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6.3.1881 Erstes Blatt
 
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Sonntag den 6. März

1S81

Kießener ^Lnreiger

Amkigc- und Amtsblatt für beu Kreis Gießen.

IBurcee: Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Aufnahme des Montag».

Preis vierteljahrlikb r Mart 20 Pf. mit vringerlohn.

Durch die Poft bezogen viertetjährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheil.

Gefundene Gegen ft ände:

1 Scheerchen, 1 Pfandschein, 2 Portemonnaie'- mit Inhalt, 1 Eigarrenspttze mit Etui, 1 Taschentuch, 1 Shawl, 1 Uhrkette von Stahl, 1 alter Filzhut, mehrere Schlüssel.

(Ließen, den 5. März 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

Fresenius.

Aeutschlaud.

Darmstadt, 4. März. Se. Röntgt Hoheit der Großherzog haben Rüergnädigst geruht:

Am 23. Febr. den von dem (Kuratorium de- Gymnasium- Fridericianum in Laubach für die Stelle als Lehrer dieser Anstalt in Vorschlag gebrachten: 1) Dr. Gustiv Mobr, provisorischen Lihrer daselbst, und 2) Albert Schön- l er, Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Düffeldoif, als Lehrer der oben genannten Anstalt zu bestätigen.

Berlin, 2. März. Die Danke-werte, welche Prinz Wilhelm gestern an die versammelten Deputtrten de- Reichstag-, der städtischen Behörden rc. richtete. haben überall einen sebr günstigen Eindruck herrorgerufen. Die Be« scheidenheit, mit welcher der künftige Erbe de- deutschen Saiserthroneö es Öffentlich arterkennt. wie sebr er sich bewußt sei, daß alle Huldigungen gewiffei- maßen die Dunste schon escompriren, welche er in Zukunft dem gemeinsamen Vaterlar.de erst leisten soll, hat um so wohltbuender berührt, al- diese Äner- kennuna mit dem Gelöbr strengster Pflichleisüllui.g verknüpft war.

Minden, 3. März. Mit dem 1. April wird auch hier eine Agentur resp. Distributionsstelle der Straßburger Tabak-manufaklur errichtet. Wenn man bedenkt, daß der Haudel-kammer-Bezirk Minden d.r für Etgarrensabrt« katton bedeutendste in ganz Preußen ist, so muß da- Verfahren der Verwal­tung de- retch-ländtschen Institut- doch etwa- beiremden. Gutem Vernehmen nacd find aber alle bezüglichen Contracte schon abgeichloffen und geben babm, daß der Besitzer der Niederlage eine (Kaution von 20,000 JL stellt, über ewpsai'gene Waarin monatlich abrechnet reip. dieselben bezahlt und bei einem Absatz ron mindesten- 60.000 jährlich 7 pEt. hiervon, bei geringerem Ver­trieb nach Verhältniß weniger al- Provision erhält. Mieth: und dergl. hat er aus eigener Tasche zu zahlen, und da will nns fast scheinen, als sei da­neue Unternehmen, da-, nebenbei gesagt, auf allgemeinen Widerspruch stößt, selbst kaufmännisch für den Distributer nickt besonders vortheilhaft. Zu irgend welcher Bedeutung aber wird da- Geschäft allem Anschein nach schwer- ltch gelangen.

