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Nr. 18». Mittwoch den 17. August 1881
Kießener 'ZtnMger
Inirigr- nii> Imtsblatt fir Örn Kreis Gießen.
rurrau i Schutstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Aus der feniscbeu He^enkücibe.
Da- liefe Dunkel der zahlreichen Trauer- ui d Schreckensbotschaften, welche die Zeitungen au- dem Norden und Westen bringen über geplante, im Dienste politischen und socialen Umstürze- unternommene, zum Theil schon ausgeführte Gewalithaten, wird doch jetzt einiger maßen erhellt durch einen fernen Lichtschimmer. Der Anfall aus den Präsidenten Garfield und da- Gebahren der Feiuei bände in Amerika und England scheint in beiden Ländern — e- bestätigt sich mehr und mehr — die öffentliche Meinung dahin gebracht zu haben daß ste die Rothwendtgkett einer Abhilfe auf gesetzgeberischem We..e begreift. Auf die Dauer kann diese Wendung nicht ohne Einfluß auf bie VertretungSkürper und die Regierungen bleiben, so daß also da- europäische Festland hoffen darf, man werde jenseits des EanalS und des Cetane nicht länger offen etrgeständ- ltche MordgeseUen ihr Wesen ungestört treiben lasten. Der Staatssecrnär des Jnnern, Sir V. Harcourt, erklärte im Parlamente, daß sein College in Washington, Mr. Blaine, ihm versichert habe, alle StaalS' und Gemeindebehörden der Union würden keine Mühe in b kosten sparen, um bte an ber Sei.bung der Liverpooler Höllenmaschinen Betheiltgten auszufinden und zur Strafe zu ziehen. Ec habe Grund zu der Annahme, daß nur wenige Personen an dieser Verschwörung theilgenommen haben. Nach den neutßeu Berichten aus Amerika wollen die F nier ihre Höllenmaschinen künstig durch eigene Arbeiter in G gland anserltgen lasten. Daneben versichern Fenier, seit dem 20. Juni feien 86 solcher Maschmen verschifft und davon 50 bereit- in England sicher untergebracht. Ste sollen dienen, die brit sche Flotte und mit ihr die englifche Herischast vollständig zu vernichten. Vorläufig büifen wir wohl dieser letzteren Angabe noch keinen Glauben sche. fen, denn daß unter den keltischen Irländern Großsprecherei und Lüge ungea öhnlich beliebt sind, ist eine wiltbekannte Thalsache. Die Londoner Zeitungen wimn ein allerdings von Auszügen au- amerikanischen Fenirrblättern, welche in der That an wüster Mordgier und Zerstürung-wuth selbst die nihilistischen Kundgebungen und die Mc st'.chen Deklamationen h nter sich lasten. Aus jeder Fenierblatt Spalte scheint eine Gruppe whi-keybrrauschter, vor keiner Blutthat zurückjchaudernder Verbrecher-Gesichter uns entgegen zu grinsen England mit Allem, w - sein ist, Menschen und Dmgen, müsse baldmöglich vernichtet werden; nur so sei dem irÜchen Volke zu helfen. Da- Parlament-gebäude, Kriegsschiffe und Kauffahrer, Arsenale, Häuser, Stätte, Waarenvorräthe, alle-, alles muffe in die Lust gesprengt, in den Grund gebohrt, verbrannt, zerstört werden. Die LanUiga mit ihren Zwetgvereinen und alle anderen Verbindungen der irischen Race in den fünf Welttheilen hätten keine dringendere Ausgabe al- diese. An Muth und Händen, den Mörder Gladstone hinzurichten, werde e- nicht fehlen, sagt der „Unit Inshman" Rossa'S, vier Irländer Hätten sich bereit- dazu frei- willig erboten. Persönlich sei er z var ein lieber-würdiger Gei tlewan, aber die Spitze der britischen Regierung und der Henker Irland-, darum — u. s. w. Sind nicht Iren, welche die Rechtmäßigkeit und NotHwendigkeit, London zu verbrennen, bestreiten, feige Sclaven? Nur so läßt sich die siebenhundert» jährige Unterdrückung rächen. Auch Liverpool, Manchester x- muffen der Erde gleich gemacht werden. Wo in einer Seestadt über die ganze Erde 6 Männer mit irischem Blute leben, sollen sie zusamme, stehen und einlaufende englische Schiffe anzünden oder mit Dynamit zerschmettern. Friedliche Schiffe? sagt chr. Gleichviel, nur nieder mit ihnen I Das Windsor- und Buckinghamschloß sei auch leicht in Trümmer zu verwandeln. Kurz, England werde sich nur dann beugen, wenn Alle- und Jede- in und von ihm zerstört »st......
