Ausgabe 
17.7.1881 Erstes Blatt
 
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Str 163. Erstes Blatt. Sonntag den 17. Inti 1881.

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AllZkige- nnb Amtsblatt fit de« Kreis Gieße«.

Öwreeut Echulfir«ße B. 1A.

Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montags.

VrHi vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit vnngerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher H h e i l.

Betreffend: Da- Gesetz über den ®an und die Unterhaltung bet Kunststraßen. Gießen, den 16. Juli 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Orroßberzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Wir erinnern dlej nigen von Ihnen, welche unserem Ausschreiben vom 20. Juni, Anzeiger Nr. 142, noch nicht entsprochen haben, an al-baldige Erledigung.

Dr. Boekmann.

~ ® e f ti n n t m a ch u n g.

Ja Gemäßheit de- $ ® de- Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitt-Marktpreise vom Monat Juni 1881 veröffentlicht:

Haser JL 17,20, Heu JL 7,50, Stroh JL 7, per 100 Kilogramm.

Gießen, am 15. Juli 1881. Großherzogliches Kret-amt Gießen.

Dr. Boekmann.

(Sefunbcuc (8 ege » stönde :

1 Brosche, 1 Medaillon, 1 Taschentuch 1 Weste, 1 silberne Damen-Evlinder Uhr, 1 Elfenbeinbrosche, 1 Portemonnaie mit Inhalt, mehrere Schlüffel.

Gießen, den 15. Juli 1881. Großherzogliche Polizetverwaltung Gießen.

Fresenius.

Feutschlaud.

Darmstadt, 15. Juli. Seine König!. Hoheit der Großherzog mit len Prinzessinnen Victoria und Elisabeth, sowie dem Prinzen Leopold, Herzog ron Albai p, sind heute Vormittag 11 Uhr 35 Mir. in erwünschtem Wohl« befinden hier eingetrcffen und am Bahnhofe der Hessischen LudwigSbahn von Se. Königl. Hoheit dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen Inne und Al>x empfangen worden. Bis zum Abend werden Allerhöchstdieselben hier im Schloß verweilen und dann nach Jagdschloß WolsSgarren fahren.

Berlin, 14. Jul'. Fast möchte man es sür wünschensweith halten, daß der Termin zu den RcichStagSwohlen noch recht lange aut stehen möchte, denn wenn die reacltvnäre Wahlagitation in solcher Progression sortsährt, dem Wahnwitz sich zu nähern, wie sie es biS jetzt gethan, so muß sie an ihrer eigenen Tdorheil und Verlegenheit ba» kervtt werden. Ss ist, soviel wir wtsien, den Soctaldemokraten nicht einmal in der Zeit der gröbsten Ausschreitungen bei* gefallen, so gegen die besitzenden Klaffen als AuSsauger deS armen Mannes aufzuhetzen, wie eS jetzt die conservattven Wahl.Flugblätter thun. Die Libe- rclen haben, als sie am Ruder waren, len armen Mann rulnirt; jetzt sind sie tn die Opposition gegangen, weil es ihnen nicht gelungen ist, Minister zu werden. Da- ist da- Thema, welches die recctioi Sun Wahlartitel tn allen Tonarten und mit möglichst grellen Disharmonien variiren. Möglich, daß sie Glück damit haben und den Liberalismus zeitweilig verdrängen. Dann wollen wir sehen, wie sie die Versprechungen erfüllen, tue sie heute dem armen Manne so verschwenderisch geben. W r besorg'», die Herren Junker werden, wenn sie erst daS Heft in Händen haben, den armen Mann sehr bald vergeffen.

AranLreich.

Paris, 14. Juni. Die Truppenschau des BoiS de Boulogne verlies ohne bemerkenSwerihen Zwischenfall und war um 3^ Uhr beendet. Einige Soldaten wurden vom Sonnenstich betroffen und tn Krankenwagen weggeschafft. Eine große Menschenmenge wohnte der Parade bei und äußerte ihren Beifall über die gute Haltung der Truppen, als biefdben vor dem Präsidenten Grecy, den Ministern, den Präsidenten des Senats und cer Deputirtenkammer uib den zahlreich anwesenden Senatoren und Deputirren vorbeimarschirten. Fast sämmtltche Botschafter wohnten auf den Tribünen der Truppenschau bei. Die Militärattache- der sremden Mächte hatten sich dem Stabe des KrtegsmtnisterS angeschloffm, welcher die Truppen vor dem Defiltren inspicirte.

Starten.

Rom, 13. Juli. Senat. Alfiert und Cambray-Digny richten eine Interpellation an den Ministerpräsidenten Depreti- wegen der in der vergan­genen Rocht während der Uebersührung der Leiche deS Papstes Pius IX. vor- gekommenen Unruhen und beklagen die Unzulänglichkeit der getroffenen Vor- sichtSmaßregkln. Der Ministerpräsident sprach sein Bedauern über die Ruhestörungen auS und bemerkte, daß ein ernstlicher Zusammenstoß nicht vor- gekommen sei. Die Regierung habe, sobald sie von der außergewöhnlichen Anzahl der zu den Ceremonien erlaffenen Einladungen Kenntmß erhalten, ihre Maßregeln getroffen. Bei der Länge des WegeS aber hätten Unzukömmlich­keiten vorkommen können. Es sei eine strenge Untersuchung eingeleitet. D.e Regierung sei entschloffen, die Ordnung überall, namentlich in Rom, ausrecht, zuerhalten. Zehn Personen, welche gestern Nacht wegen Störung der öffent­lichen Ordnung bei der Ueberfübrung der Leiche deS Papstes PiuS IX. ver­haftet wurden, find heute dem hiesigen Zuchtpolizeigericht vorgeführt worden. Die Zeugenvernehmung hat begonnen.

