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21M. Donnerstag den 15. September 1SS1.

Athener Anzeiger

AMige. unb Amtsblatt für brn Kreis Gießen.

11 1 - - Pt§ vierteljährlich 2 Warf 20 Pf. mit vnngerlobn.

an. rau : Schulftraße B. 18. ^rfchtint täglich mit Ausnahme des Montag». Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Warf 30 Pf.

England.

London, 12. Septbr. Au« Galway wird gemeldet, daS englische Savonenboot ^Merlin" sei auf ein Riff gestoßen und im Sinken; e« werde versucht, tat Leck zu stopfen. Nach einer Mtldung beSReuter'schrn Bureaut" au« TabrtS (Persien) fanden vom 28. v. MtS. bis gestern bei Sboi (Provinz Aserbeidschan) über 40 Erdstöße statt, durch welche mehrere Häuser zerstört wurden. Menschenleben seien nicht zu beklagen. Tie meisten Einwohner kawpirtrn außerhalb der Stadt.

Afrika.

Kairo. In Sairo hat eine Milttär'Revrlte ßattgefunden. Die Sol- baten umzingelten"daS PalatS deS Ahedtve Tewfik Pascha, dem nichis übrig blieb, a!S zu ccpitultren. Urber den Zw'ck deS Aufstandes ist man noch nicht genügend unterrichtet, da man nicht weiß, ob rein militärffche Angelegenheiten ihn hervorriefen, oder ob die Ausländer ihre Hände tm Spiele haben, es ist vielleicht beide- der Fall, denn die arabischen Soldaten sollen die Entfernung der türkischen und tscherkessischen Osficiere verlangen, also eine Verminderung des EinfluffeS von Konstantinopel aus, zunächst in der Armee, und die- ent- spricht den Intentionen Englands. C6 nun die Muthmaßung richtig ist, daß England die" Verlegenheiten der Franzogen in Algier und Tunis ausnüßen und sich, möglichst unabhängig von der hohen Pforte, in E.ypten zum Herrn der eüuaüon zu machen gehet le, muß man abwarten. Schlecht gewählt wäre der Moment nicht, da Frankreich abermals 1520,000 Mann nach Tunis zu senden geröthigt ist; dagegen ist diese Anmaßung der Engländer um so befremdlicher, alS sie im Lande deS MS kaum 1000 Mann gegenüber 17,000 Franzosen und 30,000 Italienern zählen.

Tewfik Pascha, der jetzige Shedive, ist der älteste Lohn Ismail Pascha«, und erst 29 Jahre alt. Seit 2 Jahren Regent, wird er vom Sultan gemaß­regelt und gleichzeitig von England und Frankreich geschuhriegelt; im Allge­meinen dürste er keinen schlechten Tausch machen, wenn er durch England die Türkei und Frankreich loSwürde; vielleicht leitet ihn die Hoffnung, daß er, als Herrscher über 16 Mill. Einwohner, eüst auch noch die Gnglarbtr au« dem Lande der Pharaonen hinauswerfen kann. Bisher hat sich Tewfik Pascha den Wünschen der Mächte nach einer wirksamen Finanzconttole geneigt gezeigt uvd die ernste Absicht bekundet, die Schäden in der Verwaltung des Landes zu beseitigen. Anfänglich hatte dtr Sultan versucht, dcs Land wieder völlig unter türkische Botmäßigkeit zu stellen, dagegen erwirtten die Westmächte einen Ferman, welcher Egypten das Recht gab, Zoll- und H-ndelSveriräge abzu- schließen, die selbstständige Verwaltung der Finanzen zugestand, ferner die Er­richtung eines Heeres von 18 000 Mann, dagegen wurde-der,Bau von Panzer- schiffen verboten. Der jährliche Tribut wurde auf 750,000 türkische Pfund f s ^gmail Pascha und vorher Nubar Pascha haben aber da« Laud so tief in Schulden gestürzt, daß Tewfik Pascha sich vergeblich bemüht, Egypten aus seiner mißlichen Lage zu befreien. Die Hälfte der jährlichen Einnahmen fressen die Zinsen der Staatsschuld. Französische und englische Beamte unb Unter­nehmer werden reich, aber da« Land verarmt. Eine Revolte kann also nicht sonderlich Überraschen.

