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Üt. 178 Freitag den 5. August 1881.
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für ütn greis Gießen.
tt -ircau x Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ätiinabme bei Montags.
Preis viertelsäbrlich 2 Mart 20 Pf. mit Vrmgrrlohn. Durch bie Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi.
Deutschland.
Darmstadt, 1. August. Seine Künigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 27. Juli den HauptsteueramtS-Eontroleur Ludwig Heinrich Wittich zu Mainz zum Hauptsteueramt-.Rendanten bet dem Hauptsteueramte Darmstadt zu ernennen.
Darmstadt, 1. August. DaS Großherzogltche Regierungsblatt (Beilage Nr. 18) enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Zollbehandlung der wollenen Tuch- und Zeug-, sowie bedruckten Maaren betr.
2. Ueberficht der von Großherzoglichem Ministerium deS Innern und der Justiz für daS Jahr 1881/82 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Eornmunal Bedürfnissen in den Gemeinden deS Kreise- Gießen.
3. Ueberficht der für das Jahr 1881/82 und daS erste Quartal 1881 von Großherzoglichem Ministerium des Innern unb der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Dedürfnisseu in den israelitischen Reli- gionS-Gemeinden des Kreise- Darmstadt.
4. Ueberficht der für daS Rechnungsjahr 1881/82 von Oroßherzoz- ltchem Ministerium deS Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Lommunal-Bedmfnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden deS fcieiM Schotten.
5. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts DenSheim, die Vergütung der Brandschäden zu Lampertheim betreffend.
6. Ordensverleihung.
7. Namensveränderungen.
8. Lharaktererthetlung.
9. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädtgst geruht: am 15. Juli den ordentl. Professor Dr. LacpeyreS für die Zeit vom 1. October 1881 bis dahin 1882 zum Rector der LandeS-Univer- sttät, — den Professor Baurath Sonne auf Vorschlag des Leh, er.Collegiums für die Zelt vom 1. September 1881 bi- zum 31. August 1882 zum Director der technischen Hochschule zu ernennen.
Am 15. Juni wurde der Vtceseidwebrl im 4. Infanterie Regiment (Prinz Karl) Nr. 118 Hermann Müller unter Zurücknahme der Ernennung des Vice- feldwebelS Adam Krug zum AmtSgerichtSvlener btt dem Amtsgerichte Bingen, am 5. Juli wurden der Dicefeldwtbel Wilhelm Mitze auS Eichelsdorf und der Oberlazarethgshülfe Hetnr. Becker auS GrieSheim zu Steueraufsehern ernannt; an dems. Tage wurden dem Schulamt-Aspiranten Georg Wilhelm Marbach auS WeningS eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Vilbel, dem Schulamts- Aspiranten Ernst Karl Frölich auS Usenborn die Lehreistelle an der Gemeindeschule zu Bergheim, am 18 Juli wurde dem SchulamtS-Aspiranten Jacob Kremer auS Lörzweiler eine Lehrerstelle an der Demetndeschule zu Eppertshausen übertragen.
10. Ruhestandsversetzungen. Am 19. Juni wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Leihgestern Johanne- Wesp auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 6. August d. IS. an, in den Ruhestand versetzt.
11. Eoncurrenzeröffnungen. Erledigt und: die erste evang Psarrstelle zu Ober-RoSbach; dotationSmäßiger Gehalt 2872 JL Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wet-kirchen mit einem jäh lichen Gehalt von 900 JC. Die Stelle einer Lehrerin für das höhere Lehrfach an der höheren Mädchenschule zu Offenbach, mit einem Gehalt von 1400 v*, welcher biö zu dem Betrage von 2400 steigen kann. Eine mit einem evang. Lehrer zu besitzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dietzenbach mit einem jährlichen Gehalt von 1000 JL Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrelstelle an der Gemeindeschule zu Gau-AlgeSheim mit einem jährlichen Gehalt von 1200 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschi.le zu Reiskirchen mit einem jährlichen Gehalt von 900 mit der Stelle ist Organipendtenst verbunden.
