zu decentraltsiren und auf die Bezirktverbände zu übertragen. Der Minister schloß, indem er aus eine bezügliche Aeußerung deS Äbg. Matthes eingtng, seine Erklärung folgendermaßen: Daß wir nicht gut thun würden, eine allgemeine Reichs-Jnvaltdenkaffe tn's Leben zu rufen, darüber bin ich mit dem Herrn Abgeordneten einverstanden, aber daß der Gedanke überhaupt aufgeworfen wird, waS wir thun können, um den Aelteren und Bedürftigere» unter unS, die nicht mehr arbeiten können, ein gesicherteres Loos zu schaffen, als bisher möglich gewesen; — daß man den Gedanken aufgeworfen, daß auch die Gesetz« gebung sich mit der Lösung dieses Problems zu beschäftigen haben wird — das halte ich nicht für einen Nachthetl, sondern für einen großen Vortheil. Ich glaube, daß die besten Köpfe und die tüchtigsten Männer unserer und der künftigen Zeit sich mit diesem Problem beschäftigen werden und sich zu beschäftigen haben werden, und daß man überhaupt den Gedanken aufgeworfen, daß die Lösung dieses Problems mit zu den Gegenständen der Arbeiten der gesetzgebenden Faktoren gemacht werden muß, das halte ich für eine der besten Blüthen der Entwickelung der Jetztzeit, für eine Blüthe, die für manche unangenehme Erfahrung uns trösten kann.
Elberfeld, 6. December. Laut der „Elberf. Ztg." ist auf das am 29. v. Mts. Seitens des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaft- lichen Jntereffen in Rheinland und Westfalen an den Fürsten-Retchskanzler ab- gesandte Telegramm daS folgende an den Vorsitzenden des Vereins, Herrn Mulvauy gerichtete Schreiben eingelausen:
„Berlin, 3 December. Eö hat mich gefreut, aus Eurer Wohlgeboren gefälligem Telegramm zu ersehen, wie die wirthschaftUcheu Verhältnisse tn der Rheinprovinz und Westfalen sich gebeffert haben, und daß insbesondere die Lage der Arbeiter in Folg; höherer Löhne und vermehrter Arbeit eine günstigere geworden ist. In Uebereinsttmmung mit Eurer Wohlgeboren sehe ich in dieser Erscheinung Folgen unserer jetzigen Wirtschaftspolitik und den sicheren Beweis dafür, daß die Ursachen des wirthschaftllchen Rückganges, unter welchem wir in den letzten 10 Jahren vor der Zollreform gelitten haben, von den verbündeten Regierungen und dem damaligen Reichstage bei Annahme des neuen Zolltarifs richtig erkannt worden sind. Indem rch der Hoffnung Ausdruck gebe, daß die Erwartungen, die sich an diese Reform knüpfen, wie bisher, so auch in Zukunft sich bestätigen werden, danke ich Eurer Wohlgeboren und aller an dem Telegramm vom 29. v. Mts. betheiligten Herren verbindlichst.
v. Bismarck.
München, 6. December. Die Abgeordnetenkammer verwies heute den Antrag Hafenbrädl aus Abschaffung des siebenten Schuljahres an einen aus 14 Mitgliedern bestehenden Ausschuß. Im Lause der Debatte legte der Abg. Crämer zum Beweise, wie die Erregung in das Volk hineingetragen werde, einen von der Rechten entworfenen und lithographirten Petittonsentwurf an die Reichsrathskammer wegen Annahme des Hafenbrädl'schen Antrags vor, welcher von dem Abg. Penn in den zum amtlichen Gebrauch der Kammer bestimmten Briefumschlägen an die Bürgermeister auf dem Lande versandt worden sei. Der Präsident sicherte eine strenge Untersuchung der Angelegenheit und Abhilfe zu. Abg. Kopp verwahrte die Rechte gegen die Cousequenzrn, welche von dem Abg. Crämer auS einer Privat-Correspondenz des Abg. Penn gezogen worden seien.
Schöffen des Amtsgerichts Gießen für das Jahr 1882 nebst
Angabe der SitzungStage für je 2 Schöffen.
