dir. 13« Donnerstag den 16. Juni
Kichener 'Anzeiger
________________Aqrijk- ui Amtsblatt für hrn Kreis Gießen.
—
IMitwo: Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mxt Äulnafrne brt Monlagtz.
— boi Ministerium ein und bekleidete dann den erste» Posten b<fjtlb<n 19 Jahre eie In dieser Zeit bekamen die Radikalen die Oberbant, i»
Ztußlano.
Feutschland.
lelrgraphisqe kepescheu.
Wolff's ttUflr. <I*YTt5t>ou»ruyWiwx<au.
Preis vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit vringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SO Pf.
Das ideale Ziel, daß sämmtlicbe Hanbwerktr in Körperschaften zur Wah. rung der BerufSehre, uir Hebung der Ausbildung und Leistungefähigkrit aller Fachgenossen — vom Lrhrlmg auS <um Meister —, zur Wahrung aller Be» rusSinteressen und damit zur H.bung der mateivflen Lage des Handwerks vereinigt werden könnten, ist sicher löblich, f*. ____
die große Frage, ob der W<g der Freiheit oder des Zw.ngeS hierbei der rich.iqe ist. Die Reglement-, welche em Parlament beschließen kann, können Mshr schaden als nützen, ja sogar die Majoritäten eines reinen Handwerker- Parlaments ad hoc, zur Regelung der JnnmigSsrage, könnten möglicherweise einen falschen Weg empfehlen und rinschlagen. Daher wäre es zum mindesten wünschenswerth, daß neben den neuen Innungen auch Raum bleibt zur wetteren freien Entwickelung vieler Gewerbe, welche ihrer Natur nach, sei es durch Theilung der Arbeit, durch d e Hülfe der Maschinen oder durch neue Arbeit-weisen, nicht mehr in den Nahmen des Handwerks paffen. Der S 100 — e — Nr. 3 bringt die große Gefahr einer Vergewaltigung der freien Arbeit, und darum sollte mai ihn so lange fallen lassen, bis etwa ein einmüthiger Wunsch der belhelligten kreise seine Einführung dringend
lai'g- In dieser Zeit bekamen die Radikalen die Oberhand im Storthinae und ^ute bewjlligr man Stang für feinen 50jährigen treuen und aufopfernden Ltaat-dier.st eine jährliche Pension ron 6000 Kr. Sverdrup, der Linken Führer, zeigt dem verdienstvollen M^nne seine Anerkemung dadurch, daß er sich am Tage der Abstimmung krank in die Kammer tragen um aeaen eir.e höhere Pension zu stimmen.
Berlin, 13. Juni. Während der zweimonatlichen Abwesenheit deS Ka.serS von Berlin wird der Echinetsdienst in der gewöhnlichen Weise erledigt. Allabendlich verläßt einer der Cabwetspostsckaffner (deren sich sieben oder acht in den Dienst theilen) Berlin m:t den eingegangenen Sachen und jede- Mor- gen trifft em solcher Kurier mit den erledigten Gegenständen hier ein, sodaß auch nicht bie geringste Verrögerung eintritt.
~ ?uS Petersburg wird der „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, die kaiser- Uchen Majestäten wären am 3. Juni nur ron zwei Kosaken begleitet durch die Hauptstraßen der Residenz gefahren und der Kaiser und die Kaiserin hätten sehr wohl ausgesehen. Durch die kaiserliche Verordnung über bie Ermäßigung b:e f^her zu hoch abgeschätzten Bauernantheile werben 800,000 Fammenva^r interne glücklichere Lage gebracht. Dic zur Durchbe-
Norwegen.
