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Freitag den 8. Juli
1881.
Kichener Wyeiger
Aiskize- nab Amtsblatt für ben Kreis Gießen.
OBMmt Schulstraße B. 11
Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montag-.
Preii vierteljährlich 2 Warf 20 Ps. mit vnngerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Warf 50 Pj.
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Amtlicher Hheil. Bekanntmachung.
Wir bringen nochmal- zur allgemeinen Kenntviß, daß, abgesehen von sehr dringenden Fällen und selbstverständlich von Vorladungen, die Richter nur Mittwoch- zu sprechen sind, Anträge bei den Oericht-schreibereien aber gestellt werden können jeden Mittwoch und Samstag Morgen- -wischen 10 und 12 Uhr, an den anderen Wochentagen Nachmittag- -wischen 3 und 5 Uhr.
Gießen, den 1. Juli 1881. Großherzogliche- Amtsgericht Gießen.
Langsdorfs.
Zustande in Algier.
Wo eS am meisten brennt, ist heute schwer zu sagen, aber es brennt überall, In Südalgter, an der marokkantsch'N, an der tripolitantschen Grenze und an den tunesischen Gestaden, die bisher noch nicht von der französischen Belegung betroffen wurden. Sfax ist in Hellem Aufruhr, die europäische Lolonte, die sich früher, als Tunis noch unter Oberhoheit der Türkei stand, niemals bedroht sah, hat ans europäische Kriegsschiffe flüchten muffen, der französische Viceconsul ist schwer mißhandelt worden, die arabischen Stämme steigen au- dem Lüden nach den Küstengestaden nieder und bereits sieht sich Frankreich gezwungen, auch nach dieser Gegend hin eine neue Expeottion zu unternehmen. An der marokkanisch n Grenze beschäftigt sich der aus früheren Kämpfen gesürchrete St Sliman mit der Aufwiegelung der Stämme und im Süden von Sacha gewinnt Bov'Amena, der sich zu eurem neuen Einfall vorbereitet, r.eue Anhänger im mächtigen Stamm der Uded Sidi Sheiks, der Amtjanen und anderer. Auch nach der Provinz Constantine erstreckt sich jetzt, offiziösen Meldungen zufolge, die „Oährung" und was es bedeuten will, wenn die Officiösen eine „Gährmig" zugestehen, das haben wir an der Provinz Oran genugsam gesehen. Feinde ringsum, heißt es heute, und der Ruf nach beträchtlichen Truppenfendungen erscheint nur zu gerechtfertigt. Zunächst ist der siegreiche Bou-Amena der gefährlichste Gegner, und deshalb richtet sich auch die ganze Empörung der Colo tsten gegen den Oberst Mallaret, der ihn in so unfaßbarer Weise hat entschlüpfen laffen. Mallaret ist von seinem Corn» mando abberusen worden und wird vielleicht vor einem Kriegsgericht sich für seine Thaten oder vielmehr Unterlassungen zu verantworten haben; wenn ihn aber auch eine harte Strafe treffen sollte, die Folgen seiner Handlungsweise und der höchst ungünstige, ja verderbliche Ei, druck, den sie nicht rur aus die Colonisten, sondern auch auf die Eingeborenen gemacht hat, wird damit nicht au-gelöscht werden können. Der algerische Petit Colon veröffentlicht den Brief eines französischen Osficiers, welcher der Solenne Mallaret angehört und in dem Beschuldigungen erhoben werden, wie sie schlimmer nicht gedacht werden können. Der Brief ist zu lang, um ihn hier wörtlich wieder zu geben, wir bemerken daher nur, daß er durchaus das Gepräge der Wahrheit irägt, ui b laffen seinen Hauptinhalt folgen. Der Osficier beschreibt, wie Bou-Amena am 15. Juni an der Colonne Mallaret vorbeimatschirt ist. 14. Juni waren von allen Seiten Nachrichten üb»r die Stellung deS Feindes eingegangen. Am 15. Juni zog er darauf bei unL vorbei und führte über 5000 Stück Vieh, unzählige geraubte Gegenstände und die Gefangenen in einer 6km langen Colonne mit sich. In einer Entfernung von 3 bi- 4km sahen wir diese lange