dtr. 137. Freitag den 17. Juni ist
Kichener Anzeiger
A«!klsr- M Amtsblatt für hm Kreis Kichn.
Murton: E chulstraße B. 18. Erscheint täglich nut Ausnahme des Montag». Pret» vierteljährlich 2 Warf 20 Pf mit vringerlobn.
Amtlicher Hheil.
Betreffend: «uffichl über bat Faff.lvieh. Gießen, den 15. Jun« 188«
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grofiberzoglichen Bürgermeistereien.
Mit Bezug auf unsere Verfügung vom 14. d. M. (Anzeiger Nr. 135) benachrichtigen wir Sie, daß die Eommiffion nicht Freitag den 17. und
Samstag den 18 d. M. sondern Freitag den 24. und Samstag den 23. d. M. die Befichtigung der Gemeinde-Zuchtstiere und .Zuchteber vornehmen wird. Im Uebrigen verbleibt eS bet unserer Verfügung vom 14. l. M.
vr. Boekmann.
Bekanntmachung.
. m Ausführung von CanalisationS- und Pflästerrrarbriten ist der V«rk,hr durch die B-hnhofSstraße zwischen der Wolkengaffe und LLwengaste bt« auf Weiteres für Reiter und Fuhrwerke gesperrt. 8 '
®M»n, den «6. Juni 1881 Grvßherzogliche Poltzeiverwaltung Gießen.
_____Freseniu s.
Bekanntmachung. ~
klingt hiermit zur öffentlichen Kenntiiiß, daß die Aachen' Münchener - Feuerversicherung-- Gesellschaft, wie in früheren Jahren, so
auch pro 1881 dem landwirthschaflltchen Provinztalverein einen Beitrag von 1000 je. und den landwirthschaftlichen Bezirksvereinen:
Alsfeld 10O v* Friedberg 200 Jt. Lauterbach 100 vHl und
Büdingen 100 „ Gießen 125 Schotten 25
verwilligt hat.
Friedelhausen, am 7. Juni 1881. Der Präfidrnt deS landwtrthschaft icheu Vereins von Oberheffen.
Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
Keul/chland.
Darmstadt, 15. Juni. S«. König!. Hoheit der Großherzog habe.» mittelst Allerhöchster Entschließung vom 8. l. Mts. den KreiSaffiffor bei dem SretSamte Mainz Dr. Andrea- Breidert zum Mtnisterialjecretär bei dem Staat-Ministerium, den KreiSaffeffor bei dem «reiSamte Büdingen Dr. Georg Frhrn. von Wedekind zum Kresafflffor bei dem KreiSamte Mainz, den KreiSaffeffor bet dem Kreisamte Alsfeld Dr. Karl Meltor zum KreiSaffeffor bet dem KreiSamte Büdingen und den RegierungSaccesirsten Dr. Gustav Frhrn. von Temming en.Horn berg aus Fränkisch . Crumbach zum KreiSaffeffor, mit Wirkung vom 1. Juli I. J-. an, zu ernennen geruht.
Qffenback», 14. Juni. Nach einer Bekanntmachung bet Bürgermeisterei findet am 22. Ium b. I. eine nochmalige Eizäneunga Wahl ber Stabtoerolbncten-Beisamm- lung auf Grund der bei der cassirten Wahl benutzten Listen start. Das ^rftnnrniB des Prov'nz'al Ausschusses hat sich überetnfttmmenb mit b m .«fre>s-Ausschune dabin ausg sprochen, baß nach dem hesfisgen Ausiührungsgesetze zum Unterstützungswohnfitz. gesetz auch bayerische UrrteNhanen, wie andere Rerchsangebönge. den Unterstützungs- wohnsitz erwerben und alle auS b'es.m Erwerb entfprmpenben Rechte, namentlich bas Stimmrecht bei Wahlen zur Gemeindeordnung. ausüben formen Nach der Auffassung ber höheren Instanz können sonach Bayern nicht kraft Reichsgesetzes, for.bern na<y dem hessischen Rechte den Unterstützungswobnsitz erwerben und gebt die Intention des Art. 13 ber Stäbteorbnung babin, allen Deutschen gleiches Stimmrecht einzuräum.n. Das Unheil bezieht sich weiter auf Art 3 der Reichsoerfassung, wonach für alle Deutsche ein gemeinsames ReichSinbigenat besteht, die Angehörigen eines jeden BunbeSstaates wie Jnlänber zu behandeln und zum Genüsse aller bürgerlichen Reckte zuzulassen. Die Eontroverse bat durch die Offenbacher StadtratbS-Dahlen eine gewisse Berühmtheit erlangt unb wirb bie Entscheidung des Prov nzial-AuS'ckusies bewirken, batz bei allen Wahlen zu Gemeinbe Vertretungen in Hessen zukünftig nach gleichen Grunbsätzen verfahren wirb.
Berlin, 13. Junt. Die aus den östlichen Proomzeti hter emgetroffe* nen ReichStagSmitglieder, welche Gutsbesitzer find, können ntcht genug über die schlechten Ernte-AuSsichten klagen; von einem bedeutenden Landwirth in dem besten Striche der Uckermark wird sogar der Befürchtung Ausdruck gegeben, vaß man dort einer Hungersnoth entgegensehen dürfe; die Rozgen-Ernte fei setzt schon vollständig verloren. Aus den westlichen Provinzen liegen zwar beffere Nachrichten vor, doch wird allseitig angenommen, daß wir in Wem Jahre im Durchschnitt kaum eine Mittel-Ernte haben werden. Bei dieser Gelegenheit wird von vielen Landleuten darauf hingewiesen, daß von sog. ^Bankiers" auS Berlin Berichte in die Provinzen gesandt werden, in denen von einer in Aussicht stehenden glänzenden Ernte die Rede ist, jedenfalls in der Abficht, dadurch die Leute zum kaufen von Papieren zu anhn ren. Man kann den Leuten nur rathen, nicht auf diesen Leim zu gehen.
