällig im Orte einquartirter Husaren hervorragend beteiligt. Trotzdem ist dem Personal, das aus etwa 100 Personen besteht, viel verbrannt, da viele Fahrknechte mit den Brodtransponwagen außerhalb waren. Das Lieh wurde in einen an die Fabrik stoßenden großen Garten getrieben. Bon den Tauben ist eine Anzahl verbrannt, da diese Thiere immerfort durch das Feuer hindurch in ihre Schlafplätze wollten.
Heides heim, 10. August. Ein trauriger Sterbfall, der auf gewiffe Verhältnisse auf dcrn Sahbe ein grelles Licht wirft, ereignete sich vor einigen Tagen in unserer Gemeinde. Ein hiesiger Bewohner, der schon längere Zeit leidend war, erkrankte plötzlich unter furchtbaren Schmerzen im Unterleibe und nahm die Familie gegen diese Erkrankung Die Hufe <ineS hirsi.ien Mannes in Anspruch, der „Sympathie" verstehen soll. Trotz derselben verstarb der Unglückliche nach Verlauf eines 5ta.;e8, noch ehe die leider zu spät verlangte ärztliche Hülfe ihn errcichen konnte. Da aus diesem Grunde eine ärztliche Bescheinigung über den KrankheitSverlauf und die Tovesursache nickt vorlag, so mußte die Ortsbehörde sich veranlaßt sehen, der Staatsbehörde Anzeige von dem Fall zu machen, um festzustellen, ob und in wie weit den ang-wandten Sympathiemitteln eine Schuld an dem Hinschetden d's Mannes beizumeffen sei. Die vorge nommene Section der Leicke soll das Vorhandensein eines eingeklemmten UnterlnbsbruckeS ergeben haben. Die eingeleitete Untersuchung wird ergeben, ob die angewandten Mitteln auf die Gesundheit und das Leben des Mannes schädlich waren, was wir bezweifeln, woh'. aber möchten wir Angesichts dieses überaus traurigen Falles gerade der ländlichen Bevölkerung dringend an's Herz legen, bei so lebensgefährlichen Erkrankungen wie der vorliegenden, bei welchem eine einfache Operation Dem Erkrankten Rettung bringen kann, jede für das Leben eines nahen Angehörigen kostbare Minute nicht mit Sympathiemitteln zu verschlimmern, sondern rechtzeitig und wie es die Pflicht erfordert, ärztliche Hilfe herbeizuholen.
Mainz. Er wird Seinesgleichen nicht leicht finden, — ein hiesiger Hausbesitzer näm lick, der einen jener Miether hatte, die zwar mit ihrer zahlreichen Nachkommenschaft nicht nach der Art der Vögel oder Maulwürfe wohnen, aber nichts bezahlen wollen, wie beim auch sonst von ihnen communistische Grundsätze zur Anwendung gebracht werden Eine solche Familie hatte nun ein hiesiger Hausbesitzer in Miethe. Wiederholt wurde dem lästigen Miether gekündigt; ein Jahr hatte er bereits gewohnt und keinen Pfennig bezahlt; eine Exmissionsklage wollte der Hausherr nickt anstrengen, dagegen sträubte sich sein Gemüth. Er brachte jetzt eine glückliche Idee zur Ausführung: „Mein lieber Freund," sagte er zu dem Miether, „wenn sie heute nock ausziehkn, zahle ich I nen 50 JC. baar, den schuldigen MiethzinS schenke ich Ihnen auch." Das wirkte electrisck auf den Mann; er zog au8, er erhielt 50 JL. als die armseligen Möbel vollständig aus der Wohnung geschafft waren; der Möbelkarren bewegte sich weiter nach den südwestlichen Stadttbeilen, wo ein anderer Hausbesitzer beglückt worden ist.
— Die technische Hochschule zu Darmstadt welche Fachschulen für das Swdium der Architectur, der Jngenieurwissenschaften, des Maschinenbaues, der Chemie, sowie für Mathemat k und Naturwissenschaften besitzt, beginnt die Voilesungen des Wint r- Semesters am 17. October Die Anstalt gewährt auch für andere Zweige der Technik als die erwähnten, sowie für Fabrikanten, Kunst- und Gewerbtreibende, Pharmaceuteu, Geometer ui.o Lehrer des Zeichnens, Gelegenheit zu entsprechender Ausbildung.
Eingesandt.
(Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel ist die Redaetion dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich.)
