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Nr. 81. Mittwoch den 6 April 1881.
Kießener Anzeiger
Amige- uni) Amtsblatt für brn Kreis Gießen.
^tireeti: 8 chulfiroße R. 18. Erscheint täglich mit Luüncchrne brt Montag-. drei- vlerleijLhrlich 1 Mark 20 Pf. mit Brinyrlrbr.
Durch die Post bezogen »^rieljkhriutz 2 jRarf LO Pi.
Amtlicher Hheil.
Bekanntmachung.
Großherzogliches lÄmificrludi des Innern und der Justiz hat dem Vorstand der allgemeinen deutschen Patent - und Musterschutz -Ausstellung zu Frankfurt a. M. die Erlaubuiß ertheilt, Loose i 1 .X ber durch die RöntgUd? Preußische Regierung concesstonirttn, mit der bemerkten Ausstellung vetbuudeven Verloosunq in Hessen zu vertrelben.
Gießen, am 4 April 1881. GroßherzoglickeS Krei-amt Gießen.
__Dr. Boekmann-
Bekanntmachung.
Betre ffend: Den Umtausch der noch im Verkehr befindlichen in Gulbenwährunq au-qefertigten (drosiherzoalick Hessischen H^igen StaatSrenten-Obligationeu gegen dergleichen in der Markwährung auSgefertigte.
Mit Genehmigunq Großberzoglickxv Ministeriums der Finanzen werden sämmtliche noch im Verkehr befindlichen Stücke der s. g. in der Gulden» Währung au-gefertigteu Großherzvglich Hessischen 4%ifltn Staat-reuten- Obligationen d. <L 1. October 1824, 1. Januar 1825, 1. Juli 1867 und 1. Juli 1874 gegen in der Markwäoiunq au-gefertigte Obligationen von setzt an d S zum 1. Oktober l. I. umgetauscht.
Der Umtausch findet bet der Großherzoglichen Haupistaattkaffe in der Weise statt, daß für je 700 fl. oder bad Vielfache hiervon an Nominalbetrag feer umzutauschenben Obligationen 1200 ober baS entsprechend Vielfache in neu zu emittirenben 4v/,igen StaatSrenten-Obligationen abgegeben werden. Wegen deS ZinsenauSgleich- findet, soweit erforderlich. Abrechnung statt.
Die umrutauschendin Obllaatione» nebst zugehörigen noch nicht fällig»n Coupon- und Talors find mit darüber aufzustrllenden Verzeichnissen, zu welchen die Formulare unemgeldlich bei der Haup'staslSkasse bezogen werden können, biS zum eben bezeichneten Termin bet der letzteren Aafie zu präsentiren.
Für die neuen Schuldverschre bungen ist außer der Großherzoglichen HauptstaatSkaffe zu Darmstadt daS Bankhaus M. A* von Heth- Mchlld Je Stöhne zu Frankfurt a. M. E nlösungSstelle der Zi. scoupons u. d rückzahlbar werdenden Obligationen.
A^f Namen von Kirchen, Schulen, milden Stiftungen rc. di gefanebene Obligationen können nur nach Vorlage der nach Verfügung Großherzoglichen Ministerium- de- Innern vom 28. December 1873, zu Rr. M. d. I. 12391, erforderlichen Ermächtigungen umgetauscht werden.
Darmstadt, den 28. März 1881.
Großherzogliche Staat-schulben Commisfion.
Mtchell. I. Möllinger. Best.
Die Steuerpolitik und die Auswanderung.
