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dkr. 185 Mittrvoch den 15 Juni t£Sl.

Ailsrisk- «uh Amtsblatt für hm Krei» Gicht«.

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Bureau: «chulstraße B. 18. Erscheint tLglich mit lutnabmt de» Montag». Preis vierteljLhrlich 2 Mark 20 Pf mit Yringerlobn

__ Durch di» Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf,

Amtlicher Hyeil.

Betreffend: Aussicht über da» Fafielvieh. Gtjeßen, am 14. Junt 1881.

Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen an die (^roßberzoglicben Bürgermeistereien der nackbenannten Orte. Die Besichtigung der Gemeinde.Zuchtstiere und - Zuchteber durch bte von dem landwirthschastltchen Bezirkeverem gewählte Eommlsfivn wird an folgenden Lagen st-tifinden:

1) Freitag den 17. Juni: in Garbenteich, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Gröningen, Holzheim, Ober«Hürgern, Eberstadt, Dorf-Gill und Lich.

2) 'Samstag den 18. Juni: in Steinbach. Albach, Annerod, Oppenrod, Burkhardsfelden, Hattenrod, Ettingshausen, Münster, Ober-Besstnaen und Nieder-Brsflngen.

cxc wollen die Bullen, und Eberhaller anweisen, zur fraglich'» Zeit zu Hause zu bleiben, und die Thtere dertLommtsston bet deren ömtnff.n vor. zuführen, auch sich selbst bereit hallen, um etwa verlangt werdende Au-kunst zu ertheilen.

. Dr. Boekmaun.

Internationale Fabrikgesetzgebung.

Die Schweiz erwarb sich das Verdienst, zur internationalen Regelung mehrerer hochwichtiger Angelegenheiten angeregt und wesentlich beigetragen zu haben. Wir erinnern in dieser Hinsicht an die Gründung der Gesellschaft de- rothrn Kreuze- zur Pflege der im Felde Derwunketen, an das Entstehen deS internationalen PostbundeS. besten Bureau sei en dauernden Litz in Bern hat, an die Bestrebungen für eine internationale Eisenbahn- und Haftpflichl Gesetz­gebung, an die Bemühungen zur Herbeiführung eine- internationalen Schutzes der Vögel, an die hervorrager de Rclle, welche die Eidgn ostenschast bei den internationalen Müniconferenzen stets gespielt hat u. s. w.

DaS neueste Bemühen der Schweiz in der gedachten Richtung findet in einer kurzen Notiz s.inerr Ausdruck, welche wir in schweizerischen Blättern be­merkt haben. Nach derselben hat der BundeSrath die schweizerischen Gesandten beauftragt, sich bei den ausländischen Regierungen zu erkundigen, inwieweit fie geneigt wären, auf eine internationale Regelung deS FabrikwesenS einzugehen.

In dieser Form ist die Notiz jedenfalls nicht ganz zutreffend; denn es kann fich nicht um internationale Vereinbarung über daS Kabrikweseu, sondern nur über einen gewisten Zweig destelben handeln. Unzwrifelhast ist hier internationale Regelung der Gesetze gemeint, welche die Fabrikarbeiter- Verhältniste betreffen. Bekanntlich bestand der am schwersten wiegende Ein- wand, der von Seiten der Arbeitgeber gegen die Gesetze erhoben wurde, welche die Arbeiter schützen sollen, voii jeher in dem Hinweis darauf, daß derartige Beschränkungen die Eoncurrenz mit denjenigen Ländern, in welchen gleiche Be- schränkungen nicht in Kraft find, eiheblich erschweren würden. Diesem Einwand kann die Berechtigung nicht abg^sprochen werden; denn haben die beregten staatlichen Maßregeln durch Erschwerung der Mitbewerbung Schädigung der Industrie zur Folge, so muß sich auch bald Arbeite losigken und Arbeusnoth emstellen, d. h. die Gesetze, welche keinen andern Zweck als den hatten, die Wohlfahrt der Arbeiter zu erhöhen, werden das Gegenthetl erzielen. Zuzu- geben ist, daß dieser Einwand oft nichts Ändere-, als ein Vorwand war. Gar ost haben fich Arbeitgeber seiner bedient deren Loncurrenziähigkrit auf viel zu starken Füßen stand, um durch maßvolle Schutzvorkehrungen des Staates bedroht zu werden. In einigen Läi dern schcint größerer Schutz der Arbeit-krast, als solcher tm Auelar.de vorhanden war, der Erstarkung der eige­nen Jrdustriethätigkeit sogar förderlich gewesen zu sein. Tenn vernunftgemäße Beschränkung der Arbeitszeit (namentlich an Sonn- und Feiertagen) hat nicht selten Erhöhung der Leistungsfähigkeit zur Folge. Nicht das Land wird tm Industrie-Wettkampfe den Preis erringen, welches seine Arbeitskraft die größte Zahl von Stunden anspannt, sondern dasjenige, welches diefelbe am zw eck- rn ä ß i g st e n verwerthct.

