in dem Gebäude der Stadtsparkasie statt, daS Gewölbe ist zerstört, daS Theater beschädigt, di- Fensterscheiben der gegenüberliegenden Häuser sind zertrüm- wert. Der Kastellan der Stadtsparkasie wurde schwer verletzt.
PariS, 5. October. Der „Temps" bestätigt, daß das Cabinet be- schlosien, etwa 10 Tage vor dem Zusammentritt der Kammern seine Entlassung zu nehmen, damit zum 28. October das neue Cabinet konstituirt fei.
Stockholm, 5. October. Die gestrige Galavorstellung im Hoftheater verlief äußerst glänzend, den Mitgliedern des Königshauses, insbesondere der Kronprinzessin, wurden stürmische Ooarionen dargebracht. Die Straßen und Plätze waren glänzend iüummtrt und von freudig erregten Menschenmasten angefüllt. Der K-onprtnz und die Kronprinzessin reisen morgen nach Tüll- gacn; der König beatebt sich nächsten Freitag nach Christtanta.
Wien, 5. Oktober.' Der „Polit. Corr." wird aus London vom heutigen Tage gemeldete Die Pforte gab dem englischen Cabinete Erklärungen in Betreff der Entsendung der beiden türkischen Commissäre nach Egypten ab, welche von letzterem als befriedigt angesehen werden. In Londoner gouvernementalen Kreisen hegt man überhaupt die Zuversicht, daß die egyptische Frage auf gütlichem Wege gelöst werde. — Die genannte Korrespondenz meldet ferner: Die Pforte erhielt soeben einen Bericht Derwisch Pascha's, in welchem angezeigt wird, daß die Führer der renitenten Albanesen- stämme von Diakaoa das Gelöbniß der Treue abgelegt haben und daß damit die Ruhe in ganz Alba.ien hergestellt sei. Die Pforte hat den Muschir angewiesen vorläufig auf seinem Posten zu bleiben und seine Truppen auf die einzelnen Garnisonen zu vertheilen.
London, 5. Oktober. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Prätoria von gestern Nachmittag, die Commission des Bolksraad zur Berathung der mit England abgeschlossenen (Sonoentioa habe dem Bolksraad ihren Bericht gestern vorgelegt. Der Bolksraad tage über bei verschlossenen Thinen unb es fei deßhalb über den Inhalt des Berichts und über die Entschließung des Bolksraths dis jetzt durchaus nichts bekannt. Es gelte für wahrscheinlich, daß zwischen der englischen Reg'erung und der Regierung der Boeren ein Austausch von Mittheilungen stattfinde.
— Fast alle Morgenblätter sprechen sich über die Einmischung d:r Pforte in die Angelegenheiten Egyptens mißbilligend aus. Die „Times" sagt, die egyptische Frage sei momentan die orientalische Frage geworden; allein die Nothwendi teil einer sofortigen Lösung derselben oder einer auf alle Fälle entschiedenen Action sei vorläufig geschwunden. Das Einschreiten der Pfoite könnte nur geduldet werden, wenn sie als Mandatar Europas auftrete und auch dann nur in Ermangelung eines besseren Auskunftsm'ttels.
Petersburg, 5. October. Gegenüber einem hiesigen Blatte, welches die Erhebung Scrbiens zum Königreich besprochen und sich mißbilligend darüber geäußert hatte, daß die russische Diplomatie nicht bereits im Jahre 1876 der Erhebung Serbiens zum Königreiche durch Tschernajeff zugestimmt habe, bemerkt daS „Journal de St. P^teisbourg", die Zeit sei bei derartigen Dingen ein sehr beträchtlicher Faktor; wenn das in Rede stehende Eretgntß sich im Jahre 1881 vollziehen dürfe und sich vollziehen könne, ohne auf internationale Schwierigkeiten w stoßen, so sei es doch im Jahre 1876 nicht realistrbar gewesen, da Serbien damals noch als ein Vasallenstaat angesehen wurde.
Washington, 5. October. Der Vertheidiger Guileau's ist hier ein» getroffen und bat erklärt, er werde die Venheidtgung darauf stützen, daß Guiteau das Verbrechen im Zustande geistiger Störung begangen habe; er werde, um Zeugen herbeizuschaffen, einen Aufschub der gerichtlichen Verhandlung beantragen.
