1881.
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Kießener IXmeiger
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Jedem, der die BerhäUn.ffe in Konstantinopel zur Zett de- Regierung-wechfel- aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte, in hohem Grade unwahrscheinlich - war eS doch in Palast- und Psortenkreisen eine allgemein b, kannte Thal- fache, daß Sultan Murad gerade durch den Tod seine- Obetm- in so bedenk» ltcher Wetse angegriffen worden war, daß stch kurze Zeit daraus die ersten Spuren einer geistigen Verwirrung bei ihm zeigten. Der Ministerrarh ließ daraus den berühmten Wiener Arzt Proseffor Dr. Lerde-dors zu einem Be- suche in Konstantinopel etnladen, um den Grsundheit-zustand des Dultan- zu untersuchen. Proseffor Leidesdorf hat nun jetzt solgendr- Schreiben an die
$ fclouf des Staat-proceffr- in Konstantinopel koll ein Jra^ de- Sultan- Murad V. zur allgemeinen Kenntmß gelangt sein, welcher den Befehl zur Ermordung Aboul Aziz' ertheilt hätte. Wenn ich persönlich an der Wahr» beit dieser Thatsache zweifle, so geschieht es au- Giünden, welche ich in aller Rune u.itAutßtilen für meine Pflicht halte. flU ich im August 1876 een ter türkischen Regieimg zu tem Sultan Murad berufen wurde, war es lein. lang, iähriger Arzt Dr. Eapoleone, der mir über den Zustand de- hohen Patienten u berichten hatte. Unter den wesentlichen psychischen Ursachen, denen Dr. Lap^ leone größtenthe'l- die GemütbSkrankheit des Sultan- zuschrieb, wurde auch der gewaltsame plötzliche Tod Abdul Aziz' angeführt und mir darüber folgende Mittheilnng gemacht: Unmittelbar nach seiner Absetzung habe Sultan Abdul Az>z ein Schreiben an Murad gerichtet, in welchem er um Schutz ffirft-n Sehen, um gute Behandluna seiner nächsten Angehörigen und um da« Kohl- wollen bcfl Sultan« bat. Diese» Bries soll Murad in gefühlvollster Weise beantwortet und sich wt feinem kaiserltchen Worte dafür verbürgt haben, den Wünschen Abdul Aziz' zu entsprichen. Als Letzterer so plötzlich und gewaltsam a.stor ben war, soll Niemand im Palaste dm Muth gehabt haben, Mui ad davon in ike,ntn.h zu 'egin; später ward sein Lelbarzi- Dr^Lapoltone ni t b'e(er traurigen Ausgabe betraut. Al« Murad -u- dessen Munde die Tot. schatt empfing soll er ganz verzwe feit autgerusen haben: .Da« 'st «^.ckl ch, ieht bin ich entehrt; ganz Europa wrrd mich al« den U Heber des Tobe« Abdul Aziz' betrachten- Hieraus verfiel Murad das erstemal in einen mehr als 24 Stunden dauernden apathischen, lethargischen Zustand, nahm keine Nahrung zu sich und sprach keine Silbe. Nur langsam und nur halb soll er sich °° ? dies'm Schlage erholt haben. D es in Kürze die Mittheilungen weiche man nur damals zu machen nöthig sand, damit ich die Ursachen und den Tbarakter der Krankheit de- Sultan- bester verstehen könne; sie machten aus mich den Eindruck ber vollsten Wahrheit.
’ern> Speditions.
Kaufleuten, sowie
Beilen etc. rhch« Ralhgeber sei"e practische rreunde.
Bezeichnung der ~ Messen, Jahr- inhange alle die- uwesen, welche 1 brauchbar sind; ferner ein voll- Jsammengestelltes igabe aller dabei or und Rechts- iren ausländischen les In- und Aus- is auf die neueste i.
zuitzland.