— An Noten deutscher Notenbanken haben sich Ende Mai in Umlauf befunden: in Abschnitten zu 100 JC. 559,472.250 JL, in Abschnitten zu 200 JL 439 200 jl, in Abschnitten zu 500 JL 111865.000 je., in Abschnitten zu 1000 JL 241 907.000 JL
Berlin, 13. Juni. (Sine in Regierungskreisen verbreitete Angabe, wonach der deutsche Dolkswirthschaftsrath schon A der nächsten Zeit emberusen werden sollte, entbehrt durchaus der thatsächlichen Begründung; die Reichs- regierung wird, wie die „Köln. Ztg." von glaubwürdiger Seite erfährt, die Kostenbewilligung für den deutschen Volköw'.rthschaftsrath zur dritten Lesung zu bringen suchen und hierbei sich bereit erklären, das ihr von einigen Seiten in Aussicht gestellte Pauschquantum für die Zwecke gutachtlicher Befragung von Sachverständigen anzunehmen. Inzwischen würde man (m Laufe des
den preußischen VolkSwirtbschast-rath wieder einberufin und es den übrigen Bundeestaaten anheimstrllen, sich ähnliche Organe zu schaffen. ES giU als ziemlich sicher, daß der Reichstag am 18. dS. schließt und nicht für sehr wahrscheinlich, daß die Hamburger Angelegenheit noch an den jetzigen Reichstag gelangt, selbst wenn die Bürgerschaft den Vertrag sofort annehmen sollte. Der Bui'deSrath braucht doch immerhin Zeit, sich näher mit dem Vertrage zu beschäftigen. (Der Reichstag ist bereits am 15. Abends geschloffen worden.)
— Die „Norrd. Nllg. Ztg." hat unter den Bürgern de- deutschen Reichet eine neue Emthetlung entdeckt. Sie bestehen aus Drohnen und AibtitSbienen. „Es ist", so schreibt daS Blatt, „ein eigenthümlicheS Zeichen für die parlamentarische Lage, daß die Regierung in dieser Frage die Unterstützung fast aller der Abgeordneten hat, welche irgend einem der Gewerbe, einsckließlick dem landwirtschaftlichen, auf deren Gedeihen unsere volkSwirth- schaftliche Wohlfahrt beruht, direct angehören, während in der Opposition sich in der Hauptsache alle diejenigen befinden, welche von Gehalt, Honorar, Renten, Bankgeschäften, kurz und gut, von irgend einer für die Volkswohlfahrt nicht direct productiven Beschäs izung leben. Die Gelehrten stehen der erwerbenden, von ihrer Arbeit leberden Bevölkerung gegenüber, bie Drohnen den Arbeitsbienen, der L hrstand d«m Nährstand, die „gewtrbsmäßigen Abgkordneten" derjenigen, welche froh find, wenn der Reichstag schließt." Da kann sich ja Jeder selbst classificiren, ob er Arbeitsbiene ober Drohne ist. Der Artikel ist beson- berS gerichtet gegen btn Führer ber Drohnen, den Herrn v. Bennigsen, ber burch seine letzte Rede gegen die Bewilligung von 84,000 JL für ben Reich-- VolkSwirthschastsrath den Zorn der Wilhelmstraße erregt hat. Das Blatt fragt: „Was hat Herr v. Bennigsen für einen Grund, den verbündeten Re- gterungen die Informationen nicht zu gönnen, welche diese vom VolkSwirth- schastsrath sich zu holen wünschen, bevor fie ihre gesetzgeberischen Absichten in der Form von Vorlagen an den RelchStag bringen Es gäbe dafür keinen andern Grund, alS einen außerordentlich üblen Willen und ein hochzespannte- WiderspruchSbedürsniß, unb geändert würde in der Sache nicht-. Man hört denn auch, daß die Regierung trotz der Abstimmung des Reichstages den deutschen VolkewiithschaftSrath für ben Herbst einberufen werde. Die Diäten sollen a-i- verich,ebenen DiSpofitionSfondS geleistet werben. (Köln. Zrg.)
2luS Baden, 12. Juni, schreibt man : Die Gewitter ber Pfinqst- feiertage hubcn die Temperatur so stark abgekühlt, baß es gestern auf ben Höhen, selbst in Gereback, schne te. Von der Schweiz wirb mitgetheilt, baß bort ziemlich viel Schnee fiel. Dieser grelle Wechsel ist nicht nur für bie Ge- su?.bheit, sonbern auch für bie Vegetation von nachtheiligem E-nfluffe. — Wohl in keiner Gegend hat bie Kalte bes vorjährigen Winters an ben Obst- bäumen so che koloffale Verheerungen angerichtet, wie auf ber vor Hallingen gelegenem Ebene. Sämmtl.che große Bäume mit ganz wenig Ausnahmen finb erhören, unb noch heute bietet diese Gegenb einen recht traurigen Anblick, da notijebr oieie ber erfrorenen Bäume stehen. Die Eigenthümer waren nicht im Stande, im letzten Winter sämmtliche erfrorene Bäume zu entfernen; eS fehlte an Raum zur Unterb indung dis Holzes.
AranLreich.
Paris, 14. Juni. Deputirtenkammer. Die Supplemeutar-Creditforde- rung von 14 M«ll. Frcs. für die Expedition nach Tunis wurde einstimmig genehmigt. Im Lause der Debatte hatte der Kriegsminister Farre erklärt, der emzige Z-a:eck der Expedition fei der gewesen, den Einfluß Frankreich- und die