Christiania, 10. Juni. Einen merkwürdigen Zug in dem Gebaren der norwegischen Gesetzgeber bildet die Bestimmung der Pension des Staats-
Die Bedeutung neuer Ordnungen für daS Handwerk und für daS Ge. werbe wird von allen Parteien anerkannt. BemerkenSwerth vor Jlflem ist dabei. daß die conseivative Partei organisatorisch cuf inten will; im Ganzen ist allerNngS daS ganze JnnungSaesev nich-S anderes, als eine'Be- schräl.knng der bisherigen Gewerbesreibeil, aber es versucht doch immerhin, die gerissene Lücke auszufüllen. Herr v. Mint.'erode Hai sich im Namen der Partei ausdrücklich dagegen verwob't, daß <r und feine Freunde zu den ab- gestorberen Formen des wirthfckaftlicken Leben- „zurückkehren" wolle, viel- mehr feien bie Lor.fervativen bereit, an die harten Forderungen deS Tage- bcr-mmtieffn und an einer neuen Ordnung mitzua: beiten; auch hatte er dann nicht Unrecht, daß — wenigstens in den gewerbliche.' Angelegenheiten — die Zeit der stvloollrn Programme ui b der glänzenben Reden In der' PaulSkirche, auS denen übrigen- ui fere heutigen Parlamentarier gerade in Bezug auf bie socialen und gewerblichen Angelegenheiten Ma: ches Urnen könnten, vorüber ist. Er ve-gaß hinzuzufügen, daß derselben Ansicht auch bie liberale Partei fein bürfte.
(TX.M hnnl ®ae Handwerk. , geschwächter Grsundheit unb die Sammer bewilligte ihm aneikennenb einstimmig
DaS vom Re.chStage angenommene JnnungSge etz har in be i letzten eine jährliche Pension von 10,000 Kr. Fürs Jahre später trat er wieder in Tagen auch den BundeSroth befchäfiigt. Der melde,prochene $ 100 - c . ' ----J v e ‘ 01 (r ttteD,r ,n
Är. 3 —, welcher bestimmt, daß den Innungen, welche sich auf dem Gebiete deS LehrlingSwefenS bewährt haben, nach Anhörung der Aufsichtsbehörde von der oberen Landesbehörde daS Recht gegeben werden könne, b»n nicht der 3nn,,nA an^ehörenden Ger erbetreibenden u. «. daS Halten von Lehrlinzen zu verbieten, ist noch immer der Zankapfel. Der Reichttag hat den Paragiapben abg« lehnt, der BundeSratb >p geneigt, ihn fallen zu lassen, will aber darüber "v daS Votum deS Reichskanzlers hören, und aus dem Reichskanzleramt ver. laut.t zur Zeit, Fürst BiSmarck lege gerade auf $ 100 — e — Nr. 3 — einen fo hohen Werth, daß er die preußischen Stimmen anweiseu werde, gegen den abgcänderten Entwurf zu stimmen. Dau.it trürle denn auch die JnnungSfrage in der Schwebe bleiben und die Reihe der wichtigen W. hlfra- gen vermehren, deren desinitioe Lötung — je in konservativem oder liberalem Sinne — eu em zukünftigen Reichstage Je nach feiner ausschlaggebenden Mm jorirät Vorbehalten blwbe. Läßt dagegen auch der Reichskanzler den Para- graphen fallen, Io würde dem Beginn der Organisak'on der neuen Jnnunaen nicht- im Wege stehen.
Petersburg, 13. Juni. Dir D.m.nl s, »«Ich« bie Reaieiuna b«. der über den Nothstand und die R- Hestöiungen veröffentlichten Nachrichten jetzt verbreiten läßt, sind mit großer Vorsicht aufzunehmev. Hier .st mai- geneigt, z. B. bezüglich de- Saratowlchen F-lle- dem Ber'chttipatter des Golos-, mehr Glauben zu schenken, ols d.m Gouverneur des Ortes. In Jsthland und Livland soll es übrige-S bedenklich unter den Esthen und Letten zir gadren anfangen, die, schon seit Jahren durch die russische Prtffe unb Agenten bearbeitet und durch daS Be spiel im Lüden ongeseuert, leicht sich an Deutfchev.Vkrsolgungin machen könnten. ES geht daS hoffentlich unbegrün- bete Grrnchl, bie JohannlSnacht wäre zum LoSschlagen auSersehen. Pcbe- dono-ze.--- hat vor Kurzem einen Drohbrief erhalten, worin ihm gerathen wurde dem Kaiser fernerhin mit seinen jesuitischen Rathschlägeu fern zu ble.beri', w-drigensallS ihm (PobedonoSzew) etwa- passtren würde. ES ist indessen möglich, daß der Brief nicht auS dem nihilistischen Lager stammt.
