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h Ww^Seltersweg. ]Q mit Heuboden und ier zu vermiethen.
Seltersberg C. 37.
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—Vontj. rau Küchln seither b^ meines Hauses,
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Wen von Strob- und fertigen oller Gattungen d prompt und reell aos- ktipp Henkel, onchl- roße B. 60.
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4tr. 188. Dienstag den 16. August 1881.
Meßmer Hlnzeiger
Allitige- uab Amtsblatt für bra Kreis Gießen.
Tturfev t 6rfjulhra*je B. 18.
Erfchklnt täglich mit Ausnahme des Montags.
Preis vierteljährlich 2 Warf 20 Pf mit vring^rlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Warf 50 P^
Amtiilyer % p e i i.
B c k a n n t in a ch u n g.
Mit Rücksicht auf den früheren Eintritt der Fruchterndte im laufenden Jahre hat Großherzozliches Ministerium deS Innern und der Justiz bestimmt, daß die Heegzeit für Feldhühner im laufenden Jahre mit dem 19. August endigt.
Die Großberzoglichen Bürgermeistereien wollen daber auf geeignete Weise zur Kenntniß der Interessenten bringen, daß mit dem 20. d. Mts. die Jagd auf Feldhühner allgemein eröffnet fei.
ich testen, am 15. augusr lööl. Großherzogliche- Krei-amt Gießen.
I. SB.:
Dr. Hoffmann, Regierungsrath.______
Bekanntmachung.
Betreffend: Die ViehpreiSverthetlung des landwirthschaftlichen Verein- von Obcrheffen in 1881.
Da mit Rücksicht auf den Umstand, daß in den Wochen vom 5.—17. September die Wetterau und angrenzende Bezirke stark mit Einquartierung belegt werden, ein Besuch und eine Beschickung der auf den 8. September nach Schotten angesetzten Vtehpreisvertheilung aus jenen Bezirken nicht zu erwarten steht, ist beschlossen worden, diese Pret-verthetlung auf
Donnerstag den 1. September
zu verlegen, was ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe.
Friedeldausen, am 12. August 1881. Der Präsident des landwirthschastlichrn Vereins von Oberheffen.
Adalbert Freiherr Nordeck nur Rabenau.
Politische Ueberstcht.
Collen wir den Sedantag feiern? — diese Frage wird in jedem Jahre von Neuem aufgeworfen — — und schließlich wird da- Sedanfest gefriert. Der 2. September bleibt trotz allen mißvergnügten Protesten ein nationaler Gedenktag; et erinnert an da- Kriegsereigniß, welche- die größte Begeisterung während jener großen Zeiten erregte, und wenn «s auch heißt: Begeisterung ist keine Härtngtwaare, die man einpökelt lange Jahre, so bricht sich dieselbe doch immer von Neuem Bahn, und so lange nicht ein anderer und beffrrer Gedenktag genannt werben kann, wird eS sich das deutsche Volk nicht nehmen lafitn, seine Cedanseier volksihüml ch zu begehen. Gerade in diesem Jahre aber erscheint eS doppelt nür.sche»-werth, sich der Zett zu erinnern, in welcher mir ein einig Volk ron Brüdern waren; eS kann geradezu als wohl« thätige Mahnung gelten, über all' dem Wust der Parteien und Fraktiönchen N'cht das hohe gemeinsame Jntereffe de- Patriotismus zu vergeffen!
Der gewaltsam geförderte Frudensschluß deS Vatikans mit Preußen dürfte, wie wir hören, eine neue Revision der sog. Maigesetze im preußi- fchen Landtage zur Folge haben. ES geht dieser Falt'schen Gesetzgebung wie dem Menschenherz.. — da- arme Herz muß stückwriS brechen..... Da
schließlich doch nickt mehr viel davon übrig bleiben wird, so dürfte es ein Streit um Kaiser-Bart sein, wem man noch immer unterscheidet: Abschaffung oder Revision der Maigesetze?
Verschiedene Blätter melden von bkdeutenden Mehrausgaben für die Armee, welche im Etat für da- nächste Jahr aufgeführt seien. Wie wir hören, ist jedoch von nennenSwerthen Mehrausgaben keine Rede.
Unmündige und Urtheilsunsähige nennt der Komtzer Lavdrath in öffentlichen Anschlägen die Verarstalter und Förderer der Juden hetz en. Diese Beze'chnurg ist durchaus zutreffend. Will man die Juterfrage über« Haupt zugeben, so bleibt es doch lächerlich und knabenhaft, eine solche Frage dadurch lösen zu wollen, daß man Lehrlinge, junge Arb iter und ähnliche unreife Individuen dazu aufflachelt, den Juden die Fenster einzuwerfen und die Möbel zu ruiniren.
Der französische Miniflerpräsident Ferry hat in Nancy, im directen Gegensatz zu seiner Rede in Eptnal, der partiellen Senats-Reform zugestimmt. Gambetta's Autorität tat also jetzt kein Gegengewicht mehr. Der .National" sagt: .Nicht nur Ferry, sondern die ganze Regierung hat an Gambetta abgedankt; man ist im Begriffe, eine persönliche Republik zu organistren."
