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Nr. 30, Samstag den 12. Februar
Kießener "Anzeiger
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Veulschland.
Darmstadt, 10. Februar. DaS Großh. Regierungsblatt Nr. 1, ausgegeben zu Darmstadt den 10 Februar, enthält daS Gesetz, die Pfändung in dem nicht gerichtlichen DettreibungSverfabren, insbesondere in dem Steuer- executionS- und in dem admimstrativen Beitreibungsverfahren betr.
— Das Amtsblatt Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Sektion für Justizverwaltung. Nr. 2, enthält Ausschreiben vom 24. Januar 1881, betr. die gerichtlichen Hinterlegungen.
Berlin, 8. Februar. DaS Reichssustizamt hat kürzlich an die Lan- deSsustiz.Verwaltungen daS Ersuchen gerichtet, mit den Erhebungen bezüglich der Vertbeuerung der Rechtspflege durch die neuen Gertchtskosten-Tarise vorzu- gehen, «ine Darlegung derjenigen Punkte, auf welche sich die Bestimmungen zu erstrecken haben, betgesügt und 14 Fragen gestellt, auf deren Beantwortung es ankommen soll. Die letzteren bezieben sich auf das Gerichtskostengesetz, die Gebührenordnung für die Gerichtsvollzieher und auf „Allgemeines." Neben der Beantwortung der gestellten Fragen wünscht dos RetchSjußizamt eine Mit- theilung der Seitens der LandeSjustiz-Verwaltungen nebst eintr hierauf gestütz- ten Begutachtung, da die ziffermäßigen Erhebungen allein em erschöpfendes Bild der Wirksamkeit der Gerichtskostengesrtze nicht zu bieten vermöchten. Die Erhebungen sollen sich auf die Geschäftsjahre 1881 und 1882 erstrecken, so M für die nächsten drei Jahre schwerlich eine Aussicht auf Abänderung der Gerichtskostengesetze vorhanden sein wird.
Berlin, 9. Februar. Am Hochzeitstage deS Prinzen Wilhelm soll «ine sog. kleine Amnestie für durch die Presse begangenen vergehen, für leichtere Bergehen gegen das Eigenthum, Beamtenbeleldigungen, Widerstand gegen die Staatsgewalt u. s. w. erlösten werden.
— DaS Erfreulichste, waS Fürst BiSmarck am letzten Freitag in seiner Rede, wenn auch nur beiläufig, der Welt mitgetheiit hat und waS Niemand so com- Petent auSzusprechen in der Lage ist, wie er, ist die Mittheilung, daß für jetzt und für die absehbare nächste Zukunft der Frieden erhalten bleiben wird. Auch alle Nachrichten aus anderen Staaten stimmen darin überein. Möge Rußland sich mit den Turkmenen, England mit den TranSvaal-Bauern, Afghanen oder Aschanti- herumschlagen müsten: der europäische Continent hat damit nichts zu thun. Und mögen auch die Türken und die Griechen abwechselnd über ihre gewaltigen Rüstungen in die Welt hinaustelegraphtren ; eS ist nicht ein Viertel davon wahr, Einer will nur dem Andern Angst machen. Und sollte eS selbst km Frühling, nachdem der Schnee auf dem Othrysgebirge geschmolzen, zu Scharmützeln zwischen Türken und Griechen kommen: ein großer europäischer
wird daraus nicht entstehen, weil jetzt keine europäische Macht geneigt ist, den Funken zum großen Brande anzublasen. Rußland und England sind dazu augenblicklich außer Stande, und auch Gambetta wird eS aufgeben muffen, aus der griech schen Frage sein „Schleswig" zu präpariren. Denn auch Frankreich will augenbl cklich den Frieden und nichis alS den Frieden. Das hat dieser Tage dre französische Sammer mit großer Deutlichkeit ausgesprochen. Der Satellit Gambetta'S, welcher dem friedlich gesinnten Minister des Auswärtigen, Barthelemy de St. Hilaire, ein Bem stellen wollte, wurde von der Sammer gar nicht angehürt, so daß derselbe die Tribüne verlassen mußte, ohne seine Rede zu beenden. Die Sommer gab dem friedlichen Minister ein Vertrauens- Votum und zwar einstimmig, weil auch die Gegner desselben nicht wagten, bei der Gegenprobe die Hände zu erheben. Auch wenn Barthelemy neuen Jntri- gven zum Opfer fallen sollte, so ist doch das constatirt, daß die Mehrheit in Frankreich jetzt durchaus den Frieden will und sich selbst nicht scheut, in deffen Jntereffe dem sonst allmächeigen Gambetta eine Niederlage zu bereiten. Auch dieser wird sich deshalb aus Slugheitsrücksichten dem Volkswillen accomodiren müssen.
