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Berlin, 8. December. Ein Rrscr-pt des Handelsmtntsterö, Fürsten Bismarck, an das Vorstcheramt der Kaufmannschaft tn Danzig bezeichn t deffm Ausführung, wonach in den amtlchrn Motiven für die Erhöhung des Mahl- zolls ausdrücklich geltend gemacht sei, wie dem deutschen Müller sein Roh­material sowohl inländischer wie ausländischer Provenienz durch den Getreide- zoll um den ganzen Betrag des Zolls oertheuert werde. Daß dies aber in ausfälligem Widerspruch stehe mit der für den neuen Zolltarif sonst geltend gemachten Auffassung, als würden die Etngangszölle von btm Auölande ge­zahlt als tatsächlich unwahre Behauptung und stellt dahin, ob der Enfluß der gegenwärtigen Zoll- und Handelspolitik, wie das Vorsteheramt annehme, auf das Getreidegeschäst in den folgenden Jahren noch ungünstiger als 1880 sein werde, und bemerkt schließlich, nach den dem Minister anderweit zugegan- genen Nachrichten habe das Danziger Getreidegeschäst im Gegentheil sich im Laufe des Jahres wesentlich gehoben.

DerKreuz-Ztg." zufolge befindet sich die Fraktion des Centrums in Berathung darüber, ob der Zwischenfall Wtnd'.horst tm Plenum des Reichs­tag- zur Sprache zu bringen sei.

Elberfeld, 8. Drcember. Wie dieEbers. Zig." meldet, hat der gestrige Nachtzug Deutz Elberfeld der Bergisch-Märkischen Eisenbahn zwischen Deutz und Mülheim einen Wagen der Pferdebahn überfahren. Der Kätscher, der Conducteur und ein Pasiagier der Pferdebahn sind tobt, ein zweiter Passa­gier ist schwer verletzt worden. Die Bahn winde heute früh wieder freigelezt.

London, 8. December. Die trasche Regierung hat beschlossen, die Polizetmacht Irlands um 1000 Mann zu verstärken.

Wien, 8. December. Das hiesige Rtngtheater (vormals komische Oper) ist vor Beginn der Vorstellung, angeblich in Folge einer Gasexplosion, tn Brand gerathen und steht in Hellen Flammen. Die Feuerwehr ist mit großer Anstrengung bemüht, die tm Hause befindlichen zahlreichen Menschen zu retten. Näheres über einen etwaigen Verlust an Menschenleben ist noch nicht ui cor Satiren. Auch dem Nachbarhause toll Gefahr droben.

gßiftb 8. Decbr., 10 Uhr 50 Min. Ueber den Brand des Ningtheaters sind bis jetzt folgende Details bekar nt. Es war ^7 Uhr. Die Logen waren noch fast leer, tm Parterre befanden sich an 60 Personen, dritte und vierte Gallerte waren stark j besetzt, als plötzlich mit starker Detonation der Vorhang aufbauschte und zerriß. Ern \ Funkenregen ergoß sich rn's Theater. Die Gaslichter erlöschten. Em furchtbares j Jammergeschrei erfüllte das Haus, das nach mehreren Minuten in vollen Flammen stand. Mehrere Personen sprangen in das Parterre, erlitten Arm- und Beinbrüche; doch wurden alle im Parterre befindlichen Personen gerettet Ebenso scheint Niemand vom artistischen Personal verunglückt zu sein. Furchtbar gestaltete sich jedoch das Schicksal der auf der Gallerie befindlichen Menge. In den dunklen Seitengängen ent- fiand ein fürchterliches Ringen. Jeder wollte zuerst hmaus. Die Treppen verstopften : sich. Niemand konnte mehr hinab. Als Genie-Soldaten und Feuerwehr eindrang, i fand sie nur Leichen. Bis 8 Uhr wurden deren 87 hinabgeschafft Um diese Zeit war der Brand so weit vorgeschritten, daß die Rettungsmannschaft sich zurückziehen mußte, j Sie taxtrte die zurücklassenden Leichen auf mehrere Hundert lieber die Ursache des j Brandes erfährt man, daß beim Anzünden des Gases auf der Bühne eine Spiritus- flasche umfiel Die Soffiten wurden zuerst ergriffen; bald auch stand der Schnürboden in Flammen. In diesem Moment erfolgte die Eingangs erwähnte Catastrophe mit dem Vorhang. Um eine Gasexplosion zu verhüten, wurde das Gas abgedreht, wodurch die Verwirrung der auf den Gallerien eingezwängten Massen zur Verzweiflung ge­steigert wurde. Das frühe Auslö'chen des Gases verursachte augenscheinlich den Tod vieler Personen. Der Brand griff so schnell um sich, daß von den Thealerrequisiten auch nicht die kleinste Kleinigkeit gerettet werden konnte. Gegenwärtig stehen nur noch - die kahlen Mauern, welche mit Gluthmasse gefüllt sind.

