Ausgabe 
6.2.1881
 
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mit guten Zeug- i und Hausarbeit Mörz zu mieten 'M Stahl, lteisoerg 4.

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81t Erstes Blart. Sonntag Icn 6 Februar 1881.

Aießener ^n^ciger

AnBgt- «!lt>KAM für in Kreis Gießen.

-------------------. ---------------------------------- "" Preis vietteljährlich 2 Mark 20 Pf. mlt vnngrrloh^ m<Mdloneburratt: l 6(6uIfltQ6c B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher PH eit.

«ttTflftnb: Mais«nbüchs«ngkldrr. . ®i«fien, am 2. F'b'uar 188t.

Das Großherzogliche Kreisamt Giessen

an die (8?oßherjoqlick)en Bürgermeistereien des KreiseS.

Unt,r Hinwrl« auf urftr AmISblctt Nr. 3 vom tO. Fkbruar 1877 erinnern wir Sie an Einsendung der Waisenbüchsengelder und zwar durch eine Kosten nicht veranlassende Gelegenheit. Dr. Boekmann.-

Gefundene Gegenstände:

1 Portemonnaie mit Inhalt (2 w.rthvollen goldenen Ringen und Geld) - vor ca. 5 Wochen auf dem. Min der neuen Realschule gesunden - 1 weitere« Portemonnaie mit Inhalt, 1 Kindermuff, einige Pfennige, 1 Taschentuch, 1 Maßstab, mehrere Schlüssel.

Gießen, den 4. Februar 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

FreseniuS.

Deutschland.

m. Darmstadt, 4. Febniar. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer beschloß in seiner gestrigen (Sitzung. Beitritt zu dem Beschlüsse der erstm Kammer zu deamragrn, wonach die für die krdöhung der Ltaatsstrahe zwischen Rierftein und ^atftn- heim zum Schutz gegen Ueberschwemmungen drS Rheines erforderlichen (Aeldmtttel bereits in das nächste Staatsbudget eingestellt werden sollen Die zweite Kammer batte bekanntlich nur weitere Ervebungen in dieser Angelegenheit und diesen ent­sprechende Mittheilungen verlangt. Ebenso beschloß der Finanzausschuß, bet dem Plenum der Kammer zu beantragen, drn Marimalgehalt des Direktors der Obrrhesnschen Eisenbahnen, consorm der desfallsigen ReguiungSvorloge und den Beschlüsten erster Sommer, aus 6500 zu fixiren, nachdem die 2. Kammer auf Antrag des Abge­ordneten Ellen derger mit 19 gegen 13 Stimmen diesen Betrag auf 6000 rcdu- cirt hatte. Der (Aesetzgcbung soutzschuß der zweiten Kammer hielt heute in OZememschast mit Vertretern der (Aroßh. Regierung eine Sitzung ab, in roddjer als Hauptgegenstand die Recommun'catiou der ersten Kammcr in Bureff des Gesctzcs- Entwurses wegen der Ausübung und des Schutzes der Fischerei verhandelt wurde. Der dritte Ausschuß ist aus den 7. d. M. ougtrusen. Auf der Tagesordnung seiner Sitzung stehen die Recommunrcation der ersten Kammer bezüglich der Beschwerde hest. Gemeinden und (Nrundbesiher wegen der durcv die Hochfluthen des Rheine» verursachten Eigcnthumsbeschädigungen, sowie die sonstigen bim Ausschuß compenrenden, noch zu erledigenden Gegenstände.

