Ausgabe 
12.8.1881
 
Einzelbild herunterladen

SeiegraMÄr Depesche«.

Wolff't telegr.

Berlin, 10. August. DieProv.'Corresp." schreibt bezüglich der an mehreren Orten PommernS und Westpreußens staltgehabten mit Beschädigung und Zerstörung von Privateigenthum verbundenen Ruhestörungen, das Mini­sterium des Innern habe die RegierungS-Prästdenten beauftragt, mit allen Mitteln der Wiederkehr der Ruhestörungen vorzubeugen und etwaigen erneuten Versuchen mit vollster Energie entgegenzutreten. Die betheiligten Behörden seien insbesondere angewiesen, der Ausbeutung und Steigerung der vorhande­nen Aufregung, welche aus der öffentlichen Erörterung der bezeichneten Eretg- niffe und ihrer Ursachen in von den bekannten Agitatoren abzuhaltenden Ver« sammlungen zu befürchten sein würde, zu begegnen, soweit dies überhaupt nach den Vorschriften thunlich, welche bezüglich der Verhütung des Mißbrauch- deS Versammlungsrechts in Geltung stehen.

München, 10. August. Die von der protestantischen Generalsynode beschlossene Bitte, es möge der nächsten Synode ein Entwurf zur Abänderung der Vrrfaffung der protestantischen Kirche Bayerns vorgelegt werden, ist Aller­höchsten Orts ablehnend beschieden worden.

Regensburg, 10. August. Die zwölfte deutsche AnthropologenVer- sammlung ist heute geschloffen worden. Als Ort jür die dreizehnte Versamm« lung wurde Frankfurt a. M. gewählt.

Breslau, 10. August. Der Geh. Medicinalrath Prof. Dr. Spiegel­berg ist gestorben.

Stockholm, 10. August. Gcneralfeldmarschall Graf Moltke ist heute Vormittag hier eingetroffen und hat imGrand Hotel" Absteigequartier ge­nommen. Arn Nachmittag begab sich Graf Moltke, einer Einladung deS Königs folgend, in einer königlichen Equipage nach dem Lustschloß Drottning- Holm. Mit dem Ehrendienst bet dem Grafen Moltke ist Major Kleen vom Generalstabe beauftragt worden.

Tunis, 10. August. In gestriger Nacht gerieth der Bug des auf der Rhede von Goulette vor Anker liegenden PacketbootesIsaac Pereire" in Brand; man sprengte denselben mtttelbst eines Torpedos ab, um den übrigen Thetl des SchtffeS zu retten, den man in kurzer Zett wieder herzustellen hofft. Ein Theil der Passagiere hat bei dem Unfälle seine Effecten verloren, von den auf dem Schiffe befindlichen Personen ist keine verletzt.

Der Kaid von Medjez El Bab ist aus das Verlangen des fcanzöst- schen Ministerresidenten Roustan seines Postens enthoben worden, weil er eS an Eifer zur Zurückweisung der Marodeure fehlen ließ, auch seine Unter­stützung zur Wiederherstellung des Telegraphen-NetzeS versagte. Das Ge­rücht von einem bet Mornak stattgehabten Gefechte wird für unbegründet eklärt.

New-Aork, 10. August. Nach einer Meldung aus San Francisco ist der naturalisirte Deutsche, Kleinschmidt, von Eingeborenen der Insel New- brttatn ermordet worden.

Aus der Junfheit.

Unter diesem Titel veröffentlicht dieDeutsche Schuhmacher-Zeitung", ein Blatt, welches, wie schon fein Name sagt, die Interessen des Handwerkerstandes vertritt, einen Aufsatz, in welchem entschieden Front gegen die jetzigen Bestrebungen nach Wiedrr- einführuna des Zunftzwanges gemacht wird. Wir geben den Aufsatz in seinem wesent­lichen Inhalte wieder, da er der älteren Generation die Zustände, welche früher bei uns herrschten, wieder in das Gedächtniß zurückrufen, der jüngeren aber zeigen dürfte, wohin wir treiben würden, wenn die reactionären Bestrebungen auf dem Gebiete des Gewerbewesens von Erfolg begleitet sein sollten. In dem Aufsatze heißt es:

Es muß dock eine psychologische Krankheit sein, daß so viele Handwerker mit aller Energie auf Wiedereinführung der alten, engen, dumpfen Zunfteinrichtungen hin­drängen; mir will die betreffende Partei erscheinen wie em freigelassener Gefangener, der sich nach seinen Ketten zurücksehnt und der an das Thor seines alten Gefängnisses donnert, um sich den Einlaß wieder zu erzwingen. Konnten die lächerlichen Hudeleien und die Beengungen der Arbeit unter den Zünften so bald in Vergessenheit gerathen? Fehlt es denn etwa an A'.niutliszeugnissen aus der Zeit der zünftigen Handwerke? Mau sehe sich im Zimmer, im Hausstand um und suche nach Arbeiten aus den ersten sechs Jahrzehnten unseres Jahrhunderts, die noch unter der Monopolherrschaft der Zunftlade entstanden sind, und man vergleiche moderne Erz.ugnisse damit, die Früchte der freien, der erlösten Arbeit. Der Erfolg wird sicher für die letztere eintreten. Schreien die Zünftler übeo Concurrenzdruck, so wehren sie sich gegen einen natur; nothwcndigen Zustand, der die Eultur mächtig vorwärtstreibt, dem kein Mensch ent­gehen kann, der im Handel und Gewerbe thät'g ist Diejenigen, welche der Concurrenz wegen die Zunftladen aus den historischen Rumpelkammern wieder herbeischleppen wollen, lehnen sich nur gegen einen Wohlthäter aus, denn ein äußerlicher Antrieb ist eben für sie eine Wohlthat, weil es ihnen zumeist an der inneren gebricht. Und diese Wohlthat der freien Concurrenz soll beseitigt werden? Soll sich der schwache, energie­lose Meister wieder mit der langen Pfeife auf das Sopha setzen und auf Grund seines Monopols zwei oder drei Lehrjungen die ganze Sorge für seine Existenz überlassen? Nimmermehr! Heute muß sich alle Welt rühren und das gönne ich ihr von Herzen und so soll es bleiben und so muß es bleiben.

Nun einige Bilder für die Leser, welche gar nicht wissen können, was die Zünfte eigentlich waren. Zunächst war jedem Handwerker em gewisses Arbeitsgebiet zu- gewlesen. Das durfte bet Leibe nicht überschritten werden, sonst geriethen die fünfte miteinander in Streit. Es gab Städte, in denen z. B- der Sattler an dem Geschirr nur das Kummet machen durfte, das Riemenzeug fiel den Riemenmeistern zu. In anderen Städten hatten sich die Sattler noch einige Riemen für ihr Arbeitsgebiet er­obert, an anderen Orten wieder durften sie das Geschirr Herstellen. Noch dunkler

waren die Grenzen zwischen dem Sattler- und Tapezierhandwerk, da wurde herüber und hinüber geplänkelt, in jeder Stadt waren die Grenzpfähle anders gestellt bald durften sie kleben und polstern, bald nicht Heben und polstern. Sehr viele lernten beide Handwerke, nur um den Hudeleien zu entgehen. Die Glaser durften z B in Dresden keine Fensterrahmen machen, hier war es Sache der Tischler, im nahen Plauen und Potschappel fiel es wieder in das Arbeitsgebiet der Glaser: in München durften weder die Glaser noch die Tischler Rabmen fertigen, hier war dies ein Monopol der Zimmerer. In einigen badischen und bairischen Städten hobelte der Tischler die Rahmen, der Schlosser hatte sich den Beschlag vorbehalten und der Maler* lAn- sireicher) versah sie mit Farben. Nachdem das Fenster bei drei Handwerkern die In­stanz durchlaufen, kam es zurück zum Tischler, der es im Neubau einsetzte. Aber um aller Welt Willen hätte er nicht die Spachtel mit ein wenig Haarkalk ergreifen dürfen um es gleich in die Steinfugen einzukitten. Dazu mußte d-r charwerker oder der Weißbinder herbei. Bei der bekannten Pünktlichkeit der Handwerker, die hier mit fünf zu multipliciren ist, konnte das Fenster mitGlück und Gunst" etwa im Laufe eines Jahrzehnts iebr wohl an feinem endlichen Bestimmungsorte angelangt fein. In fort­währenden Kämpfen mit einander lagen auch die Schlosser und die Zeugschmiede und noch viele andere Handwerke die aus verwandten Stoffen verwandte Arbeiten her­stellten. Jetzi sind wenigstens die einzelnen Arbeitszweige unter sich einig und das Arbeitsgebiet wird einfach durch den verschiedenen Bedarf in verschiedenen Orten ge­regelt- Es konnte natürlich auch während der Zunffzcit einem städtischen Bauherrn nicht verboten werden, seine Baubandwerker auf dem Dorfe zu suchen. Diese hatten das Recht, ihre Arbeiten bis vor die Thür des Baues zu liefern, aber bei Leibe nicht weiter. Das Anschlägen der Schlösser, das Einfügen der Tbürgewänder und Thüren und der Fenster hatten sich die Stadtmeister Vorbehalten. Klagen konnten sie inbefi 1 nur, wenn sie die Dorfmeister in flagranti ertappten. Da gab es denn oft recht lächer- I