12 Uhr 10 Min. Nachts. Bereits 150180 Leichen sind aus dem Theater gebracht.

1 Uhr 10 Min. Nachts. Der Brand des Nmgtheaters entstand durch eine Gas-Explosion auf der Bühne gerade vor Beginn der 23or|kUung bei überfülltem Haus. Im Zuschauerraum wurde plötzlich das Gas adgespcrrt und in Folge der Fmsterniß konnte sich das Publikum aus der dritten und viert n Gallerie nicht mehr retten. Mehrere hundert Personen wurden im Gedränge erdrückt und erstickt. Bis 11 Uhr waren 120 Leichen in das Polizeihaus geschafft. Das Theater brennt ganz ab.

Rom, 8. December. In siebcnstündiger pomphafter Zeremonie fand heute in dem zu einer prunkvollen Kapelle umgeformten Raume über dem Portikus von Sankt Pcier die Heiligsprechung von Gulseppc Labre, Derosii Chiara da Montefa'co und Loicnzo da Brindisi statt. Der Feier wohnten über zweitausend Pcrfonen, 140 F.emde, 60 römische Bischöfe, das Cardinais-Collegium (unter ihm (Suibert und Bonnechoie), das diplomatifchc Corps, viele fremde Maltefcrritter, päpstliche Ga-dcn und der Hofstaat bei. Der Papst überwand die große Anstrengung mit bewundernswert her Kraft.

Die Cermonie der Heiligsprechung nahm 5 Stunden in Anspruch. Von 6 Uhr Morgens ab standen viele Neugierige auf dem Pctersplatze unv in der Basilika, wo sie hofften, die C'remonie durch die Fenstern des oberen Atriums mit ansehen zu können. Die ausgegebenen Eintrittskarten lauteten auf die Person. Die Kartenbesitzer wurden genau eontrolirt; viele selbst mit Karten versehene Personen konnten nicht in den Saal gelangen und mußten in dm vor dem Saal befindlichen Gemächern und Corriooren zurückbleiben. Das Wetter war prachtvoll; im Saale herrschte eine drückende Hitze. Mehrere dec Ee emonie Än- wohnende wurden ohnmächtig. Die Canonisation fand ohne Zwischenfälle dem Programm gemäß statt. Der Papst, welcher auf der Sedia Gestatoria unter Vorantritt von ungefähr 350 Cardinälen, Patriarchen, Erzbischöfen, insulinen Acbten und anderen kirchlichen Würoen- träqern in den Saal getragen wurde, kanonisirte die neuen Heiligen in folgender Ord­nung : Kanonikus de Rossi, Kapuziner Lorey, den Eremiten Labre und die Nonne Klara. Einige Kanonenschüffe gaben das Signal zu etnstündtgem Geläute fämmtlicher Kirchenglocken dcr Stadt. Dcr Papst celebrirte sodann mit sichtlicher Anstrengung die Meffe, wobei er sich wiederholt unterstützen ließ. Mit schwacher Stimme hielt er eine Homilie über die Bedeutung der Heiligen im Allgemeinen und über die besonderen Verdienste der neum Heiligen; et schätze sich glücklich, inmitten dieser Trübsale die Zahl der Auserwählten vermehr en zu können, welche bet Gott für die Kirche und die Gesellschaft sürsprechren würden. Das d.plomalisckc Corps beim Vatikan war vollzählig anwesend. Für die Verwandten des Papstes , die Ankömmlinge der neuen Heiligen und den römischen Adel waren Plätze reservirt. Die Stadt blieb voll- kommen ruhig und theilnahmloS.

Prtvat-Depeschen deS Gießener Anzeigers.