— Ueber Deutschlands Eisen Ein- und Ausfuhr im Jahre 1880 giebt daS jetzt erschienene Decemberheft der deutschen Reichsstattstik eine in vielen Beziehungen intereffante Auskunft. Der Export, welcher schon seit dem Jahre 1873 in starker Progression gestiegen ist, hat dadurch, entsprechend den Der- HLltniffen des Weltmarktes, einen zuvor nie erreichten Umfang gewonnen; et beziffert sich für Roh- und Brucheisen auf 3,188,792 Doppel-Eentner, für Materialeisen und grobe Eisenwaaren auf 6,637,917 Doppel Centner, für Maschinen auf 623,011 Doppel-Centner. Im Ganzen repräsentirt diese Aus- siLhr, auf Roheisen reducirt, ein Quantum von nahezu 13 Millionen Doppel- Tentner. Da die deutsche Roheisen-Production im Jahre 1880 nach den bisher vorliegenden Daten aus circa 26 bis 27 Millionen Doppel-Centner zu schätzen ißt, so kommt der Export Deutschlands ungefähr der Hälfte seiner ganzen X oheisen-Production gleich. Der Import steht ihm gegenüber fast in allen Artikeln weit zurück. Ein Ueberwiegen der E nfuhr über die Ausfuhr ist nur h i Roheisen, Weißblech, Anker und Ketten, sowie bei Locomobilen zu consta- tinen. Eine Vergleichung der betr. Zahlen mit den Ergebnissen früherer Jadre ist: leider durch die Aenderungen, welche die Wiederherstellung der E ser zölle iin Laufe des Jahres 1879 und die Einführung einer statistischen Gebühr in mserer Handelspolitik bewirkt haben, vollständig ausgeschloffen. Bemerkens- w-rth und unzweifelhaft feststehend ist nur, daß schon im letzten Jahre der Mfteiheit für Eisen, im Jahre 1878, im Wesentlichen nur bei denselben, ob mgenannten Artikeln die Einfuhr größer alS die Ausfuhr war, während bei
allen anderen Artikeln schon damals der Export den Import weit überwog. Die neuen Zölle haben eS demnach nicht vkrhindern können, daß Deutschland nach wie vor seinen Bedarf in diesen Artikeln, welche sämmilich Specialitäten der englischen Eisen- und Maschinen-Jndustrie sind, durch Beziehungen vom Auslande deckt.
England.
London, 8. Februar. England, das conservatioste Land der Welt, wird mehr noch als von Gesetzen vom Herkommen regiert. DaS Parlament hotte bisher keine feste Geschäftsordnung mit scharfen Handhaben für den Sprecher, d. h. Präsidenten, um etwaige Ungehörigkeiten zu zügeln oder zu verhindern. ES wurde eben angenommen, die Mitglieder des Parlament- seien sämmilich Gentlemen, welche sich Ungehörigkeiten überhaupt nicht zu Schulden kommen lasten werden. Da- traf auch früher zu, jetzt aber nicht mehr. Die Irländer find nicht Gentlemen, sondern zum größten Theile wüste Gesellen. AlS auch das Cabinet sich nach langem Zögern entschloß, Zwangsmaßregeln gegen die irischen Verbrechen zu empfehlen, da suchten sie die Be» rathung in'6 Unendliche zu verzögern. Die Sitzung, welche am Montag Nachmittag begann, dauerte Nacht und Tag und wiederum Nacht und weit bis in den Hellen Mittwoch hinein. Den Schluß herbeizuführen war nicht möglich, so lange noch Jemand sprechen wollte, und die Irländer thaten die- mit unendlichen Schimpfreden. Zuletzt riß selbst dem friedfertigen Drigh der GevuldSfaden und der Sprecher erklärte plötzlich in Uebereinstimmung der Regierung die 42stündige Debatte für geschlosten, etwas ganz Neue- und Un- erhörtes in England, waS von weittragenden Consequenzen sein dürfte.
