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ba4 Sditff etnlief, mit Handarbeiten, meisten- mit Stttckm. Mil Autznahme einiger Dolen und Ungarn find die meisten Emigranten kräftige, breitschuUertge Norddeutsche, die ihr Heim im Westen, in Iowa, Illiom« und Nebraska sucht-n. Än der gewöhn- lichen Emiarantenkost fehlte etz mcht während der Reife, wohl aber war der Labak auSaegangen. Die Gesellschaft beschloß, die „vandalia" in Glasgow einer gründlichen Reparatur unterließen zu lassen und sollen die Passagiere dann mit bemidben Dampfer am Dienstag den 19. Juli absegeln Eine der interessantesten Ecenen ereignete sich eanntag Nachmittag, ehe der erwähnte kleine Dampfer zur Rückfahrt nach Glasgow wieder von der „Bandalia" abstietz. Einer der Dffktere rief: Wer hat Briefe nach Deutschland miuugeben?" Im Nu war ein großer Sack mit Briefen gefüllt, welche 6ic Emigranten schon vorher geschrieben hatten.
Lokales.
Giefieu, 14 Juli. Zur Widerlegung der theilwetfe noch Im Publikum herrschenden Ansicht alb ob eine Verlegung von Nalinwein mit Karioffelzuckcr behus« desien .Veredelung" zulLfsig fei tbeilen wir nachstehend die Gründe mit, mit welchen ein Unheil de« Großherzogl. Schcfftnarncht« Darmstadt I.. welche« 3 Demhändler von da in Strafe grabe wegen dieser Veredelung nahm, begleitet ist und welche« in der „Darmst. Ztg." pudlizirt wird: .Die An. geklagten sind nach dem Gutachten der vernommenen Sachverständigen, dem sie nicht einmal zu widersprechen 'm Stand, waren, überführt, daß von ihnen feUgehaltene Weißweine einen Zusatz von «artoffelzucker enthielten. Der Behauptung de« vertheidiger«, daß der Zusatz von Kar. tvffelzucker keine Fälschung involvire. da der Naturwem auch Zucker enthalte, kann nicht bei grpfl'chtet werben, da die Trauben, au« denen der Dein zubereilei ist, wobl Zucker, aber keinen Kartoffelzucker enthalten, welch letzterer unveraahrbarr Substanzen mit sich führt. 66 mag fein, baß die Angeklagten nicht di« chemischen Kenntnisse besitzen, um den Zusatz von Kartoffel, zucker festfteüen zu können; allein die Gelegenheit zur chemnchen Untersuchung ist hinlängiich vorhanden, und in der Rtchlbenutzung derselben muß eine Fahrlässigkeit um io mehr gefunden werden, a!« schon der geringe be,m Einkauf angelegte Preis darauf hinweist, daß dafür kein xrnrt Dein geliefert werden kann. Ä m
Vei dem angeklagten Weber wurde nach dem Gutachten von Herrn Dr. Wagner ange- nommen, baß die Fälschung ,e,ne« Rothwein« nicht erwiesen sei.
Die Veröffentlichung ist bei dem weiten Umsichgreifen der Weinvrrfälschung. wie sie bei der heutigen Verhandlung conflatrrl worden ist, dringend geboten. Zur Anwendung kam $ 10, 11 16 M Gesetze« den Verkehr mit Nahrung«- und Genußmitteln betreffend.-
— Wir entnehmen dem .Wetzl. An»." : Dir Gemeinden Dorlar, Atzback, VaunSbach und Wißmar haben btt von Königl. Eisenbahn Betneb«amt geforderten Beiträge zur Errichtung von Haltestellen de, Dorlar und LaunSback an der Bahnstrecke Wetzlar-Lollar nunmehr ein- gezahlt 6« steht daher zu hoffen, daß durch eine baldige Ennchlung dieser Haltestellen dem Verkehr die erwünschte Erleichterung zu Thril wird. — Bon Errichtung einer Haltestelle an der Deutz.Äießener Bahn, welche bei Dorlar geplant war und von welcher die,e Gemeinde, sowie unsere Stadt, ebenso auch die betreffenbe «ahn selbst, Nutzen gezogen haue, scheint somit keine Rede mehr zu fein._______
Mar Bruch's Komposition der Schiller'schen „Glocke".
