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Provinzen seine- Reiche- gereicht haben, er ist wenigsten- mit unbeschreiblichem Jubel empfangen worden. Die Airrussen machen auch der modernen Haupt­stadt Petersburg ganz unverblümt den Vorwurf, Petersburg sei bei Weitem nicht so national gesinnt, als da- heilige Moskau. Der Kaiser ist nach der Residenz zurückgekehrt, aber wenn er auch den Zweck seiner Reise erreicht hat, so kann er doch dasielbe leider nicht von seinen Regierung-Maßregeln sagen. Der Minister beS Jn.<rn, Jgnatieff, der Feind aller Reformen, hat den Staatskarren so verfahren, daß es kaum einen anderen ölu-weg au- dem Wirr­warr geben dürfte, al- den, die verhaßten Reformen nun doch etntreten zu laffen, und dazu den abgesetzten Lorts-Melikoff zurückzurufen. Da- spricht man auch im Lande schon ganz laut auS. Da wir oben von Retten sprachen, so können wir gleich bei diesem Thema bleiben, um von dem commis voyageur der französischen Republik, Herrn Gambetta, zu reden. Gambetta hielt in Tours, der Stadt seine- dtclatorischen Wirken-, eine große Ansprache, aber war sein Empfang auf dem Bahnhofe bei ferner Ankunft ungemein groß­artig, so war der Erfolg seiner Programmrede doch nur ungemein schwach. Freilich kann man de-halb nicht sagen, daß es mit Gambetta'- Sache schlechter steht, als früher, das Gegenthetl mag sogar der Fall sein, aber die Franzosen find der Wahlkämpfe müde, um Republ-k oder Monarchie handelt es sich doch nicht mehr, sondern nur um Gambetttstische Demokratie oder Grevy'schen Re- publikanismus. Das Schmerzenskind der Republik, Tunt-, soll wieder ganz ruhig sein, aber daneben bringt der Tag für Tag Mordgeschichten, eine noch großartiger, als die andere, wie reimt sich das zusammen- Fertig bringt'- höchstens der französische Telegraph, und den kennen wir seit Anno 1870/71 zur Genüge. In England gtng's in der vergangenen Woche etwas ruhiger zu, wenigstens unterblieb diesmal der fonfl übliche Parlamentsscandal. Die Verhandlungen bewegten sich in ziemlich ruhigem Geleise. Das Oberhaus nahm die unermüdliche Landbtll in d ttter Lesung, allerdings mit einigen Aende- rungen an, und so wird denn daS Unterhaus nochmals daS Vergnügen haben, sich mit dem langweiligen Gesetze zu beschäftigen. Au- dem Orient wollen wir zum Schluß noch erwähnen, daß die Pforte schon wieder einmal Miene machte, die griechische Grenzregultrung zu verschleppen. Die Mächte bestanden jedoch auf ihrem Willen, und so wirb sich denn der Großtürke nothgedrungen fügen muffen. ES ist ja nun einmal sein Schicksal.

Vermischtes.

