Ausgabe 
10.2.1881
 
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-rr. Sl. Donnerstag den 10. Februar 1SS1.

Anzkizr- H AmKKIüi! für Len Kreis Hießen.

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Schulftraße B. 18.

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Erscheint mit Nuönnhme be4

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hl-ei L

Betr.: Die Zusammenlegung der (Grundstücke in der (Gemarkung Saasen.

B e k a n n tmach u n g.

Im Anschlüsse an unsere Bekanntmachung vom G. Januar l. I. Anzeiger Nr. 8 bemerken wir, daß nunmehr folgende weitere Arbeiten:

1. die Karte mit dem eingezeichneten neuen Weg- und Graben-Netze unter Andeutung der Vage und Richtung der neuen Gewanne, sowie der neuen Grundstücke;

2. die Protokolle der Commission über die Projectirung des Weg- und Graben-Netzes rc., sowie über die Festsetzung der ZusammenlegungSbezirke, sammt Begutachtung des Gemeinderathes und einem Protokolle desselben über die vorhandenen Gemeinde- und PrivaUvege;

3. die Nachweisung der reinen Theilungsmasse und die Anspruchsberechnung;

4. die Gütergeschosse mit Ausfüllung der Rubriken 10 und 11;

5. das Protokoll der Commission über das Verfahren bei der demnachstigen Einweisung in den neuen Besitz;

14 Tage lang, nämlich vom 10. l. M. bis 25. l. M. aus dem Bureau der ®r. Bürgermeisterei Saasen zur Einsicht der Betheiligten offen liegen und daß Einwendungen gegen die oben bemerkten Urkunden während der genannten Frist bei der Gr. Bürgermeisterei Saasen erhoben werden können, spätestens aber daselbst im Termine

Freitag den 25. L M, Vormittags von 1012 Uhr,

vorgebracht werden müssen, widrigenfalls Einvcrständniß mit diesen Urkunden und den Beschlüssen der Commission angenommen wild.

Spätere Reclamationen, welche sich auf die offen gelegten Arbeiten beziehen, sind nicht mehr zulässig und kann eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen Versäumnis; der Frist nicht statlsindcn.

Gießen, den 9. Februar 1881. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Bookman n. _____________________

Deutschland.

Berlin, 7. Februar. Das ReichSgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit NahrungS- und Gn ußmittcln behält den Erlaß einer mit Zust m- llmng des Bundesraths zu verfassenden kaiserlich.!, Verordnung über das Ver- bot dls gewcrbsmäß gen Verkaufs und Feilbalkkls einer zu bestimmenden PetroUum-GKtung vor. Da diese Verordnung bisher noch nicht ergangen ist, so sind verschiedene Handelövorstände und Handelskammer i zusammengetreten, um daS baldige Erscheinen einer derartigen Verordnung bei dem Reichsamte des Innern in Anregung zu brmg.n. De Angelege heit kann ohne das ReichSgesundheitsamt nicht zur Eilrdigurg kommen, und dieses letztere beeilt sich in der Regel nicht. Amtlicher Zusammcnstellu: g zufolge wird innerhalb deS deutschen ReichStclegraphen Gebiets der Fernsprecher gegenwärtig bei mebr als 1100 Telcgraphm-Anstalten mit Ausnahme der Vermittlungs-Anstalten bei utzt.

Berlin, 7. Februar. DiePost" bemerk! über dre neueste Rede deS Sanzlers u. A.:Für den deutschen Zuhörcrkreis des Fürsten war recht er. freuttch die V-rstcherunq, daß der Redner nicht mebr an einen Rücktritt ton den Geschäften denkt, so lang- d-r Kaiser ihn alS Rarhzeber scht. Wenn man den starken Contrast dieser Aer ß-rung gegen den Ton der Rede vom 8. ®aj e 38. in8 Auge faßt, so kann man sich die Aenderung nrchl anders erklären, als daß der Fürst auch die inneren Veihältniste, welch- den ine sten von uns noch so verworren erscheinen, bereits für bedeutend geklärt anfieht oder, wenn noch r icht für geklärt, doch der Klärung ,ugänzlrch." Jedenfalls ist es für die zahlreichen Abgeordneten, elche dem Fürsten bezüglich mancher Fragen d-r tnmr.n Politik nicht so unbedingt vertraurn wie bezüglich d-r aus- wärtigen, sehr beruhigend, daß der Fürst mit Rücktrütsdrobungen Stimmen. Mehrheiten nicht mehr zu erzwingen versuchen will.

Oesterreich.

Wien, 7. Februar. DerPolit. Sorresp." zufolge zeigen die Chefs der Kurden Geneigtheit, in ihre H-imaih Perfien zurück,ukrhren und sriedlicker Beschäfttgung nachzuaehen, wenn ihnen P-rsi-n Amnestie gewährt. Hierüber sanden Verhandlungen zwischen der Pforte und dem persische» Gesandten statt, in Folge deren die b-reits g-mtldele Abreise Haidar Eff-ndi'S erlolgte, welcher sich als außerordentlicher bevollmächtigter türkischer Lommchär zu den Füh-ern der ausständischen Kurden b-ai-bt- - Nach einer w.rteren Meldung d-r Polit. Sorresp." bat das Kriegsgericht die beiden Osfirwre, welche s Z. den Redacteur Bartha des Klcusenburger BlattesEllenzek" verwundet.n, des Verbrechens der schweren Kärperverletzung schuldig befunden und zeden derselbe» iu 7monatlich-r verschärfter Freibeittstrafe verurtheilt, obre Anrechnung der bereits verbüßten Untersuchungshaft. - Tie -Weener Abendpost' warnt d,e Sffentliche Meinung nachdrücklich vor dem Treiben eines The,I-s der Wtiner Blätter und der Provinzial Prefle, welch- die v-rsLted-narttgsten Personal, fragen diScutiren, höhere und niedere Staatsbeamte zum AuSgangspuir^e po.« scher Reflexionen machen und di- auf di.s-m G-but- -rlaffen-n V-r,ugung-n als den Ausfluß einer wechselseitigen Transaction zwisch.n der R-g ermg und den einzelnen Parteien hinstellen. DieAbendpost" w'.ll ohne nähere B-'leuch» tung der tendenziösen Nachrichten nur auf daS Entschiedenste bctonen, daß t\t Verfügung über die Beamtenposten ein Recht ter Execut ve ist, in welchem sich diese durch keinerlei unberufene Einflüsse bestimmen läßt, oder bestimmen lassen wird.

