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Nr. 8«. Dienstag den 12. April 1881.
Hiesiener Anzeiger
Ayzrige- unii AmtsdlM fir bta Kreis Kirsten.
. . e Preid vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt Vnngerlobn.
»ore««> «chulstraße B. 18. Erscheint täglich mtt «u-mchm« brt Monlagd. Durch, bir PoN bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi.
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Amtlicher Hl-ei l.
Bekanntmachung.
Unter dem Kindvieh deS Heinrich Krausch m Grüningen ist die Maul- und Klauenseuche au-gebrochen.
Gießen, am 11. April 1881. GroßherzoglicheS KreiSamt Gießen.
Dr. Boekrnann. _________________
Die Arbeit des Reichstages.
Dimidiue facti, qui coepit, habet, (»er eil e Sache beginnt, hat sie zur Hälfte vollendet) — meinte zu ar Horaz, der klassische Liebling mancher Reichs- boten; aber unser hoher Reichstag zeigt dieSmal keineswegs, dast Anfängen die Hälfte des Ganzen ist. Er geht vielmehr in Die Ferien, ohne außer dem Etat irgend etwas nennenswrrtheS Ganze- geschaffen zu haben, und voraus- sichtlich werden sogar noch andere Reichstage, ehe dte Hochfluth der neuen G.sttzgtbung bewältigt ist, sich deo Wortes auS den Episteln des Horaz erinnern müssen : „Nichts gab da- L«ben den Sterblichen ohne große Aibeit !* Er- tst in der That eine schwere Arbeit, auS halber Arbeit in der Gesetzg'bung ganze Arbeit zu machen. „Reif sein ist Alles!** he ßt «S in der Legislatur, und so gerichtig ist e- schwierig, unreife Materien zu bewältigen.
Der Beginn der Osterferien fordert zu einem Rückblick auf die Reich-, tagt arbeit auf, und das Tableau zeigt, daß außer dem Reich-Haushalt-Etat für 1881/82 alle wesentlichen Gegenstände bisher unerledigt geblieben find. Eharakteristisck ist der energische Widerstand, welchem fast alle Steuer, vorlagen begegnet find. Edancen hat eigentlich nur die Börsensteuer, und wenn die Reicksregterung wirklich noch der Parole: Alle- oder nicht-l — zu handeln gedenkt, so ist da- sichere Resultat, daß in dieser Session das „Nicht-- siegt, denn bet der Brausteuer und Wehrsteuer, die man nicht einmal der Borberatbung in einer Eommtssion gewürdigt hat, ist die zweite Be- rathuna im Plenum ein Todesurtheil.
Dte Einführung zweijähriger Budget» und vierjähriger Legi-latur» Perioden hat in der Eomwisfion Schiffbruch gelitten, denn von der ganzen Vorlage bleibt nur der Vorschlag übrig, den Retch-tag bereits im Hei bst etnzuberufen, m einer Zeit, die dem Parlamei.t angenehm und ohne Rücksicht auf die Reichsregierung auch zweckmäßig erscheint, dagegen den Bundesrath zwingen würde, im Hochsommer zu anstrengender Arbeit zusammenzutreten. Da- bet der Zollanschlußfrage bestrittene Budgetrecht der Dolk-oeittetung, wie auch dte Freihafensirage werden noch im Bui deSrathe zur Sprache kom» men; vorläufig hat der Reichstag, gestärkt durch die eigenen früheren Beschlüffe de- Bundesrath- fein Recht zu wahren rerstanden, und die Freihafensrage, in welcher man einen Zwang vermeiden wollte, scheint durch die Initiative der grechafenfiädte einer teich-freurdl chen Lösung zuzueilen.
Die Gesetze, betr. die Küste»,frachlschiffiahrr, und betr. Aenderungen der Naturalleistungen für die bewaffnete Macht, dürsten demnächst Annahme finden; voraussichtlich auch das Gesetz wegen der Fürsorge für die Hinterbliebenen von Reichsc.vilbeamtetr, denn es füllt eine bedauerliche Lücke der ReichsinstitU' tionen aus. Endlich wird die Anregung de- Reichstage-, den politischen Mord ausrahm-lo- dem gemeinen Strafrecht zu unterstellen, nicht feuchtlos sein, so verschieden auch die Stellunz-nahme der europäischen Regierungen sich ge» stallen mag.
