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Nr. 287. Mittivoch den 12 Oktober 1S81.
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Aasige- unb Amtsblatt für hm Kreis Gießen.
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Amtlicher HHeil.
Betreffend: Die Verfichirung der Gebäude gegen FeuerSgefahr. Gießen, den 8. Oktober 1881.
Das Großhcrzoglichc Krrisamt Gießen
an die (^roßherzoglicben Bürgermeistereien des Kreises.
Wir fordern Sie unter Bezugnahme auf Art. 11 d»s Gesetzes vom 6. Juni 1853 (Reg.-Bl. S. 453) hierdurch auf, das Brandkataster Ihrer Gemeinden mit dem Gemetnderath au durchgehen und insoweit fitb hierzu Anlaß bietet, die Gebäudebesitzer unter Hinweisung auf Art. 178 des Polizetstras- gefetzes zur Stellung von Anträgen auf Versicherung neuer Gebäude oder auf Erhöhung oder Herabminderung der Versicherungsanschläge solcher Gebäude, welche in ihren Hauptdimensionen wesentlich erweitert oder verringert worden sind, zu veranlassen, auch diesen Anträgen entsprechend daS gesetzliche Verfahr.n einzuleiten und unS die entstehenden Verhandlungen demnächst vorzulegen.
Neber daS Ergebniß jener Durckgehung wollen Sie alsbald und ohne die Erledigung des Declarationsverfahrens abzuwarten, berichten, dabei aber zugleich angeben, inwieweit die G^bäudeeigenthümer Ihrer Aufforderung zur Stellung vo i Versicherungsanträgen Folge geleistet hab'.n.
Nr. B o e k m a n n. ____________
Der Recbenschastsbericht über Tunis.
Die französische Deputirtenkammer wird Ende dieses MonatS einberufen werden, und die jetzigen regierenden Herren in der Republik beschleicht schon ein leises Grauen vor der Rechenschaft, welche sie vor der Volksvertretung über ihre Heldentbaten in Afrika ablegen sollen. Freilich spricht man fast gewiß davon, daß das Ministerium Ferry noch vor der ParlamentS-Eröffnung den Platz einem Ministerium Gambetta räumen wird, aber auch dieses wird einen schweren Stand gegenüber den sich von Tag zu Tag häufenden Anklagen haben, die die Parteien der Deputirtenkammer jetzt vorbereiten. AuS Pari- schreibt man über diese Fragen der „Köln. ZtgP: In ei,e. Versammlung der äußeisten Linken ist ein ganzer Fragebogen für die Regierung angesertigt worden, In dem es heißt: „3ft es wahr, daß der Fanatismus durch verschiedene schwere Fehler erregt wurde? Ist es wahr, daß die berühmte Moschee von Sfa$ bombardirt wurde, daß unsere Soldaten in die Mojchce eingedrungen find, sich die Kleider ter Ulemas ungezogen und Thaten verübt baben, welche die Fanatiker zur Verzweiflung getrieben haben? Die Regierung wird alle diese Fragen, wenn sie aufrichtig fein will, bejahen muffen. Die heilige Moschee ist absichtlich bombardirt woiden, weil man dadurch „den Fanatismus bestrafen" wollte, sie ist auch geplündert worden und Plünderungsstücke haben sogar nach Paris ihren Weg gefunden! Das Alles ist wahr und es ist auch richtig, daß durch diese Thaten der setz'ge Ausstand in seiner ungeahnten Größe fid) erhoben hat. Die Araber, die sich in ihrem