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gebrachte Gerücht, daß zwischen Krupp und der DiSconto-Gesellschaft Verhand­lungen schweben, oder gar Abmachungen getroffen seien, um eine Vereinigung der Leitungen der rheinisch-westfälischen Eisenwerke herbeizusühren, in allen Punkten als jeder Begründung entbehrend bezeichnet.

Kiel, 14. December. Nach Mlttheilung derKieler Ztg." hat die englische Regierung die Einfuhr von Vieh aus Schleswig-Holstein nach Eng­land verboten.

L o k a l e Ä.

Gießen, 15. Dezbr. (S chwurgertch tsver Hand lung am 14. Dezbr. 1881.) Gegen Konrad Keßler von Garbenteich wegen MetnetdS. '

Derselbe ist beschuldigt: Daß er am 20. Oktober 1881 in der Strafsache gegen Kaspar Spieß II Ehefrau von Gießen wegen Feldfrevels vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde, namltck dem Großh. Amtsgericht Gießen den vor seiner Vernehm­ung als Zeuge geleistetm Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt habe.

Keßler wurde für überführt erachtet und in eine Zuchthausstrafe von einem Jahre und 3 Monaten, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren, verurthrilt.

Sitzung am 15. December. Gegen Johannes Euler von Storndorf wegen Brandstiftung.

Euler war beschuldigt, daß er in der Nacht vom 5.-6. November l. I. zu Hergers- dorf ein bewohntes Gebäude, nämlich die Scheuer des Heinrich Geisel, welche mit dessen Wohnhaus zusammenhing, vorsätzlich in Brand gesetzt habe.

Euler wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von sechs Jahren und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren vemrtheilt.

Heute Nacht gegen 1 Uhr wurde ein Frauenzimmer von Groß-Linden, welches geistesgestört sein soll, jedoch gestern Abend auch nebenbei betrunken war, wegen Verübung großen Scundals von der Schutzmannschast noch Dem Arrest verbracht Die Semen, welche hierbei vorgefallen, lassen sich nicht gut beschreiben. Das Frauenzimmer wurde schon einige Tage, wegen Mangel an einem passenden Local für Geisteskranke in hiesiger Stadt, im hiesigen Bürg'erhospital beherbergt, fügte sich jedoch der Hausordnung nicht, band mit jedem Vorüber­gehenden Händel an und ging schließlich, wie gestern r'lbend, gar nicht ein. Läßt es sich nicht ermöglichen, daß wir hierorts ein Local bekommen wo derartige Personen ausgenommen und den Augen des Publikums entzogen werden?

Vermischte-.

__ sEin Fortschritt der Photographie.) Im Atelier Meissonter's in Paris fand sich jüngst eine erlesene Zahl von Künstlern und Schriftstellern ein, die geladen war, um bet eiet irischem Lichte photographische Bilder des Amerikaners Muybridget anzusehen. Diesem Photo­graphen ist es gelungen, Menschen und Thtere in der Bewegung, das Pferd im Trabe, den Vogel im Fluge haarscharf genau zu reproduziren Meissonier hält diesen Fortschritt der photo­graphischen Wiedergabe für eine artistische Revolution, aus der die produzirenden Künstler wesentliche Hilfen bet ihrer Arbeit als sicheren Gewinn ziehen können- Der frühere Gouver­neur von Kalifornien verschaffte dem genannten Photographen die nöthtgen Mittel, um sich die Apparate für diese interessante Neuerung Herstellen zu lassen.

Indem wir nachstehendemEingesandt" tn unserem Blatte Raum geben, sehen wir uns aus ergangene Provocation hin zu der Erklärung veranlaßt, daß wir der Rabatt- Spar-Anstalt als solcher vollständig neutral gegenüberstehen. Wir ge­währen Correspondenzen tn dieser Angelegenheit, sobald dieselben sachlich und nicht persönlich gehalten sind, mögen dieselben von Freunden oder Gegnern der Anstalt kommen, gerne Aufnahme, müssen uns aber den gemachten Vorwurf, als begünstigten wir aus irgendwelchem persönlichen Grunde die Einführung der Rabatt- Spar-Anstalt in Güßen, ganz entschieden verbitten.

