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Nülcr gute Pension.
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is(FWrcher.
Nr. 61. (Erstes Blatt. Sonntag den 13. Mürz 1SS1.
Kichener WiKger
Anikigk- un) Amtsblatt für bea Kreis Gießen.
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Amtlicher Theis.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit deS S 9 de- Gesetze! vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitt-Marktpreise vom Monat Februar 1881 veröffentlicht:
Hafer JL 15,50, Heu JL 8, Stroh JL 7,60 per 100 Kilogramm.
Gießen, am 11. März 1881. Großherzogliche- Krei-arnt Gießen.
Dr. Boekm a n n^
Gefundene Gegenstände:
1 Paar Manschrttrn mit »nSpsrn, 1 Taschtnmtsser, 1 Ftderhaltkr, 2 Fuhrm,no«.P<itschrn 1 Paar wollene Strümpfe, 1 Pferdeteppich, 1 Mnderjacke.
Gießen, den 12. März 1881. Großherzogliche Poli^etvrrwaltnng Gießen.
Fresenius.
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Politische Ueberficht.
Die preußische Mmisterkr»sis ist noch immer nicht beendet. Neue (Som* ilnatlonen find nicht ausgetaucht. doch gilt für sicher, daß der Lulkusminifter v. Puttkamer provisorisch da- Ministerium de- Innern übernehmen werde.
Da- Unwohlsein dr- Fürsten BiSrnarck, bestehend in einer starken kttarrhalischen Affection, ist noch nicht gehoben; der bekannte Hau-arzt de- Fürsten, Struck, soll dem Kanzler eindringlich da- Sprechen untersagt haben. Die bestimmte Erwartung der zahlreichen Neugierigen auf den Tribünen de- Reich-tage-, welche annahmen, daß der Kanzler noch weiter das Füllhorn seiner Angriffe auf sein« Gegner entleeren werde, wurde enttäuscht. Die Reden aren sämmtlich streng sachlich, und die Tribünen leerten sich rasch, als der Staat-iecretLr de- Innern, v. Bötticher, erk.ärt hatte, daß den Fürsten eine Indisposition fern halte. Letztere hinderte den Kanzler nicht, den Gesammt- Vorstand de- Neich-tages zum Diner zu empfangen.
Die Handelsvertrags-Verhandlungen mit Oesterreich beginnen bereit- In den nächsten Tagen. Seiten- Oesterreich-Ungarn- werden al- Leiter der Ler- Handlungen, Graf Wolkenstein au- dem Ministerium de- Aeußern, ferner Hof- rath Dr. Bazant und Dr. Stibrat au- dem Handelsministerium, die Sectionß- räthe Baron Glanz und Michantovtc- und Staat-secretär Dr. Mattekocich entsendet.
Der Vatikan soll angeblich Ordre gegeben haben, der Anzeizepflicht der Geistlichen zu genügen. Da in Preußen gegenwärtig gleichfalls ein Entgegen» kommen beschlossene Sache zu sein scheint, so dürfen wir auf einige Ereignisse rechnen, die a!S Präliminarien deS EulturfiiedenS zu betrachten sein werden. Ob man dann von Fall zu Fall weiter gelangen oder wirklich eine breitere FriedenSbasiS finden wird, steht dahin.
Die deutschen Elemente in Oesterreich erleiden fortwährend neue Niederlagen. Tie erhoffte Einmischung teS Kaiser- in der Nakionalitäten-Frage, zu Dunsten de- Deutschthum-, ist leider nicht erfolgt. Wüßte man nicht, daß die Deutschen zu kräftig find, um sich aus die Dauer die Vergewaltigungen gefallen zu laßen, so stände eS schlecht um da- Deutschthum, welche- zugleich al- daS Fundament einer gedeihlichen deutsch»österreichischen Allianz betrachtet werden muß.
Die englische Regierung benutzt die Ausnahmegesetze für Irland zur Verhaftung einzelner Agitatoren. Hoffentlich aber erinnnert sie sich, daß durch rigorose- Vorgehen gegen die Parteiführer nicht die Verpflichtung beseitigt wird, eine Besserung der Agrargesetz« herbeizusüdren.
Da- britische Reich hätte auch nach außenhin einer Politik Einhalt zu tbuv, die dem Rechtsgefühl Hohn spricht. Holland und Deutschland erheben bereit- in dem ungerechten Kriege gegen die Boer- in Tran-oaal die Stimme ter Humanität. Tie offene Anerkennung de- begangenen Unrecht- und damit die Selbstständigkeit de- Bauernstaate- Pretoria wäre deS englischen Volke- würdig und die beste Sühne für den Treubruch, welchen General Colle» mit feinem Tode gesübnt hat.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, Garfield, hat das neue ameri- -anische Cabrnet constituirt. I. G- Blaine, der früher unter den Präfident- Ichasts-Candidaten genannt wurde, ist Staat-secretär; William Windam. der Secretär de- Schatzamts, ist ein tüchtiger Volk-wirth, übrigen- nur Anhänger «ine- gemäßigten Schutzzoll-; R. I. Lincoln, der einzige noch lebende Sohn »es berühmten Präsidenten Abraham Lincoln, Kriegssecretär, war bi-ber Ad- vocat; auch D- H. Hunt, der neue Marinesecretär, ist Jurist; S. I. Kirk- wood, Gouverneur von Iowa, war Senator in den letzten briken Wahlpeno- Len; Th. L James, ein Freund unseres Generalpostmeisters Stephan, hat lein Leben von Anfang an dem Zoll- und Postamt-dienst, und zwar in New- •$0Tf, gewidmet, wo er seit 8 Jahren Postmeister war; der Generalanwalt 38. M'Leagb ist ein hervorragender Recht-gelehrter, er verttat früher die Pforte als Gesandter. In Amerika wird da- Cabinet günstig beurtheilt, da .es aus „redlichen Männern" besteht.
