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Unweit Tipperary wurde am Mittwoch ein Pächter cuigejchossen, weil er seinen Pachtzins bezahlt hatte- Mehrere andere Pächter mußten einkringenden Strol­chen ihre Pachtbücher vorigen, und als diese nicht vre gewünschten Rückstände auswiesen, wurden die Pächter niedergeschossen. Emer Wittwe in Betterkenny wurden HauS und Scheune in Brand gesteckt, weck ihre Töchter einige Leute verklagt hatten, von denen sie mißhandelt worden, da sie sich weigerten, der Lardliga betzutreten. Verstümmelungen ganzer Herden Vieh gehören nicht mehr zur Seltenheit. In der Quens-Grafjchast wurden mchrere G s-llschaften von Fuchsjägern gewal'sam an der Ausübung ihres Jagdrechtes verhindert; die Reiter wurden von den Pferden geriffen und die Hunde erschlagen oder ver- giftet. Ähnliche Berichte füllen täglich die Spalten ter Zeitungen, sodaß es fast überflüssig ist, von diesen an der Tagesordnung befindlichen Verbrechen noch besonders Kenntniß zu nehmen.

Rußland.

Petersburg, lieber das Attentat in Gatschina und die Verschwörung werden von dem Berichterstatter derTribüne" in Uebereir.sttmmung mit anderweitigen Mittheilungen Details gemeldet, denen wir Folgendes entnehmen: Man war schon seit acht Tagen überzeugt, daß in irgend welcher, bisher nicht ergründeten Weise mehrere der tm Zusammenhänge mit den Hingerichteten Kaisermördern verhafteten Verdächtigen, darunter besonders der vor mehreren Monaten vielgenannte Jffajeff, von dem diePerowskaja" s. Z. gesagt, er sei schwerer zu finden, als eine Nadel auf dem Meeresboden, mit anderen Verschworenen verkehrten und daß sehr wahrscheinlich von einem der Verhafteten auch noch immer Anordnungen ausgingen, die nur durch etngeweihte Gefängnißbeamte befördert werden konnten. Man hatte deßhalb schon wiederholt ganz plötzlich Revisionen, mehrmals mitten in der Nacht, vorgenommen und wahrend der in Begleitung eines Wärters angestellten Untersuchung einer Zelle die Tienststube des Beamten selbst durchsucht, wöbet ein Brief in räthselhaften Ausdrücken und thetts in Zahlen gefnnden wurde. In der Zelle waren mehrere Worte in die Wand eingekratzt, die nacheinander als Schlüssel auf die Geheimschrift probirt tourt en und die der Jnsosie jedenfalls zur Sicherung gegen Gedächtn ßschtoäche niedergeschrieben hatte. Erst eine sehr gründliche Forschung förderte dieselben zu Tage, und der Verdacht, daß es Schlüssel seien, wurde dadurch bestärkt, daß zwei der Worte sich in einer andern Zelle gleichfalls fanden. Wirklich gelang es, den Brief zu enträthseln, der von mehreren bevorstehenden Zusammenkünften in Petersburg, Mos­kau, Kiew, Charkow und Cherson sprach; eiligst spielte der Telegraph, und man beobachtete unbemerkt die betreffenden Locale in jenen Städten, wobei es sich wiederum zufällig traf, daß ein geheimer Beobachter am folgenden Morgen bei dem Moskauer Postamte einen jener Be­sucher niebcrerfannte, als derselbe Briefe einlieferte, die nun sofort im Geheimen confiscirt wurden; dieselben waren in gewöhnlicher Schrift verfaßt und enthielten anscheinend geschäftliche Mttthetlungen, in denen aber der (feltene) Name eines jungen Mannes vorkam, der als Adjutant sich in Gatschina befand, obwohl dieser Ort nicht genannt war. Man beobachtete Letzteren und als Briefe für ihn ankamen, wurde er zur Entgegennahme derselben in die Canzlei befohlen. Dadurch scheint er consternirt worden zu sein, denn er zeigte sich nachher wie geistes­abwesend. Am Abend sah man ihn In der Stadt, tote er einen Brief absandte, der an den Czaren selbst gerichtet war und die Warnung enthielt, der Herrscher werde, wenn nickt die äußerste Vorsicht angewendet würde, in zweimal 24 Stunden entweder ein Todter oder ein Gefangener der Verschwörung sein. Am besten sei es für den Czaren, er meide sein eigenes Dach und schlage sein Zelt unter seinen Wachen auf freiem Felde auf. Man behielt den jungen Mann scharf im Auge und suchte den Czaren zu einem Ausfluge zu bestimmen, um in­zwischen das Schloß sehr gründlich zu durchsuchen. Alexander ging aber auf den Vorschlag, deffen Gründe man ihm vorenthielt, nicht ein und so mußten sich die Generäle Kosloff und Plewe mit ausgedehnten Polizeimaßregeln begnügen. Wieder war es das Zusammentreffen von Polizei und Post, das zur Entdeckung einer in Petersburg gerade eben zusammengekommenen Gesellschaft in der Kirtsbhenaja führte und dort erfuhr man, Dank der Vermittelung des Haus- wirths, zuerst den Plan, das Schloß in Gatschina Nachts durch eine Art von Ballon zu zer­stören, wie er bereits beim Militär zu Zwecken der Beobachtung des Feindes angewendet wurde. Ob der Apparat schon fertig war, vermag ich nicht anzugeben, es steht aber jetzt schon fest, daß derselbe nach französischem Muster und nach Angabe eines zweifellos mit der Sache sehr vertranten höheren Officiers gebaut werden sollte In jenem ConsPtraiionSquartier fanden sich mehrere zur Zerstörung eines großen Gebäudes völlig ausreichende Packele mit Spreng- maffe vor und zugleich eine Menge frischgedruckter Proklamationen, die von einem endlich gelungenen Schritte der Verschwörung zur Befferung der entsetzlichen Lage Rußland) handelten. Es hieß z. B. darin, Europa werde fortan den Nihilismus in einen Positivismus verwandelt sehen, mit deffem Wollen jeder unverdorbene Mensch einverstanden sein müffe. Zur selbigen Stunde trafen von Moskau und Charkow Mitthellungen ein, daß man dort 41 und da 34 Verschworene verhaftet habe, die sich mit einer Proclamation beschäftigt hätten, welche auf ein bevorstehendes Attentat hinzudeuten scheine. ____________________________________________________