Gießen, 14. Juli.
Mr wir bei dem erstmaligen Anblick eint« prachtvollen Sonnenaufgang« nur fühlen und bewundern und hingeriss'n sind, so erging es un« in ähnlicher Weise bei dem erstmaligen Hören von Bruch« herrlicher Kunstschöpfung. Der größte Theil der gestrigen Zuborerschaft kennt neben dieser Vruck'schen musikalischen Bearbeitung von Schillere „Glocke" wohl nur noch die Rom berg scke. Diese Thatsachr kann nun nickt verfehlen, zu einer Vergleichung beider aufzufordern und von dem Gesammtemdruck de« Werke« kritisch zu reden. Wir zögern keinen Augenblick, zu behaupten, daß. was tief-ethische Auffassung de« Schiller'schen Liedes ar.oelangt, Bruch entschieden dir Palme verdient. Er gewann der.Glocke" mehr die religiöse S ite ab und vindicirte durch seine Eomposition derselben ihre würdigste und ernsteste Bedeutung für da« Leben. Eine Aufführung der Bruch schen „Glocke" in den geweihten Räumen der Kirche ist darum so naturentsprechend, daß wir darin nur den pflichtgemäßen Tribut erblicken, den wir dem von Max Bruch richtig verstandenen Genius unser,« großen Dichter« schuldig fin: Romberg« Auffaffung der .Glocke" »st. wenn auch nickt profan, doch mehr lyrisch uno weniger dramatisch, und findet zu viel Behagen in Detailmalere». Romberg scheint bei dem musikalisckrn Wiedergeben einzelner Seentn zu vergessen, daß der Glocke Klangruf mehr zu Ernst al« zu Sckerz zu stimm,» geeignet sein soll. Jene tiefernste Eoncepnon tft be» Bruch btt vortbeilhaft hervorttetrnde tondichterische Eigenihümlickkeit, welche sich schon äußerlich dadurch documentirt, daß Bruck do« altehrwürdige lateinische Motiv der „Glock." gewiffermaßen al« tvpische Sinleituvg tn Musik bringt.
Dir können hier nur einzelne Partien, die besonder« hervorragen. erwähnen, wie bei» Ipielsweise da« zweite Reeitativ (Tenor) m,t sich anschließendem Qartett und Ensemble, wann eine wundervoll tvpische Oickeprtrung hervortritt, sodann nennen wir den herrlichen Ehor „Der wann muß hinaus-, in welchem do« Tbun und Schaffen von Mann und Frau im Con- naste so musikalisch schön geschiloert wird, hierauf die „Feuerscene-, wöbe» überwältigend evloffale Tonmittel wirken, und nun denke man an diesen gewaltigen Chor „Heil'ge Ordnung" und „Tausend fleiß ge Hände-, den man etwa al« einen begeist 'ren Hymnu« auf den geordneten Statu« eine« mächtigen Reiche« bezeichnen könnte. Welter rühmen wir bas Terzett „Holder Friede- und vor Allem da« Reeitativ „Der Meister kann die Form zerbrechen", woran Baß Tenor und Alt Tbeil nehmen und welcher mit dem charakteristischen Marsche schließt, worin wir bas wüst, Treiben einer RevoluttonSbande durchzuhören glauben möchten. Die Solopartien waren in vorzüglichen Händen. In Fräulein Minna Tiedemanns Stimme klingt da« helle Silber nur immer gediegener, bei Fräulein Agne« Schöler au« Weimar bewundern wir eine wohlaesckulte sebr svmpatbisLe Altstimme, d'e wir, je öfter sie in den Gang des Ganzen ringriff. um so lieber gewannen. Herrn Kraz e s Baß besitzt ächt dramatischen Schwung, Füll, und Wohlklang und Herrn Hofmüller'S anmuthender Tenor hat entschieden eine Zukunft. Dem woblbesetzten Orchester und der begleitenden Orgel zollen wir alleS Lob Herrn Mufikbirector Felchner beglückwünschen wir, daß er in seinem vertrauen zu d,m von ihm gkleiteten aeademiscken Gesangverein Angesicht« der Production ein,« so vir. Schwierigkeiten bietenden Werke« nickt nur nicht getäuscht, sondern durch reichen und ungeteilten Beifall und Erfolg belohnt wurde.
vermischtes.
