Koblenz, 8. August. Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag gegen halb 4 Uhr wohlbehalten hier eingetroffen und wird bis morgen Abend hier verweilen.
Braunschweig, 8. August. Der Herzog ist heute Nachmittag von Sibyllenort hier wieder eingetroffen.
Kopenhagen, 8. August. Generalseldmarschall Graf Moltke ist gestern Abend auf der Reffe nach Schweden hier durchpasstrt.
London, 8. August. Der Deputtrte Bourke ist am Sonnabend nach Konstantinopel abgereist. — Der am 2. Mai verhaftete Deputtrte Dillon ist gestern aus dem Kilmainham Gefängniß entlaffen worden.
Washington, 8. August. Präsident Garfield hat fich heute Vormittag einer Operation unterzogen, um den Abfluß des Eitecs zu erleichtern. Das Resultat ist vollkommen befriedigend.
London, 9. August. Gestern fand bei Blackburn ein Zusammenstoß zweier Eilzüge statt, wobei 5 Personen getödtet, 30 verwundet wurden.
Lokale-.
Gießen, 9. August. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung Donnerftag, den 11. August 1881, Nachmittags 4 Uhr:
1) Die Prüfung der Rechnung der Plockifchen Stiftung vom Jahr 1880.
2) Klage gegen den Ortsarmenverband Deutz.
3) Die Kirchthurmuhr betr.
4) Erneuerung des Kamins auf dem Stadtthurm.
5) Die Ausstellung einer Pumpe an dem Friedhof.
6) Gesuch des Wirths Jakob Ruppel dahier um Erlaubniß zur Erbauung eines Hintergebäudes und zur Anlegung einer Einfriedigung.
7) Gesuch des Wirths Jakob Helfenbein dahier um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes.
8) Gesuch des Stations-Assistenten August Zöckler dahier um Bauerlaubniß.
9) Gesuch des Bautechnikers Ludwig Huhn dahier um Erlaubniß zur Abänderung eines Bauplans.
— An der Sonntag den 14 ds. in Frankfurt stattfindenden Regatta betheiligt sich auch die hiesige Rudergesellschaft mit ihrem englischen Raceboot „Britania". Wie wir hören, hat sich die hiesige Mannschaft mit Hamburg zu messen, einem der ältesten Vereine. Umsomehr soll es uns freuen, wenn wir nach Verlauf der Regatta Günstiges melden können.
Gießen, 9. August. Sitzung der Handelskammer am 15. Juli Anwesend die Herren: Ed. Silberersen, L- Georgi, Fr. C. Koch, W- Liebrich, S- Heichelheim.
Rach Kenntnißgabe der Eingänge theilt der Vorsitzende eine Zuschrift des Ministeriums des Innern und der Justiz mit, betr. ein Ausschreiben an die Kreisämter wegen strenger Beaufsichtigung des Handels mit Wein. Die Kammer beschließt, die bedeutenderen Weinhändler des hiesigen Platzes in dieser Angelegenheit zu einer Besprechung einzuladen.
Die F>rrna A. Heichelheim stellt an die Kammer das Gesuch, letztere wolle bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz dahin wirken, daß in Gießen eine besondere Stelle zur Abstempelung von Werthpapieren in Gemäßheit des Gesetzes, betr. die Erhebung von Reichsstempelabgaben, errichtet werde. Die Kammer beschließt, eine Eingabe in diesem Sinne an das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz zu richten.
Ferner spricht die genannte Firma den Wunsch aus, die Kammer wolle bei dem Kaiser! Postamt Gießen beantragen, daß bet gleichzeitiger Aufgabe von Werthbriefen und Telegrammen letztere den Vorrang erhalten. Der Vorsitzende wird ersucht, die nöthtgen Schritte m dieser Frage zu thun.
Der Vorsitzende berichtet nun über den Verlauf der Eisenbahnconferenz zu Frankfurt a. M- am 25. Juni d. I. Der von der hiesigen Handelskammer wiederholt gestellte Antrag: für die Station Gießen Retourbillete nach und von Berlin mit 8tägiger Gültigkeitsdauer zu gewähren, kam nicht zur Verhandlung und wird nun aus der Eisenbahnconferenz zu Hannover wiederholt, zunächst aber wird ein darauf bezüglicher Antrag an die Kgl- Eisenbahndirection Hannover gerichtet werden.
