Ausgabe 
7.8.1881
 
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srr. 181» Erste« Blatt. Sonntag den 7. August 1881.

Kießener WtzeiM

Ämigr- nnb Jlmtsbktt für Ära Kreis Gieße».

Vurcait i 8"ulftrafic B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Matt 20 Pf. mit vrmgeriohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Matt 50 Pf.

Amtlicher H h e i l.

Gießen, am 3. August 1881.

Betreffend: Statistische Ermittlungtt der Personen, welche der Armenpflege auheimgefallen find.

Das Großherzogliche Kreisanü Gießen an die Großberjoglicden Bürgermeistereien des Kreises.

Nachdem höheren Ort- angeordnet worden ist, daß behufS Gewinnung von statistischem Material in rubricirtem Betreffe statistische Erhebungen über die Zahl der dauernd und vorübergehend aus öffentlichen Armenmitteln unterstützten Personen stattfinden und wobei die hauptsächlich in Frage kommenden Gründe der Verarmung : Tödtung oder Verletzung deS Ernährers durch Unfall, Arbeitsunfähigkeit (Invalidität) deS Ernährer-, endlich geistige oder körperliche Gebrechen besonders hervorgehoben werden sollen, lasten wir Ihnen in den nächsten Tagen die hierzu erforderlichen Formularien k. H. zugehen, um noch Anleitung derselben die Einträge zu vollziehen.

Wir bemerken hierzu noch, daß die Nachweisungen für daS Jahr 1880 auSzusüllen find, wobei die Gemeinderechnungen für dieses Iahr^einen Anhaltspunkt geben können. In der ersten Spalte ist der Name der Gemeinde, auf welche sich der Inhalt der Nachweisung bezieht, unter Beifügung der Einwohnerzahl nach der Zählung vom 1. December 1880 anzugeben. D't auf Staats- oder Ureiskosten verpflegten Geistetkranken, Blinden, Tauben, Verkrüppelten, sowie ferner die auf Kosten der Krei-kaffen verpflegten Landarmen fu b nicht mttzuzählen.

Die Rachweisungen sind längsten- bi- zum 13. September d. I. an uns etnzusenden.

Dr. Boekmann.____________

Bekannt m ach n n g.

Gefunden: 1 Farbzeichen, 1 Cigarrenspitzen-Etui, 2 Portemonnaie'-, 1 Sporen, 1 Taschenmesser, mehrere Schlüstel, 1 eichener Zuber.

Jugeflogen: 1 Kanarienvoael.

Gießen, den 6. August 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

Fresenius.

Verlin> 4. August. DerRetchs-Anz." schreibt:Die Eröffnung der im künftigen Jahre m BuenoS-Lyre- zu veranstaltenden Jndustrie-Ausstellung ist nach timt neuerin amtlichen Nachricht nunmehr auf den 15. Februar 1882 festgesetzt worden. Anmeldungen für die damit verbundene Schaustellung euro­päischer ur.d nordamerikanischer Maschinen find unverzüglich an die Eonsuln der argentinischen Republik oder die außerdem bestellten Agenten zu richten, welche eruächttgt find, dieselben bi- zum 15. December d. Js. in Empfang zu nehmen.-