Dee erste Lesung der Sttuervvnagen im Retchrkage hat gezeigt, daß die Majorität de- deutschen Parlament- sehr wenig oder gar keine ¥u|t hat, den schon bestehenden Steuerlasten noch neue hinzuzufügen. Man wollte die Brau- und Wehrfteuer nicht einmal an eine Commission verweisen, wa- so viel heißt, al- daß man sie ttn Plenum ablehnen wird, denn eS müßten schon ganz außerordentliche Zwischenfälle eintreten, wenn eine große Fraktion da noch anderer Meinung werden sollte, und auch baS Cenuum wird eS trotz der immer näher herbeirückenden Beendigung des CullurkampfeS nicht wagen, durch ganze oder auch nur theilaeise Bewilligung der neuen Steuersorderungea seinen Einfluß bet den Wählern auf'S Spiel zu setzen. Nur die Stempelsteuer fand in ewigen, nicht in allen Punkten sympathische Aufnahme; sie wird aber jeden« falls au- der Commisfio,, an die fie verwiesen ist, tn toial veränderter Gestalt hervorgehen. Die An-fichten für die Reichtregierung sind demnach keine sondert.ch glänzenden. Aber der Reichskanzler hat e- ja erklärt, daß er mit den Steuer» vorlagen, wenn fie verworfen werden sollten, so lange wiederkon.men würde, bl- fie zur Annahme gelangt feier. Wir wollen heute nicht u tersuchen, welche Per pectn e für die Zukunft die- uvö erschließt; abe: wrr wollen darauf hin» weiser, welche Wirkung e- auf die Bevölkerung haben muß, wenn da- Be- streben ^er Regierung, die Steueransprüche immer noch zu vermehren, in solcher Form vor da- Forum beS Reich- gebracht wirb. Eonservatioe Poli» ttker haben die Behauptung aufgestellt, baß Deutschland übervölkert sei und daß eS Deutschland de-halb Nicht- schaden könne, wenn ein Tyeil je ner Be» völkerung nach anderen Ländern abgmge. Dieselben Politiker haben auch die merknürdlge Entdeckung gemacht, daß Ue angebliche Uebervölkerung schuld fei an dem Darmedeiliegen der Geschäfte; e- würde, sagen sie, zu viel producirt und zu wenig consumirt. Diese Herren vergessen, daß mit jedem „überflüssigen" Producenten auch ein Consumern auSwandert und daß somit da- Ber- häitn.ß immer sofoN wieder ausgeglichen wird.
Fast aber könnte eS scheinen, al- ob die Männer, welche die Steuerpolitik der Regierung letten, sich die erwähnten Theorien zu Nutze gemacht hätten, denn es ist Thatsache, daß die unaushörltchen Ankündigungen neuer Steuern und Abgaben eine Menge von Leuten veranlaffen, dem Vaterland den Rücken zu kehren. Sogar diejenigen Schichten der Bevölkerung, die bei aller wirthschaftlichen Mlsöre noch den Bedarf ihre- Lebens zu erschw r.gen vermochten, werben erschreckt und entschließen sich auszuwandern, benn sie fürchten, nicht wehr bestehen zu können, wenn noch neue Abgaben hinzukommen. Ohnehin fühlt Jeber so ziemlich sicher heraus, baß die bi- sitzt zum Vorschein gekommenen Lteuerprojekte nur ber Ansang ober bte Vorboten einer längeren iReÜje von staat-wirthschasttichen Umänderungen find und da man weiß, daß die Regierung vor Allem daraus ausgeht, sich reue Einnahmequellen zu verschaffen, so ist man davon aber nicht erbaut, denn in welcher Form die Regierung auch neue Mittel sich verschaffen will — sie müssen immer belasten, wenn sie geleistet werben sollen, und niemals werben fie entlasten, wie Herr v. Kardvrff unb Genoffen uns glauben machen wollen. Und so kommt es, daß alle biese Projekte ungemein dazu beitragen, einen großen Thcil ber Bevölkerung europamübe zu machen. Die Ankünbigung eines neuen Steuerpro»
jekte- wirkt sördersamer für ble Auswanderung, als die Thätigkeit von hundert ameiikanisLen Agenten. Und in ber That hören wir, baß bie Auswanderung immer noch um sich greift unb auch immer mehr in solche Bevölkerungskreise erbringt, bte noch etwas zu verlieren haben. Die Seestädte sind von einer w chren Völkerwanderung heimgesucht und in Bremen belaufen sich die einzelnen ^Schübe- von Auswanderern, die per Extrazügen nach Bremerhaven befördert werden, gewöhnlich auf 4000 unb mehr Köpfe. Wir wiffeu ja recht wohl, baß e- viele Gründe find, welche bie Bevölkerung so massenhaft forttreiben. Aber bie Zoll- unb Steuerpolitik trägt ihr gut Theil dazu bei unb be-halb bereifen wir nicht, wie man eS für staat-klug erachten kann, gerade in diesem Momert mir so vielen neuen Steuer- unb WirthschaftS-Projekten vorzugehen unb dabei noch ar.iukündigen, daß ein Ende noch so bald nicht abzusehen fei. Man sollte doch auch bedenken, daß ein großer, wenn nicht der größte Theil der Auswanderer mir zu den tüchtigsten E ementen gehört. Wenn von den fri-sischcn Inseln bie besten Kräfte, die sonst Schifffahrt betrieben haben, sich sortz eden, waS glaubt uian auf conservatioer Leite dadurch gewonnen zu haben ? Ober Wenn Tausende au- bem kräftigen Bauernstanb von Schleswig» Holstein Hof und Meierii veräußern unb auswanbein. welcher BottbeU erwächst daraus den Zurückbleibinben?
