und Ausgaben, und es wird dieselbe ein heilsames Beispiel auf die wenigen noch aufsässigen Stämme üben, die den Grenz-Commandos noch hier und da zu schaffen machen und von keinem Uebergang in einen cioilisirten Zustand etwas wissen wollen.
New-Nork, 10. August. Der Aboocat des Nihilisten Hartmann hat an den Staaisstcretär Blaine geschrieben und gebeten, daß dieser die ihm zugeschriebenen Ansichten desavoutren möge, wonach Hartmann verhaftet und als Mörder nach Rußland geschickt werden könnte. Der Adoocat sagt In dem Schreiben, diese hier umlaufenden Meinungen hätten Hartmann zur Flucht nach Kanada veranlaßt, und er bittet jetzt, daß der Staatssecretär dem Hartmann die Versicherung gebe, daß er nicht werde verhaftet werden. Die Antwort des Staatssekretärs Blaine charakterisirt diese Reclamationen zu Gunsten Hartmann's als schamlos und sagt, Hartmann sei nicht amerikanischer Bürger geworden dadurch, daß er nach den Vereinigten Staaten gekommen sei. Die von dem Advocaten aufgeworfene Frage betreffe das internationale Recht und weittragende gesetzliche Principien und erhebliche persönliche Rechte. Blaine weigert sich, tm Voraus die Entscheidungen der Regierung bekannt zu geben.
letegraphische Depesche«.
Wolfs'- ttleflt. (TtrnfomitB
Berlin, 11. August. Die „Norddeutsche" bringt ein an sie gerichte- tes Schreiben des Prof. Schulte in Bonn, worin derselbe erklärt, den Kanossa- Artikel der „AugSb. Allg. Ztg." nicht geschrieben, ja noch niemals einen Artikel für die „Augsb. Allg. Ztg." geschrieben zu haben. Daß der Artikel altkatho- ltschen Kreisen entstamme, stelle die „Augsb. Allg. Ztg." ausdrücklich in Abrede, einen sachlichen Grund für solche Mutymaßung gebe es nicht, da die^ Besetzung erledigter Bischofstühle in Preußen nichts mit der altkatholischen Sache zu thun habe.
Paris, 11. August. Die „Republique srancaise" veröffentlicht das vom Wahlcomtt^ von Belleville ausgestellte Programm mit einem dasselbe billigenden Schreiben Gambetta's. DaS Programm fordert eine partielle Revision der Verfassung, die Einführung des Listenscrutiniums, eine Reform der Gerichtsverfassung, den obligatorischen dreijährigen Militärdienst, die Decen- tralistrung der Verwaltung und die politische Centralisirung, um den inneren und äußeren Frieden zu sichern. Das Wahlcomit6 hofft, die Beziehungen der Arbeit zum Kapital würden zu Gunsten der Arbeit modificirt werden durch die politischen Fortschritte, durch die Affociationsfretheit, durch die Tyndicate und durch die Einführung von Pensions« und Alterskaffen. Das Wahlcom.tä fordert endlich, daß rückfällige Verbrecher in eine Strafcolonie gesch ckt werden.
Ikom, 11. August. Die Nachricht, daß der Papst möglicherweise von Rom abretsen werde, ist unbegründet. Der Papst soll noch am Sonntag seiner Umgebung gegenüber geäußert haben, er sei entschlossen, Rom nicht zu verlassen, außer wenn er brutaler Gewalt weichen müsse. Die Nuntien sind in- strutrt worden, in diesem Sinne zu antworten, wenn sie gefragt werden.
