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srr 146. Samstag den 9. Juli 1961«
Kießener MuKger
Amkizk- M Amtsblatt fir heu Kreis Gießen.
Amtlicher Hheil.
Betre ff end: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetteran. ließen, am 7. Juli 1881.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Groß herzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Torf । (9tU, Gberstadt, Grop-Linden, Grüningen, Golzheim, Zungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang - GonS, Langsdorf, Leihgestern, Lich, Muschenheiw, Obbornhofen, Ober-Horgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinherm und Utphe.
Sie wollen die in unserem AuSschreiben vom 23. August v. I., Anzeiger Nr. 201, vorgeschriebene Tabelle binnen 8 Tagen vorlegen, soweit Sie noch nicht Vorlage gemacht haben.
Dr. Do ekmann.
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3ur Aorgefchicbte des Attentats in Washington.
Man sand bei dem Attentäter verschiedene Briefe an die hervorragendsten Mitglieder deS Grantschen Anhanges der republikanischen Partei. Die Frage ist jetzt: Hat Guit-au wirklich in Verbindung gestanden mit den Männern, auf vie sich seine Worte beziehen, mit Grant, Sherman und, noch mehr, mit dem Vicepläsidenten Arthur und dem Sei ator Conkling? Schwerlich. Kurze Zeit vorher war er sogar ihr Gegner; denn unter den Briefen, die er an den Präsidenten Gaifield schrieb, um eine Stelle zu erjagen, befindet sich einer, welcher die Worte enthielt: „Ich brdaurc den Kummer, den Ihnen der Senator Conkling verursacht; Sie haben Recht, behaupten Sie Ihre Stellung. Sie haben meine Unterstützung und die aller Patrioten. Ich bitte um eine kurze Audienz." Wenn also Conkling aus ihn einwtrkte, so geschah dies durch die Conkltng'sche Parteiprefie, und natürlich nicht eher, alS bis das Gemüth Guiteau's durch tie Ab:eisur g seines Gesuches um den Consulpostcn in Marseille verbittert worden. Dann erst schlug er sich zu den „StalwartS" und als „Etalwart" vollbrachte er die ruchlose That. Cs wird dieses Wort „Stewart" zur Bezeichnung der Conkling'schen Partei gebraucht, die brkannt- lich sowohl bei den Wahlen, als auch später noch den Präsidenten Garfield giftig bekämpfle. Man weiß, wie Die Wahl deS Letzteren zu Stande kam: durch die sog. Chicago Uebereinkunft, krast deren Grant's Candtdatur zurnckge- zogen wurde unter der Bedingung, daß Gencral Arthur zum Vic«Präsidenten ernannt und die „Beute" zwischen beiden Thetlen der Partei getheilt werden sollte. General Arthur, ein Anhänger Conkling'S, ist nun in der That Vice- präfident geworden, und wenn Garfield sterben sollte, steht ihm die Präsidentschaft offen. Aber die Beute ist nicht getheilt worden. Was versteht man unter der „Beute"? Die Beute besteht auS ungefähr 70,000 Staatsämtern, deren Besetzung dem jeweiligen Präsidenten anheimfällt. Daher die Wuth mit welcher die Präsidentenwahlen betrieben werden, denn es handelt sich dabe. nicht nur um abstracle politische Grundsätze, sondern um fühlbare Befitztitel G-rfield sollte diesen Schandfleck auslöschen und sein Amtsantritt war daher weniger, als gewöhnlich turck einen Beamtenschub bezeichnet. Dadurch freilich gerieth er in Zwiespalt mit Conkling und seiner Rotte, die sich „Stalwarts" nannten und den Wahlspruch führen: „Die Beute für die Siegreichen." Sie eröffneten einen ZeitunzSkampf gegen Garfield und Blaine, der bedauerliche Gemeinheiten enthielt, als Garfield das Preisflück der Beule, den New- Dorker Zollhauskosten, an einen Angehör,:en seiner Special-Partei vergab. Von den, Geifer der Stalwartpreffe har man in Europa keinen Begriff. ES giebt kaum einen Schimpfnamen, den man nicht aus Garfield anwenden zu können glaubte. War es ein Wunder, daß Guiteau, mit der Kränkung der Abweisung im Herzen, sich sympathisch angehaucht fühlte von dem Tone der Conklina'jchen ©lätier, daß er Ga fi ld für den „Ar tichnst" ansah, daß er der Republik eine neue Zukunft zu schaffen hoffte, wenn er diesen „dunkeln Schurken", diesen „meineidigen Derräther, diffen Verderbtheit