Ausgabe 
13.11.1881
 
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bei der Stichwahl Liebknecht (Soc.) 10,861 St., Hallwachs (nat.-ltb.) 7117 St. Aus sechs kleineren Gemeinden fehlen die Resultate noch, doch gilt die Wahl Liebknechts als gesichert.

Kassel, 11. November. In der hier stattgehabten Stichwahl zwischen Schwarzenberg (Fortschr.) und Krauß (conf) hat Ersterer bisher eine Majo­rität von etwa 5500 Stimmen.

Hanau, 11. November. Frohme (Soc.) wurde mit ca. 2400 St. Majorität gewählt.

Halle a. d. S., H. Novbr. Stichwahl. Für Boretius (nat.'lib.) sind bis jetzt 1724 und für Meyer (Seceff.) 5856 St. gezählt.

Kreuznach, 11. November. Stichwahl. Professor v. Treitschke (lib.) erhielt 9855, v. Schorlemer-Alst 7812 St. Aus einem Wahlbezirke fehlt das Wahlergebntß noch, die Wahl des Pros. v. Treitschke's gilt aber für gesichert.

Diez, 11. November. Stichwahl. Für Münch (Forischr.) sind bis jetzt 7698, für Tripp (Centr.) 4873 St. gezählt, der Erstere ist alS gewählt anzusehen, da die von einigen Ortschaften noch fehlenden Wahlergebnisse das Stimmenverhältniß nur unerheblich verändern können.

Dresden, 11. Novbr. Stichwahl. Oberbürgermeister Stübel ist mit 14,143 St. gewählt; Bebel erhielt 10,856 St.

Leipzig, 11. November. Stichwahl- Vice-Bürgermeister Stephani (nat.'lib.) wurde mit 11,863 St. gewählt, für Bebel (Soc.) wurden 9821 St. abgegeben.

Lokales.

Gießen, 12. November. Eine Schlägerei in der S ch ram m'schen Herberge in der Wolkengasse veranlaßte gestern Mittag 12 Uhr einen großen Menschenauflauf. Gegen die Hauptkrakehler ist Untersuchung eingeleitet.

Gestern Nachmittag wurde hinter der Throm'schen Fabrik in der Lahn die Leiche eineS seit Montag vermißten älteren Mannes von hier geländet-

Bermischtes.

Frankfurt, 9. November. Am Sonntag saßen fünf Frauen am Theetisch und unterhielten sich lebhaft über die Tagesereignisse, als eine Dame nach der andern unwohl wurde. Es beschlich sie das Gefühl eines Katzenjammers in großem Maße. Die Gesellschaft hielt sich für vergiftet und wurde in dem Glauben auch bestärkt, als die Frau des Hauses darüber jammerte, daß das Theewasier in einem kupfernen Kesiel gekocht worden sei und dieser ?;etoi6 Grünspan gehabt habe. Eine der Damen fiel vor Schreck in Ohnmacht. Nun eilten ie sämmtlich aus dem Zimmer und schickten nach Hülfe. Glücklicherweise vergaß die Gesell­schaft die Zimmerthür zu schließen, was für die Ohnmächtige zur Lebensrettung wurde. In der freien Luft wurde den Hinaußgeeilten balv bester und der rasch erschienene Arzt fand, daß in Folge zu frühen Schließens der Ofenklappe sich Kohlengas in dem Zimmer entwickelt hatte. Es mag dies zur Warnung für ähnliche Fälle dienen.

Ein hübsches dunkelblondes, noch nicht 20 Jahre altes Mädchen hat in Gemeinschaft mit einem herabgekommenen Kaufmann hier und auswärts große Betrügereien ausgeführt; namentlich verlegte sie sich, unter Assistenz ihres männlichen Begleiters, auf das Ausschwindeln von Maaren, was ihr bei ihrem distinguirten Auftreten nur allzu sehr gelang. Sie hat eine nicht unbedeutende Anzahl von Firmen auf die raffinirteste Weise um beträchtliche Summen gebracht und ist deßhalb auf die Ergreifung des Hochstablerpaares eine Belohnung von einigen hundert JL ausgesetzt worden.

Wie wir vernehmen, ist der Garantiefonds für die in zwei Jahren Hierselbst pro- jectirtc Gcwerbeausstcllung bereits aufgebracht.