Nancy, 11. August. Bei einem Banket hielt der Ministerpräsident Ferry eine Rede, in welcher er an die Aufnahme erinnerte, die er einst am 16. Mai in Nancy gesunden hatte. Die Gerechtigkeit im Herzen des Volkes sei unendlich groß, er sei der Ansicht, daß die nächsten Wahlen ein Act der Dankbarkeit gegen die Majorität sein werde, die Frankreich von der persönlichen Gewalt befreit habe. Die Angriffe und Verleumdungen gegen die 363, welche sich um Frankreich und die Republik woyl verdient gemacht hätten, müsse er beklagen. Es werde nicht gelingen, Wahlen vorzunehmen, bei denen jene 363 ausgeschlossen würden, ebensowenig würden Reoolutions- und Protestwahlen gegen die parlamentarische Republik gelingen. Die Wahlen würden den Geist der Klugheit und der Eintracht zwischen den Republikanern befestigen, welche die große Stärke Frankreichs in der Vergangenheit gewesen sei und das Evangelium Frankreichs in Zukunft bleiben müsse. Der Minister erinnerte sodann an das Vorgehen der Kammer gegen die klerikale Partei, an ihre Theilnah'.ie an den Unterrichtsgesetzen und der Ausführung der Märzdekrete. Dies sei ein Beweis für die fortschreitende reformatorische Politik. Er sei für eine theilweisc milde Revision der Verfassung, wie solche jüngst von einem großen Redner in Tours auseinandergesetzt worden sei. Man dürfe solche Revision aber nicht mit der gewaltigen radikalen Revision zusammenwerfen, welche von den Intransigenten verlangt werde. Er sehe eine partielle Revision der Verfassung nicht für eine Gefahr an, sondern für eine Mahnung. Ferry schloß mit eiuem Toast auf die Verbindung aller Republikaner.
Lokales.
Gießen , 12. August. (Sitzung der Stadtverordneten vom I l.ds. MtS.) Anwesend: Herr Bürgermeister Br.amm, Herr Beigeordneter Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst. Gail, Grüneberg, Hanstein, Hoch, Homberger, Kauf, Lüde- king, August Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Wenzel und Wortmann. — Der Rechnungsabschluß der Plock'scben Stiftung ergab an Einnahme 5666 JL. 15 H, an Ausgabe 5067 17 H und weist «inen Kapitalvorrath von 78582 Jü 67 auf.
Die Recknung wird genehmigt. — Infolge sich immer mehr herauöstellender Mängel an der Ktrch- thurm-Uhr, welche durch Reparatur auf die Dauer nicht zu heben sind, wird beschlossen, Offerten mit Preisangabe zur Anschaffung einer neuen Uhr einzuziehen. — Die zur Erneuerung des Kamins auf dem Kirchthurme nöthigen Kosten werden bewilligt. — Die Gesuche von Jacob Rappel (Erbauung eines Hintergebäudes rc.), Bautechniker Ludwig Huhn (Veränderung eines Bauplans), Stations - Assistent August Zöckler (Errichtung eines Wohnhauses an der Westschoor) werden befürwortet, letzteres unter der Bedingung, daß der Gesuchsteller die Kosten der Uebrrwölbung des Schoorgrabens mit Beginn des Baues übernimmt. — Das Ge such des Wirths Jacob Helfenbein um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes an der Marburger Straße wird dem Anträge der Baubeputation gemäß, welche das Gebäude als an die Staatsstraße nicht paffend bezeichnet, nicht befürwortet. — Die in Betreff der Legung von Trottoirs auf dem Seltersweg von Metzger Karl Sack vorgebrachten Einwendungen werden verworfen und beschloffen, an der Durchführung der Trottoirpflasterung nach dem vorliegenden Plane festzuhalten. — Dem Gesuche von Aug. Montanus um Erlaubniß zur Anlage eines Kanals aus seinem Hause an der Bahnhofstraße wird widerruflich stattgegegeben. — Der vorliegende NtvellirungSplan für den Ausbau der Ludwigstraße wird genehmigt.
— Ein Knecht von auswärts stahl gestern einem andern eia Paar Stiefeln. Er wurde verhaftet.
— In der Nacht vom 9. auf den 10. d. M. wurde in der Alicenstraße von diversen Herren Scandal und Unfug verübt. Sie wurden zur Anzeige gebracht.
Vermischte-.