Petersburg, 5. August. Uefcer die Jud.nverfclzung in Bn,«p°l, einem filiden des Gouvernements Soltawa, werden solger.de Stnzelr.heiten be- kan..t. ^Urn Unordnungen in Bnispol "-btz.itig zu verhüten, wurden am 23. Juli aus Bitte der dortigen Juden 30 Mann Donlscher Kosakm emern Lsfi-ier, sowie ein höherer Landpoliztft tnrtljm 6eOtbert berief der l.gt.re eine Gemeindeversammlung und b'schwvr fie, nicht« F.md seliges gegen die Juden zu unternehmen. In dieser Versammlung, Bi- sehr tumultu»/ verlief, verlangten die Bauern eine !° °tl>g-«usweisuvg der I d we.l diese ihre Existenz gefährdeten. Um 12 Uhr schEte sich Volk« auf dem Marktplätze zusammen ur.d zerstörte die tor.tgen ud ch Läden. D.es galt -iS Signal für weitere Zerstörungen. Alle judstchen Quartiere wurden b,s aus den Grund niederger.fien. Der wuthei de stöbe warf sich auf die Poststalion, wurde jedoch von den Rofaten Mit dm> P°st Halter zuru-kgedräugt; in dem Quarti.r der Kosaken wurde zedoch derer Stgen. thum vernichtet. Semen Gipfelpunkt erreichte der Tumult, al« «m Sensen. Mestern, Dresedflegeln und Knütteln bewaffneter Haufe den Weinkeller eine« jüdischen Kaufmann« überfallen hatte. Jeder "ank so viel er w • 3Bir haben die Juden gründlich ausgeplündert, jetzt >st e« Zeit, sie to j irfilnaen “ Da« Ängstgeschrei der Juden, deren Kinder und Weiber, erfüllte die Suft. Die Beschwörungen und Befehle der anwesend», Offiziere verhallten
-SÄ'"-- * KEÄ
sich endlich die aufrührerische Menge.
Türkri.
Die türkrschen Blätter theilten vor einiger Zeit eine awtUch-, Nachricht mit, nach wilcher die Ermordung de« Sultans Abdul Aziz «emätzheit edre Jrades des Sultan« Murad erfolgt sein sollte. Diese -Mr.ft
* l'l.
^"ßraßi 5?
teiegraphischr Bepeschm.
BolfTi ttleflt. ^•rrefprM>e»HB«w«u-
Frankfurt, 8. AuAvst. Se. Maj. der Kaser batte heute Vormittag die Patent- un6 Muste,schütz. Ausstellung mit einem Besuche beehrt. Der Raihi wurde an der Eingangshalle von dem Ausstellungs-Prästdenten Simon Schiele mit einer A'sprache bewillkommnet und nahm lobärn, begleitet von Lttzlerem, die AuSstrllungsgeginstände aus das Eingehendste in Augenschein, wöbe, et vielsach die Äussteller m t Fragen beehrte. Aus dem Wege zum Kunstausstellung«. Gebäude hallen die Inhaber der altdeutschen Weinstube, Ge- bi über Drexel, di- Ehre, dem Kaiser einen wemgefullten goldenen Pokal zu ü6emid>lH. während deren grauen Rosensträuße darbrachten. Die Bilse sche Kapelle intcnirte inzwischen die Jubel.Ouvertüre. Noch Beflchttgung der Kunst, ausstellung rahm Se. Majestät im Fürstenprvillon ein Frühstück ein. T)al Local der Eisbahn betrat der Kaiser wegen de« plötzlichen Tew peraturaechse.« auf Anrathen der Äerzie nicht. Se. Majestät wurde beim Betreten und beim Verlassen der Ausstelluvz von dem sehr zahlreich versammelten Publikum emhu- siaststid begnchd rtg. Ze. Maj. der Kaiser, welcher sein Absteige-
quartier im Gebäude der Oberpostdirektton genommen hatte, hat heute Rach, mittag 12*/3 Uhr mit seinem G-folge Frankfurt wieder verloffen urb sich über Manu, nack Koblenz beheben. u -
Berlin, 8. August. E.nem Telegramm der Germania au- Aom »usolae ist die Ernennung Korum'- zum Bischof von Trier durch päpstliche- Breve bereu- erfolgt; der neue Bischof werde am nächsten Sonnabend bereit- die Eonsecration empfangen. ,,
Reaensbura, 8. Äugust. Die 12. deutsche «nthr°po.ozen.Versaw.m. lang rst beute durch den Vorsitzenden, Prvfeffor Fraas, eröffnet ur.d Leite.« ber Behörden durch den Rezierung-präsiderten und den Bürgerin,rster begrußt worden Zu de,selben sind 225 The.Inehmer - darunter die jtM.flor.n Dirchcw und Voß aus Berlin, Rar.ke und Sbrtst au« München, Hampel au« Pesth, Undset aus Lbrestrania, Hölder au« Stuttgart, Tischler ou« König«. Hera, -egat-onsretb ProlliuS au- Schwerin — angen eldet.
