Ausgabe 
5.3.1881
 
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England.

London, 1. März. Oberhaus. Uuterstaatssecrrtäc Lord Enfield er­klärte auf eine Anfrage Lord Landsdowne'S, die Regierung wünsche, die eng- > lischen Truppen sowohl aus Ptschin, wie auch aus Kandahar zurückzuztehen, überlaste es aber dem ditcrettonären Ermesten der indischen Regierung, den Zeitpunkt für den Rückzug der Truppen aus Pischin zu bestimmen. Hmficht- I ltch der Besetzung von Quetta sei gegenwärtig keine Aenderung beabstchtigr.

Unterhaus. In Beantwortung einer Anfrage Stanley's erklärt der Staatssecretär deS Kriegs, Childers, General Roberts habe den Oberbefehl gegen Transvaal erhalten, die Regierung habe bereits gestern beschlossen, drei j Regimenter Verstärkungen abgehen zu lasten und sich heute im Einvernehmen j mit General Roberts dahin entschieden, drei weitere Regimenter in Gibraltar ; und Malta bereit zu halten. Wenn General Wood Maulthiere und Kavallerie- * und Arttllertepferde wünsche, würden dieselben sofort abgesendet werden. Bei < dem Treffen vom 27. v. Mts. seien 35 Osficiere und 693 Mann engagirt ; gewesen, davon seien 3 Osficiere und 82 Mann tobt, 9 Osficiere und 122 ! Mann verwundet, 7 Osficiere und 50 Mann gefangen, 1 Osficier und 12 Mann würden vermißt.

AtaNeu.

Akom, 2. März. Großfürst Constantin von Rußland stattete heute dem Papste und dem Cardinal-Staatssecretär einen Besuch ab. Letzterer j empfing auch die Besuche der GroMrsten Sergius und Paul._________

Eelegraphtlche Aepeslhen.

Wolff s telefit. (*»rtefpon»eti^^nreau.

Berlin, 3. Februar. Reichstag. Präsident v. Goßlcr verliest ein Schreiben \ bs kronprinzltchen Paares, in welchem dasselbe für die Glückwünsche des Reichstags \ anläßlich der Vermählung des Prinzen Wilhelm seinen Dank ausdrückt, welchem der-. emft mit Gottes Hilse beschir.den sein werde, in der Erfüllung der Pflichten gegen das i große Vaterland das eigene Glück zu begründen. Das Haus genehmigte sodann m - dritter Losung die Pariser Postpacketconvention, welcher nach einer Miltheilung des i Staatssecretars Stephan auch die amerikanische Union beizutreten gedenke. Bei der } sodann stattsindeaden Fortsetzung der Berathung des Etats werden die Etats der < Reichsdruckerei und der Eisenbahnoerwultung genehmigt Dem Abg. Berger gegenüber rechtfertigte Minister Maybach die Relchselsenbahnpolnik der Rcichsreglerung Beim j Etat des Bankwesens weis! der Reichsbankpräsident von Dechcnd die Einwürfe des ! Abg- Sonnemann in ausführlicher Darlegung urück, als ob die Rcichsbank mehr hohe Div.tdendeu erzielen, als das Verkehrswesen fördern wolle und die Bankiers vor den Privaten und Kaufleuten bevorzuge. Bei der Berathung des Antrages Mendel, die Wahlprüfungs-Commission zur Berichterstattung über die bei den Reichstagswahlen am häufigsten vorkommendcn Fehler und Versehen zu veranlassen, sprach sich Fürst Bismarck aus das Entschiedenste gegen eine Beeinflussung der Wähler durch Beamte und für absolute Freiheit der Wahl aus Eine Aeußerung des Fürsten Bismarck führte zu einer längeren Debatte über die Umstände bei der Wahl Lasker's in Mei­ningen, wobei Fürst Bismark mehrmals das Wort nahm und sich namentlich gegen bie Betheiligung der Beamten an der Wahlagitation aussprach. Solche Amtsüber- schrettungen möge man dem Einzelnen, nicht aber dem Chef der Staatsverwaltung r zur Last legen. Dem Abg. Kayser gegenüber suchte der Abg. Stumm fein Verhalten * gegen das Neunkirchener Tageblatt zu rechtfertigen. Der Antrag Mendel wurde schließ- ? lich angenommen- Fortsetzung morgen.

Berlin, 3. März. Prtnz und Prinzessin Wilhelm empfingen heute Nachmittag im hiestgen Schlöffe das diplomatische Corps und werden heute Abend den Fackelzug der Studirenden entgegennehmen, zu welchem Ende auch der Kaiser und die Kaiserin mit den übrigen Mitgliedern des köntgl. Hauses sich in's Schloß begeben. Spät Abends studet im kaiserlichen Palais eine musikalische Soiree statt, zu welcher die noch hier anwesenden Fürstlichkeiten, die spanische und französische außerordentliche Botschaft, sowie die englische Botschaft Einladungen erhalten haben.

Verhandlungen der Regierung mit dem päpstlichen Stuhle, betr. die Anzeigepflicht der Geistlichen, haben derGermania" zufolge seit dem Abbruch der Wiener Besprechungen im vorigen Jahre bisher nicht stattgefunden; es scheine aber nicht ausgeschloffen, daß gerade die Wahl der CapitelGicare eine Wiederanknüpfung derselben veranlasse.