Mainz. Bei vem Herannahen des Festes, drffen Einleitung durch die am vorigen Sonntag stattgehabte Vorfeier in überaus gelungener und vielversprechender Weise erfolgte, ist es gewiß von Interesse, daS theilweije modificirte und nunmehr entgültig festgestellte Programm nochmals kurz zusammenzufass<n:
Samstag den 13. August: Nachmittags 3 Uhr: Turntag. 6 Uhr: Wahl der Preisrichter. Abends 8 Uhr: Begrüßung ver Turner in der Festoalle, Festcommers und Eoncert. — Sonntag den 14 August: Vormittags 7—9 Uhr: Empfang der erntr.ffenden Turner an den Bahnhöfen und Begleitung derselben mit Musik nach der Stadt. 10 Uhr: Aufstellung des FrstzupeS auf dem Boulevard 11 Uhr: Frstzug durch die Stadt nach dem Festplatze. Nach Eintreffen deS ZugeS auf dem Fcstplatzr nehmen die Turner Aufstellung zu den Freiübungen, darauf Festrede, Festgesang und Freiübungen — Restauration nach der Tageskarte. — Von 4 Uhr ad: Turnen der Musterriegm. 6 Uhr: Allgemeines Schauturnen. Während des Turnens Doppelconcert auf dem Festplatze. Abends von 7 Uhr ab: Großes Eoncert in der Festballe. — Montag den 15. August: Dormitraas 6>/x Uhr: Beginn des PreiSturnens. Nachmittags 2 Uhr: Festbanket in der Fistballe. 3 Uhr: Schülerturnen. Um 5 Uhr: Schau- fechten mit freiem Affaut. AbendS 8 Uhr: PreiSverrheUung Großes Eoncert in der Fest- balle. — Dienstag den 16. August: Vormittags 11 Uhr: Gemeinschaftliches Frühstück in der
Festhalle. Nachmittags 4 Uhr: Prrisringen, Kürturnen, Doppel-Eoncert. AbendS 8 Uhr: GroßeS Vokal- und Jnstrumrntal-Eoncert in der Festhalle, ausgeführt von lämmtlichen hiesigen Gesangvereinen, unter Leitung deS Herrn Kapellmeisters Lux. — Mittwoch den 17. August: Nachmittags 4 Uhr: Monstre-Eoncert von drei RegimentSmusiken. Bei günstiger Witterung: Um 5 Uhr: Ballonsteigen. Abends 9 Uhr: Großes Nachtmanöver der frriw Feuerwehr Aar Schluß oeSselben: Bengalische Beleuchtung deS Frstplatzes — Sonntag den 21. August : Nach- mittags von 4 Uhr ab: Allgemeines Volksfest bei Doppel-Eoncert, Tanzvergnügen und Volks, beiustlgungen aller Art.
Der Festzug wird durch die Mitwirkung sämmtlicher Vereine und Corporationen von Mainz, weiche zum großen Theile in coftümirten Gruppen auf eigenS hergestellten Festwagen erscheinen, einen Glanz und eine Mannigfaltigkeit bitten, wie ditS wohl noch selten bei ähn* lichen Veranstaltungen der Fall war. In dem Zug, welcher mindestens 1z Musikchorps mit sich führt, werden sämmtiiche Gesang , Ruder-, Kriegervrreine, die Schützengesellichaft, der Fechtclub, die Feuerwehren, eine große Anzahl der hiesigen Innungen u. s. f. zwischen die ein-' zelnen Gaue des Mittelrheinkretseö vertheilt jein. Der großen Suite von Reitern, welche den Zug begleiten, hat die Directron des Circus Corty in anerkennenswerthester Welse ihren Mar- stall zur Verfügung gestellt. Die Bestellungen von „Festkarten für Nichlturner" laufen denn auch in den jüngsten Tagen in erfreulich großer Zahl ein. Im Ganzen sind biS jetzt 4000 Karten abgesetzt worden, welche, zum Preise von <,£ 3.—, die TheUnahme an allen Festlichkeiten gestatten. Ist, wie wir hoffen, der Himmel dem Feste hold, so wird der Besuch der Feststadt in den Tagen vom 13. bis 17. August cr. ein ganz enormer werden, wie denn auch die Eisenbahnverwaltungen bereits ihre Vorbereitungen zur Beförderung aller dieser TheU- nehmer treffen.
Frankfurt, 10. August. Von verschiedenen Seiten stehen wieder neue Extrazüge zum Befuch der Ausstellung bevor. So hat der Gewerbeverein zu Kaiserslautern, der bereits im Juli einen Extrazug von 1200 Personen hierher sandte, sich neuerdings zu demselben Zweck an den Vorstand gewendet und um die gleichen Bedingungen ersucht, die auch bereitwillizst zugestanden wurden. Die Bahndireclion hat ihre Zusage ebenfalls schon gegeben. Der Extrazug ist für den 21 August in Aussicht genommen. Aus Wiesbaden. Mannheim und Köln wird Sehnliches gemeldet und Berlin will sogar noch zwei Extrazüge, einen für diesen und einen für den nächsten Monat, organisiren. — In den Tagen vom 21.—24. August v. I hält der Verrin deutscher Ingenieure seine jährliche Hauptversammlung, diesmal zugleich Feier seines 25jährigen Bestehens in Stuttgart ab. Der Frankfurter BezirkSverein deutscher In genieure hat nun sämmtiiche Dereinsgenossen eingeladen, auf dem Wege nach Stuttgart am 20. August die hiesige Patent und Musterschutz ^Ausstellung zu besuchen und solche unter der Führung hiesiger Vereinsmitglieder zu besichtigen.