Da- klingt freilich wie Stimmen au- der Tobsüchtigen-Äbtheilung eine- Jirenhause-, und man könnte die Achseln dazu zucken, wenn alle jene Rasenden bereit- hinter Schloß und Riegel wären. Hunderte von ihnen sind aber auf stetem Fuße und rastlos bemüht, für ihre Grundsätze zahlreiche Anhänger zu werben. Ein neue- Beispiel, daß m..n eö nicht bei drohenden Worten und Doibereitungen bewenden läßt, sondern zur „Action- übergeht, harten wir kürzlich wieder an den beiden Feniern Graih und Kavttt; ersterer wurde zu lebenslänglicher, letzterer zu fünfzehnjähriger Strafarbeit gerichtlich verurtheilt, weil sie da- Liverpooler Rathhau- mittelst Dynamit zu zerstören, Hand angelegt hatten. Beide waren von amerikanischen Club- eigen- dazu nach England gesandt.
Z>e»tschla»d.
Darrvstadt, 15. August Se. König!. Hoheit der Großherzog, Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog. J.I. G-G. HH- die Prinzessinnen Victoria, Elisabeth, Irene und Al x, sowie Se. König!. Hoheit der Herzog von Albany fuhren mit Gefolge gestern Vormittag vermittelst der Main-Neckar- und Heff. LudwigSbahn von Wolssgarten über Darmstadt nach Mainz. Nach der etwa 10 Uhr 15 Min. erfolgten Ankunft besichtigten bie Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften eingehend ben Fcßplatz, auf welchem bas 12. mittelrheinische Turnfest abgebalten wirb, und alsbann daS Musei.m, sahen febann von den Fenstern der Copelle des Großh. Schiffes daselbst dem Festzuze zu, welcher ton der PeterSgasse über den Deutschhausplatz an der Capelle vorbei unter stürmischen Hoch, und Gnt-Heil-Rufen zog, und kehrten nach eingenommenem Diner mit Extrazug bis Groß Gerau und von da mit Wagen nach Schloß Wolf-garten zurück.
Berlin, 14. August. In Berliner politischen Kreisen flieht man die Möglichkeit einer Rangerhöhung des Großherzogs von Baden zu, aber man will bei dem Charakter diese- Fürsten nicht recht daran glauben. An sich wäre ja nichts dagegen einzuwcnden, wenn das blühende und angesehene Groß- herzogthuw, da- an Flächeninhalt da- Königreich Sachsen, freilich nur um ein Geringes, übertrifft und mit seiner Bevölkerung-zahl nur wenig hinter dem benachbarten, zum guten Theil stammverwandten Königreich Württemberg zurück- bleibt, von nun an ebenfalls Königreich genannt würde; indessen der Fürst, der seit einem Dierteljahrhundert die Regierung deS Lande- führt, ist zu einsichtig, um nicht zu begreifen, daß innerhalb de- deutschen Reiche- unter dem gemeinsamen Kaiser ein neue- Königreich gar wenig Sinn und Bedeutung haben würde, und zu selbstbewußt, um nach einem leeren Titel zu streben. Die in Rede stehenden Gerüchte sind demnach wahischeinlich nicht- al- ein Nachklang aus jener Zeit, al- die Frage ernstlich erwogen wurde, ob es nicht am besten sei, die neugewonnenen Reichslande in Elsaß Lothringen mit dem nur durch den Rhein getrennten Großherzogthum Baden zu einem staiken Königreich Allemannien zu vereinen. Noch viel komischer find aber die Gerückte, welche sich an die Reise Kaiser Franz JosefS an den Bodensee knüpfen. Da hört man sogar davon reden, daß in der bäuerischen Regierung eine Aenderung etntreten soll und waS dergleichen Dinge mehr sind. Ihre Abge- schmacktheit tritt aber sofort hervor, und wir halten es deshalb vorläufig sür uvnöthig, unS noch weiter damit zu beschästigen.