Zur Unfallstatistik hat der Director des preußischen Statistischen Bureau-, Geh. Regierungsralh Dr. Engel, «inen bedeutsamen Beitrag gelie­fert. Dnselbe ist tn dem neuesten, soiben au-gegebenen Hefte des erwähnten Bureau- enthalten und verwerthet nicht allein rin reiche-, schon gewonnenes Matertal tn tabellerarliger goim, sondern enthält auch werthvolle Beiträge zur Beurtheilurg, wie die Unfallstatistik verbeffert werden kann und muß. Der Aussatz führt die U.brrschrist:Tie tödtlichen ur.d nichtlödtlichen Verun­glückungen im preußischen Staate im Jahre 1879 und in früherer Zeit mit besonderer Berücksichtigung de- Unsallmeldewesenk." Erst nachdem der um­fangreiche Aussatz beim he vollendet war, erhielt ter Versaffer Kenntniß von dem Rescript, welches der Minister v. Bötticher an den Wirtschaftlichen Ver- em sür die Rheinlarde erlaffen hat, ur.d von den statistischen Ermittlungen, die nach Angabe diese- Riscripls angeordnet worden find. Wie man im preußischen Stattstischen Bureau von den Maßregeln d«s ReichsamtS keine Kenntniß hatte, scheint man auch im Reichsamt von den Arbettrn des preußi» schen Bureau- nicht unterrichtet geneftn zu sein. Engel spricht sich über diesen Punkt mit Zurückhaltung, aber deuil'ch au-, er sagt: .Die preußische Unsallstatist k scheint bei dem Reichsamt deS Jnrern ebensowenig bekannt zu sein, wie die mannigfachen, dem früheren preuß schen Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten unterbreiteten Anträge deS Versaffer- bezüg­lich der Reform des Unfallmeldewesens und der Unfallstatistik... Wir fürchten, daß man an der Reichsstelle die Schwterigkeüen einer solchen Zäh­lung, von welcher die statistischen Landiscentralstellen nur aus den Zeitungen etwa- erfahren haben urb bet welcher fie unsere- WtffenS auch nicht zur Mit­wirkung an den Arbeiten ausgefordert wurden, ein wenig unterschätzt."

Irtegraphische Depesche».

Wvlff's teltfft.

Gastein, 5. August. Se. Mas. der Kaiser von Oesterreich ist beute Vor­mittag, nachdem er sich aus da- Herzlichste von dem Kaiser Wilhelm verüb' schiedet hatte, unter lebhaften Hochrufen der Bevölkerung und der Kurgäste wieder abgereist. Gestern Abend nahm der Kaiser die bengalische Beleuchtung des Wasserfall- und Illumination Gastein- in Augenschein. Tie Abreise Sr. Maj. des deutschen Kaiser- erfolgt morgen Vormittag über Frankfurt a. Da­nach Koblenz.

Frankfurt, 5. August. Wie verlautet, würde Se. Maj. der Kaiser am Sanntag Abend 91/* Uhr hier eintreffen, im Centralpostzebäude absteigen, am Montag Vormittag die Ausstellung besuchen und Mittag- 12Vs Uhr bte Reise nach Koblenz fortsetzen.

Freiburg, 5. August. Die Leiche bes Erzbi-thums-Verwesers Kübel wurde gestern Abend io großem Zuge bei Fackelfch-in von St. Peter in die Stadt eingebolt. Die Beisetzung tn der Münsterkirche erfolgt am Montag um 9 Uhr Vormittags.

Berlin, 5. August. DerReich-anzeiger" schreibt: Kaum ist der "Name eine- Prälaten, an dessen eventuelle Berufung in ein hohe- K'tchenamt sich neuerdingS verstärkte Hoffnungen aus die Wiederherstellung friedlicher Be­ziehungen zwischen Staat und Kirche geknüpft haben, in die Oeffentlichkeit ge­drungen, so ist auch schon ein Thell der Preffe geschäftig, durch tendenziö- gefärbte und unwahre Nachrichten über die Persönlichkeit und die bisherige Haltung dieses Prälaten die Bemübungrn zur Anbahnung de- kirchlichen Friedrn- zu durchkreuzen. Ein solche-, die Jntereffen de-Staate- wie der Kirche gleich­mäßig gefährdende- Gebähten kann nicht scharf genug vetuttheilt werden. Wir wollm und dürftn von den in diesem Augenblick noch schwebenden Ver­handlungen den Schleier nicht fortziehen und beschränken un- deßhalb sür heute auf den Hirwei- daraus, daß jene, schon durch ihren leidenschaftlichen und gehässigen Ton sich genugsam charatterifirenden Preßerzeugniffe au- durchcu- trüber Quelle geschöpft find und in ihren eigentlichen Zielen nur auf da- Hintertreiben de- rnneren Frieden- gerichtet sein können.

