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Mittwoch den 16. Marz
Nr. «».
Gießener Wyeiger
Anieigr- unb Amtsblatt für den Kreis Gießen.
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Amtlicher Hl-ei i.
Großherzogliches SreiSamt Gießen.
Dr. Boekman n.
nach Par's.
Gießen, am 12. März 1881.
In «intern Zelt hat da« ßufhimtn mittelloser «rbtiter. Lehrer und Lehrertnntn au« D'utschland nach Pari« wieb«r erheblich zugknommm, erfahningsaewäß abtr finden solche Personen dort sehr schwer Beschäftigung und Verwendung und em erdebllcher Theil derselben finkt unrettbar In tlese« 8ienb, wilchim zu steuern weder btt deutsche Hülftverein in Paris, noch private Wohlthäiizkeit im Stande ist.
In Auftrag Srcßbcrzoglichen Ministerium« de« Innern und der Justiz warnen wir dißbalb wiederholt dringend vor dem Zuzug mittelloser Personen
Der landwirthschastliche Befirksoerein Gießen hat für 188t folgend« Unterstützungen bewilligt:
1) zum Besuche eine« Lehrcursu« für Obstbaumwärter . . .
2) „ , , Hufschmied. . . . .
Telegraphische Depeschm.
Wolff'« telegr. a»rttfpan>en}4Snr«au.
Berlin, 14. März. Der Rinigl Hof legt für den verstorbenen Kaiser Alexander auf 4 Wochen Trauer an.
— Aras Ltmburg. Stirum überbrachte dem Raiser gestern Abend um 63/t die Nachricht vom Attentat« auf Raffer Alexander und begab sich sodann aus gleicher Vera, lastung auch »um Kronprinzen. In Folge besten fand sich Abend« di« gesamn-le Rönigl. Familie bei den beiden Majestäten zusammen.
— Raiser Wilhelm telegrnpdirir sofort nach Empfang der Trauerkunde an den neuen Reiser Alexander 111.
— Um ll‘/3 Uhr heute Vormittag fand in der Rapelle der russischen Botschaft ein Tr.uergottesdienst statt, welchem die beiden Majestäten, die hier weilenden Prinzin unv Prinzessinnen des Rönigl. Hauses, die obersten Reich«- und Staatsbehärdtn, die Botschafter und Gesandten mit ihrem gesammten Personal, sowie das Osficrer.Eorps de« Kaiser «lexrnder.Regimenis bei- wohnten.
— Bel der Eröffnung der heutigen Reichsiagsfitzung hielt der Präsident v. Gaßler solgende Ansprache: Wrr Alle sieben tieserschütieri unter dem Em. druck de« entsetzlichen Ereigmffis, welches sich in dem östlichen Nachbarreiche vollzogen hat, eines ErergnisteS, welche« den deutschen Kaiser eine« geliebten Verwandten und eines treuen Freunde- beraubt«. Es entspricht sicherlich dem Wunsche und dem Bedürfniß des Hause«, wenn Ihr Präsidium der herzlichen Theiinadme de« Reichstag« an dem Verluste, von wrlchtm der Kaiser und das König'. Haus betroffen wurde, ehrfurchtsvollen Autdruck giebt (Zustim. mung). — Der Reichstag erledigte sodann die zweite Lesung de« Postetal« nach den Anträgen der Commission und bewilligte nach längerer Debatte die für dir Abtheilung für wirlbschaftliche Angelegenheiten im R-ich-amt des Innern ge- soiderten Mehrausgaben.
Berlin, 14. März. Ueber die Namen der Petersburger Attentäter liegen bi« j-tzt Nachrichten nicht vor. Dem (Staren wurden nicht nur di« Bem«, sondern auch der Magen total zerristen. E« sollen acht Personen ver. I.tzt sein, von denen zwei starben. Kaiser Wilhelm empfing die erste Mitteilung nach dem Diner vom Grafen Limburg; der Raiser war kaum der Sprache mächtig, um zu antworten, er sagte nur »u Limburg: „Nun, also hat die Eskorte auch nichts genützt", und begab sich dann in ein Nebenzimmer, wo er bitterlich weinte. Bei dem russischen Botschafter, Saburow, sollte gerade «in groM Dmer ßatlfinden, alt die Schreckei,skunde eintraf. Saburow, den der Kronprinz mb B smarck bijuchten, wurde noch spät Abends vom Raiser em- pfangen. Der R.onprwz und Prm; Friedrich Karl dürften wahrscheinlich zur Beerdigung des Ciaren fich nach Petersburg begeben; dre königlichen Theater find drei Tage pefchloffen. Bezüglich des Eindruck«, den die russischen Nach, richten in den politischen Kreis,n gemacht haben, erfährt die „Nat.-Ztg." Fol- gende«: .Mit dem neuen Czaren werden ganz neue Männer aufkommen und die bisherigen leitenden Personen mit wenigen Ausnahmen von der Bildfläche verschwinden, die persönlichen Günstlinge Alexanders II. werden am ersten be- treffen. Man nimmt an, daß Loris Melrkow eine hervorragende Rolle behal- t.n wird, vielleicht wird Walujew auch eine solche bekommen. Die ganze Politik des Innern und Aeußern wird an Stelle des öfteren Schwankens eine feste Gestaltung erlangen. In hiesigen politischen Kreisen ist darüber kein Zweifel, daß eine Thatsache von geradezu unabsehbaren und unberechenbaren Folgen in politiscke Calculs gefallen sei, die alle seitherigen Annahmen für den Augenblick werthlos machen."