Sßtctt/ 9 December. Ein gestern Abend ausgeb^och-nes Feuer !m r Ringtheater war dem Vernehmen nach durch eine Spuitus-Lampe auf der Bühne entstanden. Das Publikum flüchtete in unbeschreiblicher Verwirrung. Da die Ausgänge nicht genügten, wurde die Rettun, mittelst Sprungtüchern und Feuerleitern bewerkstelligt. B sher sind 120 a scheinend Ohnmächtige rauchgeschwärzt in nahegelegene Rettungsanstalien übertragen worden, die mei­sten derselben dürften tobt sein.

10 Uhr Vormittags. Das Innere des Ringtheaters ist vollständig niedergebrannt. B!S 2 Uhr Nachts sind über 150 verkohlte Leichen ausgefun- den. Noch Viele liegen unter den Trümmern begraben. Der Gesammtverlust wird über 200 geschätzt.

Lokales.

Gießen 9. Dezember. (Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Obcrhcffen pro 4. Quartal 1881.

Montag den 12. Dezember. Vormittags 9 Uhr. Gegen Heinrich Scharmann von östlich wegen Urkundenfälschung. Staatsanwalt Zimmermann. Lertheidiger Reäts- autoalt Dr. Sch warz. '

Montag b-n 12. Dezember, NackmittagS 3 Uhr Geg-n Georg Meisinoer von Ober Wöllstadt wegen Brandstiftung. Staatsanwalt Jöckel. Dertheidiger Rechtsanwa.'r Batst.

Dienstag den 13. Dezember, Vormittags 9 Uhr. Gegen Johannes Bach I von Ober-Se<men wegen Verdrecken ,m Amte. Staatsanwalt Jöckel. Dertheidiger R?cktSanwalt Dr Rosenberg.

Dienstag den 13. Dezember, Nachmittags 3 Uhr. Gegen Heinrich Eichenauer von Land'nhaujen wegen Verbrechen gegen die Silt'ichkett. Staatsanwalt Zimmermann. Dertheidiger Rechtsanwalt Lauer.

Mittwoch ter 14. December, Vormittags 9 Uhr. Gegen Konrad Keßler ton Garbentetch wegen Meineid. Staatsanwalt Zimmermann. Vertheidtger Rechtsanwalt

Donnerstag den 15. December, Vormittags 9 Uhr. Gegen Johannes Euler von Storndorf wegen Brandstiftung. Staatsanwalt Zimmermann. Vertheidtger Rechtsanwalr Werd tg..

Donnerstag Den 15. Dezember, Nachmittags 3 Uhr. Gegen Elisab- tha Martrn von Romrod wegen Bestechung. Staatsanwalt Dr. Lahr. Vertheidtger RechtSanwalt Dr. R e atz.

Freitag den 16. December, Vormittags 9 Ubr. Gegen Philipp Keßler Frau von Bad Nauheim wegen betrügerischen Bankerotts. Staatsanwalt Jöckel. Vertheidtger Rechts: anwalt S eyv.

Samstag den 17. Dezember, Vormittags 9 Uhr. Gegen Andreas Feldbusch II. von LiUiel wegen betrügerischen Dankerotts. Staatsanwall Dr. Lahr. Vertheidtger Rechts­anwalt D'. Re atz.

