Nr. 13<>. Donnerstag den 9. Juni ins i,
Kichmer MMger
Allkkigk- uni Amtsblütt für Kn Kreis Gießen.
Bureau r Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montags. Jrdt •tertdMrfty 2 Mark 20 Pf. mü vringerlohn.
Durch btc Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Aerülchlimd.
Darmstadt, 4. Juri. Se. Köiigl. Hohett der Großhtrzog nahmen heute militärische Meldungen entgegen und empfingen de., Generalmajor v. Radecke, den Hofmarschall Sr. Hoheit deS Fürsten von Dulgartcn Frhrn. v. Rtedefel, den Oberstab-arzt Winter vom 2 Großh. Jnsanterie-Rrgiment (Großherzog) Nr. 116, den Geh. Medüivalratb Dr. Mögt von Offenbach den Obersteuerrath v. Burt, den Hoflieferant Winter; zum Vortrag den Staatsminister Frhrn. v. Starck.
Darmstadt, 5. Juni. Da- Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 15) enthält:
1 B-kanntmachui g, die Erhebung dir Umlagen zur Bestreitung der Eoa-munal-Bedürsniffe in den israelitischen ReligionS-Gememden des Kre'ftS G eßen für da- 1. Vierteljahr 1881 betreffend.
2. Uebtrflcht der von Großherzog'ichem Ministerium deS Innern und der Justiz für daS Jahr 1881/82 genehmigten Umlagen zur Bestreitung ton Eommnl al'Bedürfniffm in den Gemeinden deS Kreise- Heppenheim.
3. Ordensverleihung.
4 Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
5. Eharakterertheilungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädiost geruht: am 24. April dem evang. Pfarrer und Deca.« Ludwig Ebel An Kirtorf, im Decanaie AlSfeld, den Charakter als „Rirdxnratb*, sowie am 30. April dem Secretär, Registrator und Protokollisten bei der Brandt er- siwerungS Cou.misflon BrandveistcherungS-Secretär Friedrich Krön melbeln den Efa'akte als RechnungSrath, zu verleihen.
6. NamenSveränderung. (Schluß folgt).
Frankfurt, 5. Juni. Der heute hier abgehaltene 25. deutsche Jour- nalisteniaa wurde von Herrn Oberbürgermeister Dr. Miquel begrüßt. Nach b<m angenommenen . euen Statuten-Entwurf lautet § 1: „Dir Journalisten- tag »ft eine Vereinigung deutscher Zeitungen und Journal sten zum Zwecke •) der Wahrung und Fördermg der BerufS-Jntereffen, Hebung der journalistischen. Ge i rinsmnkeit, Vertretung der Rechte der einzelnen M'tgli der gegen Beeinträchtigung derselben, b) Hülftleistung in Fäll.n non Noth, Erkrankung i nb Arbeitsunfähigkeit. $ 2 Für die Wahrung und Föideru« g dieser Zwecke stehen 1) der deutsche Journalistentag, 2) daS von ihm eingesetzte SchiedS- und Ehrengericht, 3) die von ihm gegründete Unterstützungökaffe. Der Beitrag wurde auf 30. 15 oder 9 JL nach Lebsteii schätzuvg bestimmt. In den Ausschuß wurden gewählt: Echembera und Goldbaum (Wien). Kletke (Berlin), Rittweg-r (Frankfurt), Wenzel (Berl.n), Hcldheim (Berlin), Holkhoff (Frank- furt), Stein (Breslau), Habndorf (Kaffei), Landau (Frankfurt). Löwer stein (Ersenacd). Finger (Bremrn); in das Ehren- und Schiedsgericht Kletke, Holt- dof und Riltweger. Zum nächstjährigen Versammlungsort wurde Kaffel, zum S'tz d<S geschäftstreibenden Vorst, ndes von 5 Personen Frai ksurt gewählt.
Leipzig, 6. Juni. Der Trianonsaal deS Schützenh inseS ist heute Nacht biS auf bi? UmfangSmauer ntedergebrannt.