In Betreff eines von der Handelskammer Offenbach gestellten Antrages wegen Verlängerung der Entladungsfristen, wurde seitens der Eisenbahndirection erklärt: In gewöhnlichen Zeiten würden die Verwaltungen mit der größten Coulanz verfahren, bei eintretendem Wagenmangel müßten sie aber freie Verfügung behalten und könnten deßhalb eine längere Entladungsfrist als für sie stets bindend nicht zugestehen. — Die beantragte Anbringung von Fenstervorhängen für die dritte Wagenklasse soll namentlich bei Beschaffung neuer Personenwagen in Erwägung gezogen werden.
— Sitzung am 2. August. Anwesend die Herren: Eduard Silbereisen, L- Georgi, F. C. B- Koch, W- Liebrich, H. Schirmer, S- Heichelheim.
Der Vorsitzende gibt der Kammer zunächst Keuntniß von den Eingängen und theilt darauf mit, daß bei einer Besprechung mit hiesigen Weinhändlern wegen des kreisamtlichen Ausschreibens, betr. den Handel mit Wein, sich vor Allem der Wunsch geltend gemacht habe, hier in Gießen eine amtliche Versuchs-, resp. Prüfungsstelle für Wein, wie für andere der Verfälschung unterliegenden Nahrungsmittel zu besitzen. Die Kammer richtete in Folge dessen ein dahin gehendes Gesuch an das Großherzogl- Ministerium des Innern und der Justiz.
Ferner berichtet der Vorsitzende, daß das Kaiser!. Postamt sich geneigt erklärt habe, die gewünschte Bevorzugung der Telegramme vor gleichzeitig ausgegebenen Werth- driefen anzuordnen.
Die Handelskammer Offenbach zeigte an, daß sie die Handelskammer Mainz um Einberufung des verabredeten Handelskammertags ersucht, von dieser aber die Antwort erhalten habe, daß der Herbst für diese Zusammenkunft eine ihr geeigneter erscheinende Zeit sei Die hiesige Handelskammer schließt sich der Ansicht der Handelskammer von Mainz an und soll der Handelskammer Offenbach entsprechende Nachricht gegeben werden.
Von Großherzogl. Ministerium der Finanzen ift ein Schreiben eingelaufen, betreffend bte Bestimmung des Hauptstcueramts Gießen als Staatsstelle für die Provinz Oberhesten behufs Abstempelung der nach dem bekannten Gesetz stempelpflichtigen Papiere. Dir Handelskammer wird m diesem Schreiben um Miitheilung ihrer Ansicht über mehrere Punkte, namentlich darüber ersucht, ob sie nicht glaube, daß es nach dem 31. Dezember d. I genüge, wenn die Hauptstaatskasse in Darmstadt ausschließlich mit den dann etwa noch nothigen Abstempelungen betraut werde. Die Kammer entscheidet sich mdetz für die gegentheilige Ansicht. Sie hält es im Interesse des hiesigen Platzes für höchst wunschenswerth, daß die fragliche Einrichtung auf längere Zeit, mindestens aber noch auf cm weiteres Jahr getroffen werde, da voraussichtlich noch geraume Seit hindurch ungestempelte Werthpapiere hier zum Verkauf oder zur Belehnung offerirt würden, welche, wenn die Möglichkeit sofortiger Abstempelung am Platze fehle in der Regel nach Frankfurt wandern würden. Die Kammer beschließt m d esem Sinne an Großh. Ministerium der Finanzen zu berichten und gleichzeitig den Wunsch aus,u- spr chen, daß die Bordereaux nicht blos von dem Hauptsteueramt hier, sondern auch von den Distrikts-Einnehmereien in der Provinz ausgegeben werden möchten
Die Großh. Verordnung über die Bildung eines Eisenbahnrathes für das Groß- herzogthum Hessen ist der Handelskammer vom Großherzogl. Ministerium des Innern und der Justiz übersandt worden. Danach hat jede Handelskammer ein Mitglied in den Eisenbahnrath und einen Ersatzmann für denselben zu wählen. Die Wahl der Kammer fällt auf Hrn. Ed. Silbereisen, Vorsitzender der Handelskammer als Mitglied und aus Hrn. L. Georgi, Stellvertreter des Vorsitzenden, als Ersatzmann.