Gießen, 9. Dezember. Nächsten Sonnto i wird unser evang. Ktrckengesangverein in dcr Stadtklche seine Wethnachtsaufführunz abhalken. Das Programm will eine musikalische Darstellung Der Weihnachtsgeschichte geben. Rach einem OrgelpräluDtum von G C. Gr o«: heim hebt der Chor an mit d'r Adventßauffocoerung:Macht doch die Tlür, die Tbür macht weit!" (Choral von Fr ey l i n gh a u s e n) den er tm Namen der Gemeinde mit dem prachtvollen Hosanna folis David, v. Jomelli beantwortet, worein die Gemeinde mit Dem L-ed!Hosianna! Davids Sobn" einstimmt. Es folgt die Erzählung von der Geburt Jesu in zwei Gesangsstücken: et incarnatus est, von Soquin de Prfes und dem wunderbar schönen altdeutschen: ist ein Ros entsprungen", nach dem Tonsatz von M i ch a e l Prä ter , uS, dann die Derkündlgung der Engel tn dem Choral:Vom Himmel hoch da komm ich bei*, (Tonsatz von 3 ob. Pr ät ertus) und Dem eigenartigen böomeschenKommet, ibr Hirten.« Eingelertet durch daßLastet uns gehen nach Bethlehems Stall", tm zweiten Vers d-rseS Liedes schließt sich nun die Anbetung ter Hirten an. Eine Pastorella von Joh. Seb. Bach für Orgel mait, wir Die Hirten zur Hütte in Bethlehem eilen. Die folgenden drei Stücke versetzen uns in die Hütte selbst.Stille Nacht heilige Nacht" (comp. von Franz Grubers, daZ reizend: Kinderkted gibt den Gesammteindruck. DasWiegenlied der Mutter Gottes" von P. Müller, Pfarrer in Staden führt da« liebliche Bild der Maria, die ihr K'ndle-n auf dem Sckoos hält, lebendig vor die SeeD. Nun treten die Hirten ein und heben an: Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindkletn" (aus b<m Geist. Psalter, Cöln 1688.) Den Schluß macht eie Ausbreitung der wundersamen Geschichte durch die Hirten undLob und P'eis Gottes" in dem figurirtenEin Kindelein so löbelich" vonLeoonhard Schrörcr (1587) und dem altportugiest^chen: Adeste fideles, worein die Gemeinde einstimmt mit dem Choral:Jauchzet ihr Himmel." r.

Aus Antrag mehrerer Mitglieder war vom hiesigen Handelßverein eine außerordent­liche Generalversammlung auf gestern Abend im Case Evel anberaumt worden. Tagesordnung war die Rabatt'Sparanstalt Nack fast 3stünDiger Debatte faßte die aus ca. 50 P»r,onen bestehende Versammlung eine Resolution, worin di- Unterzeichner sich gegen das Wesen der Rabatt Sparanstalt aussprachen. Diese Resolution soll heute noch bei Interessenten zur Unterschrift circuliren und alsdann veröffentlicht werden.

VerWischteH.

Mit dem 4. Januar gebt die Stadt Holzminden einem seltenen Feste entgegen. daS auch in weiteren Kreisen Beachtung und Tbeilnahm? in Anspruch nehmen darf. An diesem Tage feiert nämlich die dortige Herzog! Baugrwerkickule, bekanntlich die älteste und größte Handwerkerbildungsanstalt in Deutschland, ihr fünfzigjähriges Jubiläum, wozu das Festeomitä umfastende Vo bereitungen trifft unv Einladungen an die zahireichen, ehemaligen Schüler, Lebrer und Freunde der Anstalt versendet Die Anstalt wa,d bekanntlich im Jahre 18 ,2 durck den Kreisbaumeister F. L. Hu ar mann mit einigen Schülern begonnen und mit unermüdlichem Eifer bis zu seinem tm Jahre 1834 erfolgten Tode geleitet. Unt r seiner Cutting und bet dem damaligkn Mangel an gewerblichen Bildungsanstalten wurde die Holzmindener Schule VorbilD aller anderen BilDungsanstalten dieser Art und erhob sich zu einem Umfang, daß fick ihre bisherige Schülerzahl auf 25,000 beziffert. Da jedenfalls unter unteren Lesern auch frühere Schüler sick befinden, fo wollen wir nickt unterlaßen ihn-n durch g-genmärtige Nvr z Mitthetluna zu geben, Damit sie sich rechtzeitig bei dem Festeomttö onmeloen und sich tn den Besitz d-r Ftstkarte setzen, welche dem Inhaber die von der König!. Preußischen und 23uun schweigtichen Bahnverwaltungen gewährten Fahrpreisermäßigungen sichert.

Frankfurt a. M, 6. December. Die Lotterie-Commiision der Patent- und Muster­schutz Ausstellung ist zur Zeit eifrig mit Ankauf der Gewinne für die zweite Serie der Sus stellungs Lotterie beschäftigt. Als erster Preis wurde ein aus Diadem, Ohrringe und Rlviere bestebcnder Brillantsckmuck eiworben. Das Diadem, ein n Rosenzweig in sehr naturgetreuer Ausführung darstellend, läßt sich in drei kleinere Zweige zerlegen, welche alsvann ebenso viele Brocken von reizender Form bilden. Die Ohrringe stellen kleine Rosenknospen mit Blättern dar und die Rtvtere besteht aus einer Scknur von 48 Brillanten, von welchen die kleinsten kaum weniger wie Erbsendicke haben. Das in tausend Farben funkelnde Geschmeide ist tm Schaufenster seiner Verfertiger, der Herren Schürmann u. Comp. auf der Zeil, ausgestellt und zieht die Blicke aller Vorübergehenden auf sich; Jeder aber, der es gefebm, ersteht sich gerne durch Ankauf eines Lootes das Recht der Anwartschaft auf das kostbare Kleinod.