—die „K. Z." meldet, wurden dieser Tage in der Morika an der Dothen Brücke Taucher.Arbeiten vorgenommen. Man suchte nach Dvnan.it. minen; an verschiedenen anderen B.ücken find eb;nfallS Taucher beschäftigt und eS heißt, so toll eS auch klingt, die N hilisten hätten die Absicht gehabt im Falle eines Putsche- sämmtliche Brücken Petersburgs zu sprengen, um das ‘fohTer. — Nach einem Berichte des „Ruff. Cour." ist es in emeK ©ouDtrntment Rief, ndbr<nb bet Iktzten Jutenh.-c wild hkrz.gaug.n: 13 Menschen wuib-n flttobtet, 20 schwer verwundet; nach Unlerdrückuna de« Aufruhrs aber bevor ber Gouverneur tort anfl.lon(.t war, üble der Soa man. deur der Truppen in Smela Justi, auf eig.ne Faust au«. Er warf fich als Rich'er auf uid uulerwarf sofort einen I den, der ihm verbSchtig schien, wiß Standes und Gefchl.chtS er auch immer war, ver öffentlichen Ruthen-üchtiauna- Ob Shrist, Ju>e, Bauer, GreiS, Rmb, Dame oder Magd, alles wurde alel
-.....-- vip vauvueuö ver- । ^oandelt und ob: e Weitere- augenb icklich durchgeprügelt. Aus manchen
Aber andererseits ist ur.d bleibt eS Pr,c" berichtet, die Bauern seien nach der Ankunft deS Militärs und oer D ämpfung der Unruhen temüih'g zunr Truppencommandeur gekommen und hätten sich freiwillig zur Züchtigung gestellt.
14. Juni. Se. Majestät Cer Kaiser nahm gestern vor dem Diner noch den Vortrag des Geh. Legatior.Sra'h v. Bülow entgegen. Am >Lmer r.ab en der König von Schweden, der Pri?z Hermann von Sachs n> Weimar, der schwedische G sandte v. Btltt und die zum Gefolge des Körn - von Schweden gehörenden Herren Theil. Gez-n Abend erschien der Kaiser auf der Promenade, stattete sodann dem Pr-.rz.n von Sachsen-Weimar eintu Gesuch ob und wohnte später der Theatervorstellung bei. Heute früh hat L-e. Majestät die Bru-nenkur fortgeUtzt und bann im Lause des Vormi'tcuö den Hosm rfchall Grafen Perponcher unb fcr.i Chef deS M'.litärcabinets Gineral v. Älbedyll zum Vortrag empfangen.
München, 14. Juni. Die Kaiserin von Oesterreich trifft moraen hier t\n und begtebt fich sodann zu etnem längeren Aufenthalt rach Felbafina »* <***■ • 1-6
SSiesbaden, 14. Ium. Der Regierungspräsident in Oppeln, Fibr r. Ouavl.Huchlinbr.lt, st gistein in Bad «2flau gestorben.
k <^ach dem nunmehr f-stgestilllen amilichen Resulkat
d.r Li.chwah, ,m Wab. ri.fe Rmtein Hofg-.rmar^W°l,Hagen erhielt Dr. Schläger (nalonalstcheral) 5144 stimmen, Liib-rmarn (Fortschritlspartei) 4254 StimmiN. Ersterer ist jonad) gewählt. J
ÄonfJantinopel, 14. Juni. De Pforte hat an ,h« Verr«t-r im "st--- mUT srs | £“:<“.5S”5ä' m.Xätä
$^lnjPcr ^nern, dem Minister der Re.chsdomänen und dem Verwalter auswärtiaen Angelegenheiten übertragen wiro — Ja ^ofQ2 v.T e-tVu des Fman-wimßerünus. Diese Minister haben fich noch Sachverständige bei- Scheiks Obeidollah in Wan wird d e ^XterfifCbe S nU jugefeHtn. Vom Ka.s.r«l.;anb.r .st zur Beschleunigung der Sache best.mntt ttachtet. - Dw Verhandln gn in dem L ff b Ä w°rben, daß bis zum 15. b. gj. ba6 Gutachten der Commisston dem Sultans Äbdul Äzi, beginnen demnächst ” ä 9 ‘ C,ß
M Prüfung vorzuleg.n s... , Berlin, 14. Lnf. In M 13. d. Mts. unter dem Vorfiße 2.s
Llaatsmiuisters v. Bötticher abzehaltenen Sitzung des Bundesraths wu^ce | dem Entwurf eenes Gefttzes wegen Bestraf ng von Zuw.d-rhandlung-n aeVn a I d'e osterreichlschning«,scheu Zollgesetze, sowie ferrer dem Abschluffe einer Ver-
•**»I


