L®yttrin)(.
•Vf' JUHr:
Morkli.'i-, 2;
°? fÄ t
“nt ’f’lortn und ,6K? ®trbnr JÜLSl^rtg^ und einige
" das ata:
Lfl£fu*t_ ‘feile, ,On ,'4669
Jambeppdte
Witaui^olic Auskunft ttthtiit (4K6 ber wirb ein in Nahen erfahrenes, rern gesucht. Lo X
Junge aus flut er nftMftonsfltschäft m Lohn aciucht Neue Baur 82.
zden 17. Juli
LE
rüder Sich.
Mchen sür ftW fluten Lohn fleucht s".
Manu, milhärfiet, iel welcher Branche- in bie lLxptd d- H
He«
>[ Schatz
. Opfer b<rS'lb’*’ yyss
ittbal, Bchbach, ofittay. ______
ya>, gutttalW» ischatt roheren Stabten uen taten ;u 8*» ?äTs nben- ____
ckfin», werben angekauft- »tkeaderxer,
>nwep
106.
Ä leibet,
Nr. 161. Freitag den 15. Juli 1881.
Kichmer Anzeiger
Anskigk- 11b Imtüblatt für brn Kreis Kießeii.
v»WTemi: Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Aufnahme bei Montags.
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit vringerlohn.
Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 P'.
Amtlicher Hheil.
Oeffentliche Bekanntmachung.
Der von hier entwichene Rekrut Christoph Haas vom Landwehr-Bezirks-Commando Bonn, geboren am 21. September 1860 zu Gedern, StaciS Schotten, evangelisch, Metzger, ist durch das unterm 24. Mat er. bestätigte kriegsgerichtliche Urtheil vom 18. Mat er. in contumaciam für sahnen- flüchtig erklärt und In eine Geldbuße von 160 Mark verurtheilt worden.
Cöln, den 27. Mai 1881. Königliche- Gericht der 15. Division.
Die Franzosen in Afrika.
Mit ängstlicher Spannung sängt man in Frankreich an, den Nachrichten vom asrikantschen Krieq-schauplatze entgegenzusehen. Die großen Hoffnungen aus gewrlttge ruhmreiche kriegerische Crsolge, auf unausbleibliche Siege, welche stets die Herzen der Franzosen schwellen, wenn daS Signal zum Kampfe ertönt, haben sich bedeutend abgrkühlt, und man fängt jenseits des Rheins an, etnzusehen, daß man mH diesem Feldzuge doch wohl eine recht große Thor» beit begangen Hai. Die Franzosen sind durch die letzten Eretgniffe in eine Lage versetzt, die sonst regelmäßig übel für sie geendet hat. AuS Angreifern sind sie nämlich die Angegriffenen geworden. Die Eigenschaften, welche zu einer zähen, ausdauernden Defensive gehören, hat die Natur dem Franzosen bekanntlich versagt, nur im ungethümen Angriffe, wo der unübersetzbare Ilan zur Geltung kommt und die Entscheidung geben kann, leisten sie Großes. Sie halten mit bekannter Zuversichtlichkeit erwartet, in stürmischem Siegesläufe ganz Tunesien zu ihren bisherigen Besitzungen hinzu zu erobern, und jetzt find fie gezwungen, da- eigene Land gegen Invasionen feindlicher Stämme und den Aufruhr der eigenen Unterthanen zu vertheidigen.
Die Taktik Bou-Amena'S hat sich glänzend bewährt. Ueberrafchung folgt auf Ueberrafchung. Bald ist tr hier, bald dort, bald im Süden, bald im Westen der französischen Streitkräfte — nie und nirgends find sie vor seinen flinken Schaaren sicher. Ist er doch jetzt wieder mit seinem ganzen Troß von Proviant, Vieh, Wagen re. zwischen zwei französischen Colonnen hindurchmarschirt.