Wiesbaden, 3. März. DtrRhein. Rour.w schreibt: Sm 17. Ja­nuar d. I-. hat da- Reichegericht (erster Strafsenat) eine Entscheidung er­lassen. welche für die Tragweite unsere- ReichSgesetzeS über den Verkehr mit Nahrung-Mitteln x. von der höchsten Bedeutung ist. ES hat nämlich dahin erkannt, daß der Fabrikant verfälschter Nahrungsmittel, welcher seinen unrnit» lelbaren Abnehmern (Händlern) die Beschaffenheit der Waare mittheile, aber wiffe, daß seine Abnehmer unt.r Verschweigung der Verfälschung die Wiaren in den Handel und Wandel bringen und da- kaufende Publikum täuschen, strafbar sei und unter den $ 10 deS N ihrung-mittelgesetze- falle, wonach mit Sesän.iniß und Geldstrafe derjewge bedroht wird, welcher zum Zwecke der Täuschung im Handel und Verkehr Nahrunas- ober Genußmittel vachmacht oder »erfälscht. SS scheint unS die- der Intention jene- Reich-gese-eS voll- ständig zu entsprechen. Es wurde rämlich bei deffen Berathurg in Betracht gezogen, daß die Strafbestimmungen gegen den Betrug um deßwillen nicht ausreichten, weil zum Thatbestande des Betrugs eine Vermögenkbeschädigung des anderen Eontraher ten erfordert werde, welche häufig nicht vorliege oder wenigsten- nicht darzuthun sei, und gerade um deßwillen, um über den eng- begrenzten RreiS der beiden Sontrahenten hinau- einen Schutz zu b eten, wurde die generelle Strafandrohung gegen Jeden verfügt, welcher zum Zwecke der Täuschung im Handel und Verkehr Nahrungsmittel verfälscht. Der Zweck dieses Gesetzes wäre somit offei.bar verfehlt, wenn ein solcher Fabrikant fich damit decken könnte daß seine nächsten Abnehmer nnb HUfer-helfer von der Fälschung Kenntniß hätten. Diese Entscheidung unsere- obersten Gerichtshöfe- wird freilich für alle Fabrikanten von ^-unstweinev.- und ähnlichen Falfifikaten ein harter Schlag sein: DaS tor.fumtrtnbe Publikum wird fich aber dabei um so bester stehen und unserem Gerichte inKlein-Paris- herzlichen Dank wiffe«.

Frankreich.

Paris, 3. März. Die ^Estafette", die in Sensatiors-Nachrichten groß ist, bringt folgende ebenso erbärmliche wie dumme Hetzerei:

Hütet euch vor den Deutschen! Man ist seit einiger Zeit über die Un­waffe Der Deutschen (preußischer Untertanen) verwundert, die fich in S1*' reich, und besonders in Paris und Lyon, aufhalten und zu niedrigerem Lohne arbeiten, wie es in den letzten Jahren vor der Jno^fiou der Fall war. Ein kleines deutsches Blatt, bad selten noch Frankreich kommt giebt folgende Aus- schlüfie:Jeder preußische Unterthan, der rach Paris oder Lyon in Arbeit geht, zeigt in Berlin da- Handels- oder Fabrrkhaus an, welches ihn beschäf­

tigt, und die Höhe M Lohnes, der ihm bezahlt wird, ober endlich, was er durch die Arbeit, die ihn beschäftigt, herau-schlägt." Nach diesen in Berlin erhaltenen Angaben läßt die prcußtsche Regierung jedem preußischen Unterthan eine Beisteuer zahlen, die ihm gestattet, zu ungleich niedrigerem Lohne arbeiten zu können, al- unsere Land-leute. Zugleich klagt die Bevö^kerui.g der Depar­tements des Jura und Ain über die Ueberschwemmung der Deutschen m allen der schweizerischen Grenze benachbarten Orten, die unter dem Vorwande von Industrien aller Art in die Häuser bringen, die Einwohner mit Fragen belä­stigen und fich für Elsäster oder lothringer ausgeben, die aus ihrer Heimatb vertrieben wären.

Wenn von einer Ueberfluthung mit Deutschen wirklich die Rede sein kann, so leibd eS nicht den mindesten Zweifel, daß die Betreffenden Elsäster oder Lothringer sind, welche ihr engeres Vaterland verlaffen haben; was von einem aus Berlin geleisteten Zuschüsse gesagt wird, ist wahrlich zu albern, alS daß eS einer Widerlegung werth wäre. Wir möchten wiffen, au- welcher -aste solche Zuschüffe wohl entnommen werden könnten. Die Bewohner des Reichölandes aber mögen es sich merken, wie das franzöfische Blatt gegen ihre Land-leute auftritt.