[Steue Frartoffelreibemaschtne.j Nachdem die rührige Leiterin der Berliner Volksküchen und Vorsitzende des Berliner Hausfrauen Vereins, Frau Lina Morgenstern, ihr Urtheil zu Gunsten der Kartoffelreibemaschtne abgegeben und die Beschaffung von 14 Stück derselben für die Volksküchen bestellt hat, brauchen wir keinen Anstand zu nehmen, auch unsere HauSfrauen im Leserkreise dieser Zeitung auf die Maschine aufmerksam zu machen. Der Fabri­kant derselben, Adolph Pieper in Moers am Rhein, schreibt uns darüber: Mit einer Zwingschraube, die jeder Maschine beigegcben, wird dieselbe an den Tisch angefchraubt. Man nimmt die geschälten, rohen oder gekochten Kartoffeln und füllt mit denselben den oberhalb der Reibetrommel befindlichen Kasten bis an den Rand voll; alsdann drücke man nach Belieben mit dem Drücker fest oder lose die Kartoffeln beim Umdrehen der Kurbel herunter. Beim festen Druck wird die Maste grob, beim losen fein. Man läßt die Trommel sich füllen, nimmt einen Eßlöffel und zieht damit die geriebene Maste heraus, bei rohen Kartoffeln läuft dieselbe von selbst in ein untergestelltc? Gefäß. Die Reibetrommel kann herausgenommen werden und ist daher ein Reinigen leicht möglich. Die Maschine ist sehr leistungsfähig, man kann damit in e n paar Minuten einen ganzen Eimer voll Kartoffeln, sowie auch Brod, Aepfel, Zucker, Choco- lade, gfkochte Leber u. s. w. reiben. Die Maschine ist zugleich eine Zierde jeder Küche und kostet nur 9 JL Dieselbe Fabrik fertigt auch eine Universalsckälmaschine, mit welcher man 230 - 250 Pfd. Kartoffeln in ein r Stunde und fast augenrrtn schälen kann. Preis derselben ist 10 Ju

Handel und Verkehr.

SteHeu, 12. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostkre Butter per Pfd. «4t 1.00 bis vM 0 00, Hühnereier 1 Stück 78 H, 2 Stück 0 H, Enteneier per Stück 0 2 Stück 00 H. Käse per Stück 59 H, Käsematte per Stück 23 Erbsen 1 Liter 23 H Linsen 1 Liter 27 Tauben daß Pa" JL 0.500.00, Hühner p. St. JC 0.851.20, Hahnen p. St. JL 0.601.10, Enten per Stück 1.301.70 Gänse per Pfund 4354

Welsche per Stück JL. 0.000.00, Ochsenfleisch 64 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 46 biS 50 Kalbfleisch 44 48 Hammelfleisch 50 60 H, Schwemesteisch 6264 Kartoffeln per 100 Kilo vM 3.005.00, Zwiebeln per Ltr. JL 80, Milch per Liter 16 und 1» Weißkrauc 100 St. JL 3 008.00.

Auf dem am 8. dss. Mts. dahier abgehaltenen Diehmarkte waren aufgetrieben: 887 Stück Rindvieh und 1220 Stück Schweine. Der Handel war lebhaft und blieben die Preise unverändert. Nächster Markt Dienstag den 22. und Mittwoch dm 23. d. Mts, am letzeren Tage auch Krämermarkt.

Frankfurt a. M., den 12.Novbr., Nachmittags 2 Uhr Min. (Iclear. Courtzberichr Mitgetheill durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Gredtt« cictienSOS14, Staatsb.s'lctten 279*,4 Galizier 265, Oeft. Silberrente 665/e, 4% Unger. Goldrente 77Vie, 4% 1880er Russen 745/s« 2. Orient-Anleihe 60% 5% Rumänische Rente 89, Lombarden 1265/e- Tendenz matt.

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

Vom 5. bis 12. November 1881.

Aufgebote.

Den 9. November. Schneider Johannes Bechtold von Allertshausen mit Katharine Rohrbach, Tochter des Arbeiters Heinrich Rohrbach von Lollar. 10. Eisenbahnassistent Karl Christian Jost von Gießen mit Henriette Bärget, Tochter des DrehermeisterS Wilhelm Bärget von Büdingen. 11. Kunstreiter August Heinrich Maximilian Ackermann von Leipzig mit der Kunstreiterin Marie Dorethea RtviLre, Tochter des verst. Kunstreiters Adolf LoutS Leopold Rivikre von Brüffel.

Eheschließungen.

Den 5. November. Apotheker Ludwig Hermann Georgi von Schotten mit Marie Elisas bethe Käß, Tochter des Rentners Jobann Heinrich Käß von Meßen.

Geborene.

