In den Gesuchen ist aniugeben:
1) CwUstellung.
2) Vor- und Zunawen-
3) M lt'ärcharge und Truppengattung.
4) Genau« Angabe d>s TrnppentheUs, Reg ment, Compagnie K., bei welchem der E ntritt erfolgt ist und Dalum dcS letzteren.
5) Beziik des Landwchrbataillons.
Bei Lehrern oder Schulverwaitrrn, welche bereits früher btt uns reklamtrt haben, bedarf -s der Angaben 1—5 nicht; es genügt hier einfache Meldung. Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die els allein stehende Lehrer zur Reklamation berechtigt jinb. wollen Sie sofort benachrichtigen.
________Dr. Boekmann.________________________________
B c k a u u t in u ch u ü g.
Die vor dem unteren Eingang d«s Friedhofs zum allgemeinen Gebrauch ausgestellte städtische Pumpe ist in der neu.stcn Zeit durch Einweifen von Sand, Steinen, Kastanien rc. und aus andere Weise so beschädigt woiden, daß deren Benutzung erst nach ib er längere Zett erfordernden Wiederherstellung möglich war. Wir sehen ms daher veranl-ßt, darauf hmzuwetsen, daß eine solche Befchädi.ung nach § 304 des RetchsstrafgesetzeS mit Gefängmß bis zu 3 Jahren rdcr mit Geldstrafe bis zu eintausend fünfhundert Mark bestrajt wird. DrS Äufsichispersonat ist angewiesen, besonderes Augenmerk auf die fragliche Pumpe zu haben und jede Beschädigung derselben unnachstchtltch zur Anzeige zu bringen.
Gießen, den 15. Oktober 1881 Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
_______________Fresenius.________________________________________________
B e k a n n t m a ch u u g.
Wegen Vornahme von Arbeiten am Straßei-pflaster bleibt bei 1l.s sttger Witte: ung der Verkehr für Fuhrwerke und Reiter durch die MäuLburg und den Seltersweg (rom Kreuzplatz bis zur Maigaffe) von Montag den 17. I. M- an auf zwei Tage gesperrt. Bet ungünstiger Witterung tritt die ungeordnete Sperre den nächstfolgenden Tag ein.
Gießen, den 15. October 1881. Großherzogliche Polizewerwaltung Gießen.
Fresenius._____
B e k a n n t IN a ch^u n g.
Gefunden: 2 wollene Kinderjäckchen, 1 Kästchm mit Spielwaaren, 1 Portecronl aie mit Inhalt, 1 Schürze, 1 graues Halstuch, mehrere Schlüssel. Zugelaufen: 1 kleiner weiß und gelb gefleckter Hund.
Gießen, den 15. Oktober 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
Frei enius.
Auszug ai
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Dm 8. Oktober. । r’. ^nfanieile Regimmt
England.
London, 13. Oktober. Als Gladstone heute in der Guildhall die Verhaftung Purnell's mittheilte, erhob sich die ganze Versammlung unter stürmischen Beifallsrufen. Gladstone erklärte darauf weiter, daß die Verhaftung Purnell's der erste Schritt zur Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung sei- Die Regierung kämpfe nicht mit dem irischen Volke, auf dessen loyale Gefühle sie baue; aber es müsse der Demoraltstrung und allgemeinen Einschüchterung Einhalt gethan werden, welche die Agitatoren von Prosession ausübten. Bet Besprechung der Transvaalfrage erinnerte Gladstone an den letzten Artikel der abgeschlossenen Convention, welcher die Regierung der Boers verpflichte, bie Convention binnen 3 Monaten ratificiren zu lasten. Die englische Regierung werde 6ei diesen Worten stehen bleiben und vor allen Dingen die geheiligten Rechte von Tausenden von Eingeborenen deS TranSvaal-Landes schützen.
Dublin, 13. Oktbr. Der G^eimrath erließ Proklamationen, nför die Grafschaften Longford, Ktldare, Louth, Meath, Carlow, Wrxsord und Wicklow unter die Bestimmungen des Zwangsgesetzes stellen, welches damit zur Zeit in ganz Irland in Kraft tritt.
Amerika.
Washington, 13. Oktbr. Präsident Arthur ernannte Mark Brewer zum Generalconsul der Vereinigten Staaten in Berlin.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr Korrespondenz-Bureau.