Frankfurt, 10. August. Der Brand der jüngst in eine Actiengesellschaft umgewandelten Brodfabrik des Herrn May zu Hausen brach im Backhaus 5Vi Uhr AbendS aus und theilte sich rasch dem ganzen Etablissement mit, das bis auf die Jnspector:Wohnung und den Dorrathsspeicher total in Flammen aufging. Die Rödelhe,mer Feuerwehr war vor der Hausener und Bockenhelmer auf der Brandstätte. Was gerettet ward, ist ihren Bemühungen und der trefflichen Führung ihres Commandanten, Herrn Mayer, zu danken. Di- Geschäftsbücher sind gerettet. Die Fabrik ist zu 80 Procent bei der Magdeburger Gesellschaft und zu 20 Pcocent bei der North British und Mercantile versichert. Letztere hat Rückversicherung. Don hier auS hatten sich außerordentlich viele Menschen zur Brandstelle gegeben. DaS Flammenmeer war mit keinem Feuer der jüngsten Zeit hier und in der Umgegend zu vergleichen. Aon Frankfurt war keine Hülfe begehrt und keine gesandt worden.
— Ein trefflicheS Mahnwort an unsere Frauen finden wir im „D. Farn.-Bl." Nach einem Hinweis auf den bekannten Versuch des Inhabers des „PrintempS" in Paris, den deutsche Damenwelt zu bauernfangen, nach Erwähnung der Thatsachc, daß so viele sogenannte französische und englische Modeartikel deutschen Ursprungs sind, heißt es zum Schluß: „Wir sehen auf den verschiedenen Gebieten die alt: Ansicht sich lockern, daß nur Die Geschmacksrichtungen und Abnormitäten, die jeweilig in den lockeren Regionen von Paris herrschen, die allein richtigen, allein wahren seien. Wir fügen uns, wie die anderen Völker, noch Der gleich machenDen Einheit des Modells, haben auch öfter Gelegenhei:, darin den französischen Ebic zu bewundern, im Uebrigen gehen unsere Fabrikanten ihre eigenen Wege. Möchten nur die deutschen Frauen die energischen Bestrebungen deutschen Gewerbefleißes noch einmüthiger unterstützen und nicht zum großen Thcil noch ihr Heil von Paris erwarten I Nur so kann der deutsche Fabrikant den Muth gcwinnrn, nicht nachzulassen und eventuell Opfer zu bringen. Auch möchten wir wiederholt den deutschen Frauen empfehlen, einmal zu beobachten, ob für confequente baarc Zahlung sie nicht weit vortheilhafter in den heimischen Läden bedient werden würden, alS bei der bisher beliebten Borgwirthschaft. Ferner sollte grundsätzlich nur in den Läden gekauft werden, die streng auf fiste Preise halten, wenngleich ja daS angenehme Gefühl sich schwer überwinden läßt, das bisher der vermcintliche Dortheil des Herunterhandelns gewährte. Bezahlt baar und kauft nur zu festen Preisen und ihr werdet weit reeller und vortheilhafter denn früher bedient werden Für die Regulirung der Preise sorgt die Concurrenz. Soll aber absolut aus großen Magazinen fremder Orte gekauft werden, nun, dann stehen ja Dem Provinzialen in seiner Provinzialhauptstndt auch bedeutende und meist reelle Handlungen zu Gebote, dann sind uns ja unsere großen Handlungen in Berlin, Breslau, Elberfeld, Köln anderwärts räumlich und stammverwandtlich weit näher als die Pariser Geschäfte vom Schlage der Jaluzotschen. Die französische Uederlegenheit mag vor einigen Jahren noch bestanden haben, jetzt ist sie Dank der Intelligenz, der größeren Rührigkeit und der neuerdings von unseren ersten Handlungen sehr hervorgehobenen geschäftlichen Solidität unserer Fabrikanten glücklicherweise ein überwundener Standpunkt."