Die Abänderungen oder vielmehr Ergänzungen der Gewerbeordnung, das Innung-gefetz, begegnen trotz einiger Be'chränkungen der Gewirbesrethe't einer günstigen Stimmung; auch ist eine Annahme einer veränderten Form des Trunksucht/,esetzeS nicht unwahrscheinlich. Von dem Unfallverfichrrungsgesetz, dem ersten Schritt zu der Reichsverficherung-anstalt, sieht »ndeffen der Retch-kanzler selbst ein, daß an ein Zustandekommen tu dieser Session nicht zu denken ist, und die Freunde der Arbctterfürsorge auf freiem Wege können vor der Hand sagen: Zeit gewonnen — Alles gewonnen 1 Die berechtigte Agitation der Herfichcrung-gesellschaften, welche die technischen Schwierigkeiten auSe»nandersetzte, sowie die breite Gegnerschaft des staatssocialistischen Planes haben zunächst gesiegt, andererseits ist aber nicht zu verkennen, daß an einflußreicher Stelle das Projekt fepgehalten werden wird, und zwar in derselben zähen Weise, wie da- Tabcksmonopol auf der Tagesordnung erhalten wird.
Der nächste Reichstag kann jedenfalls erst über Siez oder Niederlage de- ganzen „Svstern BiSm^rck" entscheiden, und eS liegt auf der Hand, von weich' enormer Bedeutung die Wahlbewegung und der Ausfall der Wahlen fein werden.
Peutschlaud.
Berlin, 8. April. In Raribor wird gegenwärtig vor dem Geschwo- »knengericht ein Monstreproceß verbandelt, welcher, in seiner Art einzig dastehend, em traurige- Bild der ttostlosrn Verbältniffe Oberschftfiens liefert. Haupt» «ngeklagter ist ein früherer Rentier Michalski, eine in Oberschlefim durch Vermittelung und eigene Erledigung von Geldgeschäften ziemlich bekannte Periön» H'chkeit. Derselbe ließ sich Wechsel ausstellen, ohne die Valuta zu zahlen, f ragte den Bettag dann ein und einer seiner Helfershelfer war stets gern
bereit, die geschehene Zahlung der Valuta zu beeiden. Ferner war Karl Michal-ki in mehrere Untersuchungen (weg-n Erpreffung u. s. w.) rtrtndelr, in Folge der eidlichen Aussagen seiner Helfer-Helfer aber freigesprochen worden. Für Leistung der Meineide hat Michal-ki, welcher Besitzer mehrerer Fischteiche zu Rvbn ker Hammer ist, den gedachten Personen Fische oder kleinere Geldbeträge versprochen. Ein Verführter war der Meinung, daß er so viele Meine-de wie nur möglich straflos leisten könne, .wenn er nur ein Gebetbich und eine Pistole bei sich trüge." In Wielevole und Umgegend herrscht nämlich der Aberglaube, daß Jeder, der diese Gegenstände bei sich sührt und einen Meineid leistet, ungestraft bleibt. Im Ganzen handelt es sich bei dem Monstreproceß um nicht weniger al- 34 MeinetdSfälle, wobei zu bemerken, daß in noch mehreren Sachen die Ansttstung zum Meineid durch Michal: ki ermittelt worden ist, daß die Strafverfolgung aber wegen eingetretei.er Verjährung nicht mehr eingelettet werden konnte.
