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wenden Personen strafrechtlich etngeschrttten werden müsse. Der Verleger hat hierauf die Erklärung abgegeben, er werde Kalender mit Umschlägen der frag­lichen Art fortan nicht mehr nach Preußen versenden.

Berlin, 8. Januar. Fürst BismarckW heute Nachmittag um 5 Uhr hier angekommen.

Die Judenbewegung wirst in Berlin noch täglich ihre Wellen. Neu­lich war eine Studentenversammlung, die von etwa 500 Personen besucht war, darunter 30 auswärtige Studenten. Sie nennen die antisemitische Be­wegung dienationale" und im Laufe der Verhandlungen wurde mitgetheilt, daß die so viel besprochene antisemitische Petition an den Reichskanzler erst am 13 Februar abgegeben werden solle. Die Petition habe an der Univer- sttät und der technischen Hochschule 1400 Unterschriften gesunden. Indessen gab sich in der Versammlung doch auch Widerspruch kund und ein Redner empfahl Misch-Ehen zwischen Christen und Juden als die beste Lösung der Judenfrage. Es wurde ihm aber das Wort entzogen. Herrn Stöcker ist bei der Judenhetze, die sich sogar auf die Straße, selbst bis in die Nähe des kai­serlichen Palais sortpflanzte, zu Muthe, wie dem Zauberlehrling. In einer Versammlung von 2000 Personen suchte er sich gegen die Vorwürfe, die sogar derEvangelische Kirchliche Anzeiger" gegen ihn richtet, zu vertheidtgen. Er sei nicht verantwortlich für Versammlungen, die von anderen Parteien ein- berufen wurden, und für scandalöse Straßer,scenen. Die Juden-Emancipation könne nicht wieder rückgängig gemacht werden. Indessen bemerkte Herr Stöcker doch gleich darauf, die Hälfte aller Jura-Ltudirenden wären Juden, und gegen ein derartiges Mrßverhältniß müsse ein Normativgesetz erlassen werden. Das läuft doch auf Beschränkung der bürgerlichen Rechte der Juden hinaus.

Das königliche Provinzial-Schulcollegium hat dem zum ordentlichen Lehrer an der Victortaschule gewählten Dr. Henrici, dem Retchshallen-Redner, die Bestätigung versagt. Der Magistrat ist in Folge dessen aufgefordert wor­den, für die anderwette Besetzung der Stelle zu sorgen.

Berlin, 9. Januar. Im Dache des Generalstabsgebäudes, wo sich die Buchbinderei befand, brach gestern Abend Feuer aus. Dasselbe wurde nach kurzer Zeit gelöscht.

Urber das gemeldete Feuer im Dache des Generalstabsgebäudes ver­lautet: Das Feuer brach gegen 10 Uhr Abends aus, war aber noch vor 12 Uhr vollständig gelöscht, so daß Aufräumungs'Arbeiten begannen. Der Schaden ist kein erheblicher, werthvolle Schriften und Schriftstücke find nicht beschädigt. Der Kronprinz und Moltke waren an der Brandstätte anwesend.

StraHburg, 8. Januar. Optantenfrage. Die Commission, welche sich mit der Frage der Staatsangehörigkeit der Optanten zu blassen hat, soll in ihrer ersten Sitzung über fünfzig Fälle geprüft und hierbei zumeist auf Anerkennung einer fremdländischen Staatsangehörigkeit erkannt haben. Die Entscheidungen, welche hier getroffen worden, find nur von persönlichem In­teresse, wir können aber froh.sem, daß der Anfang gemacht ist, oie heikle Angelegenheit endlich aus der Welt zu schaffen. Ein in dieser Richtung be- pimmtes und klares Vorgehen der betr. Behörden unmittelbar nach der Annexion hätte viele, namentlich für die Betreffenden recht unangenehme Vor­kommnisse aermieden.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. C»rrespoudeur°Bureav-.

Pari-, 10. Januar. Unter den hier gewählten 80 Munieipalräthen befinden sich 44 Republikaner, 6 Intransigenten, 8 Conservative. Es sind 22 Stichwahlen nothwendig. Außer bei ausscheidenden 5 Conservattoen wür­ben noch 3 neue Conservitive gewählt. Von den Amnestirten oder den Com- munards wurde keiner gewählt.