Colonne bei unS vorüberziehen; sie war uns so nahe, daß ich z. B. deutlich erkennen konnte, wie man ein Karneel, dessen Belastung sich verschoben hatte, umsattelte. Zwei Mäi ner waren mit dieser Arbeit beschäftigt, von denen der eine einen weißen, der andere einen schwarzen Burnus trug. WaS that der Oberst Mallaret- Nichts. Alle Welt war außer sich, die Officiere, der arabische Aghar, die Führer der Gums flehten um die Erlaubniß zum Angriff, deffen Erfolg unzweifelhaft war, denn wir hatten 1300 Mann und Bou-Amena nur 800. Aber Mallaret ließ nur 6 Schüsse abfeuern und rührte sich nicht vom Fleck. Warum? Alle Welt sagt auS Furcht (crainte)! Bou-Amena'- Reiter verwüsten- auf ihrem Rückzüge die umliegenden Dörfer; die Soldaten, beseelt von unbeschreiblicher Wuth, wollten trotz der entsetzlichen Hitze und des schlechten Wassers gegen sie marschiren — Nichts geschah. Unsere Gums, unten eigenen Bundesgenossen, verhöhnen uns und sie spucken vor uns auS T DaS ist die Erzählung deS französischen Ossiciers. Aus Monastir vom 2. Juli telezraphirt man: „Auf einem italienischen Dampfer aus Sfox hier angekommene Reisende erzählen Folgendes: Am letzten Montag überfielen die Araber deS flachen Landes, die sich denen der Stadt angeschloffen, die europäischen Viertel. Die europäische Bevölkerung suchte sofort die Schiffe zu gewinnen. Während der Flucht und im Augenblick der Einschiffung wurde dem ftanzösischen Consul der Arm mit einem Grabscheit zerschmettert. Sodal, welcher die Functionen eines schwedischen Consuls versieht, erhielt einen Säbelhieb über den HalS; ein Bruder wurde durch einen Säbelhieb an der Hand und der Neffe des ftanzösischen ConsulS durch einen Dolchstich an der Hüfte verwundet. Ein bei der Tabaks-Regie angestellter Malteser wurde ermordet und sein Leichnam sofort in Stücke zerrissen. Ein anderer Malteser hatte das uämliche Schicksal. Ein Jude wurde erdolcht. Man zählt im Ganzen 3 Todte und ungefähr 20 Verwundete. Die Aufständischen ernannten einen Bey, um die Operationen zu leiten. In Kairuan, Susa, Monastir und Mahdia herrscht vollständige Ruhe.
Z>eut/«Kla»d.
Berlin, 5. Juli. Der BundeSrath wickelt die rückständigen Arbeiten ziemlich rasch ab; die Vertagung soll in der nächsten Woche eintreten. Die Verhandlungen, welche zumeist AussührungS-B<stimmungen zu den vom Reichstage beschlossenen Gesetzen und technische Fragen betreffen, entbehren deS allgemeinen Interesses. Der Vorsitzende deS Bundesraths, Staatssecretär v. Bötticher, tritt seine Urlaubsreise gleich nach der Vertagung an. Im September wird die neue Session bereit- beginnen. Es folgt bann wieder die Neuwahl der Ausschüsse, welcher man diesmal mit besonderen Interesse entgegen sieht indem man sich erinnert, daß bei der letzten Wahl einigermaßen tendenziöse Einflüsse bei Beseitigung solcher Bevollmächtigten sich geltend machten, welche bei frei- händlerischen Richtung zuneigten. Noch immer ist übrigens die Frage deS An- schlufftS der Unterelbe in der Schwebe. Einer osficiöftn Andeutung, wonach die Annahme u..berecht!gt wäre, daß der Zollanschluß Hamburg- die Frage der Untecelbe von der Tagesordnung entfernen möchte, legt man kein besondere- Glicht bei. Die Pläne, welche der Reichskanzler in dieser Hinsicht gefaßt hat, meint man, würden auch trotz des Zollanschlusses von Hamburg aufrecht erhalten bl-iben. Eine Vorlage über die Kosten des Zollanschluffes soll übrigens dem BundeSrath noch zugehen.
Berlin, 7. Juli. Nach einer Meldung des „Berl. Tagebl." geht ein deutsches Kriegsschiff, wahrscheinlich der Aoiso „Falke", auf Veranlassung deS MarineuunisterS Stosch, zur Aufsuchung der „Vandalia" in See.
Hcsterreich.
