Ausgabe 
13.11.1881
 
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Nr. 2ttö. Erstes Blatt. Sonntag den 13. November 1881.

Aichmer Wne^er

Bureau r Schulstraße B. 18.

Amkige- unh ImtaMett für iitn Kreis Girftn

Erscheint täglich mit Ausnahme bee Montags.

Preis vierteliührlich 2 Mar? 20 Ps mit Bringerlohi Durch d.e Poft bezogen r'ert'.ljabrlich 2 Mark 50 i>#.

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deutschen Exports, den dort herrschenden Geschmack, den steigenden Bedarf in gewiffen Artikeln und ist besondere banfchb anzuerkennen, baß die Deutschen Eonsuln neuerdings auch auf die Fehler aufmerksam machen, deren unsere Exportindustrie bewußt oder unbewußt sich schuldig gemacht. Für den augen­blicklichen Bedarf in gewiffen Artikeln kommen jedoch diese Jahresberichte viel zu spät und würde es baber bankbar zu begrüßen sein, wenn bas Auswärtige Amt ben Antrag bes Verein- deutscher Eisen- und Stahlindustrteller voll berücksichtigt, zumal da der genannte Verein sein Ersuchen nicht bloß auf die tbm naheliegenden Artikel der Eisen« und Maschtnenbranche, sondern für alle Maaren dis deutschen Exports ausgesprochen hat.

Posen, 10. November. In dem neuen LandgertchtSgebäude ist eine Feuersbrunst auSgebrochen, bis jetzt ist der ganze Dachstuhl abgebrannt.

Schweden.

Stockholm, 10. November. Der Ztronprtnz und die Kronprinzessin find wegen der beunruhigenderen Nachrichten über da- Befinden des Großher­zog- von Beben heute Abenb nach Karlsruhe abgereist.

tzngkand.

London, 9. November. Auf ber Insel Malta herrscht gegenwärtig eine starke Bewegung unter der Bevölkerung gegen den von den Behörven ein- geführten enaltschen Sprachzwang. Ja Flortana hat unlängst eine von 7000 Bewohnern besuchte Versammlung stattgefunben, bei welcher sehr heftige Reden gehalten wurden. Die Polizei schritt ein und verhaftete zahlreiche Thetlnehmer, wobei e- nicht ohne Verwundungen aus beiden Seiten abging. Die Malteser liefen bann burch die Straßen mit brm Rufe:ES lebe Italien 1 Es lebe die italienische Sprache! Nteber mit den Milden von Europa!" An die Königin Victoria ist eine von 15,000 Einwohnern unterzeichnete Bittschrift ab­gegangen, worin sie gebeten wirb, bem despotischen Treiben ihrer Beamten aus Malta Einhalt zu thun.

Gefunden: 2 Halstücher, 2 Taschentücher, 1 Peitsche, mehrere Schlüssel (darunter ein Schraubenschlüfiel), 1 Messerchen.

Zugelaufen: 1 rehbrauner Bernhardiner Hund, 1 weiß und schwarz gefleckter junger Jagdhund.

Gießen, den 11. November 1881. Großberzogliche Poltzeiverwaltung Gießen.

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Telegraphische Depeschen.

Wolff'- telegr. (Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 11. November. Ter Kaiser hat wegen eines leichten Unwohl­seins in Folge von Verdauunpsstörung und in Anbetracht des ungünstigen Wetters die Reise zur Jagd bei Springe aufgegeben.

Karlsruhe, 11. November. Bulletin über das Befinden des Groß- Herzogs: Ter Verlauf de- gestr-gen Tages war im Vergleich zu dem vor­gestrigen befriedigend. Die Nacht verlief ruhig. Heute Morgen betrug die Temperatur 38,4, der PulS 88. DaS Allgemeinbefinden ist, abgesehen von einer größeren Ermüdung, ben Umständen noch zufriedenstellend.

Baden-Baden, 11 November. Nach bem heute Nachmittag 5 Uhr au-gegebenen Bulletin ist da- Befinden deS Großherzog- heute weniger beun- ruhigend, das Fieber hat die gestrige Höhe r.rcht erreicht, der Puls hat sich etwas gehoben, der Großherzog hat mehrstündigen, ruhigen Schlaf gehabt.

D<r Kronprinz und die Krouprinzesfin von Schweden werden spätestens nächsten Sonntag hier erwartet.