Wien, 5. Juli. Au- Gastein wird noch gemeldet: Kaiser Franz Josif soupirte gistern Abend bei dem deutschen Kaiser. Heute Vormittag halb 11 Uhr stcttete der Kaiser Wilhelm dem Kaiser von Oesterreich einen Besuch ab und verweilte bi- 11 Uhr bet demselben. Inzwischen versammelten sich die Honarativren und der Hofstaat deS Kaisers Wilhelm in Gala-Uniform btt dem vorgesahrenen Wagen, die österreichischen Notabilitäten und die Spitzen der Behörden in demHotel Sttaubinget." Um 11 Uhr erschienen der Kaiser von Oesterreich in österre chischet Uniform und der Kaiser Wilhelm im Eivtlanzuge. Der Kaiser von Oesterreich rerabsckiedete sich tn der herzlichsten Weise von dem Kaiser Wilhelm, d«ffen Suite und den österreichischen Nota- bilitäten und verließ Gastein unter begeisterten Hochrufen de- zahlreich ver- samne'ten Publikum-.

Pari-, 5. August. Rach einer Meldung derAgence Hava-" au- Ragusa wäre unweit Bilek tn der Herzegowina der Postwagen von einer gegen 30 Mann starken Räuberbande angegriffen worden, welche 2 Mann von der Milikäre-korte d«s Postwagen- getödtet und das im Postwagen be­findliche Geld geraubt hätte.

Tour-, 5. August. Bei dem gestern zu Ehren Sambetta's veranstalttten Banktt toastete der Maire auf Grevy und Gambetta. Letzterer erwidette mit einer Ansprache, in welcher er daran erinnerte, daß in den letzten 10 Jahren Frankreich seine Finanzen in gute Derhälwisie gebracht und seine militärische Größe unter der Fahne der Repu­blik wieder bergenellt habe. Die menarchische Partei sei bestegt. Für die Republik sei der Zeitpunkt gekommen, die von ihr seit langer Zeit gemachten Versprechungen zu erfilllen: die sociale Emancipation, die vollständige Freiheit in der Politik und em unausgesetztes Fortschreiten. Gambetta sprach sich lobann in warmen Worten an­erkennend über den Präsidenten Grevy aus, lenkte die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf die gegenwärtigen Zustände und sprach sein Bedauern darüber auS, daß das Liften- skruttnium nicht angenommen worden und es so nicht möglich geworden sei, die Demo­kratie in ausgedehnterer Weise darüber zu Rathe zu ziehen. Der Redner unterzog sodann die verschiedenen, von ibm als nothwendig anerkannten Resormoorschläge einer eingehenden Betrachtung und äußerle sich mißbilligend darüber, daß der ^enat den Laien-Unterricht nicht genehmigt habe. Er sei für das Bestehen von zwei Kammern, wolle aber, daß dieselben von einem Geiste beseelt seien. ,Tas für den Senat gellende Wahlsystem, sowie die Befugnisse des Senats feitn_ ab zu ändern.^ Die ersten von der Nationalveisammlung als unabsetzbar gewählten Senatoren müßten sich einer neuen Wahl, welche von einem Kongreß vorzunehmen sei, unterworfen. Ftrner verlange er die weitere Entwickelung des Unterrichts und die vollständige Asiociationsfreiheit. Die zu stellenden Aufgaben faßte der Redner in folgende Punkte zusammen: 1) theilweise Reform der Verfassung im Hinblick auf den Senat, 2) die Herstellung einer Frankreich richtig repräsentirendeu Majorität, 3) die Wiederherstellung und die Achtung der Prä- rogatrve der admivistrativen Gewalt. Frankreich werde auch alle übrigen ofsenftehenden Fragen lösen. Ta es demokratisch sei, werde sich Memand, wie auch die Entscheidung