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England.
London, 12. März. Pom Rrieg«s»aiiplab in Natal ist wenig Neues zu berichten. General Wood hat einen Tagesbefehl über baS Gekerbt auf dem Masubo-Hügel «Haffen. Derse be brückt in gefühlvollen Worten fein tiefe« Bedauern über den Tod des Generals Eoll.v und der übrigen mu ihm ge. soll« en Osficiere aus, welche, falls sie notb am Leben wären, die Ursache der Niederlage erklären könnten. ES seien nur 300 englische Truppen im ®.fe4t qeirefen, welche durch den langen und schwierigen Nachlmarsch erschöpft gewesen seien. Dieselben seien in einer ausgedehnten ur.b ungünstigen ettflurg ange- qriffen und durch überwältigende Uebermacht ans derselben vertrieben morden. Trotz der Uebermacht habe fich die engagirte Linie mcht zurückgezogen, M ne schwere Verluste erlitten und ihre Munition nahezu verschossen mar. A^xt Qabl der Docrs bei Laing-Snek hat fich seit Lamstag beträchtlich rernngert. Nach Potschrffstroom, Standerton und Wakkerßroom find Lebensmittel abg^- qanqen. Dem „Aeuter'schen Bureau" wird aus Newcastle vorn. 9. ds. pemel' bet: Es curfirt hier ein vages Gerücht, daß die Boers den für die britische Garnison in Wakkerstroom bestimmten Proviant mit Beschlag belegt Haber. Präsident Brand hat fich nach Harrismirh begeben.
Aeutschland.
Darmstadt, 12. März. DaS Großherzogliche Regierungsblatt (Bettage Nr. 5) enthält:
1. Derzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewtgs'Universität zu Gießen im Somwerhalbjahre 1881 gehalten werden und am 28 April ihren Anfang nehmen.
2. Bikanntmawmg, die Erhebung dir Umlagen zur Bestriitung der Eommnnal B-dürfniffe m den Gewen den de- IdretseS Erbach für daS erste Vtettelfahr 188t betriffend.
3. Bkanntmackung, die Erbebung der Umlagen der Gemeinden deS SkreiseS Worm» für daS 1. Quartal 1881 betreffend.
4 Bekannrmacbung, die Erhebung der Umlagen zur Bestreitung der Eommunai-Bedürsniffe in den Landgemeinden deS Kreise- Mainz für daS erste Viertel fahr 1881 betreffend.
Darmstadt, 14. März. Wegen deS Ableben- Sr. Majestät deS Satter« von Rußland »ft aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer von 3 Wochen, vom He tigen bi- eir.lchlteplich bin 3. April verordnet worden.
Berlin, 12. Mä z. Bei der Wahl in Weimar bat der Eandldat der Fortschr tt-vartti, Oberappcllationv Ger Lttrath a. D-, AuSfeld in Jena, mit mehr al- Zwe,drittel der Stimmer, gesiegt. Zur Erklärung wird rorgefüdrt, daß d-s Programm es nat onalttiberaleu Eanvidaten, Herrn Fries, ten mehr links ß benben Tbeil der Partri nicht befriedigte, so daß dieser seine Stimmen Herrn Au-se d gegebn habe.
— In B zug auf den dem DundeSrath rorliege. dn» Gesetzentwurf, berr. die Aba derung von Bestimmungen des GerichttkostengrsetzeS und der Grbüh. renordnung fü* Gerichtsvollzieher wird befo -der- hervorzuheben sein, daß der Entw'.'if beabsichtigt einmal die E;!ra-Au-lagen, welche Leiten- deS Gericht- an ELretbgebübre u. s. w. zu fordern waren, zu beseitigen; andererseits bte Glbühren. welche d:e Gerichtsvollzieher bei Zustellungen zu beanspruchen haben, theil- abzusL^ffen. theil« zu ern Lßtgen und bei Pfändungen wegen kleiner Objecte die Gebühren herabzusetzen, welche Maßnahmen namentlich für die genLtl Le Beschlagnahme in Bagatell.Proc-ffen von einschlagender Wirkung fein werden.
e»solgre chen Beluch deS betreffenden LehrcurseS.
Die Herren Bür. ermeistcr weiden ersucht, die- In geeigneter Weise bekannt zu machen.
Öi eh en den 14. März 1881. Der Dir.ctor deS landw. BezirksvereinS Gleßen.
Dr. Boekmann.
3) „ _ einer Ackerbauschule........ - .
«'Werbungen um soick>« Unterstützungm sind mit etneui an tlick-m Z'ugniff« üb« die L«rbäliniff« d«S Bittst.ller« b« mir «ln,ur«td>fn unb m«rb«n ren mir dem «u-schuffe bi« Ver«in« zur Emschlftßuug mitgetbtilt. Die Auszahlung erfolgt aber jebknfall« erst nach Vorlage ein«« Zeugniffe« über den