Irankreich.

Pari-, 8. Januar. Einer Meldung derAgence Havas" zufolge

Literarisches.

Bierregeln für Wirthe und solche, die es werden wollen- Von einem Biertrinker Leitfa den für Bierunrthc zur Behandlung des Bieres, des Kell-'rs der Fässer, der Ausschankvorrichtungen re. Preisschrift des Rheinisch - Westfäli­schen Brauerbundes. Klein 8«, 32 Seiten. Preis 50 H. Verlaa der all­gemeinen Hopfenzeitung m Nürnberg.

Für Wirth- und Solch-, die roerben wollen, bestimmt, konn diese Brochure Jedermann, welcher Interesse an der Behandlnn» und dem zweckmäßigsten Ausschank- des Bieres nimmt, bestens -mvlohl-n werden. Nicht allein belehrenden Inhaltes son­dern auch^en anregender Form abgesaßt, wird Niemand das kleine Büchlein unb'efrie- ^gt bei »eite legen, allen Bierwiithen aber muß dasselbe eine höchst willkommene Gabe sein, weil es in der Thal Alles in gedrängter Kürze enthält, was beim Bieraus­schank- zu wissen und berücksichtigen nothwendig ist. In 12 Abschnitte getheilt, tragt der Peirasser lernt Bierregeln vor. Ab chnit, 1 behandelt die Untersuebuna der b-, der Ankunst; Abschnitt 2 die Besorderung des Bieres in den K-lUr; dw Abschnstte 3 und 4 s'.nd dem Keller und dessen Wartung gewidmet; im 5. Abschnitte wird die Lagerung des Bieres und seine Behandlung während der Seit der Laacruna im k

T $,ri.a,,fcn r «i-r-s und ih?e AnwenÄng be°spr chen " die Anzapfapparate im 8. Abschnitte die Ausschankvorrichtungen im

9. Abschnitte die Aelmgung der Zapsapparate, im 10. Abschnitte die Behandlung der ll- Abschnitte die Aufbewahrung der Eisvorräthe und im 12^Ab- schnitte das Abziehen des Bieres auf Flaschen. Mit einemProsit Anstich" schliekt f einc ^rolchure, welcher auch mehrere Abbildungen verschiedener Vorrichtungen beigegeben sind, und die recht elegant ausgestattet ist.

Handel und Verkehr.

. l .Frankfurt 8. Januar. (Marktbericht.» Der heutige Heu- und Strobmarkt gut befahren. Heu kostete le nack Qualität der Ctr. 3J.0-4.4O, Stroh ^ 2 60-3 35 Bk 120f olm ?tD^n Y vH. 90-1.00, 2. Qual JL 0.85-90, im Detail das

Btt !. 20-0.no 2. Qual. 1.00 -00. Eier daS Hundert AL 68 50

pCT 5, Kuh, Rind- und Farrenfleisch 4555 Kalbfleisch 5? 55 A

Hammelfleisch 40-45 SchweinelleisL 70 80 A ein fiabn al 1 0 nn 7

eine 6nt. 2.50 - 3.00, -in. Taub- 60-00 E 100"

la» Sllick M. 2.50-3.00, Feldhuhn JL 2.00-0.00 Rehbock dnS Md 70 nn~<LO 61 ^°-0.00, SBäWt H-bn J4 6-S.O Rattoffeln ti)O»o^6OO-7 OOÄ^bi ^Ta

In b°lb0L^.Witfing 00-00 4, S-lb-tüb-n 1 ®unb 12-15 1 «wüblln

herrsche in diplomatisch.n Äieijen bie Meinung, daß, falls die Schacht von der Einberufung der Reserven in Griechenland sich bestätigt, Frankreich seines Actes völlig enthobm wäre.

Hn glaub.