Butzbach, 11. August. An der gestern dahier tn den Gartenlocalttäten des »Hessischen Hofes" abgehaltenen 20. Wanderversammlung des oberhejsischen BtenenzüchtervrreinS berhetligten sich ca. 100 Personen, größtentherlß von auswärts. Aus den von dem Präsidenten des Ber- etns, Pfarrer Detckert von Groß-Buseck, geleiteten Verhandlungen heben wir heroor, daß die seither getrennt geführten Aemter des eines Rechners und des eines Schriftführers mit Rück­sicht auf die nicht sehr günstigen finanziellen Verhältnisie des VeretnS auf eine Person vereinigt wurden. Als nächster Versammlungsort wurde Hungen bestimmt und der seitherige Borstano wiedergewählt. Die mit der Versammlung tn Verbindung gebrachte Ausstellung von lebenden Bienenvölkern, Bienenstöcken, Bicnenzuchtgeräthschaften und Bienenhonig war eine reichhaltig beschickte. Von Butzbach hatten sehr schönen Bienenhonig ausgestellt die Herren Oberförster Reuß und Beigeordneter Heil, außerdem brachte Herr Heil, in recht geschmackvoller Weise arrangirt, einen Bienenstand tn älterer und 'neuester Methode zur Veranschaulichung. Herr Spengler Wenzel hatte eine Honigschleudermaschine ausgestellt. Auf dem Mittags unter Musik, klängen abgehaltenen Hontgmarkt herrschte große Kauflust, auch die von NeckerSbrrg aus Frank­furt a. M. zum Verkauf ausgestellten neuesten Btenenzuchtgeräthschaften fanden zahlreiche Abnehmer. Die mit der Versammlung in Verbindung gebrachte Verloosung begann Abends 8 Uhr. Den ca. 1000 abgesetzten Loosen ä 50 waren 114 Gewinnste im Gesammtwerthe von ca. 350 JL gegenübergestellt. Der erste Gewinn, eine Hontgschleudermaschine rrpräsentirt einen Werth von ca. 30 JL (W. SB.)

Handel und Verkehr.

Bank für Süddeutschland. Der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten hat, wie uns mtt- getheilt wird, auf Antrag der Großh. Handelskammer tn Offenbach a. M. die Annahme der Noten obiger Bank an den Stationskaffen im Bereiche der König!. Sisenbahn-Direction Frank­furt a. M. genehmigt. Die Letztere hat demzufolge die Stationen Offenbach, Sachsenhausen, Frankfurt a. M. (Taunusbahn) und Mainz mit diesbezüglichen Anweisungen versehen. Diese Ausnahme von der tn Preußen giltigen Regel, an den köntgl. Gassen Roten von Privatbanken nicht in Zahlung zu nehmen, motivirt sich durch die für da« Großherzogtbum Heffen tn Be- tracht kommenden, besonderen Verhältntffe, indem daselbst mehrere Landstrich» lediglich von preußischen Staatsbahnen durchzogen werden nnd speciell die bedeutendsten besstschen Industrie­städte: Offenbach und Gießen ganz oder vorzugsweise auf den Verkehr mittelst preuß,scher Staatsbahnlinien angewiesen sind. (58 ist denn auch die Berechtigung des deßfallsigen Desi- deriums der Handelskammer Offenbach tn der Frankfurter Etsenbahnconfererz allgemein aner­kannt worden und hatte namentlich auch der Herr Delegirte der Berliner Kaufmannschaft die Genehmigung warm befürwortet. Für die hauptsächlichsten der im Hessischen belegenrn Sta­tionen der Main-Wescrbahn (Gteßen-Friedberg) wird eine gleichartige Verfügung seilens der ht»r zuständigen Eisenbahn Dtrection Hannover zweifelsohne demnächst ebenfalls ergehen.

Auszug aus den Standesauitsregistern des Standesamts Gießen.

Vom 6. bis 13. August 1881.

Aufgebote.

8. August. Kaufmann Albert Behrend von Neustettin mit Bertha Meyer, Tochter de8 verstorbenen Maklers Elias Meyer von Gießen.

«no. n Eheschließungen.

10. August. Der Bierbrauer Christian Heinrich Schnautz von Driedorf mit Karoltne Herzberger, Tochter des Stellmawers Matern Heizberger II. von Queckborn. 13. Fuhrmann H'wrich Münkcr, Wittwer, von Rricklos mit Katharine Rink, Tochter deS verstorbenen Müller« Johann Jost Rink von Erdhausen. 12. Fuhrmann Heinrich Lotz von RuppertSburq ml» Eltsa- dethe Größer, Tochter des verstorbenen Taglöhners Johann Philipp Größer von Groß Linden. 12. Arbeiter Ludwig Baumann von BerSrov mit Katharine Schmandt, Tochter deS verstorbenen Oeconomen Jacob Schmandt IX. von Watzenborn.