Der gegenwärtige Stand der deutschen Dnchdrucker- Invalidenkassen.
Der Vorstand des Unlerstützungsvereins deutscher Buchdrucker hat kürzlich eine allgemeine Statistik über den Stand der deutschen Buchdrucker Jnvalidenkassen am Schlüsse des Jahres 1880 ausgestellt. Aus dieser Stat stik ist ersichtlich daß die weitaus größte Zahl der zu jenem Berein gehörenden Corpsratlonen die Wohlthat der Altersversorgung zu würdigen versteht. lieber 13,100 Buchdruckergehilsen sind in 36 Jnvalidenkassen versichert, welche ein Capital von über 1,000,000 JL aufweisen. Das größte Bermögen Haden natürlich die Buchdrucker Berlins, welche bereits ein Capital von 205,140 «X angesammelt haben; dann folgt die Stuttgarter Centralkasse mit 105,054 v*L, Leipzig mit 100,857 JL u. s. w. An Unterstützungen wurden dis Ende 1880 rund 1 ,/2 Millionen verausgabt, wovon allein auf Berlin der dritte Theil dieser Summe kommt.
Auch in der Zadl der Mitglieder überragt die Hauptstadt mit 2624 s> lbstverständ- lich diejenigen aller übrigen Bezirke. Die Kassen Haden insgesammt 384 Invaliden zu versorgen, das sind etwas weniger als 3 pCt- aller Kassenmitglieder. Obwohl einzelne Kassen, wie z. B- Berlin Fiankiml, Leipzig, Thüringen, Württemberg, einen höheren Procentsatz an Invaliden aafznwei,Vn haben, so ist doch die durchschnittliche Invalidität eine äußerst geringe. Dies günitige Berhältniß erklärt sich daraus, daß die große Mehrzahl aller Mitglieder aus (Segern besteht, diese aber bei Ausübung ihres Berufes nur geringen Fährlichkeiten ausgesetzt sind. Rur für das an den Maschinen beschäftigte Personal ist die Gffahr, einen Unfall zu erleiden, eine bedeutende. Bon diesem Personal pflegen aber nur die Maschinenmeister Kassenmitglieder zu sein.
Der wöchentliche Vertrag oariirt zwischen 10 und 40 H; der letztere Satz wird allerdings nur in München bezahlt Auch die wöchentliche Unterstützung ist außerordentlich verschieden, indem sie zwischen V/z und 12 JL beträgt- Eine Kasse, die Münchener, gewährt — allerdings erst nach 50jähriger Steuerzelt — sogar ein Jn- validengeld bis zu 18 JL wöchentlich. Gegenwärtig macht sich innerhalb der Buchdrucker das Bestreben geltend, d e Unterstützung einheitlicher zu gestalten Namentlich bemüht man sich durchzusetzen, daß die Minimal-Unterstützung in jedem Verein mindestens 7 JL wöchentlich betrage.
Auch die Carenzzeit, d. b. diejenige Zahl von Jahren, während welcher jedes Mitglied zur Kasse beigesteuert haben muß, ehe es an dieselbe Ansprüche erbeben darf, ist sehr verschieden. Einige Kassen verlangen 5, andere 10, die Berliner Kasse sogar 12 Jahre; von den 36 Jnvalidenkassen begnügen sich indessen 21 mit einer Carenzzeit dis zu 5 Jahren.
Das Alter der Kassen reicht zum Theil bis in das vorige Jahrhundert zurück. Als Gründungsjahr der Dresdener Kusse wird 1785, als dasjenige der Schweriner Kasse 1784 angegeben. Die Hamburger Kosse wurde im Jahre 1810, die Altenburger 1819, die Augsburger 1830 gegründet. Keine von den bestehenden Jnvalidenkassen hat ein geringeres Alter als das eines Deceniums. Diese geschichtlichen Zahlen beweisen, daß das Jnvalidenkassenwesen deutscher Buchdrucker gar feste Wurzeln geschlagen hat, wie überhaupt keine andere Arbeitergruppe existirt, deren Hilfskassen gleich entwickelt wären.
Dies beweist auch der Umstand, daß diese Kassen den neuesten Unterstutzungs- zweig zuerst bei sich eingcfühtt Haden — nämlich die Versickerung gegen Arbeitslosigkeit. Nachdem kürzlich das Kgl. sächsische Ministerium des Innern die Etablirunz dieser Versickerungsart im Königreich Sachsen gestattet hat, ist dieselbe — mit Ausnahme von Elsaß-^othringen — nunmehr im ganzen Deutschen Reiche eingeführt.