Gießen, 9. August. Seit ca. 3 Wochen ist aus der Main-Weser-Hütte bei Lollar eine Drahtseilbahn, nach neuerem patcntlrten System, in Betrieb. Interessenten dieses modernen und bequemen Verkehrsmittels dürfte eine Besichtiauvg dieser äußerst sinnreich conftniirte» Bahn dringend zu ratben fein. — Die Firma Gebr. Buderus daselbst sabricirt soeben in großem Maßstab einen neu erfundenen patentirten Ofen amerikanischen Systems (Patent Lönholdt), welcher das non plus ultra aller Heir- ungsmethoden bilden dürfte. Wir hatten Gelegenheit, einen solchen Ofen in ferner ganz vorzüglichen Eonstruction zu sehen und müssen gestehen, daß, was Eleganz Zweckmäßigkeit und Ausnutzung des Brennmaterials anbetrifft, alle anderen Oefen
weit hinten anstehen dürften. Dabei wird der Anschaffungspreis nicht so theuer sein als dies bei den Amerikaner Oefen der Fall ist. In einigen Wochen gedenkt die Firma mit ihren Oefen auf den Markt zu treten.
— An der kommenden Sonntag Nachmittag von der Frankfurter Rudergrsellschaft „Germania" veranstalteten internalionalen Regatta nehmen srchszehn Vereine und 6lub8 Theil, nämlich der SpindleSfelder Ruderoerem Berlin, Ruderverein CobUnz, Ruderv«rein Frankfurt, Rudergesellschaft Gießen, Rudervrrein „La favorite Caecile“ Hamburg, Ruder- gesellschaft Hanau Ruderciub Mainz, Ruderclub Mannheim, Ruderverein „Amicitia" Mannheim, Rubergesellschaft Oöerrav, Rudcrgesellschaft Offenbach, Ruderverein Offenbach, Ruoer- gesellschaft Sachsenhausen, Ruderclub „Lia", Wien, Ruberverein Würzburg und Rudergejellschafr „Germania" Frankfurt.__
Vermischtes.
Frankfurt, 8. August. Kaiser Wilhelm fuhr heute Morgen nach 9 Uhr von der Post auf der Zeil über die große Eschenheimer Gasse, die Eschersheirner Landstraße und den Grüneburgweg zur Patent- und Musterschutz-Ausstellung, woselbst er bei feinem Eintritt durch die Hochs einer großen Menschenmenge begrüßt wurde. Der Präsident des Ausstellungs-Comite's, Herr Director Sckiele, begrüßte den Kaiser, indem er ihn willkommen hieß. Es folgte em Rundgang durch die Ausstellung und nahm der Kaiser mit Interesse verschiedene Auslagen in- und ausländischer Etablissements eingehend in Augenschein. Er ließ sich sogar über einzelne Kunstaegenslände z- bei der Kunstschlosserei, die Art und Weise der Fabrikation erklären. Am Verlauf des Rundgangs wandte er sich zum Oberbürgermeister Dr. Miquel und bemerkte: „Diese Ausstellung ist höchst prachtvoll." In dem Sandgebläse der Finna W- Schell, Offenbach, wurde ihm sofort ein Briefbeschwerer mit feiner Initiale angefeitigt, was ihn ungemein erfreute, und nachdem er aufmerksam der Manipulation gefolgt, sagte er bei der Uederreichung des Angefertigten: „Was man nicht m seinen alten Tugen noch Alles lernen muß " Bei den Raoenstein'schen Plänen angelangt, ließ er sich den Weg, welchen er zur Ausstellung gefahren war, zeigen und sagte, indem er einen Blick auf die Karte warf: „Ich bin erstaunt über das Wachsthum der Stadt." In der Ausstellung der Firma E- Schürmann ließ er sich ganz genau die goldenen und silbernen Kunstwerke zeigen und kaufte sich zum Andenken an de i Besuch eine silberne Muschel mit Engel. Dieselbe Aufmerksamkeit wie der deutschen Ablheilung schenkte er auch der französischen und österreichischen. Bei ersterer waren es besonders die Wagen der Firma Million Guiet in Paris, woselbst er sich einen Reisewagen höchst eingehend erklären ließ; gleiche Aufmerksamkeit wandte er der Firma Dario ut, Pans (künstliche Blumen) zu; in der letzteren besichtigte er die reiche Ausstellung der Firma Wahlis in Wien und kaufte eine Majolica-Vase. Scherzend sagte er Uber eine Gruppe „badende Kinder": „Die kommen aus dem Bad und es inert fiel"
Eine Reihe anderer Auslagen werden dann noch speciell besichtigt Mehrere Stunden dauerte der Rundgang, dem eine Fahrt durch den Park folgte. An dem Drexel'schen Pavillon wurde ihm ein Bouquet und ein frischer Trunk gereicht. Es folgte ein Besuch der Kunstausstellung, sodann ein Frühstück in dem Fürsten-Pavillon. Gegen 1 Uhr folgte die Abreise nach Coblenz. — Beim Austritt aus der Ausstellung that eine fein gekleidete Dame einen Fußfall und überreichte eine Bittschrift, die Der Kaiser entgegennahm.