liche ©eenen. Ueber Hals und Kopf wurden die Arbeiten bei Mondenschein fertiggest^llt und früh zeigte so mancher Neubau, m dessen Fensterhöhlen am Abend vorher noch das Grauen gewohnt hatte, ein freundliches blankes Gesicht zum Schrecken der städtischen Zünftler. Ich könnte den Lesern manchen Spaß bereiten, wenn ich noch weitere Einzelheiten berichten wollte, aber die Dinge liegen zu ernst für den Ton der Humoreske.

Diese Lächerlichkeitn spielten auch nur eine Nebenrolle; das Schlimmste war daS Cartellschließen der Monopolmeister. Sie betrachteten einfach eine Stadt als ihre Domäne: man kann nicht sagen, daß sie im Allgemeinen dabei zu solchem Wohlstand wie viele der heutigen Meister gekommen wären, nein, sie hatten sich nur ihr Brot gesichert und gaben sich im Uebrigen einem gemüthlichen Schlendrian hin; cs fehlte eben der gewaltige Motor unserer Zeit, der große Wohlthäter, die Concurrenz, über die sie sich heute so bitter beklagen. Das war freilich hübsch, als es noch in ihrer Gewalt stand, auch dem geschicktesten Gesellen zu sagen:Du bist ein Stümper, Dem Meister­werk taugt nichts!" Auf diese Weise hielten sie sich nach Belieben die Concurrrnz vom Halse, nahmen dem verunglückten Meistercandidaten einige Hundert Thaler Geld für lhse Lade ab, die dann verjubelt wurden, und hatten der freien Culturentwickelung da­mit wieder ein Bein gestellt. Mit Vergnügen nahmen die alten Zunftmeister Lehrlinge an, die Arbeitskraft war billig, die drakonischen Lehrlingsparagraphen sicherten die­selben, auch wenn man Unbilliges forderte, und die drohende (Soncurrenj wurde dann häufig, wenn der ehemalige Lehrling sich zum Meisterwerden meldete, einfach mit dem oben beregten Verbiet todt gemacht. Um die Hunderte und Tausende von alten Ge­sellen kümmerte man sich nicht, die unter der BezeichnungKrauter" bekannt waren und die bei irgend einem mildherzigen Meister zu einer Art von Hausthiere heradsanken, denen jedes Familienglück ihr Lebtag fern geblieben und die dann in der Regel um beweint und vergessen im Spital verstorben.

Lokales.

Gießen, 11. August. (Ungern verspätet.) Am 7. dS. Mts. feierte der hiesige Turn verein unter Brtheiligung einiger auswärtiger Vereine auf der Badenburg das Stiftungsfest seines 31jährigen Bestehens. Das Arrangement des Vorstandes sowohl als auch das herr­lichste Wuter trugen dazu bei, daß dasselbe eines äußerst zahlreichen Besuches von Seiten bet Gießener Bevölkerung sich erfreute und zu einem höchst gelungenen Volksfest sich gestaltete.