London, 8. Januar. Das Unterhaus hat in eifler L-Iung dl- Bill bezüglich c-r Wahib-strchung-n, sowie bi« Bill wegen der Er euerunz Gesetzes über di- geheime Abstimmung angenommen. In der Abreß-Debatte begründete Parnell sein Amend-m-nt gegen bie Suspendirung ber con(l tutio neUen Rechte Irlands. Zwangsmittel würben, wie er sagte, die G waltthaten nur vermehren unb Irland könne dadurch nicht gewonnen werden. Die Debatte

Liverpool ^5 »'Januar. Am Montag Abend brachen säst gleichzeitig in den großen Schuppen, welch« an einige bei Lwerpooler Docks anstoßen, vier Feuersbünste aus. Zuerst wurde ber Polizn -w Feuer in Prin«s Half tide.Dock gemeldet. In diesem Falle war es jedoch das schaffMafiachu- setts", und nicht der Schuppen, was in Flammen stand. Da es mit Heu beladen war, blieben di- Löschanstr-ngung-n der Feuerwehr längere Zeit ver­geblich: als man jedoch dieses Feuers Herr geworden brach ein anderes am Nordende des Carriers-Docks aud. Als die Feuerwehr sich dorten begab wurde der Brand eines Holzhofes im Hudkision-Dock gemeldet. Die letzten beiden Brände waren kaum gelöscht, als ein anderes Feuer tm Hslzhose der ; Herren Murphy u. Eomp. siznalistrt wurde. Auch d'es wurde bald gelöscht. ; X(er fand die Polizei eine Flasche voll Petroleum, nachdem schon bei einem 1 srühtren Brände der Geruch von Petroleum wahrgenommen worden.

: Am Dienstag Morgen sand die Polizei auch zerbrochene Flaschen, die Petro- i leum enthalten hatten, und der Heerd des Feuers in Earrters-Dock, sowie daS l Baubol, rochen stark nach Petroleum. Eine andere Flasche wurde im HuS- j ktstowDock gesunden, und auch hier hatte das Bauholz einen strengen Petro- leumgemch. (Si kann daher wenig Zveifel darüber obwalten, daß hier ein ' systematischer Versuch vorliegt, die Docks und was dazu gehört in Brand zu : stecke» Die Polizei soll den Brnndstistern auf der Spur sein.

Fehler gut zu machen, zeigt, welch gesunder Kern in unserer Jndustrrkt M eS verstanden hat, als ein ebenbürtiger, stellenweise als ein surrer Nebenbuhler aus dem Kampsplatze der Industrie zu erschev en. Unsere ige sind fast auf allen Punkten der ganzen Linie sehr erfreulich und läster ; Hoffnung tfaum, daß unsere Industrie sich eine hohe angesehene Stellmls : boUen Besitz erworben und bann auch nicht mehr rauben lassen wirb, oll ! ich einige Glanzpunkte ansühren, so flnb es die Bildergalerie, die Untets- ansstellung, das sog. Kasserzelt mit seinem kostbaren Inhalt oon Jun, Edel- und Halb-delschmuck, Prachtgeräthen, F-ineisenguß. Siehst du, lift des deutschen Kaisers Zelt", hörte ich einen Knaben belehren, damit zier 1,1 b'N Krieg, unb Alle«, was bu stehst von Gold und Edelsteinen, das mt »rnfi4e8hmasro re®-fej.^arUi$orfltKunfl 1,1 flani verbreitet in geen «lassen der Melbourner Bevölkerung. Der Elaviersaal, die Elberseldef«. sammtauspellung, welche unbestritten den ersten Rang in ihrem Genre avtr ganzen Ausstellung einnimmt, die imposante Remscheider Gesammtausstna unsere Porzellan-Abtheilung, unsere M-chaniker-Ab,Heilung u. s. w. Dl« muß ich mir für künftig Vorbehalten, «ber etwas muß ich hervorheben aS vielleicht das Beste und Schönste im Allgemeinen ist. Es ist, daß Deh. land ganz oder mit geringen Ausnahmen ganz es selbst ist, sich selbst gehen bat, in feinem eigenen Style schaffend auftritt. Während fast überall >st 8remben' das Jmitiren der Stylarten wuchert und osten schönsten Anlauf zu eigener Entwickelung mit Uebermacht durchbricht ben S!r % al ollen Punkten aus dem eigenen Jdeenvorrath geschöpft, die ene Phantasie befruchtend einwirken lassen, auS dem eigenen Wesen unseres B«s heraus Formen und Gestalten geschaffen. DaS ist der gute, zwar mühelle ob" »u hohe« Zielen führende Weg, den unsere Industrie nun zu gehen ll- schloffen scheint. Hier wenigstens hat diese Art der Bewegung unserer Ecu- stellung einen Stempel ausgedrückt, der ihr sowohl ihren besten Reiz verlit bat J° "T# »chtl» ist - unverjagbare Achtung erruten