Posen, 11. November. Nachdem da- Dach des neuen Landgerichts- aebäudeS vollständig heruntergebrannt war, wurde man de- FeuerS Herr. Der Brandschaden ist sehr bedeutend, die Decke deS großen Saale- in der ersten Etage und fast die ganze zweite (Stege find zerstört. Von den Akten find die currenten sämmtlich pmtfet, die rrponirten dagegen bis aus einige Aktenstücke ber Staatsanwaltschaft verbrannt.

Karl-ruhe, 11. November. DasGesetz- und Verordnungsblatt" veröffentlicht zwei Staatsakte. Nach dem einen überträgt der Großherzog, der wegen anhaltenden Unwohlsein-, noch Vorschrift der Aerzte, sich aller Geschäfte zu nrthallen Hal, seine Vertretungin den Regierungsgeschäften für die Dauer s iner Behmderung an dnr Erbgroßherzoa- Im anderen theilt der Erbgroßherzog die Entschltetzung des Groß- Herzogs dem Präsidenten des Staalsminifteriums mit und spricht dabn dte Verucherung aus, daß er die Stellvertretung unter treuer Beobachtung der Verfassung und Gesetze nach den Grundsätzen seines Vaters führen werde.

Paris, 11. November Die Bildung des neuen Kabmets dürste, wte verlautet, bis morgen Abend erfolgt sein. Als wahrscheinlich gilt, daß Frepclnet das Mmisterrum des Auswärtigen und Say das Finanzministerium, Gambetta aber das Präsidium des Kabinels ohne Portefeuille übernimmt; bezüglich aller onderrn von den Journalen genannten Ministerkandidaten heißt es, daß die bezüglichen Mmherlungen unnchtg oder verfrüht seien. _ _ 4 ,

Vom Kriegsminister Farre wurde der Kammer eine ^upplementarfrebitrorberun ß von 28 Millionen für bie Expedition nach Tunis 'und in ben Süben von Oran vor- gclegt.

Offenbach, 11. November. Nach ben bisherigen Resultaten erhielt

Deutschland.

Darmstadt, 11. November. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben AUergi.ädigst geruht:

Am 2. Novbr. ben RevisionSgehülfen Christian Magner auS Gießen zum OberrechnungSprobator 2. Klaffe bei ber zweiten Abtheilung ber Justifica- tur ber Oberrechnungskammer zu ernennen.

Darmstadt, 10. Novbr. Noch einer ben sämmtlichen Großh. Hefl. Amtsgerichten zugegangenen Dersügung Großh. Ministeriums beS Innern und ber Justiz wird m ber Kürze durch Herrn Profiffor.llg zu Darmstadt die von biefeui angefertigte Düste Sr. König!. Hoheit bcs Großherzog- (nebst den bazu gehörigen Consolen) ben Amtsgerichten zugesanbt, welche zur Ausstattung ber SLöffengerichts-Säle in denselben an der Wanb zu Häupten beS Gerichts ausgestellt werb-n soll.