Darmstadt, 11« März. Se. König!. Hoheü der Großherzoz haben Allergnädigst geruht:
Am 23. Febr. den Lehrer an der Realschule zu Gießen Pro^. Dr. Tbeo- Aor Tasche auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen
Dienste, mit Wirkung vom 15. April 1881 an, in ven Ruhestand zu versetzen und ihm zugleich aus dieser Veranlaffung da- Ritterkreuz 1. Klaffe drs Derdieostordkn- PH'lippS des Großmüthigen zu verleihen.
— D>e „Darmst. Ztg." schreibt: Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist in neuerer Zeit wieder eine erhebliche Zunahme deS Zuströmens mittelloser Deutscher nach Paris, und zwar nicht allein au- dem Arbeiterstande, sondern auch »on Lehrern, Lehrerinnen und anderen der gebildeten Klaffe angehörigen Personen, bemerkbar geworden. Trotzdem, daß kaum Einer irgend welchen Anhalt in Pari- besitzt, hoffen dennoch Alle, ein gute- Fortkommen dort zu finden. Erfahrungsgemäß ober fb.btn solche Personen sehr schwer irgend eine Anstellung, und ein erheblicher Theil derselben finkt unrettbar in tiefe- Elend, welchem zu steuern weder der deutsche Hüifsverein in Paris, noch private Wohlthängkeit im Stande ist. Großh. Ministerium de- Innern und der Justiz Hot daher ein Aukschreiben erlaßen, in dem eS den Kreisämtern empfiehlt, di« erwähnten Thatfachen in geeigneter Weise zur öffentlichen Kenntnlß zu bringen und vor dem Zuzug mittelloser Personen nach Paris zu warnen.
Stöln, 10. März. Der „Köln. Ztg." wird durch ein Telegramm lhre- Special-Berichterstatter- au- Easamicciola gemeldet: Der Erdstoß war localer Natur, die Verwüstungen beschränken fich auf den oberen Theil der Stadt, dort aber waren die Wirkungen deS gewaltigen NaturereigntffeS auch gräßlich, der ganze Stadtthetl ist zerstört, die Häuser und Mauern liegen^, wie von einer Riesenhand geschüttelt, in bunter Verwirrung da. In den Stadttheilen Piazitta und Purgatorio bedeckt ein gewaltiger Steinhaufen die Straßen in allen Richtungen. Die ganze große Verwüstung ist durch den ersten Erdstoß verursacht, der am 4. März 1 Uhr 5 Min. Nachmittags stattsand. Um diese Stunde weilte die Mehrzahl der männlichen Einwohner auf dem Felde; in den Häusern waren fast nur Weiber und Kinder. Vorzugsweise find daher diese dem Unglück zum Opfer gefallen. Gestorben find bi- jetzt 115, schwer verletzt 80, rerrmßt werden ungefähr 15; gestern wurde ein noch lebender Knabe au- den Trümmern herau-gezogen. Die Bewohner de- verwüsteten StadttheUS find in den Gärten und auf den Feldern unter Zelten unterge. bracht. Soldaten find beschäftigt, die Ordnung wieder herzustellen.
Selrgraphische Vepescheru
Wolff'- telegr. EOrrespon-enz-Boreau.
Berlin, 11. März. Der Reichskag erledigte heute die zweite Lesung de- Manne-Etat- und lehnte dabei 400.000 JL für den Bau eine- Panzerschiffes an Stelle de- .Avalben" ab, genehmigte aber entgegen den Anträgen der Budgetcommlsfion 2,400 000 JL für den Bau der neuen Panzercorvette E. Sodann erledigte der Reichstag den Militä^etat nach den Anträgen der Commission. Der Antrag de- Abg. v. Francker.stein und v. Schorlemer-Alst, durch eine vierwöchentliche Dacanz für Rekruten eine Erspamiß von 590,000 JC. herbeuusübren, wurde abgelebnt. — Nächste S'tzung morgen.
— Die provisorische Leitung de- Ministeriums des Innern ist nunmehr bi- zur Ernennung eine- definitiven Minister- dem Cultu-minister v. Pult- kamer übertragen worden.
Dresden, 11. März. Der Wafferstand betrug heute Mittag 376 Centimeler. Amtliche Meldungen au- Böhmen fignaltstren erneutes Steigen des Waffer-.
— Aus Böhmen wird ein allgemeines Steigen der Gewäffer gemeldet; es wnd Mb316 auch hier ein weitere- Steigen der Elbe erwartet.
Weimar, 11. März. Bei der g stern st^ttgehabten Ersatzwahl eines Reichstags-Abaeordnetkn find, soweit bis j'tzt bekannt, 1658 Stimmen für den LandtaaSpräfidenten Dr. Fries (natdiber.) , 5899 Stimmen für den Appella» tionsgerichtsraih a. D« Ausleid (Fortschr.). 1218 Stimmen für den Gutsbesitzer Pfaff (Cons.) und 368 Stimmen für den Eandidaten der socialdemokra- t scheu Partei Rechtsanwalt Freytag in Leipzig, abgegeben worden. Aus etwa 80 Larffbwirken fehlen die Wahlergebnisse roch.
Petersburg, 11. März. Der „Golos" meldet avs Odeffa: Ungeachtet der von der Türkei g-ttoffenen M-ßregeln werden hier eb-nsalls Vor- fichtsmaßregeln gegen Einschleppung der Pest getroffen; die Schiffe, die aus