Zu den Sitzungstagen am 5., 12. und 19. Januar die Herren Schreiner Wilbelw Althaus von Groß-Buseck und Landwirth und Beigeordneter Johannes Luh V von Groß-Linden.
»m 26 Januar, 2. und 9. Februar die Herren Kaufmann Karl v. Hinten von Lana- Gön« und Kaufmann Max Friedberger von Gießen. V 9
• <» 16- ^tl2;L8tbruar di- Herren Kaufmann Georg Wilhelm Weidig von Gießen
und Kaufmann Emil Schwarz von Gießen.
W4.X VuU Ärger Rlug II. von Alt-Buf.ck und
5E.d,nif«m3ab6Ueteto'”n@i.b6*n5,Ttln 6En6 |IL °°" und
Sm 30. März, 7. und 13. April die Herren Landwirth Philipp Sommerlad IV von Wieseck und Landwirtb Balthaser Heß II Steinberg. * iv. von
„ . 2V und 27 Aprtt bte $men Büvgnm-ist.r Heinrich Inder,ha, I. von Rödgen und Gastwlrty Karl Geißler von Lollar. °
und «Llndl» S.m7n°ReiS tiu6roi" WUh.lm Bocher von Bersrod
Georg Marx"v°7 Gl"ßen?' «n.on Petri und Spengler
, "Nv 15^ Juni die Herren Gemetnderechner Heinrich Wallbott VIII von Garben
teich und Blaufarber Ludwig Rohde von Groß-Linden. ' n
Zum M. Herren Buchhalter Ernst Stuhl von Lollar und Fabrikant Adolf Schaumann von Gießen. °
«‘Ä « tm,n SaufmQnn Richard Scheel von Gießen und Landwirth Johannes Seipp XL von Leihgestern. ’
« M un? 3U" Wt Bürgermeister Philipp Germer von Ki,in Linden und Kaufmann Heinrich Wallach von Gießen.
Kaufmann Hei7rich'°SchrL °°" ®u>.»»bsf-.den und
Phtlipp^Stnhl von «u’r'* b“ ®m,n °°usm°nn Lob Bor von Gießen und Ingenieur
Am 31 August und 7. S-ptember die Herren Schneider ^akob Lndmia
Gießen und Fruchthändler Ludwig Jung II. von Heuchelheim 3 °°n
Bauun.^.dm.r Heiurich^dami'von'^'ßVn'' «°°°" °°" “"b
und 8a^anb L'L.7sbe,s »?n'G.'.ß.^ »"°lf Busch von H-uch.ih.im
krr-b-n un"d ^uimann"EÄ W°ste7ich^7n''°°nÄ^^" ^nger IV. von «eis- und EaMer^Krom S»7ebr ^imann »uguft «roll von Gießen
trr.,samrg.hüi77n7eo7Lr°v'°k'^ß.^^'^ Dieff.ubach von Gießen und
Am 23. und 30. November die Herren Portes,uillarbeit.r Karl Lonv II von Gieken und Kaufmann Eduard Hanau von Gießen 1 Lon9 " tiDn ti)te^cn
Am 7. und 14. Dezember die Herren Kaufmann Johann Bantill
und Kaufmann «arl Louis Schultheis von Gießen. Bllpttst -pregel von G.eßen
Am 21. und 28. Dezember die Herren Kaufmann Wilhelm Seulina von 1lnk Bürgermeister Heinrich Bogel V. von Staufenberg. ’ ~euUna ®l'6‘n und
Hülfsschöffen im Jahr« 1882.
®.n<n Goldarbeit,r Karl Bruck, Buchhändler Friedrich Ernst Fehsenseld, Schneider Fried, ruh Häuf er, Fabrikant August Heß, Bankvorstand Geduld v. Zuugenseld, Schiemer Frrdii uand Kreiling, Kaufmann Ernst Balser, Schacht-imach-i Isaac Baruaß Ubrmawrr Äi.v Zch Baumann, Lch-er Dr. Otto Bindewald, OMariM ^ram B
©anqiiin Slgismund Heichelheim, Kaufmann Heinrich Jughardt, Bauunternehmer Ludwia Kauf, Sattler Friednch Kühne II., Kaufmann Emil Piftor II., sämmtlich von Gießen. 9
Lokales.