Darmstadt, 2. August. Das Amtsblatt Großherzoglichen Obercon- ststoriumS Nr. X enthält felgendes Ausschreiben an die evangelischen Geistlichen : «Durch Ausschreiben vom 21. Juni 1842 haben wir Sie auf den Verein zur Unterstützung und Beausfichtigung der aus den Landes- und Pro- vinzial-Strasanstalten Entlassenen im Großherzogthum Hessen und auf die von demselben verfolgten tbcln Zwecke aufmerksam gemacht und die Erwartung ausgesprochen, daß Sie demselben Ihre ganze Aufmerksamkeit und Theilnahme schenken und überhaupt an dem so wohlthätigen urd christlichen Werke der Fürsorge für entlassene Sträflinge selbstthätig mitwirken werden. Wir haben unS in dieser Erwartung nicht getäuscht, indem viele Geistliche sich mit warmem Eifer der entlassenen Sträflinge annehmen und in und mit dem Verein an diesem Werke der inneren Mission gewissenhaft arbeiten. In neuerer Zeit ist jedoch in dem Verein und in Conferenzen der Geistlichen zur Sprache gekom- men, daß die Theilnahme an den Bestrebungen zur Besserung und Hebung der entlassenen Sträflinge Nachlasse; dieS veranlaßt unS zu der dringenden Ermahnung, daß Sie diesen wichtigen Gegenstand sich sehr angelegen sein lassen, dem genannten Verein als Mitglieder beitreten und dem Ersuchen der Vereins- Orgone um Auskunft oder um Mitwirkung mit derjenigen Bereitwilligkeit entsprechen möchten, welche die Wichtigket der Sache verdient. Wir machen ins
besondere darauf aufmerksam, daß e- beabsichtigt ist, dir DereinS-Statuten in der Weise abzuändern, daß an Stelle der BezirkS-Lereins-Eommisflonen selbstständig organlsiite Zwetgvereine treten, die ihre eigenen Vorstände wählen w d auS ihrer Mitte Beistände ernennen, welche die persönliche Thätigkeit an den VereinS-Pfleqlingen üben. Durch diese beabsichtigte Statuten-Aenderung wird eS möglich sein, dem Verein zu größerer Thätigkeit, zu lebendigerer Wirksamkeit zu verhelfen, und insbesondere wird es Ihnen gelingen können, Männer von christlicher Gesinnung zu bestimmen, die Functionen von Beiständen der entlassenen Sträflinge zu übernehmen. Wir glauben, daß es nur dieser Hinweisung bedarf, um Ihnen die Fürsorge sür die entlassenen Sträflinge recht eindringlich zu empfehlen."
Darmstadt, 3. August. Am 30. v. Mts. wurde der Gerichtsvollzieher mir dem Amtssitze zu Herbstein, August Weyland, seine- Dienstes entlassen und der Gerichtsvollzieher mit dem Amtstze zu AlSfeld, Ph. Knie- rim, zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Herbstein ernannt.
Berlin, 2. August. Der „Kreuz-Ztg." wird auS Schleswig-Holstein geschrieben : „WaS die Ernteaussichten tu Schleswig Holstein Lauenburg an belangt , so sind dieselben so schlecht wie noch nie. Kein Futter- und Körner- ertrag; an sehr vielen Stellen erntet der Laidrnann kaum die Einsaat; der Roggen und Hafer ist oft so kurz an Stroh, oaß die Sense eS nicht fassen kann. Sehr viele und wohl die allermeisten schaffen Hornvieh ab, sogar auch Ackerpferde, da sie wegen Futtermangels nicht durch den Ämter zu bringen sind. Wir kennen eine Domäne, welche genöthigt ist, 100 Kühe zu verkaufen; eine andere Domäne hat auf 1400 Morgen nicht mehr als 125 Fuder Korn gegeben. Aus vielen Gütern, auf denen sonst Hafer verkauft ward, wird nicht einmal daS nötbige Futterkorn geerntet und zur Aussaat muß das nöthige Quantum zugekauft werden. Die Kartoffelernte scheint ebenfalls ganz schlecht zu werden, indem unter den Bülten fast nicht- ist und was darunter sich befindet, ist äußerst klein. Wir kennen einen Hof, der im vorigen Jahre auch nur eine sehr mäßige Heuernte hatte; derselbe erntet dieses Jahr wenigstenS 400,000 Pfd. weniger. Die Aussichten für den Winter sind also sür den Landmann sehr traurig."