Deutscher Reichstag.

10. Sitzung vom 5. December.

Am Bundesrathstische: v. Stosch, Scholz und Kommissare.

Präs. v. Leoetzow eröffnet die Sitzung um 2V» Uhr.

Das Haus setzt die zweite Berathung des Etats mit der des Marine-Etats fort

Ohne jegliche Debatte werden tue Ausgaben und Einnahmen, soweit sie nicht der Budget Commission überwiesen sind, in den Etats der Marineoerwaltung und des Reichsschatzamtes bewilligt.

Bei der folgenden Berathung der Ausgaben des Reichs-Eisenbahnamts fragt Ab^ Schrader bei den Regierungsoertretern an, wie es mit der Reichs-Eisenbahn­frage stehe.

Bundescommissar Geh. Rath Körte: Die Arbeiten im Reichs-Eisenbahnamte seien noch nicht so wett gediehen, daß hier schon darüber berichtet werden könnte.

Abg. Büchtemann: Die Antwort der Regierung scheine ihm nicht ausreichend, weil das Publikum nickt wisse, welche Stellung es der Reichs-Eisenbahnoerwaltung gegenüber zu nehmen habe. Entgegen der allgemeinen Strömung handle das Reichs- Eisenbahnamt nur nach den Intentionen des Reichskanzlers, dessen anfänglichem Wunsche entgegen das Reichs-Eisenbahnamt nichts weniger als eine reine verwaltungs- gerichtliche Behörde geworden sei. Auch habe diese Behörde die nothwendige Selbst­ständigkeit verloren. Auf die Differenzialtarife näher eingehend, fragt Redner an, ob die heutige Differenzialpolitik der Regierung noch dieselbe sei, wie diejenige des Jahres 1879, als diese Tarife das Drei- oder Mehrfache des Zolles betragen haben. Jedenfalls sei die Absicht der Regierung, die Landwirthschaft durch die Differenzial­tarife zu begünstigen, vollständig vereitelt worden. Er wäre begierig, zu hören, ob Jemand auf der rechten Seite dies zu widerlegen im Stande wäre