nur von sei, er Doppelzüngigkeit übertroffen wurde", aus dem Wege räumte I Arthur, Sherman, Grant und Andere würden dann an'S Ruder kommen und Guiteau hätte man dann sofort nach Marseille oder einem anderen ConsulSposten der Welt versetzt. So weit läßt sich bis jetzt der psychologische Zusammenhang zwischen der Politik und dem Mordanfall verfolgen. Guiteau leugnet das Dasein von Mitschuldigen ab. „Ich habe in den letzten sechs Wochen", sagte er, „mit mir allein diese That überlegt und wü,de sie schon ausgeführt haben, als der Präsident mit Frau Garfield wegging; aber ich schaute sie an, und da sie so krank und traurig aussah, änderte ich meinen Entschluß." Freilich will dem gegenüber einer der mit der Untersuchung beauftragten Polizeibeamten be- haupten, daß dem Verbrecher eine dritte Person das Geld zum Ankauf des Revolvers geliehen und ihm auch die Ankunft des Präsidenten angezeigt habe. Guiteau besaß thatsächlich kein Geld. Bedenkt man, daß eS in Washington eine Anzahl von diebischen Beamten giebt, welche als Mitglieder des sog. „Star Route Postal R ng" großartige V:runtreuungen begingen, und jeden Augenblick der Verhaftung entgegensehen mußten, so lange Garfield am Ruder blüb, bedenkt man ferner, daß Guiteau mit diesem sauber,. Gelichter in Ver- bindüng stand, so gewinnt die Meinung des Polizeibeamten eine ittoifft Glaubwürdigkeit.
Deutschland.
Darmstadt, 7. Juli. Seine Königl. Hoheit der Großherzog habt! dem Oberst von Zangen, persönlichem Adjutant Sr. Großh. Hoheit des
Prinzen Wilhelm von Heffen und bet Rhein, daS Commandeurkreuz 2. Klaffe des LudewtgSordens zu verleiben geruht.
Berlin. Die Handelskammer zu Münster hat eine Zusammenstellung der jetzigen Gerichtskostcn mit den vor dem 1. October 1879 in Preußen geltenden gegeben. Es betragen:
k Bei einem Objecte von
Die Proceßgebühren
Die Gebühren für die Zwangsvollstreckung
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des Gerichts &_______
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des Gerichtsvollziehers
k für daS Gericht
ür den Rechtsanwalt
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Berlin, 6. Juli. Der dem Bundesrath vorgelegte Gesetzentwurf, betreffend den Beitrag deS Reiches zu den Kosten für den Zollanschluß Hamburgs , lautet in § 1, dem Haupt - Paragraph: Der Reichskanzler wird ermächtigt, der freien und Handstadt Hamburg zu den Kosten der Bauten, Anlagen, Einrichiungen und Expropriationen, welche durch den Zollanschluß Hamburgs und d e mit demselben verbundene Umgestaltung der bestehenden Handels- und Verk hrS-Anlagen veranlaßt n erben, aus der RetchSkaffe einen Beitrag in Höhe der HäUte des hawburgischerseits für die bezeichneten Zwecke festiußellenden Kostenbetarfs, jedoch höchstens in Höhe von 40 Millionen Mark zu leisten.
— Mehrere der vom Reichstag genehmigten Gesetze find bereits an allerhöchster St'lle vollzogen, so das Jnnungsgrsetz und das GeiichtSkostengesetz, das letztere unter dem 29. Juni dato Ems; ihre Publikation ist sofort zu erwarten. Da n:ch den B«schlüffm dritter Lesung das Gerichtskoftengesetz am 15. Juli in Kraft tritt, so fällt dieser Termin mit dem Anfang der Ge- rich's'eri<n zus mmen. Thatsächlich beginnt daher feine Wirksamkeit erst am 15. September, dem Ende der Ger chtsferien. Dieser Umfiand erleichtert die Handhabung des Gesetzes sehr, denn einerseits skommen die AuSführungS- bestimmungen nicht zu spät, andererseits haben die Gerichte mehr Zeit, fich M'.t dem Gesltze bekanit zu machen.
— Es waren in letzter Zelt vielfache Petitionen an den Reichstag wegen Abänderung der Dellimmungen der Gewerbeordnung gelangt, die sich auf den Gewerbetrieb im Umherziehen bezogen. Wie verlautet soll hierüber bereits im Bundesrath ein Entwurf ausgestellt worden fein und man glaubt, daß diese Vorlage später dem preußischen Volkswirthschastsrath zur Begutachtung unter- breitet werden wird.
— Es treten immer mehr Anzeichen dafür hervor, daß die von osficiöser Seite verbreiteten Nachrichten über den voraussichtlichen Wahltermin nichts