Hamburg, 5. Juni. Der „Hamb. Corresp." publicirt br. Vertrag, betr. den Zollanschluß Hamburgs, nebst einem Nebenprotokoll und zwischen dem Reichskanzler und dem M nlsterresidcnten Dr. Krüger gewechselten Schrei- b'N. In dem von L tz erem unter dem 24. Mai an den Reichskanzler gerichteten Schreiben beißt e-: Sollte die interimistische Fortdauer des brsteh^n^en Zustande- sich m t dm Abfichten Ew. Durchlaucht nicht vereinigen lasten, so glaubt der Senat doch der zuversichtlichen Voraussetzung Au-druck geben zu dürfen, daß die vorgesehene Ancr.nung, wonach die auö See nach Hamburg und von Hamburg nach See gehenden Schiffe, sofern sie unter Zoll Flagge oder Le. chte transitl- ren, von der zollamtlichen Beh ndlung befreit ble.ben, alS eine dauernde Einrichtung ir.'S Auge gefaßt ist.
Hierauf erwiderte Fürst BiSmarck unterm 27. Mai: Die Belastung der Zolleinrichtungen auf der Unter Eibe in der gegenwärtigen Lage erscheint zwar nicht thunlick, ick meinerse.tS rheile aber die Voraussetzung des Senats und bestätige, daß die geplante Anordnung, wonach die auS der See rach Hamburg und von Han bürg nach der See gehenden Schiffe, sofer; sie unter der Zoll-Flagge oder Leuckte nanfttiren, von zollamtl cher B Handlung befreit bleiben, als eine dauernde Einrichtung iu's Auge gefaßt ist. Ich bezweifle nicht, daß dieses System, drffen Durchführung, wenn auch nicht aussäließlich, so doch überwiegend unter die Conttole auf das Zollwrsen beeidigter Lovtsen wird gestellt werden können, in der Prox's sich bewähren und für die Zoll- ficherheit genügen werde. Scllte wider Erwartm eine Aende ung drffelben sich nach Maßgabe künftiger Erfahrungen alS r.otbwmtig erweisen, so werde ich meinerseits nur zu einer solchen Einrichtung mitwirken, welche den Derkehrs- Bedürft iffen des FreihafengebirteS mit der See — und zwar nicht mindrr eines in verkleinertem Umfange dauernd beizubehaltenden wie des jetzigen Frei- hafengebietes — in mindestens gleichem Maße wie die Zoll Flaggen-EinriL- tung Genüge leistet. Auch werde ich in solchem Falle nicht Unterlasten, dem Senate durch eine vorgängige Benachrichtigung Gelege- H it zu geben, feine deSfallsigen Ansichten und Vorschläge rechtzeitig in Vertretung zu b:.nger. Ich werde, den Jrtentionen des KaiftrS und der verbündeten Regierung entsprechend, angelegentlich bestrebt sein, den Jntereffen und Wünschen Hamburgs nicht min- der wie denen jedes anderen Bundesgliedes entgegeniukommen und denselben förderlich zu sein, soweit ich eS irgend mit meinen Pflichten gegen das Reich
vereinigen tarn. Dle R<ichSregierung wird dies insbesondere auch bei der weiteren Ord. ung der mit der Frethafen-Berechtigung Hamburgs zusammen- bärgenden Zolleinrichtungen gern bethätigen, und hierin um so Welter gehen können, wenn die dabet zu erledigenden technischen Fragen nicht zu Anknüpfun s- punkten für pol,tische Bestrebungen blnutzt werden, w-lche den verbünde en Regierungen die Pflicht zur Wahrung ihrer verfaffungsmäßigen Rechte auferlegen.
Hesterreich.
Wien, 4. Juni. Der General Uchatius bat sich heute durch ei ei Schuß in das Herz daS Leben genommen.
Arankreich.
PariA, 5. Iun^. Nachrichten auS Oran von heute zufolge ist der Aufseher über die Telegraphen-Derbinduvgen, Bongand, mit den ihm zugethetl- ten Bedeckungs-Mannschastrn zwischen Frer.dah un^ Geryville überfallen u d ermordet worden. Die Zahl der Ermordeten beträgt 26.
Pari-, 6. Juni. Vur Truppenkolonnen sind abgegangen, um die Insurgenten von Boumena, welche zwischen Frendah und Geryville 26 Per- sonen ermord.trn, zu züchtigen.
Paris, 6. Juni. Der V oltmst Vteuxtemps ist in Algier gesiorben.
— Wie die „Agence HavaS^ rernimmt, wird ein The»! deS tunesischen Expeditione.Co ps b nnen Kurzem nach Frankreich zurückkehren.