Gteßen, 7. December. (Sterblichkeit in Gießens In der Woche 00m 27. November bis 3. Dezember ereigneten sich m Gießen 7 Lov-Sfalle. welche sich auf 5 Erwachs.ne und 2 Kinder verlhrllten. Ein wenige Monate altes Kind starb an Gehirnhaulentzünbu q ein neunjähriger Knabe an Krebs. Bet den erwachsenen Per'onen war Tove-u.sache: Nieren- entzündung, Gehirnerweichung, Herzfehler, Lungenschwindsucht, Bronchienentzündunq je cinntöL q
— Auch der zweite Vortrag des Herrn Türschmann — Kaufmann von D.necig - erfreute sich gestern deS zahlreichsten Besuchs und des lebhaftesten Beifalls. Für den letzten Abend, den der gefeierte Recttator tn Gießen verweilen kann, den vom nächsten Donnerstag hat er «ine dritte Recltatton — Goethe's Faust — tn Aussicht genommen, auf die wir nicht verfehlen, besonders aufmerksam zu machen-
~ sStenographisches.) Der hiesige Gabelsberger Stenographenvcrein wird dieser Tage wieder einen Unternchts-Cursus für Erwachsene beginnen- — Bel der unleugbaren Bedeutung b.r Stenographie für alle, welche zu fchiewen haben, Durften die nachstehenden siallsuschen Notizen, welche wir der dieser Tage bei I. I. Weber M Leipzig erschienenen „Stenographik" entnehmen, nicht ohne Interesse für diejenigen fein, welche ihre Betheiligung an genanntem Unternchls-EursuS in Erwägung ziehen wollen- „Die Anhänger der Stenographie zählen bereits nach Hunderttausende n, in immer weitere Kreise dringt die Kunst der Schnellschrift ein, um nach Gadels- berger s Wort Uber fur3 oder lang „Gemeingut aller Gebildeten" zu weiden. - Im lchten Zahltahr (18/9/80) wurden allem 22502 Personen in der Gabelsberger- fd)en neben 3o75 Personen in der Stolze'schen Ltenographte unterrichtet. An den höheren Lehranstalten Bayerns, Sachsens und Oesterreichs hat das entere System eme dauernde Pflegstätte gefunden und 343 Gabelsb erger'sche Vereine wirken für die Jntereffen ihrer Kunft. So dürste es bald ferne gebildete Familie mehr geben welche nut wenigstens em stenographlekundiges Glied hätte."
In Glesien m 1 feinen zahlreichen Studirenden, Beamten, Kaufleuten rc., hat es nie an solchen Personen gefehlt, welche sich gerne an einem sienogr. Unterricht bc- theiligt hatten, wohl über öfters an solchen Lehrkräften, welche neben ihren, ihre ganze Arbeitskraft in Anspruch nehmenden Berufsgeschäften sich die Unternchtsertheilung immer halten möglich machen können. Schon auS diesem Grunde dürfte es sich namentlich auch für solche Herren empfehlen, sich die stenographische Kunst anzueignen zu deren Beruf es gehört, Unterricht zu erteilen, an dankbaren Schülern wird es ihnen tn Gießen nicht so leicht mangeln.
Wünschen wir deßhald dem Unterrichts-Cursus, den Herr Reallehrer Alb ach in dankenswerther Weise übernommen, den besten Erfolg. —0.
- Zur Warnung für Rauflustige iheilen wir mit, daß gestern morgen da« diesige Schöffengericht diejenigen Leute, welche vor rlniger Zeit in der Neustadt mehrere Vaganten ohne alle Veranlaffung mit Steinen warfen und sonstige Rohheiten verübten, mit 4, 3 unv 2 Monaten G'fänanch belegte.
Literarisches.