hat. Die Verbindung der Kunst mit den Gewerben hat wirklich und wir- hastig begonnen bei uns; sie trägt hier bereits Blüthen; nicht nachl tffen lrf tragen"""" " 2ln*hcnaun9cn' unb st° wird auch herrliche Früte . 7. Januar. Mit demFamilien-Kalender des Lahre?HMin-

b4n ®°ten - welcher in einer nord- und einer süddeutschen Ausgabe erscheit, st bisher regelmäßig eine Vertheilung von Geldprämien verknüpft worin nnooCn6lalifiinnm/y?^Ia9e b°s Kalenders befindlichen Vermerken Ä- läyruch 1300 bis 1400 in neun verschiedenen Beträgen von 30 bis 300 mU?tecr btc Abnehmer der einzelnen Exemplare des Kalende», diesem Behufe mit fortlaufenden, durch die ganze Auflage hiudury- gehenden Nummern versehen sind, als Gewinne verloost werden. Durch die- Präm enverthetlung erhält der Vertrieb des Kalenders den Charakter etn,s Lotterte-UnternehmenS, welches im preußischen Staate nicht zugelaffen tfi und um fo wrutger würde zugelassen werden können, als durch dasselbe eine Aus- spielung von Geldgewinnen erfolgt. Es ist nun vor Kurzem der Verleger des Lotterie-Unternehmens, insoweit aufmerksam gemacht worden, daß bei etwaiger Fortsetzung derselben theilneh-

Lokales.

i @kflcr 10. Januar. Vong- Woche bettelte -m Stromer in einem Haus- der Rabnbofstvaüe. Vrm Dienstmädcheu mit der Bemerkung abgemiejcn, die Herrschaft

! M mdfnt b°ui- hort- ber Strolch J-rnanb-n husten unb b-m-rkt- er bem Dl-nst- M ßegenüber, erging- nicht -her fort, brn er 5» G-sch-nk-rhaltem DasMad

| dnroeienDe ^Vii.V5*,'?ylbpßvl^ril3nU6ittim',1h^Ti$F oon 160 JL, welche jedenfalls der Bct^- . ler mitgehen hieß. Zur Warnung theilen wir diesen Fall mit, mit dem Bemerken, l nicht zu vertrauensselig zu sein und Werthgegensiände sorgfältiger aufzubewahren, da-' s mit sie nicht zu leicht die Beute des Drebesgesindels werden.

\ Vermischtes,

Berlin, 5. Januar. Bei den Postanstalten in Berlin sind am verflossenen Sylvester und Neujahrstagc 1,209,600 Stück Stadtbriefsendungen saus Berlin nach Berlin) eingeliefert worden, d. i. 159,663 Stück mehr als im Vorjahre. Es hätte da­nach jeder Einwohner Berlin's mindestens einen Neujahrsbrief erhalten. Von der Einrichtung, wonach Neujahrsstadtbriefe von einem Absender für verschiedene Empfän­ger zur Vermeidung der zahlreichen Einzelsendungen schon einige Tage vorher unter Briefumschlag zusammen an das hiesige Stadtpostamt emgefandt werden konnten, ist diesmal in 38,792 Fällen Gebrauch gemacht worden, was wesentlich zur Ecleichte'rnna des Betriebes gedient hat.

- (Landstreicher). DerLiegn. Anzciger" berichtet, daß allein in Liegnitz vom 1. Januar bis zum 27. Decbr. v. I. mehr als 1100 Landstreicher verhaftet und dem Amtsgericht zur Bestrafung zugcsührt worden seien; noch höher belaufe sich die »zahl der nur im Pollzeigefängnrß inhaftirt gewesenen Landstreicher, fremden Dirnen u. fro bei einem solchen Massenandrang sei es gar nicht mehr möglich, die in Haft genom­menen einzeln vom Polizeigefängniß nach dem Amtsgericht zu führen sondern es müsse dies in ganzen Trupps geschehen, die natürlich die Ausmerksamkcit des Publi­kums in besonderem Grade erregten.