Ganz besonders anerkennenswerth ist, daß die Buchdrucker so genaue Statistiken über ihr Hilfskassenwesen zu führen pflegen. :Ikur dadurch gibt man sich selbst das Mittel in die Hände, über bedrohliche Erscheinungen stets rechtzeitig unterrichtet zu jein. Namentlich in Zeiten schlechten Geschäfts und großer Arbeitslosigkeit, wo die Tendenz stets vorhanden ist die Hilfskasfen über Gebühr zu belasten, ist genaueste Beobachtung der Kassenbewegring eine Lebensfrage für die Arbeiterversicherungs- Gesellsckasten. „Gefahren, die man herannahen siebt, sind keine Gefahren!" lautet ein sehr richtiges Wort.
Lokales.
Gießen, 6- Oktober. Nachdem bereits gestern Morgen leichter Schneefall cingetreten, hatten wir heute früh gegen 7 Uhr einen regelrechten Schneefall. Der Winter scheint sich bei
uns recht zeitig einstellen zu wollen. Letzteres behaupten auch die Jäger, welche es darauS ersehen, daß das Wild bereits fein Winterkleid besitze.
Gießen, 6. Oktober. (Entsch idungen des Bundesamtes für das Heimathwesen).
Gegen das in Nr. 74 dieses Jahrgangs mstgetherlte Erkenntniß des Provmzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 2K. Februar I. I. m Sachen des OrkS-Armenverbandes Ober- Breidenbach gegen den Land'Aimenveiband Alsfeld wegen Unterstützung des Heinrich Lach' mann und Theodor Wölke wurde von dem Beklagten der Recurs an das Bundesamt ergnffen.
Die zur Rechtfertigung desselben hervorgehobenen Gründe ergeben sich auS der Widerlegung derselben in dem Uitheile des Bundesamtes. Dasselbe erkannte umterm 16. September I. I. dahin:
daß das Erkenntniß deS ProvinzialauSschusseS der Provinz Oberheffen vom 20. Februar 1881 zu bestätigen, dem Beklagten und Berufungskläger auch die m bet Berufungsinstanz entstandenen baaren Auslagen zur Last zu legen sei.
Gründe.
Die gegen das Urtheil erster Instanz von dem Beklagten und BerufungSkläger erhobenen formellen Einwendungen entbehren sammt und sonderS der Begründung. Der Umstand, daß an dem gedachten Urtheil ein Mitglied des ProvinzillauSschusseS Theil genommen hat, welches zugleich Mitglied des, den Beklagten vertretenden KreiSauSschusseS ist, könnte, wie sich von selbst ergiebt, höchstens dem Kläger zur Beschwerde gereicht haben.
Daß der Kretsausschuß, beziehungsweise dessen Vorsitzender, nicht befugt war, dem Vo,stände des Orts-Armenverbandes Ober-Breioenbach die Anstellung einer Klage bei dm zür Entscheidung der Streitsachen unter Armenverbänden berufenen Behörden von AufsichtS- wegen zu untersagen, ergibt sich aus § 36 des Reichsgesetzes über den UnterstützungS- wohnsitz vom 6. Juni 1870.
Daß der m Rede stehende Anspruch von dem Kläger rechtzeitig angemeldet worden sei, ist von dcm Vertreter deS Beklagten in der mündlichen Verhandlung vor dem Provinzialausschuß anerkannt worden.
Auch in der Sache selbst hat daS Bundesamt sich den Ausführungen deS ersten RichterS nur anschließen können. Die Landarmenqualität der vom Kläger vorläufig verpflegten beiden Personen ergibt sich zur Genüge aus den Bescheinigungen der Ortsbehörden, wonach dieselben schon seit 20 beziehungsweise 16 Jahren auS der Heimath abwesend sind und seitdem nie etwas von sich haben hören lasten — in Verbindung mit den Aussagen deS Zeugen Rockel und des Dr. med. Koch — und in Verbindung ferner mit den, bei dem verstorbenen rc. Wölke vorgegesundenen, aücm Anscheine nach gefälschten Attesten Offenbar haben hiernach sowohl der rc. Wölke wie der rc Lach mann ein herumstreichendes Leben geführt und fehlt eS an jedem Anhalt für die Annahme, daß dieselben in letzter Zeit irgendwo einen dauernden Aufenthalt gehabt haben möchten.