Heiligsten bedroht sahen, griffen überall zu den Waffen, bald stand das tküstengestade und das Innere in Flammen, und der Brand hat sich aus Rabuuan jetzt auch nach dem westlichen Theile fortgesetzt. Die militärische Lage ist nun ganz einfach die, daß die Truppen, die man vor 14 Ta en unter verhälrnißmäßtg friedlichen Zuständen für ausreichend hielt, jetzt nicht mehr genug sein werden, und daß sich Frankreich gezwungen sehen wird, reue Soldaten zu schicken, neue Opfer an Blut und Geld »u bringen. Das Riede:brennen zahlloser Dörfer, das schändliche Abhauen der Palmen und die Plünderung der Moschee von Sfax bat sich bitter gerächt. Daß die französische Armee thatsächlich durch die tune* fische Expedition außer Rand und Band gebracht ist, und daß eben diese Unternehmung sehr viele unbrkannte Schäden des französischen KiiegSwesens in einer für die Franzosen recht unangenehmen Weise blosgelegt hat, sei hier nur im Vorbeigehen erwähnt. Auf politischem Gebiete find die Folgen de- mit leichtem Herzen begonnenen Unternehmen- wo möglich noch schlimmer. Rach Außen hin htt man die engen Beziehungen zu Italien gestört, nach Innen ist jetzt eine wahre Fluth von Verdächtigungen und Beschuldigungen loSgebrochen, an die man theilweise glaubt. Die Vereinigung der Deputirren hat in ihren Fragebogen auch die Frage ausgenommen: „Ist eS wahr, daß die tvnefische Expedition nur aus geschäftlichen Gründen unternommen wurde?" Es muß schon weit gekommen sein, wenn eine ganze Gruppe von Volksvertretern eine solche Frage an eine Regierung richtet, und wenn auch gemäßigte Patrioten diese Frage für berechtigt halten! „L cht, mehr 2id)t P, daS aehr in allen Tonarten durch die Reden und Schriften aller sranzöfilchen Politiker, und getränkt find beide mit unverkennbarem Mißtrauen. Zuerst sp'^.ch man nur von der „ruhmreichen" Unternehmung, bann von der „ehrenvollen" bann von der „nützlichen." Jetzt kennt man nur noch das „tunesische Abenteuer", unb Blätter, die früher biesen Ausdruck für unpamoiifd) erklärten, gebrauchen ihn jetzt ganz regelmäßig. Daß man in ein solches Wespennest gegriffen, hatte Riemanb gebacht, und könnte man heute die Zeiten zuruckrufen. wo Mohamed es Sadok als Vasall der Pforte in beschaulicher Ruhe ein friedliche- Volk regierte, besten schlimmste Unthaten ortsübliche Hammeldiebstähle waren, man würbe es thun. Dabei ist zweierlei noch gar nicht abzusehen: wann wirb Tunis jemals Frankreich wahren Nutzen bringen unb wann werden bit zu bringenben Opfer ihr Ende erreichen? Die Deputitten der äußersten L nken wollen das Ministerium fragen, ob die gegenwärtige Gäbrung unb bet Fana- tiSmus der Araber in Tunesien derart sei, daß er den Franzosen für lange Zeit die Sympathien deS Landes entfremden werde. Sie denken dabei offenbar an die Möglichkeit, sich, wenn die Antwort bejaht werden muß, noch auS der ganzen tunesischen Geschichte herauszuiiehen, sie rechnen dabet aber nicht mit der verhängnißvollen Bedeutung des Wortes: Zu spät!
Deutschland.