Ikow, 14. Juli. In einer Meldung derAgencia Stefania" auS Konstantinopel wird die Nachricht, daß die Pforte ihre Vertreter dahin in*

strutit habe, die nach Tripolis gesandten Truppenverstärkungen mit dem Hin' weis auf die Haltung Italiens zu rechtfertigen, formell für unbegründet erflärt- DerDiri'to" bemer.tnt auf bas Bestimmteste, baß wegen der in der vor­letzten N-cht stattgehabten Ruhestörungen seitens fremder Diplomaten Rekla­mationen a i bi- Regierung gerichtet worden seien. Von dem Architekten im Vatikan, Vespiglurni, welcher zwischen den Eardinälen und dem Präsekten von Rom vermittelt habe, sei das schriftliche Versprechen gegeben worden, daß der Eonduct zur Ueberführung der Leiche des Papstes PiuS IX nur sehr einfach sei -, rmbt; diese Zusage fei aber nicht eingehallen worden.

telegraphische Depeschen.

tBolfP» telegr. denefp»Äle*iHBÄttau.

Rosenheim, 15. Juli. Se. Maj. der Kaiser reiste heule früh um 8 Uhr 45 Mw. bti schönstem Wetter nach Gastein.

Lend, 15. Juli. Se. Majestät der deutsche Kaiser ist heute Nachmit­tag 1 Uhr 15 Min. über Kuffst-in wohlbehalten hier angelangt, wird hier da- Dlner tinn-bmfn und dann tn offenem Wagen nach Gastein weiterreisen.

München, 15. Juli. Der König ist heute von seiner Reise nach der Schweif -iurückg»kehrt.

Kiel, 15. Juli. Zu Ehren der Osfictere des englischen Geschwaders fand heute ein Diner bei dem Viceadmiral Bätsch statt. Heute Abend ist von den deutschen Marine-Osficieren zii Ebren der englischen Gäste ein Gartenfest mit Concert, Souper. Feuerwerk und Ball in dem mit elektrischem Licht erleuch­teten Garten von Bellevue veranstaltet, zu welchem Ihre König!. Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Heinrich, ter Herzog von Edinburgh, der Erbgroß- berzog von Oldenburg, die Prinzessinnen Henriette und Amalre von Schleswig- Holstein, sowie die Prinzen von Schleswig-Holstein-Glücksburg ihr Erscheinen zugesagt haben. Zu dem Feste find gegen 400 Einladungen ergangen.

Das englische Geschwader bleibt bis zum Montag Nachmittag hier und geht von hier direct nach Spithead, wo eS vorausstchllich am 25. Juli eintreffen wird.

Bad Gastein, 15. Juli. Se. Majestät der deutsche Kaiser ist heute Nachmitiag kurz vor 5 Uhr im besten Wohlsein hier angekommen. Der Ort war flstlich geschmückt und beflaggt, bei der evangelischen Kirche und am Kar- serwege waren Ehrenpforten errichtet. Unter den herzlichen Zurufen der zahl­reich versammelten Kurgäste und unter den Klängen der Volkshymne schritt der Kaiser rüst g die Stufen zum Bad'schloß hinauf, wo derselbe von dem Prinzen August von Württemberg, dem Statthalter Grasen Thun, dem Lan­deshauptmann Grafen Coronini und dem General Dahlen empfangen wurde und die Begrüßung vieler anderer daselbst versammelten distinguirten Personen fteundlich entgegennahm. Von mehreren Damen wurden Sr. Majestät Blu- menbouquets überreicht. Die Witterung ist prachtvoll.

Pari-, 15. Juli. Oran. Oberst Brünettere hat die Nachhut Bou- Amena's^ welcher nach dem Süden zu die Flucht ergriffen bat, bei Ain Medrissa erreicht. Der Feind setzt die Flucht fort ohne Aufenthalt und ohne Tobte unb Verwundete aufzuheben. Die Verfolgung Dou-Amena's wird lebhaft fort- gesetzt. Die Streitkräfte Bou-Amena'S werden auf 1500 Berittene unb 1200 Infanteristen geschätzt.

Roru, 15. Juli. Das Zuchrpolizeigericht verurthetlte von den wegen der Vorgänge in ber Nacht von Dienstag auf Mittwoch verhafteten Individuen vier zu einmonatigem Gesängniß unb 100 Frcs. Geldbuße, zwei zu 3 Monat Gefängnis unb 250 Frcs. Geldbuße, sowie einen von den ersteren vier über­dies noch wegen Thätl'chkeit gegen Polizei-Agenten zu weiteren zwei Monat Gesängniß.