Darmstadt, 12. Juni Die diesjährige Generalversammlung der Mitglieder des Londesgewerbverern« wird zu Anfang September tn Gießen abgehalten.
Marburg a. d. 11. Juli. Unsere freundliche Mufenstadt ist durch ein nächtliche« Attentat der Sozialdemokraten in Aufregung verseht. Zn der Nacht vom Sonmag auf heute find nämlich zahlreiche Flugschriften sozialdemokratischen Inhalts in die Häuser zur großen Morgen-Ueberraschung der friedfertigen Bewohner geworfen. Ganze Packele der Flugschrift, welche vier Seiten umfaßt und die heftigsten Angriffe gegen unsere Justiz enthält, fano man an den Zäger-Schießständen und auf dem Mar dacher Leg. lieber den Verbreiter derselben ist noch nicht« bekannt, man oermulhet aber, daß derselbe aus dem nahen Frankfurt stammt. (Köln. Atg.)
Frankfurt. Die (rröffming bet natürlichen Eiodadn in der Ausstellung muh noch um einige Tage versnoben werden, obwohl die angestelltcn Versuche ein ganz befriedigende« Resultat geliefert haben. Man sagt, der plötzlich eingetretcue Wassermangel sei daran Schuld; Andere geben andere Ursachen an, aber gleichviel: e« handelt sich, wie und bestimmt versichert wird, nur um einen Aufschub von einigen Tagen. Schon jetzt bemerken wir daher, daß die mitgcbtaditen Schlittschuhe keine Schnabel haben dürfen und daß sie in den Absatz geschraubt fein müssen. Mit Stacheln und Spitzen versehene Schlittschuhe sind nicht gestattet. Die söge nannten Halifa: Schlittschuhe, verbesserten Systems, werden auf der Eisbahn vermietet und ebenso Echlittcnstuhle verschiedener Große. — Für die Kunstausstellung werden an der Kaffe Dutzendkarten zu 4 Mark ausgegeben, die nicht auf die Perfon lauten und deshalb übertragbar find. — Das Riesensernrohr erfreut sich eines bedeutenden Zuspnichs, namentlich jetzt, während des zunehmenden Monde«, der zu überaus schönen und leorreichen Beobachtungen Gelegenheit bietet. Rur möchten wir einzelne sehr eifrige Beobachter bitten, nicht allzulang, vor dem Lbjectivglase zu verweilen, „denn die Andern wollen doch auch was sehen." So halten auch Wiele, und speciell die Damen, ein Fernrohr für ein Mikroskop und meinen immer, daß sie etwas Lebendiges zu sehen bekommen. So weit hat es aber die Astronomie noch nicht gebracht, daß sie im Stande wäre, uns lebende Wesen auf den Himmelskörpern zu zeigen, und auch der Schröder'sche Reftactor, so vortrefftich er immerhin conftruirt »ft, wird es schwerlich dahin bringen.