Offenbach, 8 Oktober. Der hiesige Verein der h.ssischen Fortschritts* Partei erläßt soeben nachstehende Erklärung: „Sine langjährige Erfahrung bat gelehrt, daß der Steg eines liberalen Eandidaten in unserem ReichStag-wahl* kreise Lffenbach Dieburg nur durch den festen Zusammenhalt aller srelfinntgen Elemente der Bevölkerung zu ermöglichen ist. Dieser Thatsache^ Rechnung tragend, war das eifrige Bestreben des Vereins der hessischen Fortschrittspartei (Nationalliberale und Secessionisten) in Offenbach seit längerer Zeit darauf gerichtet, für die demnächsttge Reichstagswahl eine Canbibalur aufzufinden, geeignet die Stimmen aller wirklich liberal und vaterländisch gesinnten Parteien auf sich zu vereinigen. Nachdem eine erfreuliche Verständigung in dieser R'chtung m.t dem Verein der deutschen Fortschrittspartei in Offenbach, vorbehaltlich der Zustimmung unserer Parteifreunde im Kreise Dieburg, bereiterzielt war, scheiterte die Ausführnng unserer Absicht an dem entschiedenen Widerspruch dieser Letzteren, welche, ohne uns zuvor die erbetene Gelegenheit gegeben zu haben, uns in persönlichem vertraulichem Meinungsaustausch mit ihnen über die Eandidatenfrage zu verständigen, ihrerseits die Candidatur de- Herrn Kreisrath Hallwachs in Dieburg selbstständig beschlossen hatten, auch auf daS Bestimmteste erklärten, davon unter keinen Umständen abgehen zu wollen, gleichviel, ob wir uns zustimmend oder ablehnend dazu verhalten würden. Wir sahen uns damit vor eine vollendete Thatsache gestellt, welche eine erfolgreiche Durchführung der dieffeitigen Bestrebungen zu unserem lebhaften Bedauern unmöglich machte. Da nun auch das von Herrn HallwachS vorgelegte politische und wirthschaftliche Programm in wesentlichen Theilen hier nicht befriedigte, so hat unser Verein in seiner Deisammlung vom 30. September beschlossen: zur Vermeidung weiterer Stimm-nzersplitterung von Aufstellung einer besonderen Eandidatur abzusehen, hinsichtlich der Candidatur Hallwachs aber es jedem Parteigenoffen anbeimzugcben, sein Verhalten bei bevorstehender ReichStagswabl lediglich nach seinem eigenen Ermeffen einzurichten. I. A. deS Verein- der hessischen Fortschrittspartei in Offenback: Der Vorstand."
Berlin, 9. Oktober. Der Kaiser sandte an den Geheimerath Hahn, den Verfaffer der Geschichte des CulturkampfeS, em anerkennendes Schreiben, in welchem derselbe sagt, daß diese Geschichte jedem Unbefangenen den Beweis liefere, daß feite Regierung, in der Ueberzeugung, daß der Staat unb die ttirche nur in friedlicher Arbeit ihren hohen Zielen bienen, voll versöhnlicher Gesinnung unb von dem Wunsche beseelt war, unbeschadet der staatlichen Rechte mit der katholischen Kirche in Frieden zu leben.
— In einem Artikel: „Fürst Bismarck al- Socialist" sagt die „Proo.- Corresp." 7 „Nicht socialdemotratisch, wohl aber in gut-m Sinne socialistisch ist das Streben Bi-marck'-. Um deS StaatSwodls willen unb im wahren Interesse der Arbeiter selbst mußte er der Social'emokratie schärfer al- irgend ein Staatsmann vor ihm entgegentreten; er hatte von jeher für die Bedürfnisse der Aermsten der Bevölkerung einen offenen Sinn und ein Herz; er will feine an Ruhm unb Ehren reiche Laufbahn nicht vollenben. ohne sein gewonnene- Ansehen auck für jene Klaffe seiner Mitbürger verwerthet zu haben; tatst ber letzte Ehrgeiz seines Lebens." An anberer Stelle sagt die „Prov.- Corresp.": Mit ihrem hinlänglich bekannten Programm: Schutz für die Armen unb Schwachen, Hebung ber nationalen probuctiven Kräfte, namentlich der Industrie und Landwirthschaft, hofft die Regierung alle Fechterkunststücke der Opposition unschädlich zu machen unb bei den Wählern nicht nur volle- Derßändniß, fordern auch energische Unterstützung zu finden.
— Die ,Prov. Gemfr)/ antwortet auf die Forderung nach einem »Pro- gramm" ber Regierung: „Was darüber in der Oeffentlichkeit verlautete, entspricht im Allgemeinen den Plänen de- Kanzlers. Damit ist aber nichts ;Jceut6 gesagt — schon seit Langem hat er bas Monopol als sein Ideal bezeichnet unb bie Altersversorgung ist in ber Begründung de- Unsallverficherungsgesetze- als das näckiß ;u rrstrebenbr Ziel in voriger Srsston beMnek wordm. Die bttr. Gesetze haben daS Stadium der Vorbereitung noch nicht verlaffm und find auch noch nicht Gegenstand der Beralhung des preußischen Staatsministe. riums gewesen. Irgend welche bestimmte Mitthrilungen darüber zu machen,