Marburg, 7. December. Wie wir hören, wurde gestern eine des Kindesmordes ver dächkige Person aus Niederorke gefänglich hier eingebracht Dieielbe soll ihr neugeborenes Kind bald nack der Geburt getödtet und in einem Ziegenstalle versteckt gehabt haben

Münster, 3. December. Heute wurden die Käfige der Wiedertäufer Jan van Leyden, Knipperdolling und Krechting von dem zum Abdruck bestimmten Lambertithurm herabgeholt. Der Zufall wollte, daß ein Arbeiter Namens Krechting, vielleicht ein Nachkomme des W'eDei- täufers, mit der Arbeit betraut wurde.

Eine für den Petroleumhandel wicktige Erfindung ist von einem in Rußland wohnenden Deutschen Namens Dittmar gemacht worden. Derselbe hat sich ein Verfahren pateniirrn lasten, Petroleum in einen festen, wachs- ober gelatineartigen Zustand zu ver­setzen, was für Den Transport und zur Vermeidung von Leceage von großem Vortheile sein wird.

In München erscheint vom 1. Januar 18*2 ab einBierblatt'l". Für eine Stadt wo so viel sich um's Bier dreht, ist es gewiß ein dringendes V dürfniß, ein Organ zu besitzen, welches einen jeden Tag unterrichtet, wo das beste Bier und die großen Schweins-- haxeln zu finden sind.

Ein nützliches Weihnachtsgeschenk. Als solches ist ohne Zweifel die Nähmaschine zu bezeichnen, und wenn dieses sckätzbaren Instrumentes auch schon oft genug E-wähnung ge-chehtn und darauf bmg'wiesen »st, weich' außerordentliche Wohlthat der Welt durch die Erfindung der Nähmaschine geleistet wurde, fo wird es immerhin etwas Verdienst liches fein, hieraus wieder aufmerffam zu machen, denn die Thatfache, daß b*i den 90 Millionen Famil en d»e der civilifirten Welt angeboren, erst höchstens 7 Millionen Nähmaschinen in den Handel gebracht sind, beweist, daß der Nutzen derselben noch keineswegs genügend gewürdigt »nird. Unter allen Maschinen, die bis jetz» existiren, gibt es keine, die von einer so eminenter Derwendbarkeik wäre, wie die Nähmaschine, und findet dieses feine natürliche Erklärung in dem Umstande, daß nächst der Nahrung das hauptsächlichste Bedingniß für die Wohlfahrt der Mensckcn die Bekleidung ist, für deren Herstelluna die verschiedensten Näharbeiten erforderlich sind. Ans diesem Grunde gewährt die Nähmaschine einen so außerordentlichen Nutzen, unt ?anz besonders im Haushalte, wo täglich für die Anfertigung von Bekleldungsgegenständen, für Modernisirung ober Abänderung derselben zu sorgen ist. ES sollte daher, wie mit Reckt behauptet wird, in keiner Familie ein so nützlicher Gegenstand fehlen, da der Hausfrau hier­durch ihre Sorge erleichtert, Zeit und Geld erspart und der Wohlstand vermehrt wird, denn auck zum Erwerbe gibt es kein Hülfswerkzeug, das durck feine Schnelligke t und Accurateffe fo viel leistet, als eine gute Nähmaschine. Es ist deshalb nickt zu viel gesagt, wenn wir die Nähmafckine als e'nes der nützlicksten Weihnachtsgeschenke empfehlen doch können selbst­verständlich nur solche Damit gemeint fein, die auch all' Den Anforderungen entsprechen, die man an eine gu'e Maschine zu stellen bat, und hierin nehmen die echten Singer Nähmaschinen jedenfalls Den ersten Rang ein. In Einfachheit der Construction, in Leistungsfähigkeit und