Bundescommissar Geh. Rath Körte kann sich hier nur auf allgemeine Gesichts­punkte beschränken. Durch bestimmte Bundesrathsbeschlüsse sei dem Reichs-Eiscnbahn- amte eine bestimmte Direction in der Tariffrage gegeben. Seiner Zeit sei die Ge­nehmigung von Ausnahme- und Differenzialtarifen der Aufsichtsbehörde vorbehalten worden. Für das Reichs-Eisenbahnamt habe nur die Aufgabe nahe gelegen, fest­zustellen, nach welchen Grundsätzen hierbei die Bundesregierungen verfahren möchten, um in diese Grundsätze möglichste Einheit zu bringen. Die Bedingungen, welche einst der Kanzler für die Einführung von Differenzialtarifen im internationalen Verkehr früher dargelegt habe, habe das Reichs E'senbahnamt kein Bedenken gehabt, einzuhalten. Jeden Vorwurf müsse er deßhalb zurückweisen.

Abg. Perrot: Er habe bei Einführung des Reichs-Eisenbahnamts zu den Wenigen gehört, die es aussprachen, daß diesem Amte kein großes Feld für ferne Thätigkeit geboten werden könnte. Was das Tar-fsystem betreffe, so sei dasselbe nur äußerlich einheitlich, in Wahrheit gebe es noch tausend solcker Tarife, mit den Nach­trägen zehntausend. Es wäre endlich einmal Zeit, dem Publikum diese Tarife zugäng­lich zu machen. Einheitlichkeit in die Tarife werde nur gebracht werden, wenn die Eisenbabnen verstaatlicht würden.

Abg. Bücktemann hat bisher geglaubt daß das Reichs-Eisenbahnamt praktisch cingreifen könnte und müßte. Er habe dem Amte keinen Vorwurf machen, sondern nur betonen wollen, daß der Einfluß des Kanzlers wegen seiner allgemeinen und politischen Gesichtspunkte auf das Reichs-Eisenbahnamt größer als nothwcndig sei. Die Ansicht des Vorredners über die Regulirung der Tarife, die er ähnlich wie die Posttarife ge­stalten wolle, sei gewiß dic der Conservativen und des Reichs-Eisenbabnamts selbst. Es sei nicht möglich, alle Tarife über einen Kamm zu scheeren. Er wünsche aber zu erfahren, ob eine Aenderung der Bundesrathsbeschlüsse durch das Reichs-Eisenbahnamt nicht möglich wäre. Die bisherigen Beschlüsse hätten Deutschland nur geschädigt.

Abg. 0. Mmnignode kann nicht einsehen, daß der Standpunkt der Konseroat'ven zu den Differenzialtarifen ein dankbarer fei. Die Konservativen wünschten, daß außei - deutsches Gttreioe nicht billiger und nicht ebenso billig auf den deutschen Bahnen b - fördert würde, wie das eigene. Vom agrarischen Standpunkte aus seien sie, und das wolle er einmal für alle Male konstatiren, Gegner der Differenzialtarife.

Abg. Kochhann meint, daß die preußische Esienbahnoerwaltung sich in eigener Sache einer höheren Instanz beugen müßte, weil sie einen allzugroßen Einfluß auch auf die süddeutschen Bahnen habe. Diese höhere Instanz solle das Reickseisenbahn- amt sein Die Tarifpolitik solle nicht von einem Centrum geleitet werden, sondern Freiheit darin den einzelnen Eisenbahndirektionen gelassen werden.

Abg. Perrot: Es sei schwer, über Differenzialtarife zu diskutiren, weil man noch nicht einmal eine allgemein anerkannte Definition derselben gesunden habe. Die weitest­gehende sei die, daß jeder Tarif em Differenzialtarif sei. Wolle man den Verkehr Deutschlands-Heben, so müsse der Tarif ein einheitlicher sein.

Abg eonnemann: Er sei Anhän er des Staatsbahnsystems, aber nicht blind gegen die Mißstände, welche augenblicklich in den preußischen Staatsbahnen herrschten. Der Verkehr sei, nachdem die neuen Tarife eingestellt gewesen, auf auße, deutsche Bahnen übergegangen. Es müsse etwas geschehen, damit der deutsche E senbahnabsolunsmus abgeschafft werde, geschehe das nicht, so könne er auch von einem Staatsbahnsystem feinen Vortheil erwarten.