Daß da- so nicht wettergehen kann, beginnt man in Frankreich natürlich vollständig einzusehen. Verstärkungen der Truppen! lautet die Parole. Fortwährend werden Nachschübe in beträchtlicher Höhe abgesandt, einmal, um durch die Maffenhastigkeit des Materials zu wirken und da- verlorene Prestige wieder zu gewinnen, dann aber auch und hauptsächlich, weil in der Thal die L'ge und der Bestand der französischen Herrschaft in ihrem alten Besitz Algier in bedenklicher Weise gefährdet erscheint, wie in Tunis. Denn auch hier ist ein setndlicher Führer, Ali Ben Khaltfe, ausgetreten, der mit derselben Schnei- digkeit, derselben Geschicklichkeit und demselben Erfolge, wie Bou-Amena, die Franzosen auf eigenem Gebiete angreift. Die etwa widerstrebende muselmännische Bevölkerung, zwischen zwei Feuer gestellt, wird sich nicht lange besinnen, der Fahne ihrer Glaubensgenoffen zu folgen, besonders da es dem Ali Ben Kralise durchaus nicht an der rücksichtslosesten Energie zu fehlen scheint, nicht nur mit Kopfabichnetden, Gewalt, Raub und Plünderung zu drohen, (onbmi sie auch tatsächlich in'S Werk zu setzen.
Sind die Franzosen aber nicht mehr im Stande, diese- Feuer zu dämpfm, so sind auch ihre anderen Besitzungen in jenem Welttheile auf s Aeußerste gefährdet. Wir nennen darunter nur Senegambien mit Gabun (Bevölkerung 215.000), dann Räunton, Mayotte, Nosfi D6, St. Marie mit fast ebensoviel Einwohnern.
Von vornherein konnte man nach allen bisherigen Erfahrungen annehmen, daß bei größeren Mißerfolgen der französtschen Waffen die Stimmen nicht fehlen würden, welche dieselben dem Verrathe zuschreiben. Und in der That, auch diese Stimmen lasten sich schon vernehmen. Zwar wagt man noch nicht, einzelne Persönlichkeiten zu bezeichnen, wohl aber heißt es, das ganze Unglück komme daher, daß der Venäther Bazaine damals nicht erschosten worden. ES sei kein Ezempel damals statuirt worden und deshalb hielten sich alle Verräther für straflos. Die In der Armee befindlichen bonapartisti- schen und orleanistischen Offic:ere träten den Feinden nicht energisch genug entgegen, weil fie hoffen, der Vrrrath Algier- werde die verhaßte Republik zum Sturze bringen.
Man sieht, die Franzosen sind und bleiben unverbesterlich.
3>tutfd)(anb.
Berlin, 12. Juli. Eine für die bevorstehende Wahlbewegung wichtige Entscheidung ist am 8. ds. von dem Schöffengericht deS Amtsgerichts I, Abtheilung 95 (Vorsitzender AmtSgerichtSrath Hartmann) getroffen worden. Der Sattler Oesterreich hatte auf Veranlassung Dritter die als Flugblatt gedruckte Rede des Oberbürgermeisters v. Forckenbeck, welche derselbe in Entgegnung auf die Angriffe des Fürsten Bismarck am 30. April d. Js. im Reichstage gehalten, verschiedentlich — jedoch ohne irgendwelchen Entgelt — vertheilt. Auf Grund der §§ 43 und 148 durch Polizeimandat in eine Strafe von 5 JL, eventuell einen Tag Hast genommen, weil er „Druckschriften vertheilt, ohne im Besitze einer polizeilichen Eilaubniß zu sein", erhob er Widerspruch und brachte die Entscheidung vor den zuständigen Richter. Der Vertreter des Angeschuldigten, RechtSanwalt Kallmann, hob hervor, daß die
Vertreibung der gedachten Druckschrift unmöglich in Beziehung zu dem Gewerbebetriebe des Angeklagten — derselbe ist Sattler — gestanden haben könne; daß derselbe erweislich keinerlei Bezahlung begehrt oder erhalten habe; daß, wenn das Gesetz daS „Verkäufen oder Verthetlen" von Druckschriften gleichmäßig von der vorgängigen Ertheilung einer polizeilichen Erlaubniß abhängig mache, jedensalls auch daS „Dertheilen" ein gewerbsmäßige- sein wüste, da andernfalls die Bestimmung nicht in die Gewerbe-Ordnung gehören würde. Uebrtgens muffe auch die grammatische Auslegung zu derselben Schlußfolgerung führen. Er zog hierfür als Beispiel den Fall an, daß Dienstmänner mit dem Vertheilen von Reclamen u. s. w. beauftragt werden, welche zwar keinen Entgelt für die verabfolgten Exemplare, wohl aber Bezahlung für die Verabfolgung selbst von Demjenigen empfangen, der sie dazu angestellt habe. Die Staatsanwaltschaft selbst schloß sich diesen ErwägungSgründen an und demgemäß erfolgte die Freisprechung in Uebereinstimmung mit seinem Anträge.