Frankfurt a. M, 10. August. Jedem, der in letzter Zeit die großartige Frankfurter Ausstellung besucht hat, werden auf Schritt und Tritt die an den mannichfaltigsten Ausstellungsgegenständen gehefteten Plakate „Angekausl für die Lotterie" ausgefallen sein. Man muh anerkennen, daß die Lotterie-Commission sich ihrer großen und schwierigen Aufgabe mit außerordentlichem Geschick und Geschmack entledigt hat. Daß dieses auch vom Publikum hinreichend gewürdigt wird, erhellt aus der Thatsache, daß seit Ankauf der prachtvollen Gewinne der Absatz der Loose einen geradezu rapiden Aufschwung genommen hat. Als erster Hauptgewinn ist eine herrliche Brillant-Garnitur, bestehend aus Collier, Medaillon, Broche, Ohrringe und Ring, von dem bekannten Hoflieferanten E- Schürmann & Co. für 30000 Mark angekauft, wirklich ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst mit den ausgesuchtesten Diamanten, welche Aller Augen auf sich ziehen. Der zweite Gewinn ist das vieldewundertc Renaissance-Speisezimmer von H. Rauch mit der completen Ausstattung von Möbeln, Teppichen, Vorhängen, Lustre, Oelgemälden, Majoliken, nebst completen Silberbesteck und dem prächtigen Porzellan-Service, von welchem Se. Maj. der deutsche Kaiser bei seiner jüngsten Anwesenheit gespeist hat. Dann folgt em großer Concertslügel von den weit berühmten Steinway & Sons in Rew-Aork mit den neuesten patentirten Verbesserungen versehen. Jetzt kommen die Luxuswagen, ein Coupä von Eifert und ein Mylord von Tbyme, beide hervorragend durch Eleganz und Leichtigkeit der Bauart- Der folgend: Gewinn ist wieder em Bnllantschmuck (Broche, Armband und Ohrringe), wenn auch kleiner als der erste Gewinn, doch gleich ausgezeichnet durch schöne Fassung und herrliche Steine. Wollten wir weiter fortfahren mit Aufzeichnung der prächtigen Gewinne, so könnten wir noch einige Spalten damit füllen; es genügt, wenn wir mit Vergnügen constatiren, daß die vorzüglichsten Ausstellungs-Gegenstände in größter Mannichtaltig- ke:t erworben wurden und dem glücklichen Gewinner somit die freudigste Ueberraschung bevorsteht
Wie's gemacht wird. Im Essener „Generalanz." inserirte die Guter-Expedition der Berg.-Märk. Bahn den Verkauf von 12 i/i6 Tönnchen frischer Häringe. Die schöne Zeit der Schnippelbohnen und die günstige Gelegenheit, den schwersten Durst hier in allen möglichen Biersorten, sogar durch eine ganze Skala Münchener Exportbier mit theils unaussprechbaren Namen löschen zu können, veranlaßte außer den Vertretern der bekanntesten Häringsfirmen auch eine Anzahl Privater, zum Verkaufslokale hinzueilen. 12 Tönnchen standen in Reih' und Glied; jedes trug eingebrannt die feinste Mark: Prima superior M. D. Die Händler kalkulirten schon, wie weit sie bieten durften: und kaum konnte man den Beginn der Auktion erwarten. Die Stunde schlug. Mit Wohlgefallen überblickte der Auktionator die große Zahl der Kauflustigen und erbot sich, ein Tönnchen zur Probe offnen zu lassen. Da lagen sie in Reih und Glied, die silbernen Meereskinder; auch der Boden eines Tönnchens wurde losgeschlagen — alles makellos, prima superior; und so rege wurde dann die Lust zum Kauf, daß Preise erzielt wurden, wie kaum der Kleinhandel sie fordert. Auch ein Lehrer hatte ein Tönnchen erstanden, er hoffte ihn aufzufrischen, den so lange vermißten Durst seiner Jugend, und drückte es an seine Brust, wie eine Geliebte, und fein Auge leuchtete im Vorgenuß der prima superior. Er kommt nach Hause, übergibt seiner Gattin, was er glücklich erstanden: er öffnet das Tönnchen — sieh,' wie sie leuchten und blinken; er greift tief hinein ins volle — Häringstönnchen — o weh! da drinnen ift's fürchterlich! Es waren — die Großeltern der oben und unten gelagerten prima superior, schwimmend in brauner stinkender Pöckel. Tableau!! Die Tönnchen waren von der Firma: M. G . . . els in Venlo nach hier an die eigene Adresse gesandt, mit