Red. d. Gieg. Anzeigers.

Rabatt-Zpar-Anstalt.

(Eingesandt.)

Die am letzten Montag Abend in Wenzel's Saal stattgehabte Versammlung, in welcher Herr Dr. Wilhelm Löwenthal aus Berlin in klarem Vortrage das Wesen und Wirken der Rabatt-Spar-Anftalt zeichnete, dürfte Manchem, der dem Unter­nehmen seither weniger entgegenkommend oder gar entschieden ablehnend gegcnüberstand, ein besseres Bild von der Bedeutung dieser . euen Schöpfung welche hoffentlich bestimmt ist, eine umgestaltende Wirkung in dem seither leider sehr eingerissenen Borg- sysiem zu üben gegeben und ihn zu einer näheren und eingehenden Prüfung des wirklich großartig angelegten Planes zur Verbesserung und Beseitigung entschieden vorhandener Mißstände unter gleichzeitiger Schaffung eines jederzeit greifbaren Spar- pfennigs veranlaßt baden-

Ohne hier auf die innere Einrichtung des Instituts und seine Wirksamkeit näher einzugehen, da solche vielseitig geschildert wurden, sei hervorgehoben, daß dasselbe durch eine sich beinahe täglich mehrende Zahl hervorragender und durch die innehabenden Stellungen ausgezeichneter Männer vertreten, resp. verwaltet wird, und damit genügend gegen alle Zweifel an der Solidität des Unternehmens und durch die strengste Con- trole vor Unregelmäßigkeiten gesichert dasteht. Somit glaubt Einsender auch mit Recht darauf Hinweisen zu müssen, daß durch die Rabatt-Spar-Anstalt eine in der Thal geniale Idee zur Wirklichkeit werden soll, nämlich das nicht etwa in der Phantasie Einzelner spukende, sondern thatsäcklich überhand nehmende Borgsystem, an welchem sich im Detailgeschäft aller Branchen fast alle Gesellschaftsklassen bctheiligen, zu be­kämpfen und an dessen Stelle die Baarzahlung gegen den einem jeden Artikel ent­sprechenden Rabatt zu setzen.

Die Vortheile einer Umgestaltung der bestehenden ungesunden Verhältnisse in dieser Hinsicht sind meines Erachtens, daß der Geschäftstreibende bei Einführung der Baarzahlung gegen Rabatt eine ganze Anzahl größerer und kleinerer Posten, welche von den meisten Käufern wenn es einmal so eingeführt ist bei Gewährung des Rabatts gerne gleich bezahlt werden, nicht mehr Monate lang, oft über das ihm selbst bei seinen größeren Einkäufen gewährte kürzere Ziel hinaus in dem Buche stehen, sondern in der Tasche hat; daß er durch den Baaroerkauf vor sonst unausbleiblichen

