die Züricher Regierung ausgefordert wird, durch welche um das Verbot des für den nächsten September in Aussicht genommenen Social sten-Tongresies ersucht wird, vamit nicht Zürich zum Sammelplatz für Ausländer werde, welche die Attentate verhertlichen oder neue vordere t?n.
Tilsit, H. April. Der Eisgang hat begonnen; die Memel ist h'er et-frei.
Berlin, 11- April. In der am 9. d. M- unter dem Borsitze des Staatsmim- sters v Boetticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde zunächst dem Gesetzentwürfe betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Wallen der Reichsbeamten dcr Cioiloerwaltung in der vom Reichstag beschlossenen Fassung die Zustimmung erteilt und der vom Vorsitzenden in der letzten Sitzung vorgelegte Entwurf e nes Ge setzeS betreffend die Kontrole des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elsaß-Lothrinaen für 1880/81 genehmigt. Verschiedene Anträge auf Bewilligung von Pensionen an Reichsbeamte unter Mitanrechnung der im Gemeindedienst zurückgelegten Dienstzeit, resp. unter Anrechnung einer längeren, als der gesetzlich pensionsfäbigen Dienstzeit, erhielten die Zustimmung der Versammlung. Die Bestimmungen über die den einzelnen Bundesstaaten zu gewährende Vergütung für die Erhebung und Verwaltung der Tabaksteuer, wurde nach den Anträgen der zuständigen Ausschüsse festgesetzt und ebenso den Ausschutzanträgen gemäß dem königlich preußischen Untersteueramte Wiesbaden bte Ermächtigung zur Abfertigung von Leinewand zu anderen als den höchsten Zollsätzen der betr effenden Tarisposttion ertheilt. Sodann wurde auf den mündlichen Bericht des IV. Ausschusses dcr Entwurf emes Gesetzes wegen Abänderung der Gewerbeordnung (Tanz-, Turn- und Schwimmlehrer, Rechtskonsulenten rc) in erster und zweiter Lesung nach der PräsidialvorMge genehmigt. Zum Schluß eriolgte die Ernennung von Kommissorien zur Berathung von Vorlagen im Reichstag, die Mittheilung über eingegangene, aus Grund früherer Beschlüsse den betreffenden- Ausschüssen zugetheilte Eingaben, sowie die Vorlegung neu eingcgangener Emgaben.
Cagliari, IO. April. Die „Avensie bt Sardegna" meldet aus Tunis, daß vorgestern seitens des französischen Generalkonsuls Roustan dem B.y eine Note der französischen Regierung überreicht wurde, in welcher die letztere ihre-. Entschluß, die Krumirs anzugreifen, anzetgt. Der Bky erwiderte hierauf, daß er die Macht selber besitze, die angeblichen Angriffe der Krumirs zu unterdrücken und die Schuldigen zu bestrafen. Er beklage oas Vorgehen Frankreichs und protestire gegen eine eventuelle Grenzverletzung, indem er die Verantwortlichkeit hierfür vor Europa und der Türkei Frankreich überlaste. — Die französische Note wurde gestern von dem Bey den fremden Consuln in Tunis inhaltlich mitgetheilt.
Pari-, 10. April. AuS Tunis wird gemeldet, daß der Bey erklärt habe, daß er eine Cooperation mit den französischen Truppen behufs Züchtigung der Krumirs ablehne und auf seinem Territorium allem handeln wolle. Die bezügliche Protestation des Bey's ist gestern den fremden Consuln in Tunis mitgetheilt worden; der Bey beschuldigt darin Frankreich, die Rechte von Tunis wie diejenigen der Pforte und der befreundeten Mächte zu verletzen. — Man schätzt die Stärke der unabhängigen Krumirstämme auf 15 bis 20,000 Mann, gegen welche der Bey bis jetzt nur 600 Mann geschickt haben soll. — Dem Vernehmen nach hat die italienische Regierung auf die von dem hiesigen italienischen Consul veranlaßte Petition um Entsendung eines Geschwaders nach der tunesischen Küste abschlägig geantwortet.
Karlsruhe, 11. April. Der Kronprinz von Schweden ist heute Nachmittag halb 3 Uhr zu einem 1 tägigen Besuche hier etngetroffen; derselbe wurde am Bahnhof von dem Großherzoge und dem Erbgroßherzoge empfangen.
Pari-, 11. April. Verschiedene Blätter beschuldigen den italienischen Consul in Tunis, Maccio, durch Italienische Emifläre das Journal „Mostakel", welches den heiligen Krieg gegen die Franzosen predigt, tn Tunis verbreiten zu lasten.
Petersburg, 11. April. Bis jetzt sind noch keine Bestimmungen hinsichtlich der Verurtheilten, Rustakoff und Geuoffen, getroffen. — Es heißt, daß General v. Kaufmann tn Folge eines Schlaganfalls krank darniederltege. Die „Agence Havas" bezeichnet die Nachricht als unrichtig wonach die Pforte Theffalten einer Großmacht hätte abtreten wollen, damit diese Theflalten an Griechenland übergeben könnte. — Da Fürst Gortschakoff durch sein Befinden verhindert sein dürfte, zu seinem 25jährigen Jubiläum am 27. d. Mts. nach Petersburg zu kommen, so werden fich wahrscheinlich Baron Jomini und Baron Fredericks nach Nina begeben, um dem Fürsten Gortschakoff ein kaiserliches Handschreiben überbringen.