— Alle Warnungen sind vergeben«! so kann man auSrufen, wenn man liest, was au« St. Pauli (Hamburg) berichtet wird. Am Sonnabend Nachmittag war nämlick d»e 34jährige Frau des auf der Herrenweide Nr 23 in der zweiten Etage wohnhaften Hannowskv mit Feueianfacken in der Küche beschäftigt und bediente sich, wie die« so häufig unbedachtsamer Welie zu geschehen pflegt, dabei einer Quantität Petroleum, welche sie in 8 Feuer goß. D»e auflodernde Flamme schlug in die Oeffnuog der Kanne, worauf diese eplobfrte und die ganze brennende Flüisigkett der Unglücklichen auf die Kleider floß, so daß diese in Brand gertethen DaS furchtbare Gk'chre» der Armen führte einen dort logirenden 82 Jahre alten, halbtauben Grei« herbei, welcher in diesem Augenblick für sein Alter eine ungewöhnliche Kraft entwickelte, indem er die brennende Frau in deren Schlafstube trug und sie dort in'« Bett legte, um den Brand zu ersticken. Diese Maßregel verfehlte jedoch ihre Wirkung, denn al-bald gerieth da« Bett in Brand. Bei dem Löschen betheiligte sich nunmehr die 30 Jahre alte Plätterin, d»e sich jedoch dabe» erhebliche Brandwunden am linken Arm zuzog, während der Gtei« bei Beförderung der unglücklichen Frau sich seine linke Hand erheblich verbrannt hatte Auf erfolgte Anzeige bin waren die Beamten de« BezirkSbureaus sofort erschienen, doch war gleichzeitig von dort auch die Feuerwehr telegraphisch alaemirt worden und diese ebenso schnell zur Stelle. Nachdem e« zunächst gelungen, die Kleider der Frau zu löschen, wurde auch der Brand des Bettes erstickt Leider ist die Frau sehr erheblich verletzt, da die Beine, Arme und der Rücken derselben fast völlig verbrannt sind. Auf Anordnung be« Pvlizeiarztes wurde die Unglückliche in« Krankenhaus geschafft.
Sehl «Tuber lebt. Mitgetheilt von dem Agenten be« nordbeutschen Llovc E »Eß Dietz in Gießen.
Bremen, 12 Juli. Der Postdampfer Main, Eapt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. Juli von Newyork abgegangen war, ist beute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 10 Uhr Morgen« die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe über, bringt 284 Paffagiere.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 13. Juli. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Etr. JL 3.50—4.20, Stroh jt 3 50—4.00 Butter 50 Kilo JL 80 - 00, tm Detail 1. Qualität das Pfund «X 1.00—00, 2. Qualität da« Pf. JL 0.95-00, Er er oas Hundert 5.00—6.00. Ochsenstei,L per Pfund 60 -70 Kuh-, Rind und Farrenfleisck 45 -55 , Kalbfleisch 35—55 H, Hammelfleisch
40-65 Schweinei'eisck 60-70 H, ein Hahn JL 1.80—2.20, ein Huhn JL 1 80-2.30 eine Ente JL 3 00 0.00, eine Taube 50—00 H, junge Gan« JL 5.00— 8 00, Hase» da« Stück 2.50—3.50, Poularden JL 2.30—2.50 Rehbock das Pfb. 0- 0 Kapaunen. JL 2.50—3 Wätscher Hahn JL 9 — 12, Kartoffeln 100 Ko. JL 0.00— 0.00, Koblkraut 20 Blumenkohl 1 S:. 30—60 Wttsing 20-25 H, Gelberüben 1 Bund 10-00 Zwiebeln 1 Bund 0 Sellerie da« Stück 30—00 H, Meerretttg 1 Stück 00—00, Spargel das Pfund 30—00 H, Romair-Salat 30 , Endivien 00 H, Rothkraut 40—50 , Weißkraut
15-20 Arnsckoken 50 Erbsen ba« Pfd. 30—50 H, Bohnen per Pfunb 80—90 neue Kartoffeln ta« Pfd 12 00 H, bas Malter JL 14.-00, Kopf-Salat 3—5 H, Spinat 30—40 Schnittlauch bas Gebund 3 H, Gurke 20—00 Kohlrabi 3—5 ba« Stück,
Kirschen ba« Pfund 19-20
Limburg, 13. Juli. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 19.20, Weißer Weizen JL 20 —, Korn JL 16.—, Gerste JL 11.30, Hafer JL 8.70, Erbsen JL 0.o0, Kartoffeln ä 50 Kilo JL 0.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)
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