Köln, 14. Oktober. Der „Köln. Ztg." wird aus Wien von heute gemeldet: Wenngleich das umlaufende Gerücht, Graf Taaffe habe feine Entlastung erbeten, noch unbegründet sei, so werde doch die Stellung des Grasen Taaffe von der Wahl eines neuen Ministers des Auswärtigen entschieden beeinflußt. Die Ernennung eines Minister- des Auswärtigen, der das Programm des Grafen Taaffe mißbillige, werde das Entlastungsgesuch des Grasen Taaffe alsbald zur Folge haben. Noch habe Gras Taaffe das vollste persönliche Vertrauen des Monarchen als erster Berather in der jetzigen ministeriellen Krisis. Das Provisorium mit formeller Veruntwortung des Reichs-Fmunz- Ministers v. Szlavy und Führung der Geschäfte durch den Sectionsches v. Kallay werde wahrscheinlich bis zum Schluffe der Delegationen dauern.
München, 14. Oktober. Der Schriftsteller Dr. Martin Schleich ist gestern Abend gestorben. — Wie dem „Bayer. Kurier^ gemeldet wird, ist der päpstliche Nuntius, Msgr. Roncetti, gestern in Rom gestorben.
Wien, 14. Oktober. Die „Wiener Ztg." publicirt ein kaiserliches Handschreiben, Inhalts besten der RetchS-Finanzminister v. Szlavy bis auf Weiteres mit der verfaffungsmäßigen Vertretung des Ministeriums des Auswärtigen betraut und der Sectionsches v. Kallay mit der Fortführung der unmittelbaren Leitung der Geschäfte beauftragt wird.
London, 14. Oktober. Wie verlautet, wird Dillon den verhafteten Parnell alö Chef bei Lanbligr ersetzen- — Sämmtliche hiesige Morgenblätter ohne Unterschieb ber Partei drücken die lebhafteste Befriedigung über Parnell's Verhaftung aus.
Rom, 14. Oktober. Wie ber „Popolo Romano" meldet, hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, um jede religiöse oder antireligiöse öffeni- liche Kundgebung anläßlich der großen italtenischen JublläumS - Wallfahrt zu verhüten.
Belgrad, 14. Oktober. Der Handelsvertrag zwischen Serbien und den Vereinigten Staaten von Nordamerikr ist unterzeichnet.
Petersburg, 14 Oktober- Der , Reg erungsbole" meldet auS Gatschina rom gestrigen Tage: Der Knser und die Kaiserin nebst dem Thron- folger und den anderen Kindern sind heute von Peterhof nach Gatschina übergesiedelt.
Konstantinopel, 14. Oktober. Die Pforte hat die in Egypten be' findlickm Commiffarien telegraphisch angewiesen, ihre Arbeit zu beschleunigen und nach Konstantinopel zurückiuk hren.
L o t a l e S.
Gießen, 15. Oktober. Am 14. d. M. mürbe die reg lmäßige Generalversammlung des Vereins zur Unterhaltung der Kleintinder-Bewahranstalt abgchaUcn. Irr der
selben erstattete zunächst der Vorsitzende, Pfarrer vr. Naumann, den Jahresbericht, dem wir Folgendes entnehmen: Die vorige Generalversammlung sand am 3. Sept. 1880 statt; damals umfaßte die Anstalt 134 Kmder. Von da bis jetzt wurden 137 Binder neu ausgenommen und 104 traten aus ; von letzteren sind 7 Kinder gestorben, 8 von hier weggezogen, 37 wurden schulpflichtig und d:e übrigen 52 blieben ohne Abmeldung weg. Es ergab sich also ein Zuwachs von 33 Kindern und die Gesammtzahl berfeloen beträgt gegenwärtig 167. Diese Zahl wäre eine noch größere, wenn nicht wegen den ungenügenden Räumen der Anstalt und wegen der übergroßen Anstrengung für die zwei Pflegerinnen in den letzten Tagen jede neue Aufnahme von Kindern hätte versagt werden müssen. Die Wethnachtsbescheerung, die im vorigen Jahre 141 Kindern bereitet wurde, fand reichliche Unterstützung seitens der Freunde der Anstalt und der Wohltäter ihrer Kinder und nahm lür die Kleinen den erfreulichsten Verlauf. Nachdem zu Anfang d. I. Frau Metzgermeister Vogt, die für die Kinder der Anstalt die Mittags- suppe gekocht hatte, gestorben war, wurde von Ostern an die Lieferung der Suppe probeweise der Herberge zur Heimath übertragen, die bis jetzt zur größten Zufriedenheit ihrer Aufgabe sich entledigte. Betreffs der Beiträge der Mitglieder und Freunde hatte der Vorsitzende auch dieses Mal eine Klage auszusprechen; während nämlich tm Jahre 1878 die Beiträge auf 1518 JL sich beliefen, sanken sie m 1879 auf 1463 herab und in 1880 sogar auf 1377 Da die Ausgaben durch -die steigende Zahl der ' Kinder immer mehr wachsen, so wurde den Versammelten an's Herz gelegt, der Anstalt Interesse und Wohlwollen lebhaft zu bewahren und, da man doch Überall auf warme Sympathie für die Kleinkinderschule stoße, auch in weiteren Kieisen thätige Unterstützung der sehr wohlthättgen Zwecke derselben anzuregen. r t r