Die Ausgaben und Einnahmen der Reichseisenbahnverwaltung werden hierauf bewilligt, ebenso ohne Diskussion die der Reichsschuld, des Allgemeinen Pensionsfonds, des ReichsinvaUdenfonds und die Einnahmen der Rübenzuckersteuer.

Bei der Berathung über die Einnahmen der Reichsstempelabgaben T't. 3 (Stempelabgabcn für Werthpapiere, Schlußnoten rc. 12,066,000 J4) erklärt Abg. v Wedell-Malchow, daß er in geeigneter Zett seinen Antrag auf prozentuale Börsen­steuer roi.ber einbringen werde.

Abg. R'chter (Hagen) glaubt, daß doch vorher ein Steuererlaß eintreten solle, brächten aber die Konservativen einen Antrag auf eine neue Steuer ein, so würde seine Partei einen solchen auf einen Steuererlaß nicht unterlassen.

Abg. v. Wedell-Malchow: Die Erlasse könnten sich doch erst nachher finden

Abg Sonnemann: Mängel seien in brm Reichsstempelgesetz, aber die Unter­stützung Der Regierung Seitens der Konservativen müßte derselben nur neue Ver legenheiten bringen.

Abg. Rickert wollte bitten, erst abzuwarten, wie das Reichsstempelgesetz finanziell wirke. Sachverständige seien der Meinung, daß falls die konseroatiocn Anträge an­genommen wären, das Gesetz finanziell gar nichts genützt hätte.

Abg. v. Wedell-Malchow: Wären seine Anträge in voriger Session ange­nommen worden, so wären keine Mängel tm Gesetze vorhanden gewesen. (Beifall rechts.)

Abg. Büsing: Nur technische Schwierigkeiten seien es gewesen, welche es bewirkt hätten, daß das Gesetz sich nicht so bewährt habe, wie man vorausgesetzt habe und diese hätte nur die Regierung verschuldet.

Bundeskommtssar Neumann weist zur Entschuldigung der Regierung auf die kurz: Zeit des Bestehens des Gesetzes hin, in der Zweifel immer noch entstehen könnten.

Abg. Richter (Hagen): Der Erlaß solle später kommen, sagt Herr 0. Wedell: damit habe man nur traurige Erfahrungen gemacht. Die bewilligten Steuern, welche an die Einzelstaaten vertheilt würden, ständen deshalb nicht nn Gleichgewicht nvt den indirecten Steuern, weil sie den besitzenden Klassen zu Gute kämen. Man sollte vor­sichtig sein, ehe man der Regierung neue Steuern bewillige.

Abg. von Minnigerode: Also auch auf fortschrittlicher Seite erkenne man das Bestreben an, welches auf konservativer Seite bestehe, die nicht besitzenden Klassen zu entlasten. Eine Börsensteuer, die doch im Volke beliebt sei, sei ein gutes Mittel. Er müsse hervorheben, daß die Vorschläge von Wedells mit Stimmengleichheit abgelehnt seien.

Abg. Perrot weist darauf hin, daß die Börsensteuer in Frankreich 150 Mill, betrügen. Ein täglicher Umsatz von Vs Milliarde in Deutschland an der Börse würde eine große Summe einbringen müssen.

Abg. Lasker bedauert, daß in der Wahlagitation von der konservativen Seite es so dargestellt wäre, als ob die Linke und ein Theil des Centrums für das beweg­liche Vermögen, die Rechte und ein anderer Theil des Centrums für das liegende Ver­mögen eintrete. Er sei erstaunt gewesen über diese Agitation. Das Reichsstemvelgefetz treffe nicht die Börse, sondern die allgemeinen Steuerzahler. Wolle man allein die spekulativen Geschäfte an der Börse treffen, so wäre er zu solchen Gesetzen bereit In der französischen Börsensteuer wären Einkommen- und Quittungssteuer enthalten. Er müsse betonen, daß man nicht das bewegliche gegen das unbeweglich.' in eifersüchtige Politik treiben solle. Die Linke vertrete das bewegliche Vermögen (hört! hört!) und das unbewegliche.