Der gegenwärtige erste Sprecher des Vereins begrüßte die Frstthrllnehmer in längerer Rede, die mit bem lebhaftesten Beifall ausgenommen wurde. Sie verbreitete sich über die Geschichte des Turnens in Gießen, beginnend mit der Gründung des ersten hiesigen Turn­vereins im Jahre 1816 durch die sog. Gießener Schwarzen*), eine studentische Verbindung, die ihren freiheitlich politischen Idealen durch die Körper und Geist kräftigende Turnkunst einen realen Boden zu schaffen versucht hatte. Wie wir aus den Schilderungen vernahmen, befand stw damals der Turnplatz aus dem Trieb und wurde das Turnen von Karl FolleniuS geleitet. Redner führte nun weiter aus, wie gerade dieser geniale Führer In Verbindung mit den übrigen Leitern des Vereins, der allen Ständen offen gestanden habe, von großer Bedeutung gewesen fei für die weitere Verbreitung des Turnens. So sei durch dieselben z. B. auch ein Turnverein in Darmstadt entstanden. Der Geist, der jedoch auf diesen Turnplätzen geherrscht und nach Der Verwirklichung der durch die Freiheitskriege entzündeten und berechtigen Hoff­nungen gestrebt habe, sei auf entschiedenes Mißfallen gestoßen, bis man denn im Jahre 1819 nach der Ermordung Kotzebue's durch Sand die Turnplätze und damit auch den ersten Turnverein zu Gießen geschloffen habe. Von da an habe, wi. jede freiere Regung überhaupt, auch das Turnen geschlummert, bi8 durch das Ende der vierziger Jahre mit einer neuen Zeit Der Stadt Gießen auch ein neuer Turnverein gebracht worden sei, und zwar der noch heute bestehende, desien Gründung in das Jahr 1847 falle.

Heute, sagte Redner, stehe das ehemals geächtete Kind als hohe Schutzgöttin da. die wohl eine der mächtigsten Stützen unserer nationalen Entwicklung sei, und das deutsche Volk dürfe stolz darauf sein, daß es diesen Erfolg nur seiner eigenen Kraft zu banken habe und dem guten Kerne, den es in der turnerischen Sache pfle.e. Ein Volk, baß nicht um goldene und silberne Gaben, sondern um einen an materiellem Werthe w'rthlosen Eichenlaubkranz kämpfe, sei weder angefressen von Verweichlichung des Körpers noch von niedrig egoistischer Deckungsart und fähig noch, dem Guten, Wahren und Schönen zu bienen. Daß es so bleibe dazu möge auch das heutige Stiftungsfest sich einflechten fn den Ztranz der Volksfeste, die dem Volke gehörten wie seine Sprache, wie seine Sitten und mit ihnen sich weiter entwickelten auf der Bahn wahren Forschritts. Von Parteigetriebe habe das Turnen sich fern zu halten, aber durch die Erziehung des Menschen zur körperlichen und gdfttgen Freiheit sei es auch heute noch berufen, Wache zu sieben zur Erhaltung der schwer errungenen nationalen ( ter, auf bie auch heute wieder von so mancher Seite Sturm gelaufen werde.

Redner schloß seine Worte mit dem Wunsche, baß bas Turnen alle jene noch in seine Kreise ziehen möge, die ihm heute, sei es aus Gleichgültigkeit ober anderen Gründen, ferne stehen und forderte auf zu einemGut Heil" auf das Gedeihen des Turnens innerhalb de« Turn­vereins Gießen, in das die Anwesenden begeistert einstimmten.

Das Wettturnen, das sicb nun unter der Leitung des Vereinsturnwarts anschloß, ließ in treffender Weise erkennen, wie sehr es der Verein versteht, die von ihm verfolgten Prin­zipien zu verwirklichen. Es war eine Freude, diese frischen, kräftigen, mit rascher Geistesgegen­wart gewandt sich tummelnden Gestalten zu schauen. Wir haben die Ueberzeugung, daß jeder, der einem solchen Turnen beiwohnt, von der Lust gepackt wirb, mitzuthun und möchten all den Hänfen, griesgrämigen Stubenhockern, die andern Leuten und sich selbst das Leben verbittern, solch geist- und kö,pererfrischende Leibesübung wünschen, die durch keine andere zu ersetzen ist.

Einen weiteren Abschnitt des Festtages bildete die Preisverthellung. Wenn wir nicht irren, so gelangten von den 12 zur Verthkiiung gelangten die 6 ersten an Turner des Gießener Vereins, von den übrigen 2 nach Lauterbach und ebenfalls 2 nach Wieseck.