Kassel, 9 August. Ter „Heff. Morgen'Ztz. zvfolge hat Oberpräst- dent r. Ente \t\nt Entlastung erbeten und erhalten. Ueber den Nach.olger Landtag zum 1. S-Ptbr. einberufen, aber alt bald nach der Feierse« lunfl'g. jibruen Bestehen« der Derfaffung wieder vertagt werden, um Ende O.toker oder Anfang« November wieder zufammenzutreten. ________
AMgk- M Amtsblatt fit itn greis Sikßkn.___
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neuen Zollsystem in einem Zeitraum Kilocentner Getreide von ouSwäriS ^geführt. Dieser Sinsuhr steht eine Äu«fnhr von nur 720,387 Kilo- OTtuern gege, über, sodaß sich auch der Ueberschuß der Slnsuhr über die SuSsuhr aut nabezu 8 Millionen Kilocentner bewert. Davon entfallen fast drei Künstel auf Rogge» und Mai«; jede die er Getteldearten ist an der Ge- ^mteinftihr mit mehr al« einem Viertel beiheiligt. An S.ng-ng-»°ll muß diese Einfuhr etwa 7 M.ll. JL abgeworfe» haben. Am bemerkeniwerthesten ist der auß-iordenilich staike B.zug von Mai«, der wegen der hohen Rogseil. vre.fe tdeilweise wohl zu Brod verbacken worden, in der Hauptsache aber in den Lpiiitutbrennereie» Verwendung gesunden hat. Für die Beurthetluiig des Se.e^deverbrauch« ble-bt. wie die Freihandelr-Lorresponden, bemerk ubr.gen« ® beadjien. daß unsere Sinsuhrpatistik '«'"'swegs die Mengen ang'ebt, welche i i de, > bereichneten Zeitraum In den Eonsum be« deutschen Zollgebiet« g>langt fchluß >» den freien Verkehr gelangen, werden nur be. den h^b-rm lichen ilagerrevlfionen ermUtelt und figuriie« dann in der S'otistik des Monate Ja . UfXT Tlib c>uh D e oben angegebenen Zahlen umsaffen demnach auch bu- Zw Äena«: welche in der Zeit von Juli bis December 18,0 au« solchen ijazer.i m tw treten Vetkehr gebracht worden sindähr end andererseUSdie. ieiiigen Mengen, welche in der Zelt von Januar bis Juni d. I«. denselben W'g gewandert find, erst in der Sinsuhistatistik >ur Juli d. I«. <"^»1^ lei,?werden. Diese Einrichtung beeinträchtigt auch die Vergleichbarkeit der
die«jährigen Zahlen mit len Zahlen de« Vorjahre« da d.e Se.«ideMe und äX-ä “i X .y; be« Meiebe« ,m S.at«jahr 1880/81. Dieselbe schließt mit einem Deficit von 12,362,467 JL gegen den Voranschlag ab, da« jedoch nur ein scheinbar ,Q: der H.up,posten welcher zu diesem ziffermäßigen Ergebnistfußrt, i(l em 'lurüdb.eibe;. bet Rübenaucketsteuer um mehr als ^Mill. ^ä hinter dem Voranschlag; dieser Mindereinnahme steht aber em Mehr von 16 Witt. X -„«stand an mbitut.r Rübei zuckersteuer gegenüber, welche >m laufetiden SlaIs. iabt mr Srbebung gelangen werd. Dadurch °"wandtt sich da» scheinbare Deficit een 12 Millionen in einen Ueberschuß von 4 Mill. U4
®,rlin, 8. August. Rach dem soeben au«gegebenen Jstrnihest der deutschen Ha»del«stattstik hat sich Deutschland« Setreide-Ein. und «u«suhr tm nsien Haidjahr 1881 folgendermaßen gestaltet:
iges Miidchni füt Hcma- Mt
Exped. ds. BI.
usche, welche: 91d(rbou Sofortigem ßintritt gt-
nil Lotz, .^.rcbenplati
Knecbt, en unbnill gerben ue gegen guten Lohn für sagt b. 67p. b-M M e§, gebilbeleS IWfti« iütze ber Houhirau.
an Frau Ohl, Ml
uch'-d alle Handarbeit verstedt M. Schäfer. ©rünbergerltrnEe. ijäiiiTä tintü4t. Ichc und tiQUr§flkrbl L-1' misse sind trforberhd)-
—
rzt Dr. Müller'5,cbe o-Injection drei ir5hre,ielb=“"denW
ich h d«
orben und medicinisch.
opfohlen^-----
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