Ausgabe 
13.12.1881
 
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Nr. 290. Dienstag den 13. December 1881.

6>icßcucr 'Sinniger

Anitigr- uni) Amlaiiltit für brn firtis Kichn.

Bureaur Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme br > Montag».

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Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. nid Bringerlohn.

Durch die Bost bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.

Amtlicher Pheil.

Bekanntmachung.

In Gemäßheit des Z S deS Gesetze- vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitt-Marktpreise vom Monat November 1881 veröffentlicht: izxzx

Hafer 18,. Heu JL 9,80, Stroh JL 9,80 per 100 Kilogramm.

Gießen, am 10. December 1881. Großherzogliches KreiSamt Gießen.

Dr. Borkma na. ______ ___________

6 c f a n n t m a ch u n g.

Nach Anzeige de- Kaserlich Deutschen Gentral > Konsulat- zu New'Jork ist am 21. September d. I-. zu Quarrv, Marshall CourUy, in Iowa der am 31. Oktober 1851 angeblich im Großherzogthum geborene Heinrich Bickel, unverheirathet und ohne Hinterlassung von Vermögen gestorben.

Da deffen Angehörige bi- jetzt nicht ermittelt werden konnten, eine Benachrichtigung von dem Todesfälle jedoch für dieselben von Interesse sein dürste, so wird derselbe hiermit zur öffentlichen Kei ntniß gebracht.

Gießen, den 10. December 1881. Großherzogliche- Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann. ____________________________________________

Betreffend^ Die Lehrerwohmmgen. Gießen, am 12. December 1881.

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen

an die Schulvorstände des Preises.

Sie wollen, soweit die- noch nicht geschehen, al-bald die in obigem Betreff zu erstattenden Berichte etnsenden.

Dr. Boekman n. .

stützuvg bei dem Sparkaffe-Verein Nidda nachsuchen wollen.

Dr. Boekman n.

Betreffend: Die Einführung de- Turnunterricht- in den Lolksscdulen. c 6?n; Q? December 1881.

Die (Nroßhcrzoqlichc Krcis-Schul-Com»n)noii Glcßcu an die GroHherzoglichen Bürgermeistereien in dem Lparkafsebezirk Nidda.

Rach Mittheilung der Großherzogltchen Kreis,chuikommlsfion Büdingen haben tU Sparkaffevereine Nidda m.d Ottenberg zur Anschaffung der Turn- aerLthschaften den zugehörigen Qtmtmbfn Unterstüsunzen vcrw'üigt für Die emklassige Schule 20 JL, für die mehrklässige 35

Wir theilen Ihnen diese- zur Kenntn ßnahme und Erwägung mit, ob Sie nicht auch für Ihre Gemeinden um die Verwilligung einer solchen Unter-

Indern ick Nachstehende- zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche 'ch die Herren Bürgermeister, die jungen Schmiede ihrer Gemeinden aus den Beginn de- UnterricktScursuS noch besonder- aufmerksam machen zu wollen. M

(Q i e6cn ben 10. December 1881. Der Director des landwirihichaftlichen Bezirk-vereioS Gießen.

p Dr. Boekman n.

Unterricht im Hufbeschlag 1882.

Der Unterricht im Hufb-schla, für junge Schmiede in der Sroßh. V-ierinLr-Anstalt zu Swß.n für lausenden Winter soll am 9. Januar 1882, Vormittag« S Uhr, beginnen und w.rd bi, Sud« Februar dauern. Die au-wLr.igen The.ln.hmer am Unterricht muffen schon am 8. Januar in Gwßeu «tntr'ff'n. < ^berheffen, welche den Unter.icht besuchen «ollen, bab.n sich zeitig bei unterzeichnetem PrLffdium schriftlich zu melden und der

Anmeldung Nachweise über erworbene Schulkenntniffe, bestandene Lehrzeit und gutes Betragen sowohl, al« auch über dre Mattel ,u chrem Unterhalt in Gwßen

Der Unterricht selbst wird unenigeldlich eribeilt; dagegen haben Unbemittelte müffen sich mit etwaigen Unterstützungsgesuchen an Friedelhausen, am 3. December 1881.

die Teilnehmer an demselben für ihren Unterhalt in Gießen selbst zu sorgen.

die betreffenden Bezirksvereine oder an ihre Hetmathsgemeinde wenden.