Irankreich.

PariS, 6. Februar. Endlich hat der Marineminister den Gouverneur deS Senegal ermächtigt, dem Grundsätze, daß der französische Boden die

Sclaven freimacht, die möglichste Ausdehnung zu geben. Bisher wurden von dtn Behörden dieser französischen Colonie die Sclaven ausgeltefert, welche sich aufl den Negerstauten nach Französisch-Senegal flüchteten, und man gestattete auch, daß die schwarzen Herren ihre Dclaven oder sog.Gefangenen" in den Dienst der Weißen stellten und sich dafür bezahlen ließen. Der Minister hat nun ungeordnet, daß man, ohne die Flucht der Sclaven zu begünstigen, jeden, der den französischen Boden betr tt, al- einen freien Mann behandle. Wenn diese Maßregel wirklich durchgeführt wird, so wird die Sclaverei, die bisher in diescr Colonle noch immer bestand, endlich als gänzlich abgeschafft zu be­trachten sein.

Das Personal der chineflschen Gesandtschaft hat den NeujahrStag, der für die Bewohner des himmlischen Reiches auf den 30. Januar fällt, fest­lich begangen. Das Ceremoniel, das bei dieser Gelegenheit beobachtet wurde, war folgende-: Die Mitglieder der Gesandtschaft stehen, nach ihrem Rang geordnet, vor einem Bilde, dar das Wappen des Reiche- vorstellt. Auf einem Tischchen brennen zwei Wachskerzen und in der Mitte befindet sich eine kupfert e Schale, in der Sandelholz und verschiedenes Räucherwerk verbrannt wird. Die Versammlung wirst sich aus die Rnlee und berührt dreimal mit der Stirne den Boden. Mittags wird aus Kosten der Regierung ein Mahl L la chinoise feroirt.

Pari- , 7. Februar. Der Erzbischof von Paris, der in offener Auf- lebnunq gegen die Regierung und die Kammern steht und täglich neue Protest- Briefe gegen Kammeibescklüsse veranlaßt, hatte jüngst seine Bischöfe zu einer ge­heimen Versammlung e.nbeiufen. Ein Provinzial Concil darf nicht ohne Er- laubniß d.r Regierung gehalten nerben; um diese zu umgehen, wurde eine geheime Zus-mmenkunft beliebt. Es handelt sich um tie Beschließung von Mitteln und Wegen zur Vertreibung deS Staates auS dem Gebiete der Kirche, um gewaltsame Proteste und Entwerfung einer Denkschrift an den Papst, um die Curie zum E nschreitm gegen die Uebergriffe der Deputirtenkammer zu veranlassen. Auch gegen das Ehescheidungsgesetz, falls es durchgeht, soll ein Gesammiprotkst des Episkopats vorbereitet werden.

Die Prämonstratenser der Abtei von Fr golot bei Tarascon. zu deren Austreibung es einer wahren Belagerung bedurfte, werden sich nach Spanien begeben, wo der König Alfons in der D'öcese von Valladolid eine Abtei zu ihrer Verfügung gestellt bat. Drei Mönche, die Eigenthümer von Frigolot sind, werden mit einer gewissen Anzahl von Dienern im Kloster bleiben, um die Landwirthichaft zu betreiben. DaS Kloster selbst wird fortwährend von der Gknsd'armerie scharf überwacht, um zu verhindern, daß die ausgewiesenen Mönche sich dort wieder einr.isten. Die Zahl der Flscherschaluppen, die vor drei Tagen bei Sables d'Olonne zu Grunde gingen, beträit zehn, die Zahl der ertrunLmn F scher 51. Außerdem wurden zwei andere Schiffe ohne ihre Mannsch'ften an's User getrieben. Dieser Unglücksfall ist ohne Beispiel in diesen Gegindm. _____________________________________________

telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. (Srrrefponfcetii-tSnrtatx.

Berlin, 8. Februar. Die von den Arbeitern Körner und Finn be­hufs Be-prechung der Judenfrage einberufene Versammlung des socialen Arbei- ttronerd ist nach äußerst stürmischen, durch zahlreich anwesende Socialdemo- frahn veranlaßten Austritten polizeilich aufgelöst worden.

London, 8. Februar. DieTime-" meldet aus Durban: Die Boers haben die Postve bindung zwischen dem englischen Lager von Laingsnek und Newcastle abgeschnitten und dürsten voraussichtlich auch die dortige Telegraphen^ Verbindung zerstören. Eine Abtheilung der Boers in der Ltärke von WUU Mann ist im Rücken des linken Flügels der englischen Truppen eingetroffen;