Wie dem auch sei, die Zahl derjenigen Fälle, in denen eine internatio­nale Regelung der mit Hinsicht aus di: Fabrikarbeiter erlaffenen Beschränkun­gen wünschenswerth erscheint, ist so groß, daß man duseS Bestreben mit Freude begrüßen muß. Durchführbar wird daffelbe allerdings nur dann sein, wenn man fich in den Zielen eine weise Beschränkung auferlegt. Erfolg scheint zu­nächst nur das Bemühen zu versprechen, die Frauen- und Ktnderararbett inter­national zu beschränken. Schon jetzt haben fich die Industriestaaten in ihren bezüglichen Anstrengungen einander genähert, weil jeder daS Vorbild der an- dern Länder nicht ganz außer Ächt ließ. In der für die Frauen und Ander festgesetzten Arbeitszeit, in den Altersgrenzen u. s. w. bestehen zwar noch viele Unterschiede; dieselben find jedoch nicht so erheblich, um nicht ausgeglichen werden zu können. Auch wird man sich von vornherein davor hüten w.üffen, auf diesem Gebiete gar zu sehr im Detail zu arbeiten. Bei der Festsetzung der Arbeitspausen z. B. wird den verschiedenen Lebensgewshnherten der Völker doch das Hauptgewicht zugeschrieben werden muffen.

Nach Regelung der Frauen- und Kinderarbeit können vielleicht auch Ver- einbaruxgen über die in Fabriken anzuordnenden Schutzvorrichtungen getroffen werden; denn auch gegen Festsetzung solcher ist der Einwand häufig geltend gemacht worden, daß die mit ihrer Einrichtung verbundenen Kosten die eigene Industrie gegenüber ta auswärtigen gar zu sehr benachtheiligen.

Unter allen Umständen handelt es sich hier um Maßnahmen, welche im

Jntereffe unfeiet Aibeiterwelt nicht nachdrücklich genug befürwortet werbt» können.

Deutschland.

Darmstadt, 13. Juni. Se. Königl. Hoheit ber Großherzog werden sicherem Vernehmen nach Montag den 20. d. MtS. auf etwa drei Wochen nach England verreisen und daher nur noch am Mittwoch uud Samstag ber lausenden Woche Meldungen entgegen nehmen und Audienzen ertfoeiler.

Au- de» Großherzogthum Hessen, 10. Juni. DaS Gesammt- erg'bniß der vorgestern ftattgehabten Wahlen zur Ergänzung der gesetzlich aus­getretenen Hälfte der zweiten Kammer läßt erkennen, daß das HauS bei d.m nächsten (24.) Landtag eine wesentlich veränderte Physiognomie gegen früher nicht zeig«» wird. Wiedergewählt find nicht weniger als 17 Abgeordnete; neugewäblt wurden (wobei die früheren Vertreter in Klammetn betgesügt find) Geyer (Stephan-Heßloß), Groh (Küchler), HaaS (Büchner), Matthäi (Matty), Möhn (Falck), Schade (Wadsack), Ströbel (Hallwachs), Tecklenburg (Jockel). Bei diesen Neuwadlen hat die ultramontane Partei einen ihrer siüheren Sitze durch den Si'g des liberalen Candidaten Bürgermeister Möhn von Laubenheim gegen den Buchdruckereibefitzer und Redacteur deS Mainzer Journals, Falck von Mainz, tm Wahlbezirk Mainz-Niederolm verloren, dafür aber einen andern in Rheinhessen gewonnen, indem im Bezirk Oppenheim Ärchitect Geyer in Mainz g'gen den Gutsbesitzer Stephan von Heßloch die Mehrheit davontrug. Bemerkenswerth ist im Uebrigen, daß im Kreise Psungstadt-GeniSheim der im Reichstag der Fortschritt-Partei angehörige Fabrikant Büchner von Pfungstadt dem Polfteiratd Haas von Darmstadt unterlag.