Berlin, 3. August. DaS „Tageblatt" meldet auS London: Die amerikanischen Behörden verhafteten gestern in Peria Cown den angeblichen Verfertiger der in Liverpool gefundenen Höllenmaschinen. Die Freilassung gegen Bürgschaft wurde abgelehnt. — Die russische Regierung verlangt die Auslieferung Hartmnnn's. Die Untonsregierung soll die AuSlieferunq bewilligen wollen, wenn die Identität Hartmann'S sicher, da auch der Mordversuch in dem Auslieferungsvertrag inbegriffen, einerlei, ob der Versuch gegen den Ezaren oder gegen Privatpersonen gerichtet sei.
Kngtand.
London, 1. August. In den Stahlwerken von Hallside bei Glasgow fanb man gestern ein Paket mit Dynamit zwischen zwei Stahlschienen. Die darin enthaltene Masse von Sprengstoff war groß genug, um daS ganze Werk zu zerstören. — Die Nadel der Kleopatra, die aus dem Victoria-Quai ausgestellt worden ist, soll rechts und links eine Bronce-Sphin; erhalten. Die eine wird soeben auf einer Granitplatte schon ausgestellt.
— In Amerika haben die Verhandlungen im englischen Parlamente über die Entdeckung der Höllenmaschtnen einen tiefen Eindruck gemacht und eS herrscht dort nur eine Ansicht darüber, daß die Vereinigten Staaten nicht zum Tummelp'atz solcher ruckloser Verschwörungen gemacht werden dürfen. Der „New Dork Herald" meint, da Verschiffungen dieser Art gesetzwidrig find und eine hohe Strafe darauf steht, so sollte die Regierung im Stande sein, einem solchen Handel ein Ende zu machen. Die „New-Dork TimeS" sagt: Mögen diese Höllenmaschinen auS dem Ertrage einer Subscription für Massenmord in England hergestellt fein, oder der Anschlag eine- Scheusals, wie daS berüchtigten Andenken- tn Breme, Haven: die englische Regierung darf auf die ernste Mitwirkung der örtlichen wie der Bundesbehörden zur Ermittelung der Verbrecher vertrauensvoll rechnen, Die „New Dork World" fordert den Eon- greß auf, sofort ein Gesetz zu erlassen, das Verbrechen dieser Gattung gebührend bestraft und bemerkt weiter:
Wie unzureichend ein solche- Gesetz auch sein mag, die öffentliche Meinung ist gewillt, mit Verbrechern dieser Art nach Gebühr zu verfahren. D»e Irländer hier zu Lande, die in Woh heit der Befreiung Irland- ergeben und bereit sind, alle gesetzlichen und friedlichen Mittel zur Erreichung diese- Zieles anzuwenden, ja selbst an einen offenen, ehrlichen Krieg biefe6 Zweckes halber denken, sollten einsehen, daß da- System eines Maffen-Meuchelmorde- ihnen und ihrer Sache verhängnißvoll werden wird. Es ist ihr Interesse, wie ihre Pflicht, diesen Gewalt, hätigkeiten ein für alle Mal unb schnell ein Enbe zu setzen. Venn bie Sache Irlands burch solche Mittel gefördert werden soll und bie Befreier Irland- sich als eine schlimmere und rücksichtslosere Bande erweisen, denn bie Nihilisten, dann wird die ciollifirte Welt gezwungen, zu ihrer eigenen Vertheidigung sich geien die Befreier Irlands als die Feinde der Menschheit zu wenden. Glücklicherweise ist daS noch keineswegs der Fall, aber es ist gebieterisch nothwendig, es nickt zu dulden, daß ein Paar Schurken und TollhäuSler die Sache des irischen Volke- mit unauslöschlicher Schmach beflecken.
In ähnlichem Sinne, wie die oben erwähnten Zeitungen, sprechen sich