Den 30. October. Dem Spengler Christian Rosenberg ein Sohn. 30. Dem Schlosser Georg Karl Gernand em Sohn, Karl Heinrich Joseph Georg Philipp Adolf. Den 4. No vember. Dem Schuhmacher Konrad Wißner eine Tochter. Henriette Karoline. 5. Dem Stations-Assistent Konrad Schalch ein Sohn, Karl. 2. Ein Sohn von auswärts, Johann Georg. 5. Dem Dreher Jakob Häuser eine Tochter. 10. Dem Taglöhner Heinrich Lotz ttn Sohn, Wilhelm. 8. Dem HülfSführer Wilhelm Noll ein Sohn.

Gestorbene.

Den 4. Novembcr. Der Heizer an der Main-Weser-Bahn Philipp August Scherer, 35 Jahre alt. 6. Christian Konrad, 7 Jahre alt, Sohn des Schneidermeisters Philipp Horry- seck. 6. Wilhelmine Haßler, geb. Lefringbausen, 70 Jahre alt, Ehefrau des Schuhmacher- Meisters Heinrich Haßler. 8. Ludwig, 5 Mon. alt, Sohn des Bahnarbeiters Ludwig Schmidt VI. 9. Anna Elisabeth?, 9 Jahre alt, Tochter dts Buchhändlers Wilhelm Ferber. 10. Katharine Güngerich, geb. Güngerich, 43 Jahre alt, Ehefrau des Oeconomen Rudolf Güngertch. 10. Marie Schmoll, geb. Becker, 64 Jahre alt, Wittwe des Küfers Philipp Schmoll.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 5. November. Ludwig Hermann Georgi, Apotheker zu Wörrstadt, des Oberförsters Karl Friedrich Ludwig Georg Hermann Georgi zu Gießen ehcl Sohn und Marte E isavethe Käß, deS Rentners Johann Heinrich Käß ehel. Tochter.

Getaufte.

Den 6. Novtmber. Dem Arbeiter Karl Drehwald eine Tochter, Louise, geboren dm 25. Oktober.

Denselben. Dem Metzger Adolf Möhl eine Tochter, Marie Jakobine, geboren dm 29. September.

Denselben. Dem Schuhmacher Georg Todt eine Tochter, Karoline Elisabeth, geboren den 12. Oktober.

Denselben. Dem Postsecretär Karl Garthe eine Tochter, Hedwig Auguste Marte Sophie geboren den 1. Oktober.

Denselben. Dem Müller Johann Hofmann eine Tochter, Katharine Georgine Elisabeth, geboren den 25. September.

Denselben. Dem Dreher Julius Pimper eine Tochter, Johanna Emilie Wilhelmine, geboren den 7. September.

Denselben. Dem Postsecretär Karl Kaus eine Tochter, Marie, geboren den 2. September.

Denselben. Dem Pumpenmachrr Conrad Hammel eine Tochter, Elisabeth Christine, geboren den 23. Oktober.

Den 7. November. Dem Briefträger Peter Hanauer eine Tochter, Katharine, geboren bin 17. August.

Denselben. Eine unehel. Tochter von auswärts, Marie, geboren den 25. August.

Den 8. November. Dem Sattler Karl Bender eine Tochter, Anna Sophie Rosa, geboren den 13. Oktober.

Denselben. Dem Wirth August Saame eine Tochter, E ise Dorette Frieda, geboren den 2. August.

Beerdigte.

Den 4. November. Carl Wilhelm Brandes, Techniker an der Main-Weser-Bahn, alt 40 Jahre 2 Mon., gestorben den 2. November.

Den 6. November. August Scherer, Hilfsführer, alt 35 Jahre 10 Mon. 17 Tage, gestorben den 4. November.

Den 8. November. Johanna Wilhelmine Friederike Katharine Haßler, geb. Lefering- hausen, Ehefrau des Schuhmachers Heinrich Haßler, alt 70 Jahre 9 Mon. 11 Tage, gestorben den 6. November.

Allgemeiner Anzeiger.

Babatt-Spar-Austalt.

General-Agentur Gießen: (Emil Fischbach.

Nachstehend verzeichnete Handelsmitglieder sind zur Ausgabe unserer Rrb-ttscheine berechtigt. Jeder Käufer erhält bei Baazahlung Rabattscheine im vollen Betrag der Elnkaufssumme. Eine erklärende Broschüre wird gratis verabsolat.

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veröffentlicht hiermit, daß die Zahltage genannter Kaffe auf SJtittttwd) und Samstag, Mittags von 12 Uhr an verlegt, und daß außer dieser Zeit keine Geschäfte besorgt werden. (7375

Der Direktor: L. Haas.

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