Berlin, 12. Ium- Nachdem die unterirdische Kabellinie zwischen Berlin und Stettin am 2. ds. fertipgeflellt und die zwischen Köln und Aachen bl- auf wenige Kilometer aukgeführt ist wird das unterirdische Reich-telegra- phem etz, dem ausgestellten Plane gemäß, binnen wenigen Tagen zum Abschluß gelangt sein. Betreffs der Äusdehnung dieses N'tzeS, sowie der umfafienben Arbeitsleistung, welche daS mntrbalfc eine- Zeiträume- von S1/^ Jahren ^u Stande gekommene Werk in sich schließt, giebt die heutigeDeutsche VerkehiS. Zeitung" eine interessante Zadlenaufstellung, aus welcher heroorgeht, daß die G-sammilät-ge der verlegten Sabel 5471km, die der unterirdischen Leitungen 37,426km (Uso fast ebenso viel wie der Umfang de- Erdgleichers) beträgt. Hiervon kommen auf die fiebenadrigen Kabel 5179km Linie und 36,260km Leitung und auf bie vieratrigeri Kabel 292km Lime und 1166km Leitung. Don der Gesammt-Kabellänge find 2607km von Siemen- und HalSke m Berlin, 2864km von der Firma gellen und Guilleaume in Köln geliefert und gelegt worden. Don den unterirdischen Trlegraphenlinien werden alle großen, sowie eine kleine Anzahl der kleineren deutschen Flüffe an verschiedenen Stellen durchschnitten und die wichtigsten deutschen Gebirgszüge berühn. Nicht weni- ger als 221 Städte, unter ihnen die wichtigsten Handel-- und Waffenplätze de- deutschen Reiche-, find an das K^belmtz angeschloffen. Die Gesammtkoßen der Ärlaaen belaufen fich auf 30,210,975 JL, die LegungSarbeiten haben im Ganzen einen Zeitraum ton 55 Monaten und 26 Tagen erfordert. Was das zu den «usführung-arbeiten ertorderliche Personal betrifft, so waren bei beiden Legungscolonnen im Durchschnitt je 400 Mann, in einzelnen Fällen selbst je 600 b'.s 700 Personen gleichzeitig beschäftigt; außerdem zur Deaus- fichtigung der Arbeiten Seitens der Unternehmer je 7, Seitens der Reichs- postoerMaltung je 5 Beamte in Thätizkeit. Die jeder einzelnen Colonne bei» gegebenen Fuhrwerke umfaßten je 16 b>- 18 Pferde, je 5 TranSportwaain 7 Kabel-, 2 Arbeiter-, 11 Hand- und 1 Meßwqgen. * 0 '

Skirgraphischt Depeschen.

Wolff'- tclegr. d*rrefprw>«q»tB*rtan.

SmS, 13. Jun«. S». Majestät der Kaiser hat heute früh 8 Uhr mit d" Brunnenkur begonnen und dann den Vertrag des Hofwarschalls Grasen Perponcher und des Chefs des Civiicabinels eutgegengeuommen. Um 1 Uhr wird die Ankunft Ihrer Majestät der Kaiserin aus Coblenz erwartet.

Pari-, 13. Juni. Wie aus Oran berichtet wird, stieß General Detrte auf eine Schaar von «usständtschen, die aus 400 Reitern und 600 Fuß-Soi.