Donnerstag den 11. August
1891.
-rr. 184.
Metzmer Anzeiger
Anzeige- n»b Amtsblatt fit bcu Kreis Gieheil.
rea' t 6d)ulftrafct B. 18.
erläcint täglich mit «u-nichmc bet Tlontafl*.
Preis vierteljährlich 2 Warf 20 Pi. mit vrmg-rlohr.
Durch bu Post bezogen vierteljährlich 2 Warf 50 Pf.
Amtlicher H y e i l.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit deS S 9 de- Gesetze- vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende DurchschniltSmarktpreise vom Monat Juli 1881 veröffentlicht:
Hafer ** 17,67, Heu JL 7,60, Stroh JL 7,60 per 100 Kilogramm.
Gießen, am 9. August 1881. GrohherzoglicheS Krei-amt Gießen.
Dr. Boekmann. __________________________
In Oelheim hat bereit« eine mäßige Tiejbohrung glänzende Resultate ergeben. Seit dieser Entdeckung drängen sich speculative Engländer und Amerikaner daselbst ein und versuche- Terrain zu erwerben. Wünschenswert wäre e« wohl, daß die deutsche Industrie diese Naturschätze nicht verschachert, sondern selbst au-zubeutcn versucht. bo« Land au arm, die Spcculation zu entmuthigt, um mehrere große riefdohrungcn vorzunehmeu. so sollte der Staat eine Sache unterstützen, welche nicht allein für Hannover, sondern für dos ganze Reich von sehr hervorragender Bedeumng! ist- Hossentlich gelingt es den deutschen Eigenthümern, die Schatze zu erschließen und zu OmB ftfel, 8. August. Di« „Kieler ßtfl." erfährt au« sicherster Quelle: Da« Verbot M Auslaufens der Schiffe „SccrateS" und „Diogenes" ist von dim Minister des Innern in Folge einer M'tlbeilung des auswärtigen Amte«, daß die Schiffe nach den vorläufig angestellten Ermittelungen mäglicher Wei e zu einer kriegerischen Verwendung Seitens der Staaten Peru und BolleU ntflen Chile bestiaimt seien, ergangen und zwar deshalb, weil die völkerrechtlich anerkannten NeutralitätS-Grundsätze den neutralen Staaten die Verpflichtung auferlegen, darüber zu wachen, daß auf ihren Gebieten Kriegsschiffe für einen kriegführenden Staat nicht ausgerüstet werden. AuS diesem Grunde find die Gebrüder Howaldt zur Beibringung deS NrchweiseS, für wen und zu welchem Zweck die bezeichneten Sch ffe bestimmt sind, ausgefordert worden und wird biS zur Führung de« Nachweises, daß die Schiffe nicht zu kriegerischen Zwecken oder zum Kreuzen gegen eine mit dem deutschen Reiche in Frieden lebende Macht bestimmt sind, das Auslaufen verhindert werden. Die Entscheidung darüber, ob der geforderte Nachweis für genügend zu erachten ist, soll der Minder deS Innern sich vorbehalten haben. Es bleibt schließlich noch zu erwähnen, 'daß bei der bezüglichen Eröffnung an die Gebrüder Howaldt aus- drücklich hervorgehcben worden ist, daß die betr. Maßregeln in Ausübung der staatlichen Polizethoheit erfolgten.
AranLreich.
Paris, 8. August. Durch die von dem General Logerot vorgenom- mene Untersuchung wegen der Plünderungen in dem europäischen Quartier von Ssar ist sestgestellt worden, daß die Plünderungen durch ott Araber vor der Ausschiffung der französischen Truppen verübt wurden. Die gegen die französischen Soldaten gerichteten Anschuldigungen sind demnach unbegründet. - Lequeux ist zum französtschen Eonsul in Tunis ernannt worden.
fcngfanb.
London, 8. August. Unterhaus. Aus «in« «ns»«' «'
klärt« trr ©enerolfecretär für Irland, dl« Freilaffung Dillon « sei au« S« und. beitsrückstckten erfolgt. D«m D'pulirt-n Laboucher« «rwtberte brr P«ml«r Gladstone. falls Bradlaugh In dir nächsten Skssion dir Zulaß zu d" Sitzun- fl,n verweigert werden sollte, werde die Regierung die Frag« im Hinblick auf deren Erledigung zu erwägen haben.