Zur Herabsetzung der von dem Kläger ljquidirten Beträge lag kein Anlaß vor. Beklagter hat nicht angedeutet, in welcher Weise es dem Kläger, nach Lage der Derhältniste, möglich gewesen sein sollte, die beiden, jedenfalls von einer schweren und anscheinend ansteckenden Krankheit befallenen Personen billiger als geschehen unterzubringen. Es gilt dieS namentlich auch von den in jetziger Instanz speziell bemängelten Posilionen für Aufbewahrung detz Leichnams, für ein unbrauchbar gewordenes Belt :c. rc. Daß der Pflegesatz von 2 täglich, eben so wie die eben gedachten jetzt bemängelten Positionen, seiner Zeit von dem Vorsitzenden des KreisauSschusteS in der Eigenschaft, als Aufsichtsbehörde selbst approbirt und zur Auszahlung an den rc. Rockel (den bestellten Pfleg.r des Lachmann und des Wölke) angewiesen worden seien, hebt Kläger mit Recht hervor.
Vermischtes.
Darmstadt. Obgleich die Ziehung unserer Pferdeloose erst am 13. d. MtS. stattfindet, sind solche destenungeachtet, wie man uns mittheilt, auS erster Hand begeben und werden wohl auch jetzt wieder mit Agio bezahlt werden. Herrn Strauß, welcher den Vertrieb dieser Loose bereits schon viele Mal übernommen, ist es gelungen, diese Loose beliebt zu machen, was übrigens insofern nicht schwierig, da diese Pferdeloose nur zwei Mark per Stück kosten, die ganze Emmission sich auf 20,000 Stück beschränkt und hierfür 26,000 JL Gewinne gegeben werden. Ein prachtvoller Zweispänner mit schönen Pferdcn im Werthe von 5000 je bietet Dieses Mal wieder einen bti Haupttreffer. Ein Bäckerjunge war bei voriger Ziehung der glückliche Gewinner.
Berlin. Eine grauenhafte Blutthat. bie um so entsetzlicher ist, alS sie noch ein bisher nicht ganz gelüftetes Geheimniß umhüllt, beschäftigt seit Freitag früh bie B'höiden beS denach. barten Lichtenberg. Im Nordosten der Stadt liegen, entfernt von anderen Wohngebäuden, einige tausend Schritte vom Wetchbilde Berlins, mitten in einer Sandwüste die Buggen- hagen'schen Hauser. In eines dieser dichtbewohnlen Häuser war vor acht Tagen der Kälber- Schlächter Gustav Hoffmann aus Weißensee gezogen. Er bewohnte mit seiner Frau und einem von ihnen angenommenen vierjährigen Knaben und dem Dienstmädchen eine aus drei Zimmern bestehende Wohnung im ersten Stockwerke. Die VermögenSverhältniffe Hoffmann'S, der mit feiner Fiau die Märkte Berlins als EngroS Schlächter bezog, sind günsti,e. Weniger günstig gestaltete sich sein Familicnleben Seine jetzige Frau, Bertha, eine stattliche Erscheinung, war von ihm vor sechs Jahren geheirathct worden, nachdem seine erste Ehe gerichtlich geschieden war. Auch in der zweiten kam v8 in Folge der Eifersucht Hoffmann'S, welche sich, wie behauptet wird, mit Unrecht gegen einen bestimmten Mann richtete, zu heftigen Scenen und zu so brutalen Mißhandlungen der Frau, daß dieselbe schon zu verschiedenen Malen zu Verwandten floh, um sich zu retten. Jndrß gelang es Hoffmann stets, sie wieder zur Rückkehr zu bewegen. Die Mißhandlungen nahmen jedoch kein Ende. Am Donnerstag Nachmittag verließ nun Hoff: mann mit seinen Gesellen das Haus und kehrte erst AbendS gegen 11 Uhr etwas angetrunken nach Hause zurück. Mit Zittern und Zagen sahen seine Frau und daS mit den Verhältniffen dcs Hauses sehr vertraute Dienstmädchen seiner Heimkunft entgegen. Und so stellten sie sich beim Erscheinen des Mannes schlafend Hoffmann indeffen fing trotzdem mit seinen üblichen Vorwürfen an. Immer lauter wu-de das Schelten des ManneS, bis