Dem Papste soll nicht nur von England Malta, sondern auch die französische Gastfreundschaft angeboten worden sein. Leo XIII. denkt aber gar nicht daran, Rom zu verlaßen, obwohl einige Eardinäle das Verlaffen der ewigen Stadt befürworten.
Lu- Petersburg meldet man, daß der altersschwache Kanzler, Fürst Gortschakoff, wieder die Zügel der Regierung in die Hand genommen habe; er befindet fich -war noch im ÄuSlande, giebt aber täglich Nachrichten an Herrn v. Gier-, und seine Meinung soll wieder in allen wichtigen Fragen den Ausschlag geben.
Die Türkei soll nunmehr mit der Reform der Finanz- und Zollver- wsltunz durch deutsche Beamte weiter vorzugehen gedenken. Bertram, ein deutscher Beamter im Zollfach, hat dem Sultan einen Plan zur Controle der Zölle unterbreitet, und der Sultan gedenkt noch einige andere deutsche Beamte zu engagiren.
Wie in London ist jetzt auch in Chicago ein revolutionärer Conareß zusammengetreten, auf welchem die Anhänger der „Dynamit-Politik" als Partei zusammenhalten. Ein Anttag wünscht die Zerstückelung England-, eine
Art Eidgenoffensckaft au- England, Schottland und Irland, die Einverleibung Kanadas in die Vereinigten Staaten und die Selbstständigkeit der Colonien.
Präsident Garfield ist wieder einmal opertrt worden ; ein Gefahr für sein Leben wird nicht mehr befürchtet.
Hesterreich.
Wien, 13. August. Die „Polit. Corresp." meldet. Au- Athen: Die internationale Commission hat den Antrag der Pforte, die Occupation der zweiten Zone um 14 Tage zu verschieben, angenommen. — Au- Belgrad: Wegen Erhöhung der Tabakssteuer haben alle Tabak-Händler die Läden geschloffen.
— In der Mitte der Stadt, in der Singerstraße, ist heute Mittag ein alte- vierstöckiges Hau- eingestürzt. Die ansänglich gehegten Befürchtungen, daß viele Menschen dadurch verunglückt sein würden, scheinem nicht begründet zu sein. Die Bewohner waren theil- abwesend, theil- find dieselben gerettet worden. Bisher sind ein Todter und zwei Verwundete constatirt worden.
Prag, 13. August. Kronprinz Rudolf hat in einem Telegramm an den Bürgermeister seinen Antheil an dem Unfall, der da- National-Theater betroffen hat, ausgesprochen. Noch in der Nacht eingeleitete Sammlungen ergaben bis jetzt den Betrag von 8000 Fl. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Der Feuerschaden wird auf 1 Million geschätzt. Alle Blätter obre Unterschied der Parteistellung beklagen den UnglückSsall. Die amtlichen Erhebungen zur Ermittelung der Ursache der Feuersbrunst sind seit heute früh im Gange; mehrere Personen sagen aus, den Feuerheerd in der rnmittelbaren Nähe der Spengler, welche unter dem Dache am Blitzableiter arbeiteten, gesehen zu haben. Da- Fcuer griff sehr rasch um fich, weil die Löschvorrichtungen versagten.
Innsbruck, 13. August. Der Kaiser ist gestern Nachmittag unter dem Jubel drr Bevölkrrung hier eingetroffen; am Abend wurde dem Kaiser, der in der Hofburg abzestiegen war, von der ^Liedertafel" ein Fackelzug dargebracht.
Frankreich.
Paris, 13. August. In einer Privatversammlung in Belleville erstattete Gambetta Bericht über d<e Au-übung seines Mandates. Er wie- zunächst die Beschuldigung zurück, daß er die Dictatur gewünscht habe und setzte die in der letzten Legislaturperiode vorgenommenen Akte auseinander. Die nächsie Legislatur müffe eine Reform der Magistratur, der Armee, der Kirche, der Steuern und der Verwaltung vornehmen. Er sei für den obligatorischen Militärdienst, der für alle, auch für Lehrer und Congreganisten der gleiche sein müffe. Den eirjährig-freiwilligen Dienst könne er nicht billigen. Er sei nicht gegen eine Herabsetzung der Dienstzeit auf 3 Jahre, eine solche würde aber schädlich fein, wenn ihr nicht eine sichere Feststellung der KadreS der Unter» offtctere vorausgehe, welche die Armee vor jeder Schwächung ficherstellen könne. Gambetta wies sodann die ihm in Bezug auf die auswärtige Politik zuge- schriebenrn Ideen zurück und führte au8, er wolle nur, daß die auswärtige Polittk eine Frankre ch würdige sei und daß Frankreich sich die Hände voll- fommen frei halte; eS solle Niemanden in dem europäischen Concert bevorzugen , sondern sich gleich gut mit Allen stellen nnb in den industriellen und commerciellen Jnteresien Gelegenheit suchen, Beziehungen des Einvernehmen- und der Ei-..tracht herzustellen. Frankreich betrachte fich nicht isolirt, aber frei von allen tollkühnen 'und eifersüchtigen Bestrebungen. Europa müffe wiffen, daß die Republik die Regierung deS nationalen Willen- sei; Frankreich müffe auf der Hut fein gegen 'ehrgeizige Bestrebungen nach Außen und dynastische