Der Präsident deS landwirthsck^ftlichen Verein- von Oberheffen.

Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.

Hesterreich.

SBien, 10. December. Heute Nacht brach im vierten Stockwerke des Ringtheaters, 'in der SchneiderwerkstLite, abermals Feuer aui, welches fich so> fort in da« dritte Stockwerk verbreitete. Ss wurden Leitern requrrirt, um tbeUs mittelst dieser, theils über die stehengebliebeuen Stiegen in das Innere ewgudrmgen, so daß der Brand gelöscht werden konnte. An der Front .st das Feuer größtenth.iis gedämpft, die Thötigkert der Dampssprche, welche d,e aanze Nacht arbeitete, wurde früh eingestellt, weil das G-bäude durch die hmeingeschleuterien Waffermaffen so sehr unterwaschen ist, daß daffelbe e>nzu- stürzen droht. Der SintriU ta das Theater ist Jedermann, auch ben Feuer- wehrleuten, untersagt; am Gebäude zeigen fich innerhalb und außerhalb groß. Riffe Heute sollen die wankend.» Mauern gestützt und dann der Schutt im Varterre soweit es die Gluth gestattet, ausgeräuml werden. Aus der obeien Etage stürzen mit dem Steingerölle und einzelnen Mauerstücken vielfach halb veckblte Leicheniheile herab.

Die Gefahr des Zusammensturzrs der Mauern des Ringtheaters ist «im so drohende geworden, baß das Herausschaffen der Leichen bis nach Durch- lübruna der Sicherheitsarbeiten fistwi werden muß.

v _ Abgeordnetenhaus. Der Mimsterprästbent Gras Taaffe g:b eine Mitikeiluna der Statthalteret über den Brand im Ringtheaier bekannt und verficherte, ^daß die Regierung zum Schutze des die Theat-r besuchenden Publ,- kums ihr Möglichster lhun werde. (Lebhaster Beifall) Das Haus bew lligte sofort einen Kredit von 50,000 Fl. für die Hinterbliebenen der Verungluckren.

Eine von Mitgliedern aller Parteien unterzeichnete Interpellation an die Re­gierung verlangt Schutz gegen die Wiederkehr solcher Katastrophen.

Die AgnoSc rung der Leichen der bei dem Brande Verunglückten dauert fort. An der Westseite des Theater- stehen noch einige Balken in Brand ; Abei dS 7 UKr mußte wegen de- Einsturzes einer Mauer mit der Wegräumung deS SckuiteS eingehalten werden.

Dte von et er gerichtlichen Eommisfion agnoScirten Leichen sind theil- weife heute Dormittaa beerdigt worden. Die Eommisfion wird bis heute Abend functiomren. Die nicht agnoScirten Leichen sollen kommende Nacht auf dem Eentral'Fnedhos detgesrtzt und übrrriorgen unter Beiwohnung deS Ge- meii derathS qemeitja n begraben werden. Dte Poliz'i setzt die Vernehmung des TheaterpersonalS zur eingehendsten Feststellung der Brandursache fort. Im Krankenhause befi den fich 235 Leichen.

Nach einer Meldung aus Pans haben die .Union g^rale* 100,000 Frcs., der Präsident derselben 10,000 Frcs., Frau Bontou; 5000 FrcS. und der Uuron-Dtrecror Feder gleichfalls 5000 Frcs. für die Verunglückten geze chnet; außerdem ist von derUrüon g^ndrale** eine Subscription bei deren gesammter (Slier-tel eröff et-

In der von dem Minister-Präsidenten Grafen Taaffe in der heurigen Sitzung des Äbg ordnete^hauses verlesenen Relation des Statthalters über Die Katastrophe im Ringcheater heißt es: Die Erhebungen über die Entstehungs- Ursache des Brandes seien noch richt abgeschloffen. Nach den bisherigen Er. Hebungen dürfte anzunehmen sein, daß eine oberhalb der fünften Soffite hän­gende Eouliffe durch die Sosfiten-Beleuchtung Feuer gefangen habe, das sich