England.

London, 3. März. Die Ironie der Weltgeschichte! So wurde un­gefähr die Überschrift zu einem Artikel über die heutige Lage Großbritannien- lauten müffen. England ist da- freieste Land der Welt; wenigsten- gilt es dafür, wenigsten- hat eS zuerst freiheitliche Einrichtungen beseffen. Und dieses Land ist augenblicklich damit beschäftigt, überall Setten zu schmieden: in Indien, in Süd-fiika, selbst im eigenen Hause, in Irland. Seine Heere durchstreifen die ganze Welt, Gehorsam mit den Baffen erzwingend; die Bevölkerungen unterwerfen fich, aber sobald ein Mächtigerer kommt, löst fich das Band und der Slieg beginnt von Neuem. Wo ist das Recht England- ^ Antwort "' In der Ewilisation sagen die Engländer. Die Völker aber wollen von den Segnungen der englischen Eivilisation im Allgemeinen nichts wffsen; und am wenigsten die Boers. FreUich sieht das englische Publikum heute ziemlich klar ein, daß cs fich bei ben Boer- nicht um Eivilisation handelt. Das Ur- theil brr auswärtigen Presse über die Niederlage auf dem Majuba hat ihm die Augen geöffnet. Diese Unheile haben hier -um Theil verdroffen; man war an einen solchen angeblichenMangel an Sympathie" Seitens des Eon- tine.-te- nicht gefaßt. Leider haben diese Uttheile keinen Einfluß auf die eng- lische Militärpoliiik. Die Rüstungen werden mit verstärkter Schärfe betrieben, und was der ^Standard" auf die erste Nachricht der Niederlage aks >;iom jede- Engländer- darstellte, da- gilt heute noch: grieben nur dann, wenn die Rebellen" reuig die Waffen niederlegen. Wie weit die Boer- aber noch von dieser Auffassung der Sachlage entfernt find, beweisen die Worte, welche Jou­bert, der Boer-'General, an den Berichterstatter deSStandard" richtete, diesen Journalisten, der so zu sagen über Nacht ein berühmler Mann gewor­den ist. (Süln. Ztg.)

AtaNeu.

Rom, 1. März. In Portolongone hat fich der Direttor des dorttgen Zuchthauses mit dem daselbst commanbirenben Hauptmann gezankt; die beiden Würdigen haben ihre Untergebenen bewaffnet, der eine seine Beamten, der andere seine Soldaten, und beide haben ihre Flmten gegen einander in Be­wegung gesetzt. Ob wirklich Blut grfloffen, weiß man noch nicht, sowie es auch an näheren Nachrichten über die Ursache des Streite- fehlt. Einzelne verbotene socialiftische Zeitschriften sind in der letzten Zeit in der Art versandt worden, daß man sie in andere Zeitungen einfaltete. Die General-Direction ber Posten bat darauf verordnet, daß verdächtige Zeitungen reoibtrl werden sogen, ob sie richts Derartiges enthalten. Ueber diesen Beschl erhebt die radikale Presse ein großes und wie unS scheint etwaö lächerliches Geschrei, indem sie das Verfahren als Beweis für das Dasein einesschwarzen^ Lab.- retö" anfieht. Wenn es keine anderen Beweise dafür giebt, braucht fich die Regierung au- diesem gewiß wenig zu machen.

Türkei.

Loufiaotiuopel, 3. März. S.n heute erschienenes Jrade ver- Öffentlickt die Ernennung Server Pascha'- und Alizinam Pascha's zu Dele- gtrhn für die Unterhandlungen mit den Botschaftern bezüglich der griechi- scken Frage.