— DaS preußische statistische Bureau hat, wie alljährlich, so auch Heuer eine Uebersicht über die voraussichtlichen Ernte-Ergebniste zusammengestellt. Wenn auch eine volle gute Mittelernte in allen Getreide- und Frucht-Arten in keiner Provinz des Staates zu erwarten ist, so bleibt die Ernte diesem gute.3 Durchschnitt doch auch nirgends sehr fern. In den Haupternten Wetzen, Gerste, Hafer ist die Durchschnittsernte beinahe, in Kartoffeln vollständig erreicht. Roggen Ist hinter dem Mittel beträchtlich zurückgeblieben; die Heu- Ernte, Klee- und Wtesenheu, sind als vollends ungenügend zu bezeichnen.
— Der an den Reichstag gelangte, dort aber nicht erledigte Buhl'sche Antrag auf Beseitigung der Wetnfälschung dürfte, wie die „Köln. Ztg." meldet, doch auf fruchtbaren Boden gefallen sein; es sollen Vorbereitungen zur Aufstellung eines darauf bezüglichen Gesetzentwurfs getroffen fein. Auch verlautet es, daß die beinahe zwei Jahre schon in der Schwebe befindliche, zum ReichS- gesetze über den Verkehr mit Nahrungs-, Genuß- und Gebrauchsmitteln gehörige, das Petroleum betreffende Verordnung sich der Verkündigung nähert.
— Die erste internationale Ausstellung für Hygiene (Gesundheitspflege und Gesundheitstechntk) und Rtttungswesen, welche vor fünf "Jahren in Brüssel fiat fanb, hatte bewiesen, welch lebendiges und thatkrästiges Interesse in der ganzen civilisirten Welt für Gesundheitspflege und Rettungswesen vorhanden ist. Deutschland hatte dabei gezeigt, daß eS mit feinem W-ssen und Können auf dem Gebiete der Gesundheitspflege und des Rettungswesens in erster Linie steht, und hatte sich dort die relativ größte Zahl von Preisen errungen. Angesichts dieser Thatsache ist eine Anzahl hervorragender deutscher Männer (Staatsmänner, Gelehrte, Militärs zu Land und zur See, Regier- ungs- und Communalbeamte, Aerzte, Ingenieure und Schulmänner, Vertreter der Feuerwehren, Landwirthe und Industrielle und Gewerbtreibende (unter dem Vorsitze des Königlichen Staatsministers a. D. Hobrecht) zusammengetreten, um im Jahre 1882 in Berlin eine allgemeine deutsche Ausstellung auf diesem Gebiete zu veranstalten. Die materielle Bedeutung einer solchen Ausstellung für die Aussteller liegt auf der Hand. Sie wirb diejenigen beranziehen und befriedigen, welche wissen wollen, was die deutsche Industrie auf dem Gebiete der Gesundheitstechnik geleistet, welche Fortschritte sie im letzten Jahrzehnt gemacht hat, und welche Lücken andererseits vorhanden sind. Sie wird ferner ein treues Bild der sanitären Einrichtungen sein, welche Staat und Gemeinde in Deutschland zum Schutze der Volksgesundheit getroffen haben, und sie wird durch das was sie bringt, das Verständniß für