Nach Erstattung des Jahresberichts kam die Angelegenheit des Neubaues eines Kleinkinder,chul-Gedäudes zur Verhandlung. Die seither benutzten Räume reichen nicht mehr aus, es fehlt an einem geeigneten Spielplatz, reichlichere Bewegung der Kinder in frischer Lust ist zu ihrer Gesundheit nothwendig Der Vorstand hat bereits einen sehr günstig gelegenen Bauplatz tm Wode'schen Besitzthurn neben dem botanischen Gatten käuflich erworben; im Frühjahr soll mit dem Neubau begonnen und derselbe schon nächsten Herbst vollendet werden. Baldmöglichst soll das seitherige Kleinkinder- schul-Gebäude verkauft werden und wurde die Versammlung gebeten, mit dahin zu wirken, daß recht bald ein Käufer sich finde. w
Endlich wurde noch die statutenmäßige Erganzungswahl des Vorftandes vorgenommen. Die austretenden Frau Dr. Brüel, Frau Bürgermeister Bramm und Frau Pfarrer Köster, wurden wieder gewählt, an Stelle von Fräulein Simon, die eme Wiederwahl leider ablehnen zu müssen erklärte, und an Stelle der freiwillig ausgetretenen Frau Pfarrer Simon wurden Frau Ehristian Keil Wittwe und Fräulein Bansa neu gewählt.
Möge unsere Kleinkinder-Bewahranstalt auch fernerhin als große Wohtthat für Arbeiter- und Handwerkerfamilien sich beweisen und auch im Hinblick auf die bedeutenden Kosten des nothwendig gewordenen Neubaues der reichsten Unterstützung edler Menschenfreunde sich erfreuen-
— Der Hausbursche eines hiesigen Bäckers wurde heute Morgen wegen Unterschlagung von Kundengeloern gefänglich eingezogen.
— Gestern Nachmittag und heute Nacht toste über unsere Gegend em Sturm, unterstützt von einer solchen Regenmenge, daß man meinen sollte, ein Stück Weltuntergang zu erleben Zerstörungen an Bäumen, Kaminen und Dächern sind denn auch massenhaft zu verzeichnen.
— In Krofdorf entstand heute Morgen gegen 4 Uhr in einer Scheune Feuer, welches in kurzer Zeit bei dem heftigen Sturm zwei Wohnhäuser und drei Scheunen einäfchette. Brandstiftung wird vermuthett _
(Mngcfanbt♦
(Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel ist bie Redaction dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich).
Dem Vernehmen nach soll in den nächsten Tagen ein Concert des Zither- Clubs „Alpcnröscheu" im Saale des L e nz'schen Felsenkeller stattfinden. Wir verfehlen nicht, auf den dem Publikum sich bietenden Genuß aufmerfam zu machen.
Handel und Verkehr.
Gieren, 15 Oktbr Aus dem heutigen Wockenmcrrkte kostete Butter per Pfo. Jt 1 00 bt6 X 1.15, Hühnereier 1 Stück 6—7 2 Stück 0 Enteneier per Stück 0 4,
2 Srück 00 H »äse per S ück 4-8 4. Käsematte per Stück 2-3 4- Erbsen 1 Liter 20 8tn?cn 1 Ater 24 H Tanken Pa JC 0.50—0.60, Hübner p. St. X 0 80—1 50,
Hahnen p. St. X 0.40—0 70, Lnten per Stück 1 30 -1.70 Gänse per Pfund 38—50 Welsche per Stück X 0.—0, Ochienfleiich 64 -00 H per Pft Kuh. imr Nmdfletsch 46 dis 50 Kalbfleisch 44 - 48 Hammelfleisch 50 60 ? chweinestrisa 64—00 L, Kartoffeln
per 100 Kilo X 3.00- 4.00 Zwiebeln per £h. X 7—8, NUch per Liter 16 und ix 4. W'^ßk aut 1 St. 10 — 30 H Zwetschen per Eentner 5 — 6 X
Frankfurt a. M., den 15.Oktbr., Nachmittags 2 Uhr 10 Miu (Telegr. Coursbericht Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credit- actien 3187/ö, Staatsd.-Actien 308%, Galizier 283, Oest Silberrente 67, 4% Unßar Goldrente 78Vh, 4% 1880er Ruffen 753/16, 2. Orient-Anleihe 60"/ig, 5% Rumänische Rente 91Vi- Tendenz sehr fest.