Amerika.

Washington, 12. Septbr- StaatSsecrelär Blaine meldet heut« Über bat Befinden der Präsidenten Garfield: Der PulS, die Temperatur und die Respiration sind höher, als bisher seit der Uebersührunz nach Long.Brauch. Auch die anderen Symptome sind nicht zufriedenstellend und flößt daher daS Allgemeinbefinden Besorgniß ein- .

Betreffend: Den Rundgang der Feldgeschwornen im September und October. Dießen, am 13. September 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die (Yroßberzoglichen Bürgermeistereien des Kreise«.

Wir empfehlen Ihnen die Feldgeschwornen zu verantasien, nach § 20 Ur Instruction vom 23. Februar (Regierungsblatt S- 103) im Lau,, diese« und kommenden MonatS die Gemarkungen zu begehen, um sich von dem stunde der Grenzen zu unterrichten und über dengesund tn h ch S batdBB zu sührendeS Tagebuch ein Protokoll aufzunehmcn. Wir mach.n dabei ->a auf aufmerksam, daß zwar zu einem st.tnsatze wenigsten« drei Flb aeschworne beisammen sein müsten, daß aber zu dem Rundgange, wenn dabet nicht zugleich Steine gesetzt werden sollen, ein. gertngere dln,°hl Feldge chwomer aeuuat. Wegen Beseitigung der Vorgefundenen Mängel wollen St« da« Gr'tgnrte veranlaffen, wobrt namentlich bl« «ufriumutig, Otrat rldjtunfl und grr.u.runfl der Grenzstein« tu« Auge zu fofikn ist. An drn Dreieck-Gemarkung--, Flur- und G-wanngrknzstetnen darf jedoch kein« V. änderung ohne Mtt «ttkung eine« Geometer« L Elaffe vorgenommen werden. Die Wahl und Zuziehung desieiben bletbt Ihnen überlasten. Doch «ollen Steda, w°e«sich um Grenzsteine mehrerer Gemarkungen hand.lt, sich unter einander deSsallS benehmen. Für dt. Erhaltung der Parz.llenzr.n,stein. d's Bem.mb.eigen.humS ist flUf Gkweirdekosten von Ihnen Sorge zu tragen. Wo noch keine AuSsteinung de« Gemeinde - EigeMhum« stattgefunden hat, beauftragen tot , S.mnntna.b US,all« zu vernehmen und besten Beschluß zu vollzieh«« Di« ar> dm P°r,.lleng«n,st«inen d-r P^'m v°rg.fund«nm Be,heiligten zur Beseitigung zu eröffnen. Im Uebrigen verweisen wir Sie aus daS Gesetz vom 23. October 1830 (Reg-Bl. L>. ^^3) und die vorgena e Znstrnctwn rom 23. Februa/ 1833 (Reg. BI. S. 105) sowie wegen der Kostenverzeichniffe auf di. Bekanntmachung vom 18. Dtc.mber 1874 (R-uBl. S -

Zu Gub« de« kommknden MonatS sind un« Abschriften der in die Tagebücher der Feldgeschwornen aufgenommenen Protokolle mit Bericht über Ihre ceSsall« getroffenen Anordnungen jammt den Sostenverzeichniffen von Ihnen vorzulegen.

Dr. Boekmann______________

Telegraphische Depeschen.

Wolff'« telegr. Eorresponden,-Bureau.

Itzehoe, 13. Seprbr. Bei dem gestrigen Diner im Rathhause brachte S«. Mos. der Kaiser einen Toast auf daS brave 9. Armee-SorpS au«. Al« da« Hoch auf den Kaiser au-g«bracht wurde, stimmte die vor dem Raihhanse versammelte Menge die Volk-Hymn« .Heil Dtr im Stegerkranz- an.