Mainz, 8^Auguft. Die Vorfeier zum 12. mittelrheinischen Turnfest, aus dem Probeturnen der Schüler und der Mitglieder des hiesigen Turnvereins und einem Banket bestehend, wurde gestern Mittag auf dem Festplatz abgehalten. Im Ganzen waren ca. 3000 Personen auf dem Fenplatz versammelt, um den Turnübungen und Musterriegen beizuwohnen. An den um 7 Uhr beginnenden Bankett nahmen 300 Personen Theil und herrschte bei demselben die gehobenste und heiterste Stimmung. An Toasten war in Folge dessen kein Mangel Es war ein .buntes Treiben in der Ffft- halle und lassen Küche und Keller des Festwirthes Adlon nichts zu wünschen übrig. Zahlreich treffen fortwährend die Anmeldungen zum Turnfest ein und rechnet man mindestens auf 6000 Turner, die wir während der Festtage in Mainz begrüßen
Köln, 5. August. Gestern Abend in der zehnten Stunde wurde an dir GereonSkirchc ein ebenso frecher als entsetzlicher Mord verübt. Ein Hülfspostbeamter, welcher die unsauberen Anträge eines liederlichen Frauenzimmers ziemlich derb zurückgewiesen hatte, wuroe von zwer Zuhältern der Dirne überfallen und mißhandelt. Einer der Bursch n stieß ihm ein großes Dolch- meffer in die Brust. Zwar hatte der Verletzte noch so viele Kraft, daß er den feigen Mörder festgalten und um Hilfe rufen konnte, worauf auch schnell ein Schutzmann herbeikam und den Angreifer festnahmr, aber auf dem Wege nach dem Poltzei-Commissariat brach der Unglückliche zusammen. Im Hospital, wohin man ihn brachte, .ist er bald darauf verschieden. Der zweite der Uebelthäter und die Dirne sind gleichfalls noch in der vergangenen Nacht verhaftet wo<den.
Remscheid, 4. August. Der an der Straße von hier nach Solingen gelegme „brennende Berg" hat sich für eine Weile zu einem feuerspeienden Berge entwickelt. Der „Elb. Ztg." wird darüber geschrieben: Als wir gestern der Brandstätte einen Besuch abstatteten, fanden wir den Feuerherd weit über seine früheren Grenzen ausgedehnt. Im Keller des A.schen Hauses herrschte eine so lohe Temperatur, die nach der Brandstätte gelegene Seite des Gemäuers zeigte eine solche Wärme, daß vielleicht nur Tage noch daS Gebäude unbehelligr blUben wird. Etwa zehn Schritte vor und hinter drm Hause befindet sich eine robuste Eiche, deren Leben schon zu erlöschen beginnt; einem in der Nähe in die Erde gemachten Loche ent- steigen bereits gasige, warme Dünste, die Vorboten deS Feuers. An der anderen Hausseite haben die Morsbacher (eine kleine, zu Remscheid gehörige Ortschaft) mit vielen Kosten einen Fahrweg sich eingestellt, und auch dieser ist an einer Stelle so tief eingestürzt, daß mehrere Karren Schutt erforderlich waren zur Ausfüllung der entstandenen Versenkung. Ununterbrochen leitet man seit Wochen Wasser auf die Stätte. Schade um daö gute Naß, das hier ganz zwecklos geopfert wird, während hoch oben auf den Bergen Mensch und Thier danach lechzt. Die durstige Erde saugt es auf im Augenblick, der Gluth bleibt es fern. Anders war daS allerdings zu Anfang der vorigen Woche, als mit Wucht die Bergwasser in das Tya' herniederschossen. Man glaubte sie nicht ungenutzt vorüber ziehen lassen zu sollen; man verstopfte einen oberhalb der Anschüttung befindlichen Canal, leitete das Wasser über sie, und siehe da, kaum hatten die ersten Ströme sich in die Gluth ergossen, da revoltirte diese mit Macht gegen den fremden Eindringling. Die Erde erzitterte unter ihrem Gebrüll, dann plötzlich gab es mehrere Detonationen und in Mannshöhe schleuderte die Gluth, heiße Asche, Sleinr und Geröll von sich. Das machte die Leute stutzig. Sie hatten nichts E.ligeres zu thun, als dcn früherrn Zustand wiederherzustellen. Daraufhin ist es bis heute ruhig geblieben.