— Allgemeines Aufsehen dürste bie Ernennung deS früheren Ministers des Innern, Graf'n Botho zu Eulenburg, zum Cberpräfibenten ber Provinz Hessen-Nassau machen. Nach der „Kreuz-Ztg." soll er in Folge eines art» brückliche. Wunsche- beS Kaisers sich zur Uebernahme bes neuen Posten- bereit erklärt haben.
— Dem „Tagebl." wirb auS Eöslin telegraphirt, baß heute, Freitag, Vormittag- 11 Uhr, 21 Ausrührer, unter denen sich die Rädelssührer befinden, aus Schiivelbein in das Eentralgesängniß von CöSlin tran-portirt wurden. Sie wurden mit Stricken aneinandergefeffelt unter militärischer und polizeilicher Bedcckung durch die Stadt geführt. Der Staat-anwalt Pinoff beaufsichtigte den Transport. Ferner meldet das „Tagebl.", daß die Cö-liner Be. bördeii in der Erkenntn ß, daß die dortigen Unruhen vor Allem auf die Brandreden Hcnrici'S zurückzuführen sind, diese Persönlichkeit ganz besonder- im Auge behalten werde und im Zusammenhang damit gegenwärtig in Berlin eine Photographie dieses Agitator- recherchire, um aus diese Weise rechtzeitig einem ferneren Austreten deS ReichStagS-Eandidaten ber Berliner Antisemiten begegnen zu können. Die Ausregung in CöSlin bleibt ganz außerorbentlich; man will eine Reihe verdächtiger Persönlichkeiten von auSwärtS entdeckt haben, die unter ber Cö-liner Bevölkerung die antisemitische Hetze systematisch betreiben.
— Die Regierung zu Marienwerder hat die Behörde angewiesen, Herrn Henrici nicht zu gestatten, die angekündigte Rede auf Schloß Hammerstetn zu halten. — Der „Tribüne" wird au- Pollnow in Pommern gemeldet, daß sich der dortige Tumult in nickt- von denen der Nachbarorte unterscheide, neu aber sei das Auftreten ton erweislich falschen Zeugen.
Frankreich.
Pari-, 13. August. Nack Meldungen auS Mecheria vom 8. ds. soll fick Dou'Amena in Arnsasra befinden; eine cu- 1200 Mann Insanterie, 4 Sckwadronen Kavallerie und e ner Abtheilung Artillerie bestehende flieget de Colonne war beordert, in der Nacht vom 8. zum 9. ds. sosort nach Ainsafra abzug.-ben._____________________________________________________________________________
lelrgraplsischr Depeschen.
tBoIfT* tileflr.
Berlin, 15. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Schluß der letzten Rede Gambetta'S enthalte in den Worten, in welchen ®ambetta die Hoffnung ausipricht, daß er den Tag sehen werde, wo die getrennten Brüder mit Frankreich vereinigt nürden, eine neue nicht mißzuverstende Hinweisung auf Elsaß - Lothringen, in ber Absicht, den bestehenden Zustand als Provisorium zu beze chnen. Gambetta stelle seine Revindication im Namen des Rechts der Wahrheit und Gerechtigkeit, als ob Frankreich von den Ländern, welche Frarkreich im Lause früherer Zeiten seinen Nachbarn entriß, gerade auf Elsaß mehr Recht hätte, al- beispielsweise aus das linke Rhein- ufer und Belgien. Die „Nordd. Allg. Ztg." legt Namens der Wahrheit deS Rechts und der Geschickte gegen die Auffaffungen der Gambetta'schen Rede Verwahrung ein, bedauert, daß Gambetta in seiner hervorragenden einflußreichen Stellung kein Jahre vorübergehen laffe, ohne in öffentlichen Reden die Gefühle der Franzosen gegen Deutschland und den slatus quo von Neuem auszuftackeln und zu zeigen, daß er von den Franzosen als derjenige betrachtet sein will, der sich die Verwirklichung der ftanzösifchen Revanche-Jdeen zur Lebensaufgabe gestellt habe. Der Artckel schließt: Wir wünschen auftichtig bte sreundnackbarlichen Beziehungen zu Frankreich zu pflegen und zu befestigen, und werden deshalb jedem Versuche, fie alS flüchtig und provisorisch darzu- stellen, pflicktmäßiq entgegentreten.
London, 15. August. Der Premier Gladstone wird heute dem Unterhause die Absichten der Regierung betreffs der irischen Landvorlgar_uii1lLLilLU-