London, 9. Februar. Unterhaus. UnierstaatSsecretär Dilke erklärte auf eine Anfrage, die französischen Kriegsschiffe hätten gestern den Befehl erhalten, TuniS zu verlasten; ein gleicher Befehl sei auch den englischen Krieg-, schiffen zügegangen. — Der Sprecher theilte sodann mit, er habe eine neue Geschäftsordnung für die Behandlung dringender Angelegenheiten auf den Tisch des Hauses niedergelegt und hoffe, daß durch dieselbe derartige Ange- legenheiten gefördert werden würden, es sei nicht ungehörig, die Redefreiheit einigermaßen zu beschränken.
— Eine amtliche Meldung auS Durban vom 9. dS. über das berett- fignalifirte Gefecht meldet: General Colley rückte mit 5 Compagnien Jäger und einem Detachement Kavallerie gestern gegen Newcastle vor, um die Ver- bindungen zwischen dem Lager der Eiigländer und Newcastle wieder herzu- stellen. Die BoerS griffen die englischen Truppen energisch an, wurden aber zurückgeschlagen, wobei sie große Verluste erlitten. DaS Gefecht dauerte 6 Stunden. — Nach einer Depesche der „Daily NewS" ist die Lage deS Generals Colley trotz der Niederlage der Boers eine kritische, weil letztere die alle Seiten dominirenden Höhen innehaben.
Spanien.
Madrid, 9. Februar. In den Kammern wurde heute rin Decret deS Königs verlesen, durch welches die Kortes aufgelöst werden. In dem Personal des diplomatischen Corps und der höheren Verwaltungsbeamten stehen Aenderungen bevor.
Amerika.
Washington, 9. Februar. Der Senat und die Repräsentanten- Kammer hielten heute eine gemeinsame Sitzung ab behufs Zählung der Stimmen für die Präsidentenwahl. James A. Garfield und Arthur wurden schließlich für ordnungsmäßig rum Piäfider.ten resp. Vicepräfidenten der Vereinigten Staaten defignirt erklärt.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'« telegr. Csrrespotrdeuz-Vureav^
Petersburg, 10. Februar. Nach allen hier vorliegenden Nachrichten >arf die chmefische Frage alS in guter Abwicklung begriffen angesehen werden. Graf Qrloff Daoidoff, Sohn der Gräfin Peter Schuwaloff aus erster Ehe, ist bei Geoktepe schwer verwundet.
London, 10. Februar. Parnell ist gestern Abend von Paris, wohin er sich in finanziellen Angelegenheiten der Liga begeben hatte, zurückg-.kehrt. Gerüchtweise verlautete, es sei cm Haftbefehl gegen Parnell erlaffen worden.
Rom, 10. Februar. Ter „Fanfulla" zufolge wird der Herzog von Aosta den König bei den Hochzeitsfeierlichkeiten des Prinzen Wühelm von Preußen vertreten.
Wien, 10. Febr. Meldung der „Polit. Corresp." aus Belgrad von heute: In der Skupschtina erklärte der Ministerpräsident Pirotschanaz dem Anträge des Deputirten Walterovic auf Ausschließung der Juden vom Richteramte gegenüber, daß sich das serbische Volk stets durch Toleranz ausgezeichnet habe und daß alle Bürger ohne Unterschied der Confesfion stets ihre bürgerlichen Pflichten erfüllt hätten.
Petersburg, 10. Februar. Die „Agence Ruffe" bespricht den gegenwärtigen Stand der türkisch-griechischen Frage und weist auf die verschiedenen von einander abweichenden Nachrichten bezüglich derselben hin. Während einige Blätter melden, der englische Botschafter bei der Pforte, Göschen, habe die