Berlin, 3. Februar. Los Mobil! eines neuen Gewehres halte dieser Tage in einem Kreise hoher Mil'tärpersonen seine Feuerprobe zu bestehen. Dasselbe soll, demFremdenbl." zufolge, ganz außerordentliche Resultate erzielt baden. ES weicht von den verschird'nen bestehenden Systemen wesentlich ab. Sein Innere- besteht aus nur vier The'len und ist luftdicht geschloffen. Seine Patrone braucht keinen Rand zum Zurückziehen, so daß ihre Fabrikation nur halb so viel alS sonst gewöhnlich kostet, also bei einer Massenfabrikation wesentliche Ersparniffe eintreten würden. Zum Laden und Schießen find zwei Tempo- weniger erforderlich, als bei demModell 71." Der Erfinder des- selben ist ein Herr C. Garbe, welcher in treten Kreisen unter den Jndu- striellen durch seine praktischen Erfindungen, die zum großen Therle patentirt find, bekannt ist. Um die Erwerbung der neuen Erfindung bemühen sich zur Zeit ein Ruffe und ein Amerikaner, von denen der letztere bereits über 100,000 JL dafür geboten hak.

Großes Aufsehen erregt ein Schreiben des Grasen Moltke über daS Krieg-recht. Graf Moltke erwartet eine Verbefferung des Krieg-rechtes nur von der ollmäligen Milderung der Sitten, nicht von einem codificirten Kriegs- recht. Er bat wohl Recht, daß solche KriegSgesttze im Kriege selbst vielfach bei Seite gesetzt werden; aber doch dürste es von Tüchtigkeit sein, daß die Heire und ihre Führer wiffen, wa- nach dem gegenwärtigen Stande^unserer Eivilisation für erlaubt und unerlaubt im Kriege gilt. Der berühmte Ltratege drückt seine Ansichten sehr entschieden aus utb äußert sich unter Änderm:Der ewige Friede ist ein Traum und nicht einmal ein schöner Traum. Der Krieg ist ein Element der von Golt eingesetzten Ordnung. Die edelsten Tugenden deS Menschen entwickeln fich in demselben: der Muth und die Entsagung, die treue Pst chterfüllung und der Geist der Aufopferung ; der Soldat girbt sein Leben bin. Ohne den Krieg würde die Welt in Fäulniß gerathen und im Materialismus untergeben." Es liegt sehr nabe, würde aber sehr weit führen, das Für und Wider dieses Gedankens zu erörtern. Mehrere hiesige Blätter bekämpfen die Ansichten Moltke's, wie das auch Geh. Rath Bluntschli. an den er sein Schreiben gerichtet hatte, in seiner Entgegnung nicht Unterlasten hat.

Metz, 3. Februar. (Vereine). Unter der Verwaltung des Oberprä- benten v. Möller wurde im August 1874 das sog. Oeuvre de jeunes ouvriers (eine Art katholischer Gesellenverein) geschloffm. Anlaß dazu hatte dte deutsch, feindliche Haltung der Mitglieder, die fich bei verschiedenen Anläffen äußerle, gegeben. Wie nun derMoniteur de la Moselle" erfährt, hat der Gründer des Institutes, Äbb6 Riffe, dieser Tage auf sein birect Beim Statthalter ein­gereichtes Grsuch die Erlaubniß zur Wiedereröffnung erhalten. Nach diesem Vorgänge macht man sich in einheimischen Kreisen Hoffnung, daß auch der im November 1877 aufgelöste MusikvereinUnion musicale in nickt zu ferner Zeit seine Auferstehung feiern werde. Dieser Verein war s. Z. aufgelöst wor­den, weil der Vorstand bei einem von ihm im Stadttheater gegebenem Con- certe, wobei Jedermann gegen Entr6 Zutritt hatte, einen in Umform erschie­

nenen Osficier mit dem Bemerken auS dem Saale wie-, daß Uniformen nicht geduldet würden.

Straßburg, 3. Februar. (TabakSmanufactur). Angesichts der De- batten im preußlfchen Abgeordnetenhause betriff- der Straßburger Tabaks» manufactuT stillte der Abg. Richter die Behauptung auf, da- Institut habe vor Erhöhung der TabakSsteuer TabakS-Einkäufe auf mehrere Jahre im Voraus gemacht, und körne deshalb zu Schleuderpreisen seine Maaren abgeben. In der That hat bje TabakSmanufactur in bitfer Weise speculirt. Bei ben Mit­teln , die ihr zu Gebote stehen, war eS ihr leicht, so bedeutende Einkäufe zu machen und find die Vorrälhe auch noch sehr große, beispielsweise lagern allein über eine M llion Kilos Schnupftabak in den Räumen der Manufactur.