Afrika.
lknnis 8. August. eine Bande Aufständischer hat mehrere Därser zwischen Kes und der Eisenbahn im Medjerdah-Thale g.xlündert. Die Araber vertheid'gten sich und iSdtelen mehrere der Angreifer. Heute früh ist eine franzifisede Truppenabiheilung in der Stärk« von 500 Mann abgegangrn, um die Plünderer zu verfolgen.__ ___________
wuudrt wurden. .
Hannover. Deutschland sendet jährlich 70 Millionen für Petroleum nach Amerikas 5-6 Millionen nach Galizien: cs wäre also von großem wirth, ch östlichem VoNheil, wenn dieses Geld im Lande bleiben, von noch größerem Vortheue, wenn emiae andere Länder ihren Bedarf in Deutschland statt in Pensylvamen decken konnten und die Aussichten aus diese erfreuliche Erhöhung unseres NaNonalwohlftandcs Und nicht schlecht- Das Hannoversche Petroleumbecken ist, leider sehr spat, m seiner vollen Bedeutung erkannt worden, und voraussichtlich bedarf eS nur tieferer Bohrungen als bisher um ein Lager mineralischen Qels zu erschließen, von welchem schon vor fünf fahren auf der Naturforscher-Versammlung zu Hamburg Dr. Mayer prophezeite. .Es liegt im Bereiche der Möglichkeit, daß einst auf unfern norddeutschen Haiden eini Cd* reichtbum erschlossen wird, welcher dem amerikanischen nichts nachgibi: und vvlkswirth- schafrlich mehr bedeutet als die Diamantenfelder des Caps, die Goldwäsche Calisorniens Oi>Cr d Ad?ctigkeit der Tiefbohrungen, welche bekanntlich viel Geld kosten, hat bereits 'der kgl- prcuß. Bergrath, Freiherr v. Dückcr. vor mehreren Jahren m sem« Schrift .Petroleum und Asphalt- hmgewiefen. Das Hannoversche Petroleumbecken nschei t als das Reservoir, in welches aus der westfalischen Kohlenformation durch das Geschiebe der andern Formationen das Erdöl abfließt. Nach der Auncht Dücker s muß unter der hannoverschen Mulde eins der großartigsten Petroleumbeckcn der Wett lieaen- es ist zwar damit nicht gesagt, daß man überall, wo man bohrt nun auch «nabe dieses decken anschlagen wirb, aber von Areienfm bis Heide m Öolftemroetien b:e Erscheinungen darauf hin, daß in dieser ganzen Ausdehnung ern unterrrducher Andrang von Erdöl ftattsindet-
Deutschland.
Mainz, 8. August. Der Verein „Eoncordia- hat in Gemäßhett der Befchlüfie feiner letzten Generalversammlung zwei Preise von 1200 JL rrsp 600 JL für die besten Broschüren über die rationellste Anlage und Errichtung von Wohnhäusern für je eine Arbeiterfamilie unter Berücksichtigung der Dcr- hältntfie tu verschiedenen Theilen Deutschla, d« sowohl in Städten, alS auf dem Lande au-gesetzk. Da- Generalsecrrtariat des zu Mainz domicilirien Verein- „Concordia" ertheilt Denjenigen, welche sich an der Concurrenz zu bethe.ligen wünschen, nähere Auskunft. Wir sprechen die Hoffnung aus , daß die von dem Verein „Concordia" au-gehenden Anregungen recht virle tüchtige Teckn ker veranlassen mögen, sich mit der social.politisch bochwichtigen Frage der Arbeiterwohnungen zu befaffen. Da es sich, wie wir Hören , um einen kurzen Leitfaden für den prakttschln Gebrauch solcher handelt, die Arbeiter- Häuser bauen wollen und die Schrist erst am 1. März nächsten Jahre- etnzu reichen ist, haben unsere Architekten während der stillen Wintermonate Zeit zu