er zu Thätlichkeiten überging. Das gellende Hilfegeschrei weckte die Nachbarn. Alles im Hause sprang auS den Betten. Aber Niemand wagte es, dem Wüthenden zu nahen. Dann wurde in der Wohnung dos laute Schreien und W<incn der Frau leiser und leiser und verstummte endlich. Da, nach zebn Minuten — es mochte gegen 12 Ubr vorbei fein — erschien Hoffmann selbst unten im Hause und Tief seinen Gesellen zu, feine Frau habe sich aus dem Fenster gestürzt und liege unten auf der Straße. Gemeinsam hoben sie die Frau auf und trugen sie in ihre Wohnung. Eine Blutlache bezeichnete die Stelle, an welcher sie gelegen. Dann spannte Hoffmann fein Pferd vor den Wagen und machte der Behörde die Anz'ige von dem Selbstmorde seiner Frau. . . . Die Behörde aber hält sich auf Grund der bisher gemachten Ermittelungen zu der Prüfung der Frage gezwungen, ob hier nicht ein Mord vorliege. Der e.nzige Zeuge deS Vorfalls ist daß Kind, ein hübscher Knabe von 4 Jahren. DaS Kind allerdings erzählt, „der Papa habe die Mama erst in der Ecke geschlagen und sie dann au8 dem Fenster gesteckt." — Frau Hoffmann, bie vor ihrer Derheirathung Putzmacherin gewesen ist unb jetzt etwa 35 Jahre zählte, war auf ein gewaltsame« Ende vorbereitet. Ohne Furcht begab sie sich nie zur Ruhe. Als sie da« letzte Mal, nachdem sie ihren Mann verlaßen, wieder zurückkehrte, sagte sie: „Jetzt gehe ick nie mebr fort. Ick bleibe in meiner Wirthschaft und wenn er mich todtschlägt." Die öffentliche Meinung in jener Gegend nimmt an, daß bie Frau unter ben grauenhaften Mißhanb ungen Hoffmann'S, bei ein großer, sehr starker Mann ist, gestorben sei, unb baß er, um seine im Jähzorn begangene Thal zu verdecken, die Leiche dann ax8 dem Fenster gestürzt habe. Er selbst sagt, daß er, alS daS Wimmern seiner Frau auch den Knaben zum Weinen gebracht, denselben in das Nebenzimmer getragen habe, und daß die Frau seine Abwesenheit benutzt hätte, sich aus dem Fenster zu stürzen. Die gericktliche Untersuchung, bezw. Obduction, wird voraussichtlich Klarheit darüber zu schaffen im Stande sein, ob der Tod vor dem St«ze oder in Folge des Sturzes eingetreten sei. Der Körper der Frau ist über und über mit Spuren von Mißhandlungen bedeckt. Hoffmann befindet sich selbstverständlich in Haft.
Altona, 30. September. Gestern Abend hat hier eine überaus stürmische social- demokratische Versammlung sich abermals mit dem Tabaksmonopol beschäftigt. Referenten waren Richter WandSbeck und Lütkens Hamburg. ES machten sich zwei vollständig entgegen^ gesetzte Meinungen geltend, dock nahm die Mehrzahl bet Erschienenen gegen baS Monopol Partei. Unter furchtbarem Tumult wurde die Versammlung geschloffen; die Arbeiter-Marseillaise wurde gesungen. Stöcke schwirrten durch die Luft und bald war eine Schlägerei in Scene gesetzt; Raufen, Schlagen und Schreien entstand, so daß die Polizei ziemlich in die Enge getrieben, schließlich von ihrer Waffe Gebrauch machen mußte. Tlscke, Stühle, Gläser unb Fenster würben zertrümmert. AlleS drängte sich zur Rednerbühne, um vor der Allgemeinheit der Schlägerei geschützt zu hin viele Personen sprangen auS den Fenstern. Als schon die Ruhe hergestellt war, sammelten sich bie Ruhestörer noch in St. Pauli, wurden aber hier sehr bald von Schutzmännern auseinander getrieben.
Handel und Dersehr.
Berlin, 5. Oktober. Die ReichSbank bat heute den Diskont für Wechsel auf 51 2 und den Lombardzi.-.sfuß auf 6!/t pCt. erhöht.
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