Abg. Richter: Alle Ziffern, die man eonseroatioerseits auch in der Wahl­agitation angeführt hat und aus Frankreich genommen wären, seien unrichtig gewesen.

Abg. Windthorst erklärt, daß er fast gleich viel Mobiliar und Jmmobiliar-Ver- mögen vertrete. Er halte es für richtig, daß das Jmmobiliar-Vermögen entlastet werde. Das Reicksstempelgefetz habe die Börse nicht getroffen und leide gar sehr an den Zweifeln, welche es hervorgerufen habe. Diese müßte die Reichsregierung zu lösen suchen er thäte es auch schon. Er wünscht sehr, daß die Verbandlungen etwas sachlicher geführt würden und nicht Herr Lasker dadurch einen so scharfen Gegensatz Hervorrufe, daß er die Linke als Vertreterin des beweglichen Vermögens hinstelle. (Rufe links: Ist nicht geschehen!")

Abg. Richter (Hagen): Es sei nicht gut, wenn Herr Windthorst ein Wort des Abg. Lasker aus dem Zusammenhang herausreiße, das er in diesem Sinne nicht ge­sagt habe. Ein Untertd)ieb zwischen beweglichem und unbeweglichem Besitz fet vom volkswirthschaftlichen Standpunkte nicht zu ziehen. Nur Diejenigen hätten eine Ab­neigung gegen die Börse, deren eigene Speculationen früher nicht eingetroffen wären. Halte man die Börse für ein Uebel, so müßte man sie vollständig abschaffen. Steuern auf den Verkehr zu legen, halte er für schädlich. Auf Versprechungen lasse er sich nicht ein, er fordere erst Entlastung, dann würde er erst eine neue Steuer bewilligen. Zu einer Reform der birecten Steuer sei er bereit.

Abg. d. Maltzahn-Gülz: lieber die Wahlbewegung herrschten doch im Lande verschiedene Ansich'en. Mit Abg. Rickert richte er an alle Seiten des Hauses, vor Allem aber an Abg. Rickert selbst die Bitte, sachlich zu bebattiren. Von der linken Seite sei diesmal die Provocation erfolgt. (Beifall rechts.)

Hierauf wird die Debatte geschlossen. Es erhebt sich eine persönliche Debatte, in der u. A. der Abg. Lasker dem Abg. Windthorst, welcher ihn gleichermaßen als Ver­treter der Börse hingestellt habe, auf eine Provocation hin, nachweisen würde, daß er von der Börse mehr verstände, als er (Redner) selbst.

Die Einnahmen der Reichsstempelabgaben werden hierauf genehmigt.

Dann vertagte sich das Haus auf Dienstag 1 Uhr (Fortsetzung der zweiten Be­rathung des Etats.

Sckluß nach V46 Uhr.

Telegraphische Depeschen.

Wolff*» tklegr- Correspoudenz« Bureau.

Berlin, 5. December. AuS den Aeußerungen des Kaisers an daS ReichStagsprästdium theilt dieKreuz-Ztg." mit, in der Verfolgung der in der Botschaft gesteckten Ziele liege die Ausgabe aller derjenigen, welche das monar­chische Princip zu stützen gewillt seien.

DieNordd. Allg. Ztgerklärt auf Grund zuverlässiger Mitthei- lung die Meldung der Blätter von Verhandlungen zwischen Hamburger Per­sönlichkeiten und Commissarien des Arbeitsministers über den Ankauf der Berlin-Hamburger Bahn als der thatsächlichen Grundlage entbehrend. .

Der Kaiser befindet sich wohl und gedenkt Abends zur Göhrde abzu­reisen, um der morgen, daselbst stattfindenden Hofjagd beizuwohien. Prinz Heinrich trat deute früb die Reise nach dem Süden an über Hannover und Bielefeld, woselbst er seinen früheren Erzieher Dr. Hintzpeter besuchen will.

Baden-Baden, 5. December. Die Rcconoalescenz deS Großherzogs macht gute Fortfchckite, derselbe empfing am Sonnabend eine aanze Reihe von Besuchen, insbesondere den Besuch der Prinzen Wilhelm und Karl, deS Mark-