1 Geborene.

31. Juli. Ein Sohn von auswärts, Hermann. 1. August. Eine Tochter von auS» wärts, Regine. 1. Ein Sohn von auswärts, Karl. Dem Spenglermeister Wilhelm Orbtg em Sohn. 2. Dem Wirth August Saame eine Tochter. Dem Hetzer Friedrich Goubraud eine Tochter. 3. Dem Schreiner Karl Schwan ein Sohn, Karl Johann August Hellwig. 4. Dem Arbeiter Adam Heppert ein Sohn, August Martin. 4. Eine Tochter von auswärts, Mmna. 5. Dem Profeffor Ludwig Weiland eine Tochter, Marte Eltsabrth. 5. Dem Kutscher Heinrich Hardt ein Sohn, Karl. 6. Dem Herbergsvater in der Herberge zur Heimath Heinrich Meister e,ne Tochter. 6. Dem Reallehrer Karl Franz ein Sohn, August Ludwig. 7. Dem Schaffner 8'iedrtch Zwicker ein Sohn, Gustav Avolf. 7. Dem Heizer bet der rechtsrheinischen Bahn Karl Wilhelm Groß ein Sohn.

G e st o r b e n e.

4. Eine todtgcborene Tochter von auswärts. 6. Dem Schreiner Karl Orbig ein Sohn, Hermann Karl August, 2 Monate alt. 9. Friedrich Balser, 64 Jahr alt. 11. Der Laad« gerichts Assessor t. P. Theodor Limpert, 75 Jahre alt.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Den 7. August. Dem Taglöhner Ludwig Schmidt ein Sohn, Ludwig, geboren den

8. Juni

Denselben. Dem Kutscher Carl Stroh eine Tochter, Emma Friederike, geboren den 9. Juli.

Denselben. Dem Metzger Johann Heinrich Feußer «in Sohn, Karl, geboren den 8. Juli.

Denselben. Dem Schuhmacher Heinrich Friedrich Löbec eine Tochter, Caroline Johanna Elisabeth, geboren den 19. Juli.

Denselben. Dem Arbeiter Clemens Fink eine Tochter, Adolfine Eleonore, geboren den 4. Juli.

Den 9. August. Dem Postsekretär Carl Mayer eine Tochter, Auguste Johanna Caro­line, geboren den 26. Mai.

Beerdigte.

Den 11. August. Friedrich Balser, Forstwart a. D., alt 64 Jahre, gestorben den

9. August. ' ö 1

Brodpreise

vom 14. bis 28. August 1881.

der Bäcker |l^

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod 1'32 2 (4 ) . .... 64

1 (2 ) Schwarzbrot) I. Sorte 29 ? " /n " ) ff n 158

1 Ü ) II. Sorte 26

2 G ) 52

bet Konrad Rinn III 54

3 (6 Pfd.) Schmarzbrod II.Sorte

bei K. Wallenfels und K. Haas . 73 F. W. Hartmann.....|75

H. Kuhn 76 L. Kroneberg, D. Rühl Wwe., Chr. Faß, M. Lenz, E. Wallen­fels und L. Keil .... 78

NB. Schwarzbrot) II. Sorte wird von W. Lange und Aug. Noll nicht ver­kauft.

1

2

1

2

3

1

2 3

Gießen, den 13. August 1881.

der Brodverkäufer

Kgr. (2 Pfd ) Weißbrod

(4 )

f (2 ) Schwarzbrot) I. Sorte

" (4 ti ) n ff

tr (6 ) ,,

bei W. Seulina und PH. Bob . .

Kgr. (2 Pfd.) Schwarzbrot) II. Sorte

w (4 w ) ff ff

ff (5 )

bet Emil Sauer.......

I. Thomas

Großherzogltche Polizet«Verwaltung Gießen.

I. V.:

32

64

29

58

78

Krämer.

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Anzeiger.

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Gießen, den 1. August 1881. (5235

M. Pilger, Concursverwalter.

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