Alle biefe Umstände sollten in Erwägung gezogei werden, bevor man so leichten He zenö eine völlig ungegründete Theorie accepttrt, wie feie daß Deutschland übervölkert urb baß bie A ^Swaitterung geeignet sei, bietem Hebel» stanb und ber daran- entspringenden wir hichaftlichen Misöre abzuhelfen. Eö wirb die Zeit kommen in dem großen Eoncurrenzkampfe mit dem Westen, wo man den Verlust ber an ben Gegner abgegebenen Kräfte höchst schn.erzlich verspüren wirb, dopp l» schmerz ich. ‘-eil ste dem Geuner zu Gute kommen.
Berlin, 3. Apr^l. Ein auch tu Berlin wohlbekannter Diplomat äußer: sich in einem Pnoa schre ben über bie Petersburger Katastrophe. Wir stnb in der Lage, daraus folgende Stelle mitzutheilen: «Ich hatte ben traurigen Anblick, den iödtlich verwundeten Kaiser, alS man ihn auf dem Schlitten nach dem WinterpalaiS brachte, zu leben; es war eine blutige Masse, sonst war nichts von ihm zu erkennen; bie Großfürsten waren in einer fürchterlichen Aufregung, so baß -einer wußte, waS er that. Der Kaiser sagte nur : Alexander — sonst treuer nicht? mehr, »st auch -icht mehr zur Besinnung gekommen. DaS war fein letztes W rt. In dem Gürtel des jetzigen Thronfolgers fand man nach e mm Spaz ergange einen Drohbrief an seinen Vater, Kaiser Alexander III ; wie erV bi* babin oeko '-men, we ß Niema d zu sagen/
Berlin. 3. April. Vom Abg Schulze-Delitzsch, unterstützt vou ber Fortschritts- partei, ist ein Gesetzentwurf, betr. bte Abänderung des Genofienschaftögesetzes, im Reichstage erngebracht worden. In den Motiven erklärt der Anttagsteller, daß die Eindringung eines Nachtrags zum Genoffenschaitsgesetz durch den Abg. v. Mirbach auch iwm die Pflicht auferlege, mit seinen die Revision dieses Gesetzes beireffeuden Anträgen wieder vor den Reichstag zu treten, von welchem ihn seicher die von der Reichsregierung im Jahre 1878 abgegebene Erklärung zurückgehalten habe, rbaß die bezügliche Revision in einer von ihr zu berufenden Commission zur Verhandlung im Reichstage verwendet werden solle." Es sind u. 2L folgend- Abänderungen in dem Gesetzentwurf enthalten. Nach § 1 sind Versicherungs-Gesellschaften feder Art aus geschloffen. Nach $ 2 bedarf es zur Gründung einer Genossenschaft der Errichtung eines schriftlichen Gefellschastsoertrages und der Bttheiligung von mindestens 10 Personen; eingetragene