m Darmstadt, 11. ittovember. Als außerordentliche Ausgabe im Ressort des Ministeriums drs Innrni und der Justiz sind m dem neuen Staatsbudget 231,000 für Erbauung eine- zweiten GvmnasialgebäudeS zu Darmstadt nebst Turnballe vorgesehen DaS dringende Bedürfmß wird in ben dem Budget bstgefügten Erläuterungen detarlirt nachgewiesen und namentlich dervorgchobcn, daß eS mit Rück­sicht auf die fortschreitende Zunahme der Stadt Darmstadt nothwendig erscheine, die­jenigen Räumlichkeiten vonukben, welche für ein vollständiges Gymnasium erforderlich sind. Dem vordandenen Bcdürfniffe zu genügen, werden erfordert: 10 Schulsääle, 1 Lehrfaal für Physik nebst physikalischem Cabmet ?c, 1 B'bliothekzimmer mit Vor­zimmer, 1 Hin nier für den Director, 1 PedeUenn obnung, 1 Zeichensaal, 1 Sammlungs­zimmer, 1 'tzoi'icren-zimmer, Lehrer- und Schüleraborte, 1 Turnhalle. Die Kosten für Ankauf de« erforderlichen Geländes und für Herstellung eines entsprechenden Gebäudes berechnen sich nach voiläusigem Anschlag auf 231,000.* Aufstellung definitiver Pläne 1 und Kostenberechnung kann erst angeordnet werden, wenn über die Plahsrage Ent­scheidung gdroffen ist Ein weiterer Poften deS Exttaordinanums der Ausgabe beziffert sich auf 63,700 JL für Errichtung eines Gebäude« für die Taub­stummenanstalt zu Bensheim. Rach den bieizu gegebenen Erläuterungen besaß diese Anstalt seither kem eigenes Haus, sondern eS war für dieselbe das dem Director gehörige Wohnhaus zum Preise von 1500 .* jährlich gemietbet und, soweit es die baulichen Verbältniffe deS zu ganz anderen Zwecken erbauten Hauses gestatteten, ent­sprechend hei gerichtet wordcn. Bei der früheren Frequenz der Anstalt, die sich von ihrer Gründung an bis zum Jahre 1874 selten auf 30 Zöglinge gehoben hatte, waren die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten ziemlich ausreichend- Seitdem aber die Schülerzabl von 46 im Jahre 1874 rasch bis auf 86 im Iabre 1880- 81 gestiegen ist, qenüpen die efruliäume nicht mehr. ES mußten feit dieser Zeit zwei Klasien tn demselben Zimmer gleichzeitig unterrichtet werden, waS natürlich zu vielfachen Storungen Veranlassung gab, und auch in den übrigen Zimmern mußten die Kinder so gedrängt sitzen daß auch dadurch ber Erfolg des Unterrichts vielfach beeinträchtigt wurde. Wiederholt oorgenommcne An- und Umbauten konnten keine dauernde Abhilfe schaffen unb ein Ankauf bcS Gebäudes schien nicht rüthlich. Auch hier kann definitiver Plan und Kostenanschlag erst nach Erledigung der Platzfrage aufgeftellt werden.

Berlin. Der Vere n deutscher Siiei.- unb Stahltndustrieller hat bei bem auswärtigen Amte des Deutschen Reiches beantragt, daß bie in fremden Staaten beglaubigten Deutschen Eonsuln, ähnlich wie es in Belgien, Frank- reich, England, theilweise Orsterreick u. s. w. geschieht, veranlaßt werden, über bie in ihren ConsulatSbezirken vorkommenden Submissionen, Ausschreibungen größerer Lieferungen unb dergl. summarische Berichte an daS Auswärtige Amt der Art zu eifhtten, daß die Deutschen Industriellen in die Lage gesetzt werden, sich an solchen Submissionen noch zu betheiligen. Wie wir erfahren, ist das Auswärtige Amt geneigt, auf diesen Antrag einzugehen, oder wenigstens einen Versuch zu machen ob eine solche Einrichtung der deutschen Industrie zu erbeb- lichem Nutzen gereichen wird. Die Mittbeilungen der Consulate sollen sich, zumal da sie möglichst ohne Zeitverlust erfolgen muffen, nur auf die wichtigsten Punkte beschränken, z. B. bei Submissionen aus ben Gegenstand) bes Bedarfs aus bie Quantität unb ben Termin der Lieferung, auf ben Zeitpunkt, bis zu welchem Offerten ei: zureichen, auf ben Ort, wo b efelben abzugeben und bie speciellen Submissionsbedingungen zu erfahren find. Weitere Mittheilungen würben nur bann nothwenbig sein, wenn ganz bisondere ausnahmsweise An­forderungen an die Submission geknüpft sein sollten. Diese kurzen, wahrschein- lich meist telegraphischen ConsulatSberichte würden bann durch irgend ein Blatt, event. durch den Reichsanzeiger, zu allgemeiner Kenntniß der deutschen Industriellen gebracht unb ben letzteren überlassen werben, ob und inwieweit sie diese Notizen zur Erweiterung ihres Absatzes zu benutzen gesonnen und in der Lage sein werden. Es handelt sich also in der Hauptsache darum, der deutschen Industrie davon Kenntniß zu geben, baß .in irgenb einem fremben Lanbe ein Bebars an Jndustruprobucten vorharbcn ist. ben bie deutsche Exvort- industrie in ihrem Jr.tereffe und zu ihrem Nutzen ganz oder theilweise decken könnte. In ben Jahresberichten ber Eonsuln, die im Deutschen Handelsarchiv regelmäßig veröffentlicht, von der deutschen Industrie jedoch kaum mit der ent» sprechenden Sorgfalt studirt werden, finden sich zwar viele ähnliche Hin- deutungen auf bie Lage des auswärtigen Marktes, die Zu- oder Abnahme des

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