öffentliche Gesundheitspflege in vielleicht jetzt noch ungeahnter Weise fördern und so den Frankltn'schen Ausspruch: Public he<b is public wealth, immer mehr zur Geltung bringen helfen Mehr als alle Belehrungen wird auch hier die eigene Anschauung maßgebend sein. Das Programm ist sehr umfassend; die 25 Gruppen ber ©ection A. haben folgende Titel: Grund und Boden und atmosphärische Luft; Straßen, Wege, öffentliche Plätze; Entfernung der Effluvien, Fäkalien und Abfallstoffe, öffentliche Wasserversorgung; öffentliche Beleuchtung; Versorgung größerer Städte mit Lebensmitteln; Wasch- und Trockenanstalten; Badeanstalten; Unterrichtsannalten; daS Wohnhaus: Gebäude, in welchen viele Menschen dauernd wohnen; Räume, in welchen sich viele Menschen zeitweise aufhalten; Gasthöfe, Restaurants, Cafehäuser rc.; Fabriken, Laboratorien, Hüttenwerke, einschließlich der Arbeiterwohnhäuser und Colonien; landwirthschaftliche Anlagen; Nahrungs- und Genußmittel; Verkehr auf Eisenbahnen mit Dampf- und Pferdebetrieb, elettrtsche Bahnen: Verkehr auf dem Wasser; Bekleidung und Hautpflege; ansteckende Krankheiten; Kranken-, Heil- und Pflegeanftalten; Leichenbestattung, Leichenhäuser; Veterinärwesen; endlich Literatur und Zeichnungen zu dem Inhalt der vorbezeichneten Gruppen. In der Section B. folgt in 15 Gruppen: Feuerrettungswesen; Schutz gegen die Gefahr des Blitzes: Schutz gegen Ueberschwemmungsgefahr; Schutz gegen Explosionsg fahr; Schutzmittel bei dem Verkehr zu Land und zu Wasser, bei Taucher- und Fundirungs- arbetten; Schutz gegen die Gefahren beim Bergwerksbetrieb, beim Maschinen-, Mühlen- unb Dampfkesselbetrieb; erste Hülfeleiftung bei Verunglückten und Verletzten irn Frieden und im Kriege; Ambulanzen, Lazarethe, Baracken und Lazarethschiffe im Kriege; Apparate und Einrichtungen zur Pflege der Verwundeten im Kriege; Literatur und Zeichnungen zu Sectton B. Als Aussteller werden zugelassen Gewerbetreibende und Fabrikanten, welche Gegenstände und Einrichtun-en für die angeg denen Zwecke ver- fertigen ober liefern, Behorben, Verwaltungen, Vereine, Anstalten und Gesellschaften, soweit dieselben ihre Einrichtungen und Anordnungen zur^Darstellung bringen, sowie alle diejenigen, welche in literarischen Erzeugnissen bie Wissenschaft, Gesetzgebung, ben Unterricht in bet Gesundheitslehre, Gesundheitspflege, Gesundheitstechnik, oie amtliche und Vereinswohltbättgkeit und das Rettungswesen behandeln. Die Anmeldung der Ausstellungsgegenstände geschieht auf dem hierfür ausgestellten Formular und muß spätestens bis zum 1. September erfolgt fein. Herr R- Henneberg, Berlin, Branden- b 'rgerftraße, ist erster Secretär. Gleich ber vorjährigen Fischerei-Ausstellung, und