^Berlin, 7. August. Ueber die Beschlagnahme der bcidcn Dampfer Sccrate-" und „Diogene-" hat deren Eibauer, Herr Georg Howaldt, der ^Kieler Ztg." zufolge Beschwerde geführt und seine Entschädlgungs-Ansprüche gellend gemacht. Wie verlautet, ist eine Commission von Sachverständigen ernannt, um die Thatsachen vor und kei der Beschlagnahme fepzustellen. Es hat sich in der That herau-gestellt, daß die Kefiel ohne Wafier gewesen sind und Dampf nur gemacht worden ist, um eine kleine HülfSmaschtne in Bewegung zu sitzri. Bel der Besetzung deS Schiffe- und bei dem AuSetnandernrhmen der Maschinen und dem Entfernen einiger Maschtnentheile ist Herr Howaldt nicht herangezogen. Seine Beschwerde richtet sich nicht nur gegen die Beschlag, nähme, sondern auch gegen die Art der Ausführung. Da die kaiserl. Marine nur auf Requisition des für die Beschlagnahme ernannten außerordentlichen Commiffars, Stadtraih Lorenzen, gehandelt hat, ist diesem die Beschwerde- schritt de- Herrn Howaldt zugegangen. Daraus ist sofort eine Antwort enheilt worden, deren Inhalt dem Vernehmen nach folgender iß : Die Sw gäbe de- Herrn Howaldt selbst wie die sonstigen in der Angelegenheit erwachsenden Act en stücke seien der königlichen Regierung zu Schleswig übermittelt worden. DaS AuSeinandernehmetl der Maschinentheile sei auf Veranlc ffung deS kaiser- l»chen StatlorscommandoS erfolgt, welches boitn das einfachste und bequemste Mittel, da- Auslaufen der Sch ffe unmöglich zu machen, erblickt habe, em Mitie', daS überdies die Maschinen in keiner Weise nachhaltig schädige. Das ictzige Verfahren habe Herr G- Howaldt insofern selbst nothwendtg gemocht, aiS er sich geweigert habe, die Schiffe in den Binnenhafen hereinzulegen. Von einer Aushebung der getroffenen Maßnahme könne so lange nichts die Rede sem, als mcht Vorschläge zu einer anderweiten Sicherlegung der schiffe^gemacht worden. Die Ueberwachung der Schiffe ersolgt jetzt durch den Blücher und durch von Zeit zu Zeit Tag und Nacht hindurch auSgesandte Patrouillen.
Berlin, 9. August. Dem „Tagebl." zufolge sand den 2. und 3. «ug. in Rfefchw, einer Stadt mit 20,000 Einwohnern im ruffffchen Gouverrement Tschernigvw, «ine schrcckliche Judenverfolgung «alt. Viele Wohnhäujer wur. den vernichtet, der udlsche Friedhof zerstärt. Die anwesenden Truppen mußten die Waffen gebrauchen, wobei zahlreiche Personen getödiet und schwer ver-
leirgraphische Kepeschnr.
BoIfTl ttleflt»
Berlin, 9. August. DaS hiesige Landgericht hat in der ^"utton-- fache Raufmann wider die rumänische Eisenbahn. Gesellschaft bk säm"'l'chen Aniräge M Kläger«, welche sich dabin richteten, ^«r rumä uschen S.s-nbahn. Gesellschaft, sowie der Di-conto-V-sellschrft und L. Blerchrorer den ^»flch t at-n Umtausch kprocentiger Schuldverschreibungen gegen rumänisch«S'°at«. Obligationen und^ dir Derl.gung de« G-s.ll,chaft«fißes nack » kanft ,» verbietrn, abzewies«n und «rklärt, daß di« Verlegung »Ä1**
wenn zur Sicherung der Nägerisch-n Ansprüche eine Eauiwn von 500,000 hinterlegt w,rde. Di' Ausführung d«r Convent.on Sel <n6 ^n Regierung ist ausdrücklich als rechtSbeständig anerkannt D,er nttetr-r
rumänifcheu Eisenbahn. Gesellschaft wohnte der Verhandlung bei. Dre Lau tion wird sofort bestellt. , , m «2 747
OTu„d,S'V‘te» ’SS' & "to <■= ®"™1