Kugland.

Loudon, 2. Februar. In Wiltshire und Berkshire find während deS histtzen SchmesturmeS der vorigen Woche nicht weniger denn 30 Menschen erfroren. Die Zahl der Schiffbrüche in voriger Woche belief sich auf 34, von denen 20 auf britische Fahrzeuge fielen. In Folge deS nun rasch ein- getretenen ThauwetttrS trat die stark a^geschwollene Themse während der Fluthreit auS ihren Ufern. Der Schcden in den niedrig gelegenen Uferquar- tteren soll nicht unbeträchtlich sein. Gerüchte über bevorstehende Branv- legungen und Tynamitsprengungen durch die Fenier spuken fortwährend in meh­reren Provinzstädten. Allerorten ist b-.e Polizei auf ihrer Hut. Den Jrlänbern aber ist cs möglicher Weise nur darum zu thun, das ganze Land in stetem Schrecken zu halten. Dor Gewaltthaten warnt nämlich jetzt die Landliga sowohl wie der irische National-Aussckuß, da beide in ihrem wohlverstandenen Interesse jedweden Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht vermieden sehen möchten.

Aegypten.

Kairo, 3. Februar. In Folge der bei einem hiesigen Garberegiment vorgekommenen Meuterei soll, wie verlautet, eine vollständige Reorganisation der egyptischen Armee unter Einführung einer strengeren DiSciplin stattfinden.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'« teleflr. (Terrefp»n>enptBnreott.

Berlin, 4. Febr. Abgeordnetenhaus. Berathung deS Verwendungs- gesetzes. Fürst Btsmarck tritt für das VerwendungSgesetz ein, daS eventuell mit Zuhülfenahrne einer Nachsesston zu Stande kommen müffe; seine Absicht sei, die inländische Landwirthschaft vor den Mißernten deS Auslandes sicher- zustellen. Tie Grundsteuer solle aufhören, der Maßstab für die Zuschläge zu fein, sein Pnncip sei es, einen Ausgleich zwischen dem zu großen Maß birecter unb dem geringen Maß indirecter Steuern herbeizuführen. Nur die Einkorn- mensteuer wollte er belbehalten haben, die übriaen Steuern ben Kreisen unb Sommunen überlassen. Hier sage man, man wisse nicht, was der Reichstag beschließe, man wisse nicht, was der Landtag beschließe. Wir wollten, daß Sie fick durch dieses G-setz selbst binden, ehe wir an ben Reichstag gehen; wenn Sie das Gesetz ablehnen, so find wir dem Reichstage gegenüber in einer unfichern Lage. Wir beweisen ihm aber dadurch doch, daß wir bemüht waren, unsere Schuldigkeit zu thun. Der von mir erstrebte Zustand muß mit dem VerwendungSgesetz beginnen. Folgen Sie uns auf dem vorgeschlagenen Wege. Der Tabak muß einen größeren Ertrag bringen, als bisher. Ich muß größere Mittel haben und Balte den Tabak für das geeignetste Object dazu. Die parlamentarischen Kämpfe werden mich von meinen Principien nicht abbringcn. Ich bin auf dieselben vorbereitet und werde nicht eher zmücktreten, als bis der Ka.ser mich zurücktreten heißt. Ich bin zu diesem Entschluß gekommen, nachdem ich gesehen, wer fich über meinen Rückttitt freuen würde. Begraben Sie das Gesetz nicht in der Commisfio«, sondern sagen Sie offen: Ja oder Nein. Nächste Sitzung und Fortsetzung morgen.

Der englische Botschafter in Konstantinopel, Göschen, wird morgen bi-r erwartet, ebenso Graf Hatzfeld. Beide werden vor ihrer Abreise mit dem