Verlusten geschützt ist, welche ort den Betrag des Rabatts bedeutend übersteigen dürften, zumal es bei den hohen Gerichtskosten heute kein Vergnügen ist, namentlich kleine Be­träge einzuklagen, daß der Geschäftsmann auch seinen eigenen Verbindlichkeiten prompter nachkommen um bei feinen ßieferanten selbst Sconto genießen kann, während ihm dies seither, weil er viel verborgen mußte, vielleicht trotz genügeiideu Betriebs­kapitals nicht möglich war; daß ihm in Folge dieser prompteren Zahlungsweise von feinen Lieferanten ein größeres Vertrauen und manche andere Vortheile zukommcn, die er für sich selbst und im Interesse seiner Concurrenz- und Leistungsfähigkeit dem Publikum gegenüber sehr wohl gebrauchen kann. Bei den durch die neue Steuer- Gesetzgebung wesentlich veränderten Verhältnissen, in einer Zeit, in welcher einzelne Producte und ganze Jndustriezwe ge gegen früher sehr bedeutend belastet wurde« hierbei sei als Beispiel der auch bei uns heimischen Tabaks-Industrie gedacht, deren Betrieb für den Fabrikanten immer mehr Eapital erfordert, weil er an erhöhter Tabak- steuer, Arbeitslöhne, Verpackungskosten u. s. w. mehr als die Hälfte auf einen langen Zeltraum baar Dorlegen muß ich meine, in solcher Zeit sollten Einrichtungen, wie das Rabatt-Spar-L-ystem, wenn allgemein und richtig eingeführt, hie und da vervoll­ständigt und verbessert, geeignet sein, einen äußerst wohlthätigen Einfluß auf alle mög­lichen Verhältnisse im geschäftlichen Leben in ihrer doppelten Wirkung auszuüben. (Daß Jeder seinen ersparten Rabatt jeder Zeit baar zurückerhalten kann, sei hier noch angefügt.)

Jedenfalls erscheint cs aber unrichtig, eine solche wichtige Frage so kurzer Hand abzuthun, wie es leider in der oben erwähnten Versammlung von einigen Seiten bei Fall war. Die sehr klaren Aiiseinandersetzungen des ersten Redners gegen die Rabattanftalt, welchen Herr Dr. went Hal ruhig und klar entgegnete berührten angenehm und waren eher geeignet, Verständniß und Verständigung herbeizuführen, als jene gänzlich unfruchtbaren, mit der Hauptsache in keiner Verbindung stehenden, theilweise persönlichen Angriffe, welche dem von seiner Idee durchdrungenen Vertreter der Rabatt-Spar-Anstalt schließlich (meines Erachtens ohne jeden Grund) würben. Daß uns von Berlin aus nur Schwurbel gebracht werbe unb daß wir deßhalb nichts von Berlin wissen wollen, bedarf noch des Beweises, der eben hinsichtlich jener Anstalt von den leidenschaftlich gewordenen Gegnern noch zu bringen wäre. Prüfet Alles und behaltet bas Beste!

Gießen, 14. December 1881. 8.

Handel und Verkehr.

Limburg, 14. Dezember (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL. 20.20, Weißer Weizen utL 20.00, Korn JL 15,40, Gerste JL 10.40, Hafer, JL 8.20, Erbfen.00, Kartoffeln 50 Kilo v4L 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)

Frankfurt, 14 Dezbr. .Marktberrcht). Drr heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete jc nach Quattlät bet Ltr. 4.00 -6.50 Stroh Jt 4.00 -4 20, Butter 50 Kilo 9000, tm Detail 1. Qualität oas Pfund JL 1.2000, 2. Qualität das Pf. <^L 1 100 \ Eier baS Hundert 6.509.00 Ochsrnfieych per Pfund 60 0 H

Kuh-, Rind und Farrenfleisch 40- 55 H, Kalbfleisch 4055 H, Hammelfleisch 3565 Schweines eisch 70 80 ein Hahn jtL 1.802.20, ein Huhn 1.60 2.00 eine Ente JL 2.50 3.00, eine Laube 50 60 H, Gans JL 5.009.00, Hafer das Stück JL 2.503.50, Poularden JL 22.60, Rehbock das Pfd. 70 - 80 H, Kapaunen 2.50- 3, Wälscher Hahn .*L 912, Kartoffeln 100 Ko. 3.505.00, Kohtkraut 20 Blumenkohl 1 St. 2050 H Wirsing 0000 Gelberüben 1 Bund 000 Zwiebeln 1 Bund 0 H Sellerie das Stück 3000 Meerrettig 1 Stück 1015 Spargel das Pfund 30 H, Romain-Salat 0000 Endivien 10 0 Rothkraut 1520 H, Weib kraut

1012 H, Artiichoken 00 00 Erbsen das Pfd 00 Bohnen 100 Pfund 0-00 jt. Kartoffeln das Gescheit) 000 das Malter JL 3.005.00, Kopf-Salat 00 H, Spinat 0000 H, Schnittlauch das Gebund 0 3, Kohlrabi per Stück 35 H

Geln Hausen, 13. Dezember. Trotz dcr seit gestern anhaltenden, sehr ungünstigen Witterung war der heutige Viebrnarkt ziemlich gut befahren. Angetrieben waren 259 Stück Ochsen, Kühe und Rinder, 80 Kätber, 144 Schweine.