Aus dem hessischen Odenwald, 4. August. Die gestern früh um 4', Uhr erfolgte Durchbrechung des Krähbergtunnels zwischen Erbach unv Eberbach wurde heute früh um 9 Uhr durch einen festlichen Durchzug der Arbeiter durch den Tunnel mit Musik gefeiert, sodann wurden dem Mineurpersonal, etwa 15<» Mann, Belohnungen und Bewtrtbung durch Speise und Trank zu Theil. Heute Abend wird ein Fackelzug stattfinden und sollen nicht weniger als 14,000 Jlluminationslampen angezündet werden. Die Theilnahme an dem für den hessischen und badischen Odenwald so bedeutsamen Ereignisse ,st eine allgemeine, indem die lang ersehnte Verbindung der hessischen Odenwaldbahn mit der Rrckarthalbahn nunmehr in bestimmt absehbare Nähe gerückt ist. Auch für die hessische Ludwigsbahn Gesellschaft ist die Bewältigung des höchst schwierigen und kostspieligen Unternehmens ein Ereigmß von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wie Denn auch der hessische Staat, der bis jetzt infolge seiner Garantie noch sehr erhebliche Zuschüsse für die Strecke Darmstadt-Erbach leistet, das höchste Interesse an der baldigen Verbindung mit der Neckarthalbahn hat. Eine mäßige Rentabilität darf dann wohl erwartet werden.
Brünn, 3. August. Gestern Abend gab es im Garten des „vesedny Dum" (slawisches Lereinshaus) einen großen Scandal. über den Folgendes erzählt wird: Im Garten concertirte eine ungarische Capelle. Nachdem über eine Stunde TanzstÜcke und czechüche Nationallieder gespielt worden waren, wobei ungemein applauvirt wurde, begann die Capelle einen Czardas uno ging dann in die »Wacht am Rhein" über. Sofort ließ sich ein gelindes Zischen vernehmen. die Capelle begann sodann „Oesterreich, mein Vaterland!" wobei die anwesenden Deutschen, etwa 25, applaudirten und riefen: „Hoch Oesterreich!- Dies brachte die Czechen Derart außer Fassung, daß sie pfiffen, schrieen, mit den Gläsern auf die Tische schlugen u. s. w. den Musikanten wurden Die Instrumente weggerissen und D:c Noten weggenommen. Als darauf Jemand rief: „Hoch Oesterreich, schlecht Derjenige, der nicht mitruftl" da ertönte sofort das Hepp-Hepp-Gesckrei und „Wir find keine Preußen I" Man drang auf die anwesenden Deutschen die sich schleunigst flüchten mußten, ein. A's schließlich der Radetzky-Marsch und die Volkshymne ertönten, rührten die Czechen keine Hand, sondern schrieen den Deutschen Schimpf- Worte nach. '
Bedra, 5. August. Das „Berl. Tagebl." hatte eine Zuschrift von hier veröffentlicht, daß in dem Hotel des diesigen Bahnhofs-Restaurateurs antisemitische Propaganda getrieben mürbe. Der Bahnhofs-Resteurateur Schlüter, bei dem eine ganze Ladung antisemitischer Zeitungen auslag, hätte geäußert: „Ich bin Antisemit und hasse die Juden und suche die
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