G-stern Abend wurde von mrhrerm in der Nähe der Villa de« Lomrnerztenralhe« de Voß, dem Absteigequanier Sr- Mas. de« Kaiser«, Woh- nmden «tn Feuerwerk abgebrannt, während im Park, de« Cvmmerzimrathe« «in Ständchen, auSgesührt von 8 Musik-Sorp«, Pattfand. Der Park war mit electrischem L.cht prachtvoll erleuchtet. Der Zapfenstreich der Muflk-Soip« de« 9. Armee-Evrp« verlief unter zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung äußerst glänzend. Se. Maj. der Kaiser hat sich wiederholt sehr erfreut über den ihm bereiteten Smpsang au-gesprochen. ,,,

Se. Maf. der Kaiser begab sich heute Vormittag nach halb 10 Uhr ,u Wagen von hier nach Lcckstedt, um daselbst dem Corp-manöver beizuwohnen. In der Begleitung de« Kaiser« besanden sich Ihre K. K. Hoheit die Frau Kronprinzessin und sämmtliche übrigen zur Zeit hier wellenden Mitglieder de« königlichen HauseS- , t

Se- Mas. der Kaiser wohnte von ll'/e Uhr ab dem Eotpimanöver zu Pferde bei und ist gegen halb 1 Uhr von dem Manöverselde hierher zu- rückgekehrt. Um 4 Uhr findet Galadiner beim Kaiser im Rathhause statt.

Heule Nachmittag 4 Uhr sand tn dem Ralhhause, auf welchem di« lästerliche Fahne wehte, da« von Sr. Mas. dem Kaiser den Provtnzialbehörden gegebene Saladiner statt. Zu demselben hatte außer drn Spitzen aller Bihör- den auch die Generalität Etnladungen erhallen. Die Ausfahrt zu dem Diner war äußerst glänzend. Se. Maj. der Kaiser wurde bet seinem Erscheinen von der dichtgedrängten Volksmenge mit nicht endenwollenden enthusiastischen Zu- rufen begrüßt. Se.Jt.R- Hoheit der Kronprinz erschien mit Ihrer K. R. Hoheit der Rronprinzesstn. Während der Tafel brachte S«. Majestät «inen Toast auf da« Wohl Schletwig.Hvlstein» au«, wo Er so viele Freundlichkeit gefunden habe. Der Oberpräfident stellte Sr. Majestät die einzelnen Bihör. den vor, wobei der Raffer an jeden Einzelnen huldvolle Worte richtete und namentlich ferne Freude über die Aufnahme in Itzehoe an«sprach.

Se. Maj. ter Rais.r, Ihre R. R Hohellen der Kronprinz und die Kronprinzessin und Se. R. Hoheit der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin sind heute Abend 6'/, Uhr mittelst EFrazuge« nach Altona abgereist.

Karlsruhe, 13. Septbr. Der Großherzog «st nach Beendigung der Manöter der 28. Division bet Pforzheim heut« Nachmittag »lebet hierher zurückgek'htt. __

Bern, 13. Septbr. Der Bundespräsident Droz unb bte Bunbesrälhe Scher.k unb Ruchonnct haben sich heute mit dem Oberbauinspeitor üon eal*« nach dem von einem Bergsturz heimgesuchten Dorfe Elm im Kanton ®Iaru« 6e4 b,2onbpn, 13. Septbr. Nach hier «ingegangener Melbung aus Galway ist bas KanonenbootMerlin^, da« auf ein Riff gerathen war, wieder flott gemacht worben.

New-York, 13. Septbr. Nach einer Miltheilung bi« HilfScomtis«, welche« d>« von Waldbränden verheerten Distrikte tn Michigan bereist hat, find bi« sitzt gegen 200 Personen beerdigt worden, welche bei den Waldbrän. len da« Leben rerloreo; e« werden fortwährend neue Lerchen gefunden. Etwa 1500 Familien mit ca. 10,000 Röpsen sind dem Elend preisgegeben und einer Hnngersnoth au«zefitzt, wenn richt bald aurteichente Hllfe kommt.

DeterSbura, 13. September. Tas .Journal be St. Pelersbourg" const-Mrt, baß bie europäische Presse im Allgemeinen bieKaiserzusammenkunst in Dan,ig in ihrer