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Handel und Verkehr.
t^ieyen, 12 April. 3u| dem u.-urigen dßocbenmnrtci koste:: Untrer pn Sfb. JL 1.10 bis X 1.15 Hüh.iereier 1 Stück 4—5 - St. —$ Gänseeier 1 St. 10-12 ftö't per Sr-
4—8 Kasematte per Smck 0 —3 H ür'oun 1 tiitcr 24 Lmscn 1 Liter 30 H, Tauben das Pa । X 0.80—1.00, Hühncr p. St- X 1 40—1 50 Hahnen p. St. X 1.70—2.50, Gänse ipx. Stück 0—0 X, -inten per Stück »<210 3 Ocillenfieisch 66- i 0 per Pfd., ttch» un? Ittndfietsck 46—50 Kalbfleisch 40- 44 Hammelsteisä 60- 66 Scdw'wkfleisL 6K—00 3], fcattuffeln per iOO X 4 00 4.80, Jtütehdr o. (Shc X 15—00, t'ttlch per Liter 16 und 1h Weißkraut 100 Stück X 0.00—00, Enteneier per 1 Stück 5—6 H, Welsche X 7-7.00.
Frankfurt, 10. April. Der heutige Diehmarkt war gut befabren. Angetrieben waren ca. 370 Ochsen, 3U0 Kühr, Rinder und Stiere, 280 Kälber und 200 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 65-67, 2. Qual. X 58-60, Kühe und Rinder 1. Qual. X. 55- 60, 2. Qual. X 45—50, Halber nach Qualität «X 40—60, Hämmel 1. Qual. X 58—60, 2. Qual. X 40 5>> per 100 Psd. Schlachtgewicht. Schweine wurden 660 Stück angeführt und mit 60—68 H daS Pfund bezahlt.
Frankfurt, 11. April. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 39, Nr. 2 X 37. Nr. 3 X 32, Nr. 4 X 2k, Nr 5 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 30 50-31, to.
I (Berliner Marke) X 29.00-00.00, vo. 11 (Berlmer Marke) x 24.00—00.00 Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hter X 24.00 21 50, ab unfern Umgegend X 23.75—24.00 do. fremder se nach Qualität H. 22.75—22.50, Roggen, je nach Qualität X 21.80—00.0»», Gerste X 17.-0 20, Hafer 15—16 50, Kohlsamen X 28 .>0—29.50, Erbsen X 19—27, Wicken X 16 — 17.50, Linsen X 20 40, Dohnen, weiße, X 23—23, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe uhd feine X —. Rüböl, detail, X 64. Stimmung fest. Hauptsächlich gefragt war: — Dringend offerirt: buntcG Mais X 141 /4—Vr (Die Preise ver- stehen fich sämmtlick ve>. 200 Pfd Zollgewichk — lOo Kiko)
Tiroler Bergmais. In der Umgegend von Sterzlng in Tirol, wo wegen hoher und rauhcr Lage (etwa 850 m über dem Meere) und oft bis Mai liegen bleibenden Schnees der Sommer sehr kurz ist, wird, dem Oesterr. landw. Wochenblatt zufolge, eine Sorte Welsch, körn ooer Mais gebaut, welche sich durch ihre sehr kurze Vegetationszeit auszeichnet. Das Pomologische Institut in Reutlingen baut seit etwa zehn Jrbr'en diesen Mais, hat sich abtr immer das Saatgut von Sterzing (alle zwei Jahre) kommen lasten, da man glauote, der Samen würde in dem schweren Boden und der freien, offenen Lage hier doch nicht reif werden. Dieser Mais wurde sogar immer auf das schlechtest- Land, worin bis zum Ende April Obst bäume zum Verkauf eingeschlagen waren und welches dah<r ganz schollig und zusammengetreten war, gesät. Derselbe wurde mit Gülle eingeqvsten und auch später noch einmal gegüllt u.id gab regelmäßig zwei Schnitte vortreffliches (Shünfuthr, wttcheS von 100 qm über 4200 kg lieferte. Der erste Schnitt wurde nicht zu kurz genommen und schon bann, wenn der Mais ungefähr 70 cm hoch gewachsen war. Im vorigen Jahre wurden eine Anzahl Pflarzen dieser in Reihen gesäten Maiösorte die besonders kräftig wuchsen, unabgeschoitten gelassen und bicie lieferten vollkommen reifen Samen. Es ist dies um so merkwürdiger als der vorige Sommer für diese Cultur bet seiner geringen Wärme und vieler Näffe nichts weniger als günstig war. Dieser Frühmais, besten Körner die Größe des gewöhnlichen W l ckkorns haben unb bet durchaus nicht mit dem kleinkörnigen Ginquantiuo zu verwechseln ist, verdient bei der kurzen Vegetationsdauer sicher alle Beachtung.
Kirchliche Anzeigen
der evangelischen Gemein de snGiehcn.
Gottesdienst:
Gründonnerstag, den 14 April:
Morgens 9 Vz Uhr: Pfarrer Dr. Wau mann.
fFeier des heil. Abendmahls. Die Beichte findet in Verbindung mit dem Abendmahl unmittelbar vor demselben statt.)
I CHarfreitag, den 15. April:
Morgens 9</r Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 5 Uhr: Gymnasiallehrer Stamm.
sJn diesem Nachmittagsgottesbienst wirkt der Kirchen Gesangoerein mit.]
1. Osterfeiertag, den 17. April:
Morgens 9 *, t Uhr: Pfarrer Dr. Naumann- Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nach beiden Gottesdiensten Erhebung einer Kollekte für die Armen unserer Gemeinde. Vom 1. Osterfeiertag an beginnen die Nachmittagsgottssdienste wieder um 2 Uhr.
2. Osterfeiertag, den 18. April:
Morgens 9 Vt Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. Nachmittags 2 Ubr: Pfarrer Schlosser.
sPrüfung und Vorstellung der Confirmanden.)
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 17. bis 23. April besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
r Anzeiger.
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