Jetzt, nach überwundener Arbeit sanden auch die Tanzweisen der Militärkapelle williges Gehör, und das heiterste Leben entfaltete sich auf dem schönen Platz.

Als btr Zug in später Abendstunde den Heimweg antrat, konnte jeder Besucher bet Badenburg sich sagen, einen herrlichen, von bleibender Erinnerung begleiteten Tag erlebt zu haben. Der Turnverein Gießen aber darf dieses Fest betrachten als einen neuen Beweis für bie alte, ihm innewohnende Kraft. Es wird ihm auch für die Zukunft ein freundlicher Stern bleiben.

Gießen, 11. August. jTas 20. Stiftungsfest des (tzabelsbergfr Stenographen' Vereins Gießen j Der hiesige Gabelsberger Stenograpden.Verem feierte am 6. dS. Mls. in dem festlich geschmückten VerelnSlocal (ßafl Ebel) und unter zahlreicher Betheiligung sein 20. Stiftungsfest. Der 1. Vorstand, Herr Reallehrer Alb ach, h. in seiner Festrede d'.e Anwesenden herzlich willkommen und theilie die wesentlichsten Momente aus der Geschichte der Stenographie mit. Er zeigte, wie diese Kunst schon von den Römern geübt wurde, wie sie aber während des Mittelalters verloren ging und erst wieder mit Dem politischen Erwachen der Völker einen neuen Aufschwung na.m. Allein all; Systeme waren mangelhaft, bis F. X. Gabel Sberger ein System aufstellte, das allen Anforderungen entspricht. Redner wies ferner nach, daß mit der Einführung dieses Systems in den Schulen Bayerns, Oesterreichs und Sachsens ein wesentlicher Schritt zur Verbreitung deffelben geschehen sei und daß diesem System die Zukunft gehöre. Er schilderte sodann den großen Nutzen Der Stenographie für die ver­schiedenen Berufsklaffen wie für die studirende Jugend und betonte namentlich den guten Ein­fluß dieser Kunst auf die Entwickelung unseres politischen Lebens. Die intereffanten Aus­führungen gipfelten in einem Hoch auf S M. Den Kaiser Wilhelm und S. Kgl. H. den Großherzog Ludwig IV., bie erhabenen Beichützer der Künste und Wiffenschaften, in daS alle Anwesenden begeistert einstimmten.

Dor Beginn des solennen Festeffens kamen zahlreich eingelaufene telegraphische Festgrüße und Glückwunschschreiben von Vereinen und Kunstgenoffen zur Verlesung, u. a. aus Berlin, Dresden, Leipzig, Frvnkfurt a. M., Augsburg, Stuttgart, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Marburg, Worms, Oppenheim ic., selbst aus Paris und London. Auch Herr Bürgermeister Bramm, der an dem Besuch verhindert war, erfreute den Verein durch ein Gratulations- Schreiben.

Nachdem ein Gabelßderger-Marsch verklungen, feierte Herr Gastechniker Bergen daS Andenken des sei. Meisters ®abel6btrger in warmen Wortin, hob hervor, daß wirseinem un­ermüdlichen Fleiße, seiner eisernen Ausdauer, seinem tiefernsten Forschen auf dem Gebiete der menschlichen Sprache und seinem aufmerksamen Belauschen der menschlichen Stimme ein Schrist- fyftan zu verdanken haben, welches eine Der größten Errungenschaften des menschlichen Geistes" sei, das vermöge seiner vortrefflichen Grundlage auf viele fremde Sprachen übertragen werden kannte und nun feine Anhänger nach Hunderttausenden zäble, worauf die Festgenoffen zum Zeichen dankbarer Erinnerung dem verewigten Meister ein stilles GlaS weihten.

Herr Schriftführer Bock gedachte sodann derjenigen verdienten Kunstgenoffen, welchen der Verein seine höchste Auszeichnung habe zu Theil werden laffen, indem er dieselben zu feinen Ehrenmitgliedern ernannt, woran Herr Vorstand AIbach die Ueberrelchung eines künstlerisch

*) Ausführliches hierüber werden wir demnächst in upferen Familienblättern bringen. Red.