England.
Loudon, 4. Juni. Die beurlaub en Officiere der in Irland stationir- ten Regimenter haben den Befehl zur sofortigen Rückkehr erhalten. 400 Mann Garbetruppen find gestern von D blin nach New P^llaS abgegangeu, un von dem dortigen Eastell Besitz zu ergreifen und de Ordnung wieder de,zu« stellen. Die Trupprn find angewiesen, zu schießcn, im F:lle Wi^erstar o geleistet wird.
Kriechenlanv.
Athen, 4. Juni. Die Gesandten der Mächte theilten dem Minister- Präsidenten Kom: nduros mit, dcß die Mitaliider für die Commission zur Absteckung der griechisch-türkischen Grenze und zur Ausführung der Convent.on bereits ernannt seien.
Athen, 5. Juni. Der KriegSmtn.ster hat in einer Ordre an den Commandanten der griechischen Ost-Armee di.jenigen Truppentheile bezeichnet, welche die erste Sectwn der von der Türkei an Grirchenlard abzutreklndin GebietStheile besetzen sollen, und zwar 3 Bataillone Infanterie, 3 Bataillone Jägrr, 1 Artillerie-Abtheilung, 1 Gente-Abtheilung, 2 ELkadrons Kavallerie, 6 Sectivnen Fuß - Ger sv'armerie und 1 Sectlvn GenSt/armerie. — Don Seiten der englischen Regierung ftr.b zu Com" iffaren für die Delimttat on der griechischen Grenze General Hamley, Major Ardagh ur.b Haup:man,i Swaine ernannt worden.
Ztußland.
Petersburg, 4. Juri. Der „RegiererungSbote- veröffentlicht bk kaiserlichen Ukase, durch welche der Kri-qSmi:nster Graf Miljuttn uib der Generalgouverneur ton Funland Graf Atlerberg I1L, auf ihre Bitte wegen zerrütt-ter G^surdheit ihrer Stellongen enthoben wnden. An Stelle Milju- tn/s wird Gtneral Wcnnewsk' zum KriegSmin ster und an Stelle Adlerberg'S der btShe.ige GeneralstcbS Chef Graf Heyden II. zum Gemralgouverneur von Firnland erranrt. Sin Relcrpt des Ka serS verleiht dem Grafen M ljuf'n die Bildniffe des jetzigen ur.b des verstorbenen Ka-serS mit Diamantrn auf der Brust zu tragen.
— Für die Dauer der Abwesenheit des Großfürsten Constantin ist der Grcßfü st A'exiS Alexandrowitsch mit der Leitung der Marir.e betraut werden.
Petersburg, 5. Juni. Durch Virordnung des Ministers des Jn^ nern st btr in Moskau ersche nenben Zeitung: „Rußky Kurjn" auf bk Dauer ton drei Monaten der Einzeloerka' f entzog n unb das Moskauer illustrrrte Jourral ^L'ckt ur.b Schatten" auf sechs Wa e suspenbirt worben.
Moskau, 5. Juni. Heute ist hier unter großer The'.lnchme bie Feier des 50jährigen Jubiläums des bekannten ProftfiorS der Chirurgie, Pirogoff, begangen norden. Sämmtliche russische Univkrsi'ät-n ur.b arbne gelrbne Körperschaften waren durch Deputationen vertreten oder hatten Glückwunsch- Adr.ffen an den Jubilar gerichtet. Auch vom Congreß der deutschen Chiiur- gen war eine Glückwunsch-Adreffe eingegangen.
Aulgarien.
Sofia, 6. Juni. Seit der Bildung der Generalräthe wurden die Mitgl eder derselben ernannt obre Rücksicht auf die von den einzelnen Cardi- daten erhalteren Stimmen. Das amtliche Blatt veröffentlicht nunmehr einen UkS, durch welchen die Zusammensetzung der Generalräthe in Gemäßheit der bei den Wahlen abgegebenen. Stimme' geregelt wird. — In Folge der zahlreichen Klagen über den Mißbrauch der Amtsbkfugriffe der G<nsd'armerie hat die Regierung bestimmt, daß tag Gmsd'armerilCorps der Militärgerichts- barkeit unterstellt wird. — Der bulgarische Exarch ist bereiis aus Konstantinopel hier eingettoffen und von dem Fürsten feierlich empfangen und zur