— Dir .Rordd. Allg. Ztg.- schreibt: „Dem Vernehmen nach hat der Reichskanzler vor einiger Zeit an verschiedene Bundesregierunger., u. a. auch an die von Meiningen, eine schriftliche Mittheilung gerichtet, in welcher die Regierungen, unter Hinweisung auf Art. 17 der Retch-verfaffung ersucht »erden, darüber zu wachen, daß ihren Verwaltung-, und Gerichtsbeamten dte amiliche Beetnfluffung der Reich-tag-wahlen untersagt und ihnen diejenige Zurückhaltung anempfohlen werde, welche den Gesetzen und der Achtung vor der Freiheit der Wahl entspricht.-
— Der ehemalige Botschafter Graf Harry v. Arnim hat, wie dte „öoff. Ztg." belichtet, bei dem Landgericht I Berlin sichere- Geleit für sich beantragt um ohne Befürchtung, in der gegen ihn schwebenden HochvrrrathS- fache in UntersuchungSdaft genoa men zu werden, nach Deutschland zurückkeh- ren zu können. Rach § 337 der Strafproceßordnung kann nämlich da- Gericht einem abwesenden Beschuldigten sicheres Geleit erthetlen, welche- ihm Befreiung von der Untersuchungshaft gewährt.
Berlin, 9. April. Die „Nat.-Ztg." erhält au- Petersburg vom 8. Apnl Morgen- folgende Depesche: „Erwarten Sie keine Prtvatdepeschen; sämmtliche Depeschen find zurückgewiesen worden, da eine Präventiv Eensur durch den StaatSprocurator eingeführt ist.
Hesterreich.
PefiK, 8. April. Wie die „Ungar. Post- auS Szegedtn meldet, ist der Wafferstand jetzt 12 Zentimeter höher, al- er während der letzten Rata» strophe war. Die Lage fei ernst, aber noch nicht besorgnißerregend.
KrauKreich.
Paris, 9. April. Nach einer Meldung aus Algier ist ein Soldat vom 59. Regiment, der nach dem Gefecht gegen die ShrumirS am 30. v. M:s. vermißt wurde, «ntsetzlich verstümmelt, mit abgeschn.ttener Nase und Ohren, aufgefunden worden und kur- nach seiner Auffindung seinen schweren Leiden erlegen.
Italien.
Noru, 8. April. Ministerpräsident Eairoli theilte In der heutigen Sitzung der Sammer mit, daß das Ministerium in Folge der gestern in der ^innrer stattgehabten Abstimmung demisfionirte, der Nönig aber Die weitere Entschließung sich vorbehalten habe. Der Arbeit-mintster Bacarini erklärte die Nachricht, daß die Regierung die Landung der indischen Post von Brindisi nach et rem anderen Hafen des adrtatischen Meeres zu verlegen beabsichtige, für unbegründet. Hierauf wurde von der Sammer der VerwaltungS-Gesetz- entwurf beralhen.
Zluhtand.
Petkrsdurg 9. April- Proctß gegen Rystakoff und Genossen. Die gestrige Sitzung dec- Gerlchrshots wurde Vorrnittoss 11 Ubr eröffnet. Michailosf und Rpfsa- foff waren febr niedergeschlagen, während Jeliabost seine frühere Energie zeigte und dem Verhör große Äufmeiksamkeit widmete. Tie Verhandlung begann mit dem Zeugen- oerhör und der Vesrchtigung der corpus delicti. Allgemeine Aufmerksamkeit erregten zwei Sprenggeschosse von derselben '21:t, wie dasjenige war, mit welchem der Kaiser töbtlid) verwundet wurde. Ter Experte, General-Major Fedorow, erklärte den Mechanismus und die Ladung dieser Geschosie. Kibaltschitsch richtete an denselben einige Fragen bmsichllich der Explosionskra't dieser Geichosie und deren Folgen. Hieraus wurden phoiographische Gruppen Hingerichteter Verbrecher, Briefe, verschiedene Nummern der.Rettung „Narodnaja Wolja", einige große Blechrplinder mit Dynamit, welche in der Wob ung Ieliabon's und der PervIskaja amgesunden waren, in Augenschein genommen , ferner Pläne von Petersburg, auf denen die Michaelmanege, die Ingenieurstraße, das Mich ie.valais, der Katharinenkanal, die kleine Gartenstraße und andere Punkte besonders angemerkt waren. Aus einige Fragen des Vorsitzenden verweigerten jeliaboff und die Perooskaja kategorisch jede Auskunft. Nach 2 Uhr trat «ne halbstündige Pause ein-