Es ist zwar schon gestern in Ihrem geschätzten Blatte über die internationale Regatta zu Frankfurt berichtet worden, dennoch möchte ich mir erlauben, Ihnen einige erläuternde Daten mitzutheilen:
Aller Ehre war es werth, daß die junge Gießener Rudergesellschaft den Kampf mit dem ältesten Ruderverein, mit der besten Senior-Mannschaft der Hamburger „La Favorne Cäcilie" annahm. — Aller Ehre ist es werth, daß unser (siebener Ruder- verein von dieser anerkannt benen Mannschaft nur um l‘/2 Bootslängen geschlagen wurde. — Ein reines Verhängniß waltete über dieser Race. Gießen hatte Mitte Fadr- wasser zu fahren, während Hamburg die ruhige Sachsenhauser Seite hatte. Beide Boote liefen bis kurz vor dem Zielpunkt unm ttdbar neben einander, da wurde es dem Gießener absolut unmöglich, die hochgehenden Wellen des Mains zu bezwingen. Ganz besonders möchte ich heroorheben, daß die Gießener Gesellschaft die Strecke in 9 Mm. 28 Sec. fuhr, während in der Race vorher der siegende Theil, Frankfurter Ruderverem, mit seiner besten Mannschaft für dieselbe Strecke 9 Min. 38 Sec. brauchte
Unsere L-ute haben sehr gut gefahren und dürfen eine Niederlage mit so kurzer Distanz, unter solch erschwerenden Umständen und gegen einen so vorzüglichen Gegner, sich nicht verdrießen lassen. M—r.
SehlflTeiberlcht. Mitgetheilt von dem norddeutschen Lloyd in Bremen.
Bremen, 13. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undürick. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 31. Juli von Bremen und am 2. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen.
Handel und DerFehr.
Gieren, 16 Auz. Auf dem heutigen Wockenmarkte kosterf Butter per Pfd. JL 1.00 bis JL 1.05, Hühnereier 1 Stück 5—6 H 2 Stück 0 .A, Enteneier per Stück 6 2 Stück 00 H Käse per S'ück 5—6 H Käsematte per Stück 3—0 Erbten 1 Liter
20 H Linsen 1 Liter 24 H Tauben daL Pa JL 0.60—0.70, Hübner p. St. JL 0 80—1 30 Hahnen p. St JC 0.50 —0.85. Enten per Stück 1 30 — 1.50, Gänse per Stück 4.50—5, Welsche per Stück „H. 0 —0, Ocklenfleisch 66—00 H per Pfd., Kuh. und Rinoflttsck 46 diS 50 Kalbfleisch 44 - 46 Hammelfleisch 60—70 H, Sckweincflelsch 64—00 Kartoffeln
b*r 100 Kilo 7.00 —8.00 Zwieben per tttr X 7—10, Milch per Liter 16 und \*> X Weißkraut 100 St. JL 00—00.
Frankfurt, 15. August. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 39.50, Nr. 2 X 37.50 Nr. 3 X 32.50, Nr. 4 X 2«.50, Nr 5 X 25.50, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 27—28, do. I (Berliner DZarfe) X 26.50—00, do. II (Berliner 3Rarte) X 22, Weinen effectiv hiesiger ab Bahnbof hier X 25.00- 00 CO, ab unserer Umgegend X 24.25—24.75 do. fremder je nach Qualität X 22.50—24.00, Roggen, je nach Qualität X 20.00—20.25, Gerste X 1k-20.00, Hafer 15 00-16, Kohlsamen X 27.50—28.50, Erbsen X 19—27 Wicken 16.50 - 17.50, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 23—25, 9?oggenfieie X — Weizenkleie, grobe und feine X —. Rüböl, Detail, X 64 Stimmung fcst. Hauptsächlich gefragt war: Weizen und Hafer. Dringend offerirt: —. (Die Preise per 200 Pfd. Zollgewicht = 100 Kilo.)
Frankfurt, 15. August. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Hngetneben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 320 Kühe und Rmder, 280 Kälber und 200 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. dual. X 63—66, 2. Qual. X 60—62, Kühe und Rinder 1. Qual. X. 54 -55, 2. Qual. X 45-50, Kälber 1. Qual. X 40-50, 2. Qual. X 35—45, Hämmel 1. dual, x 58—60, 2. Qual. X 40 -50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine wurden 560 Stück angeführt und daS Pfund mit 62—63 bezahlt.
Frankfurt a. M., den 16. Aug., Nachmittags 2 Uhr 10 Mm. (Telegr. Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen) Credit- actien 3153/*, Staatsbahnactien 3173/«, Galizier 2863/*, Oest. Silberrente 68^, 4% Ungar. Goldrente 79V,8 4% 1880er Russen 76, 2- Orient-Anleihe 6V/2, 5% Rumänische Rente 92V,. Tendenz matt-


