Ausgabe 
17.3.1881
 
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Nr. tty Donnerftag den 17. März 1881.

Aichener HtMger

Adrige- uuh Initsbkit für hm kreis Gießen.

r Ä 7~Z/7 yrcte viertel jährlich 2 Warf 20 Pf. mit vringerlohn.

»reeu t «cholfir-»' » 1». ffrfd>etnt «Sgl.ck, mit Ausnahme b« Montag«. Durch bit Post bergen Bltrtdjd»tii4 i »ar! 5U »*.

Einladung 511111 Abonnement

auf den

Gießener Anzeiger

Der(Stefifnrr Anzeiger erscheint, wie gewohnt, faßlich, mit Ausnahme der Tage nach >vonn- und Feiertagen, incl. Cer BeilageKiehener Familienblätter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden.

Der AbonnementSpreiS für den Anzeiger, frei in's ^ans geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; in der Spedition abgkhelt 2 Mark; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der 'poft abonniren können, beträgt derselbe 2 Mark frei. Postgebühr.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im II. Quartal 1881 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lasten.

Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, um vollzählige jremplare liefern zu können.

Amtlicher Hyeil.

Betreffend: Die Zusammenlegung bet Grundstücke in der Gemarkung Saasen.

Bekanntmachung.

Wir bringen tur Kenntmß der Betheiligten, daß die Resultate der bisherigen Arbeiten, nämlich:

1) Das vervollständigte topographische Güterverzeichniß,

2) Die Geschoffe. ui welchen die Abschätzungen eingetragen sind,

3) Die flauen mit den eingeze chveken neuen Grenzen der Parcellen,

4) Die Protokolle der Eommisflon, welche sich auf die Zutheilung beziehen und

5) Die Begutachtvriflsprotokolle des Gemeinderathes k

drei Wochen larg. nämlich vom 31. März bis 11. April l. I. auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Baasen zur Einsicht offen liegen und daß Einwendungen aegen die bemeikten Urkunden während der gerannten Frist bei der Großherzozlichen Bürgermeisterei Saasen erhoben werden können, spätestens aber daselbst ä ia

im Termin« Montag den 11. April l. I., Vormittag» 1012 llbr,

voraebracht treiben «rüsten, wibrigenfaU« Sinverstänbniß mit btt(en Uttunben und Den Beschlüsten der (Kommission angenommen wird.

9 Später, Reclamationen /welche fich aus tie efftn gelegten Arbeiten begehen, sind nicht mehr zulässig und kann eine Wiedereinsetzung in den vorigen "'taub ^Mr sügen ""ochb,"tz^'d,,''ueberweisung der neuen Parctllen an bie Betheiligten möglichst balh nach bem Termine geschehen soll und daß hierüber noch weitere ortsübliche Bekanntmachung erfolgen wirb.

Gießen, am 15. März 1881. Großherzogliche- Lreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Der Lod des Kaisers Alexander II. von Rußland.

Sprengbomben haben den russischen Saisrr bei der Rückkehr nach dem ißinütpalai« so schwer veiwui tet, daß er eine Stunde späier den Verletzun- gen erlegen ist. Die an Uibnraschunzen reiche russische Geschichte Hal ein neue« düstere« Blatt erngesügt erhalten; deiselb' allmächtige Lzar, dem die russische Ration, aU er dem Deepoien Nikolaus folgte, al« Beste er jusubrlle, ist gefallen von tr.ötbti sicher Hand. Mehrfach auf oft wunderbare Weife ge- reitet, immer von Neuem von vtrbrtchirischen Anschlägen lafftmtlet und leider gebildeter Bösewichte bedroht, entging Raifer aiejanber LI. nicht dem Tote«. uNheil, welche« die geheime Nevolutionepartei über ihn gesprochen Halle, ja e« scheint, al« ob bie neuerding« statrgehabten Enidcckunzen nihilistischer Haupt- füh er von dem kleinen Rest der bedrohten Reovluttonäte zu rächen beschlvsten norden wäre, und diese tet-fl schr Rache ist gelungen.