. _"Brlder für Schule und Haus. Steuographik." Leipzig/ Verlag der Expedition der „Jllustrirten Zeitung" (I. I. Weber). Die Verlagshandlung hat sich Anspruch auf den aufrichtigsten Dank aller Jünger und Freunde der Gabe lsber ger'schen Stenographie erworben, indem sie die in Den letzten Jahren in Der „Jllustrirten Altung" veröffentlichten zeich nkünstlerischen Compositionen, welche aus stenographischen Schriftzügen in origineller Weise zusammengesetzt sind, nach zweckmäßiger Umarbeitung und planmäßiger Gruppirung ihren „Bildexn für Schule und Haus" einreihte Deren soeben erschienenes Heft unter der Aufschrift „Stenographik" die,e eigenartigen Darstellungen mit ihren Erklärungen in reicher künstlerischer Ausstattung enthalt. Der Schöpfer dieser Bilder ist unser durch seine stenographischen Bilderbogen bereits aus das Vortheilhasteste bekannt gewordene Landsmann Herr Gastechmker Otto Bergen in Gießen, welcher anerkanntirmaßen wie fein Anderer dem Foimenreichthum der stenographischen Schrift ganz eigenartige, interessante Seiten abzug^wmnen vermag Seiner phantasievollen Composilionsgabe oerdanfen wir die nunmehr gesammelten anmuthigen charactenstischen Gebilde, welche nach dem Urtheil aller Eingeweihten vor-' zuglich geeignet sind, in angenehmer und zugleich roirffamer Weise auch bei Laien Interesse für die Redezeichenfunst selbst zu erwecken. Wir empfehlen die „Steno graphik" (Einzelpreis 60 allen Stenographen und allen Solchen, Die es werden wollen, auf's Wärmste, und glauben namentlich die Angehörigen von Schülern bei Stenographie auf das wunderschöne Heft als em gewiß mit großer Freude begrüßt werdendes Wcihnachtsgeschenf aufmerfsam machen zu sollen.
— Unseren lieben Hausfrauen und Töchtern können wir schon wieder da« Erscheinen einer neuen Auflage b,S seit einer Generation beliebten unv praktisch bewährten Kochbuchs „Supp' Gemüs' und Fleisch" anzeiqen. Dasselbe kostet geheftet Jt 1 75, t* Poppband 2 tn dauerhaftem Leineneinband JC 2 25.
Dieses nützliche Buch enthält weit mehr 216 sein bescheidener Titel andeutet. Die Sn ordnung ist so übersichtlich, daß sich Jedes sofort darin zurrchtfindet, und die AuSwohl so groß, daß Niemand eine wesentliche Speise verm ff-n wird. Dabei bestrebt sich dieses Buch, mit möglichst wenig Aufwand von Geld und Zeit schmackhafte Speisen bereuen zu helfen Der enorme Absatz von 121,000 Exemplaren, welchen bi'8 Buch seit Anfang semes Erscheinens hauptsächlich in Mittel- und Süddeutschland gefunden hat, ist «in glänzendes Zeuqniß für seine Güte. ES ist so recht ein Hausbuch wie es sein soll, und können wir dasselbe mit gutem Gewissen empfehlen.
□ Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dargrstellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen W- Voß'schen Katarrhpillen, welche den so laftigen Schnupfen in wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen-, Rachen- und Kehlkopffatarrhe binnen kürzester Zeit in die mildeste Form überführen, sind (ä Dose 1 JL}1 in den Apotheken zu Gladenbach, Frohnhausen, Marburg (Emhoru-Apotheke), Frankfurt (Adlerapotheke) und in den übrigen bekannten Apotheken zu haben. Daselbst wird auch eine kleine Broschüre über dieses neue Heilverfahren von Dr. med. äßittlmger unentgeltlich abgegeben. (7223
Handel und Verkehr.
i®?-' den 7. Dezbr.. NachmMags 2 Uhr — Mim (Telegr. CourSbericht Mitgetheitt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gichen.) Credtt- actien315Vs,Staatsb.-Actien 2863/4, Galizier 269V«, Oest. Stlberrente 67V6, 4°/, Ungar. Z°ldr-N-- 78 40/. 1880er Muffen 73"/,'. 2. Drtent^nleiie 59^ 5»/. RumLulf». Rente 895/e, Lombarden 132^. Tendenz Anfangs sehr fest, Schluß matt.
welche am Tage bei Aufgabe erscheinen sollen, bitten wir bis längstens Vormittag-10Uhr ’ an uns gelangen zu laffen. Im Jntereffe der
rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes sind wir zu' dieser wiederholten Bekanntgabe genöchigt.
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