— Die Universität Prag ist gesperrt, die Vorlesungen sind geschlossen. AlS die czechischen Studenten mit ihren Knotenstöcken an die Thüren klopften, wurden sie ihnen nicht ausge Han. Dahm hat eS also glücklich der Uebermuth und Terrorismus der Wenzelssöhne gebracht. Was mit Knüttelhieben, Gläscrwürsen, Faustschlägen begonnen batte, endete mit Pistolenschüssen und Messerstichen. Insoweit ist die Entwickelung völlig logisch. Sie hat denn aber zuletzt doch den Prager Behörden die Augen geöffnet. Die Pöbelherrschaft nahm einen Umfang an, welcher auch der sehr nachsichtigen Polizei über den Kopf wuchs. Ein buntcS Cerevis oder ein streifiger Bierzipfel an der Uhrkette genügte, um dem harmlosen deutschen Träger eine Meute des czechischen Mobs auf den Hals zu Hetzen. Selbst die verlogenste Verdrehuna der Thalsachen durch die Prager Stadlbehörde hielt zuletzt nicht mehr der offenkundigen Wahrheit gegenüber Stand. Die Gensdarmcrie hat bei dem Studentenmassacre im Kuchelbade nicht ihre Schuldigkeit gethan. Die achtzehn Gentzdarmen nahmen nicht eine einzige Verhaftung vor. Der Bezirkshauptmann Bodanetzky erklärte diese unbegreifliche Thatsache m gar köstlicher Weise: Die (Aensdarmerie habe den Auftrag gehabt, nur dann von ihrer Waffe Gebrauch zu machen, wenn sie selbst angegriffen würde. Nach dieser luftigen Theorie dürfen Dutzende von Deutschen mittelst czechischer Morgensterne vor den Augen der mit aufgepflanziem Bajonette r astehenden Gensdarmen todtgeprügelt werden, ohne daß diese angeblichen Wächter der Sicherheit die Hand rühren, wenn ihnen nur nicht selbst an den Leib gegangen wird. Dann wäre es daS Vernünftigste, man strapaziere diese Sicherheitsengel gar nicht erst aus ihren Bezirkswachen hinaus. Die deutschen Swder.ten haben sich nun zu dem kaiserlichen Statthalter begeben und ihm eine im würdigsten Tone gehaltene Adresse überreicht, worin sie ihm zunächst zu Gemüthe führen, daß die Hetzereien der Czechenblätter, die Zuchtlosigkeit des Pöbels urb die Unthätigkeit der Polizei ihnen den Aufenhalt in der Universitätsstadt auf die Tauer unmöglich machen. Zum Schluß unterbreiteten sie Sr. Excellenz die ^ehrfurchtsvolle" Bitte, „dahin zu wirken, daß der deutschen Studentenschaft in Prag die in einem RechtSstaa e gewährte persönliche Sicherheit m vollem Maße zu Theil werde". Die Scham- und Zornesröthe steigt Einem in'S Gesicht, daß unsere deutschen Brüder eine solche „e rfurchtsvolle" Bitte dem Statthalter Böhmens überreichen müssen! Wer weiß aber, ob diese Bitte den gewünschten Erfolg gehabt hätte, wenn nicht Kronprinz Rudolf, der auf dem Hradschin weilt, jene Excesse nomg gemißb'.lligt und mit dem Abbruch seines Aufenthaltes in Prag gedroht hatte. WaS geschieht nun ? Faßt man etwa die czechischen Rülpel beim Knpse ^ Statuwt man ein Eren.pelV Man schließt die Universität und bestraft formt die un chuldrgni deutschen Studenten, indem man sie zur Abreise aus Praa nöthigt und abhalt, der Wlssenschatt obzuliegen. So gehl's unseren deutschen Brudern im Czechenlande. Die neueste Wiener Resolution ist nur ein unzulängliches Pflaster auf die Wunde.
Wien, 5. Juli. Aufsehen erregt in Wien ein Artikel des „Pesther Lloyd", in welchem man die Ansichten der ungarischen Regierung über die Prager Exceffe zn finden glaubt. In demselben heißt es u. A.: „<Si$er tß, daß durch die fortdauernden inneren Wirren und brutalen Hetzen der mut» gründ, worin dis D-utichihum in O-strrr-ch haftet, schl-chterdiugr aufgtlodett weiden muß und daß unbedingt unsere Beziehungen »um deutschen Rnche , die einigen, aus welche noch einiger Verlaß ist, in's Schwanken gerathen müßen. Das Zweite, welches in Betracht kommt und welches länger zu verschweigen Thorheit wäre, ist di- Tha>sache, daß durch die Umprägung Oesterreichs in einen Staat mit slavischer Phystoanomie srüher oder später, aber g-n, unaus- bleiblich das Reich der Stephanskrone in seinen grundlegenden DerhäUn sten I angetastet werden würde, und daß daher in dem Maße, als die innere Mission