Sarser Alexander II. Nikolajewitsch trat am 28. «pul 1818 geboten und regierte seit dem 2. März 1855; er war vermähltmit Mana aifianbrorrnr, einer Schwester b<8 rerstorbenen Großherzogs Ludwig von Hesten, nach deren im »origen Jahre ersolgten «bieben zum -wittenmal rer- iiiähll mit der Fürst,« Tolgorucki. Der neue Lzar, Slt;and,r 1IL Slessn. drowitsch ist am 10. März 1845 geboren und °e> wählt mit bet 3.od;tei bet regierenden «ünig« von Dänemark, Maria «eodorowno (früher .Mane

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etmesten. Nicht« erschiene natürlicher als daß nach dem ® schende Regierungipartei, der absolute Lzar sammt den .«bsolu' repräseniirt find durch die Hospartei, die Popen und die höchsten Beamtet, Alles daran setzt, um bie geheime Revolution rollends zu verinch ,

X wahrscheinlicher, als daß in der Erregung Rache genommen und auf» Neue unter den DerdLchtigen schreckliche Musterung gehalten wird. W_c or.- .«*."« m*l«! DI- W»« «h»»« »" »'"Ä te« II. hinstellen al« Sühne für nicht erfüllte Hoffnungen, die sein Bolt eul itn gesetzt, als den Schlußakt dis düsteren Drama«, welches der Abi» utismt« Jahrhunderte lang in Rußland ausgesührt hat. Unb wenn bie)e ron den russischen Machthabern nicht in ihrer Bedeutung erkannt, ®,n russische Land nicht in bie Reihe parlamentarisch regierter EullurlLnber «g lüat wird so wind auch bie Sera bei Gewalt urb des Verbreche » in Ji 5 'and noch nicht beendet sein.

Nach Außen hm bedeutet da« Regiment abjanbet HL schwetlich Ruhe und Fiieden. Sowohl tei Thionfolget als seine Gemahlin, jetzt Lzat und Ezaritza, fi, d in den Ruh leuischfeinblicher Gesinnung geiathm, wie sie von einem Panslaviste« und einer dänischen.ngsiochtei kaum ander« zu erwarten sind. Die poli ische Klugheit, wie die Rücksichten auf die Entwickelung te« eigenen unruhigen 8andrs werben freilich verhindern, baß diese Gesinnungen sich offen kundgeben, aber die Sicherheit te« Weltfrieden« hat durch den Tod Alexander II., de« Verehrers des greisen Saiser Wilhelm, leider Einbuye er- litte«. Luch deshalb erscheint es höchst wünschenswerth, daß bie abjoluie «eta in Rußland geschloffen wird, denn ein cvnstitutionelle« RuffenvoU wird den Wend des Frieden« so gut zu schätzen wissen, wie seine pailamentaiisch regierten Nachbarländer. Mözen die Hcffr.ungen te« russischen Volk^ nicht g.iäuicht werden, wenn in Rußland jetzt der Ruf erklingt: Der Ezar ist lebt, es lebe der Star!

Deutschland.

Darmstadt, 15. März. Luderem Vernehmen nach werden Seme Sönigl. Hoheit der Sroßherzog fich nächsten Freitag von hier nach St. Pele:«- bura beaeben.

m. Darmstadt, 15. März lZweite ttammer der Ltavde. <0. ^..e

zweite Kammer trat heute zur edbluBidfion des 23- Landtages zusammen. Prüudent dualer eröffeet bte L tzung mit rolaenber Ansprache: wnL m

bie Lagesordnung emtrvten, gestatten Sie mir wohl, dem Gefühle Ausdruck zu aeden, welche/ Lic qew.tz Alle in den letzten Tagen beseelt hat, dem Gesühle der auknchNgen Theünahinc an bem Herden Verlust, be.r auch unter Grohherzogllches Haus durch den Tod ms nahen Verwandten, der m so verdammenswerther Weite vurch Meuchelmrrd dahingeschieden ist, tri tten hat. Ich bitte eie, 2hrer^heilnahme dadurch Ausdruck ru geben, baß ote sich von ^)hren Sitzen erheben ((^eichieht ) ' 6 Unter 6tn neuen Anlaufen sind .u erwäbnen

6;e 3nteipeUanon des Übg. £aug, die Sehalle der Hulisgerichts'chrewer betrefrend, eine desjileich-n auf die Jntervellarion bis Ab«. Me? beiuglid) bet Emrührung des Nvtariafsmftitules in den beiden dieifeir gen Provinzen, wonach Rcg'eimno den aegeiiwäiiigm Zeiivunkt zu dieser Mogregel mLt für geeignet halt, und sch iegl.ch ernt Lntwon auf de Interpellation des Ädg. Marrv, bie Auslegung der Art. 4 .und 19 bcs Volksschulgesetzes bitressend. Eine Bciprechung wird zu keiner der Antworten a'"dem Gesetzeseniwurf, die allgemeine Sanordnun, bttrerfend, werden bit legten zwtschesi beiden jtammem noch -"stehenden unbetieutenben Emerenjen - dreiander e niochen Beitritt zu den jenieil'gen Beichlurien erledigt.

kath F^ihcrr o Gaiern bemer'kt hierbei, da"ß die Ausarbeirung der zu bem Gesetze