Von Käufern war bet Markt sehr besucht, namentlich war daS Unterland sehr gut ver­treten. Frischmelkende Kühe wurden mit Hoden Preisen bezahlt. Der Handel war äußerst lebhaft; das angetriebene Vteb wurde zum größten Theil verkauft. Auch auf dem Sckweine- markt wurde tote; umgesetzt. Hämmel waren keine angetrieben, jedoch viel Nachfrage danach.

Kcankfurt a. M., den 15. Dezbr., Nachmittags 2 Uhr Mtn- (Telegr. Eoursberichl Mitgetheilt burch bas Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gehen.) Crebit« actien 3123/4, Staatsb.-^ctien 287^4, Galizier 2675/s, Ocft. Silberrente 66d 4, 4°/o Ungai. Goldrente 773/s, 4°/0 1880er Russen 735/8, 2. Orient-Anleihe 59 V4, 5% Rumänisch Rente 891/4, Lombarden 1331/2. Tendenz matt.

Todes-Anzeige.

Der evangelischen Gemeinde macht der Unterzeichnete die besondere Anzeige, daß es Gott gefallen Hot, den Herrn Prälaten Simon am 14. d. M. aus diesem Leben abzurufen.

Die Beerdigung des Heimgegangenen soll am Freitag, den 16. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, stattfinden; und zwar wird der Leichenzug vom Sterbebause zunächst in die geheizte Stadtkirche fich bewegen, in welcher die Leichenrede gehalten wird. Von der Kirche aus bewegt sich Dann der Zug zum Grabe, an welchem noch die Einsegnung der Leiche stattstndet.

Die Gemeinde wird zur Thetlnahme an der Leichenfeier für den Verstorbenen freundlichst eingeladen.

Gießen, den 15. Dezember 1881.

Im Namen de? Kirchenvorstandes:

Dr. Naumann, Pfarrer.

Allgemeiner Anzeiger.

Anzeige und Empfehlung.

8206) Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich bei Herrn Georg Wilhelm Weidig hier eine Verkaufs­stelle meiner aus feinem inländischen Blüthe nsch leud er h 0 nig verfertigten lloiltg-ljebkliclieil habe und halte mich einem verehrlicyen Publikum bestens empfohlen.

Prämiirt wurde meine Waare in Karlsruhe 1881.

Für Aechtheit wird garantirt.

Ziegelhausen bei Heidelberg, im December 1881.

______L. Runz, Bäcker und Bienenzüchter.

8183) Zwei fast neue Glaskasten, zu fKltmitti fohlt einer Stein- oder Münzen-Sammlung ge- ^-^*******»1 **V»*VVf

eignet, werden billig abgegeben. in den besten Sorten, billigst bei

Wo? sagt die Exped. ds. Bl. 8217) Wilhelm Herbert.

Verein zur Sammlung von Cigarren­abfällen re.

8195) Die diesjährig- Weihnachtsbescheerung wird Sonntag den 18. December, Nachrn. 4V2 Uhr, im Schulhause in der Schul straße

öffentlich stattfinden. Der Vorstand.

eihnachts-Ausverkauf.

Groste Parthie zurückgesetzter Kleiderstoffe per Meter 30, 50, 70 und 85 Pfg. Bis Weibnachten auf Tuch, Buckskin sowie sämmtliche Manufacturwaaren bei Baarzahl- un$ 10 p@t. Rabatt. (7777

Ang. Montauus.