DerNordd. Allg. Ztg." zufolge würde im Ministerium des In­nern zunächst nur ein Provisorium eintreten. Graf Eulenburg begiebt sich in den nächsten Tagen nach Italien.

Paderborn, 3. März. Gutem Vernehmen nach hat das hiesige Dom­kapitel in diesen Tagen einen Bisthumsoerweser gewählt.

Straßburg, 3. März. Es bestätigt sich, daß in der hiesigen bischöf­lichen Diöcese die kirchlichen Gebete für Se. Majestät den Kaiser und das kaiserliche Haus angeordnet sind. Der von dem Bischof Dr. Raeß zu den diesjährigen Fasten erlassene Hirtenbrief enthält die Mittheilung, daß der Papst den Bischof mittelst besonderer Zuschrift vom 12. Januar er. ^rmäch- tigte, dem bestehenden Gebrauche der katholischen Bisthümer des deutschen Reichs beizutreten und gleich denselben für Se. Majestät den regierenden Kaiser und das kaiserliche Haus kirchlich zu beten.

London, 3. März. Unterhaus. In der heutigen Sitzung erschien der Premier Gladstone zum ersten Male nach seinem Unfall und wurde auf das Enthusiastischste empfangen. Auf eine bezügliche Anfrage erklärte der Staatssekretär des Krieges, Childers, sobald alle Verstärkungen in Natal ein« getroffen sein würden, würden sich dort über 15,000 Mann befinden.

Pesth, 3. März. Unterhaus. Jstoczy richtete eine Interpellation an die Regierung, betr. das Verbot der beabsichtigten Antisemitenverjammlung. Der Ministerpräsident Tisza erwiderte, es sei die Pflicht der Stapthaupt« Mannschaft gewesen, die Versammlung zu verbieten, in welcher man die Reli gionSfreiheit und den Race».haß so zu sagen auf die Straße zerren wollte.

Stuttgart, 3. März. Die Fmanzcommission der Abgeordnetenkammer beantragt, die Regierung zu ersuchen, im Bundcsrath auf die Einführung des Tabaksmonopols hinzuwirken.

Das Treffen beim Apihkop oder Kajuba-Derg *).

Es unterließt beinahe feinem Zweifel mehr, daß in jenem blutigen Treffen, welches sich am Eavnevals-Sonntag in Südafrika abspielte, zwisch-n 5U0 und 600 englisch' Officiere und Soldaten getöhtet ob<r verwundet worden sind, darunter der Gouverneur und Oberbefehlshaber von Natal und Transvaal, eiv P. G. Colley. Dieser hatte sich durch den Aschantikrieg gekannt gemacht und galt als cm fein tüchtiger Ossicier. Dieses Lob muß sich aber nach den Eifahlungcn ocr letzten Monate vorzugs­weise auf feine Energie und Tapferkeit erstreckt baden, d. h. er war was man in Deutschland einen tüchtigen Haudegen ober einen Draufgänger nennen würde. In feinen Ansprach n an die englischen Truppen, ebenso wie in feiner Beurtheilung des Feindes bewies Eolley ein hohes Matz vo-. R-tterlichkeit und Humanität: er paßte meüeicbt nicht in die Stellung, die er bekleidete, jedenfalls aber ist mit ihm ein achtungs- rverther Mensch aus der Welt gegangen. Laut e uer im Unterhaus.' abgegebenen Er- " *) Unlieb verspätet-

klä ung des englischen Kri gsmimfte.s übernimmt der au5 dem Zulukriege durch seine Veitheidigung von .rtambula bekannte und er ft kürzlich wieder in Südafrika enge- troffene Sir Evelyn Wood vorläufig bie Führung der ihres Generals beraubten Truppen. Wood befand sich am Sonntag Abend in Pietermaritzburg und telegraphirte, oaß er sich am Montag nach Newcastle begeben werde.

D>e näheren Umstände des Treffens, welches den Engländern mehr Truppen kostete als eine der größten Schlachten des Krimkriegs und ebensoviel wie der ganze Afghanenkrieg, sind, soweck bisher b fannt, folgende: Die Stellung der Holländer b.i Langs-Nek war 4 englische Meilen (6,4 Km.) lang; ihre rechte Hälfte wurde durch daS Drakens-Gebirg, ihre linke durch den Btfielflutz und die steilen Abstürze an dessen Ufer gebildet. Fünf englische Meilen (8 Km ) von dem häufig erwähnten Lager Eolley's entfernt befand sich jedoch auf der rechten Flanke der Boercn ein Berg, Namens Spitz kop oder Majuba, der bie Stellung der Holländer beherrschte. Bei den mehrfachen Recognoscirungen, bie er in letzter Zeit unternommen, hatte Eolley ausfindig gemacht, daß dieser Umstand den Boeren entgangen war. Darauf baute er feinen Plan. Er verfügte m feinem Lager über diejenigen Tiuppen, bie ihm nach feiner zweimaligen Niederlage (beim Sturm auf Langs-Nek und beim Ingogofluß - übrig geblieben waren, nämlich die Trümmer des 60- Regiments, eines Bataillons des 58 Regiments und der Seebrigade, ferner über das 92 Regiment, welches ihm erst kürzlich durch Evelyn Wood zugeführt worden war. Von dieser Truppenmacht nahm Eolley drei Compagnien des 92. Regiments, zwei Compagnien des 60. Regiments, einen Theil des 58 Regiments und die Seebrigade, insgesammt 647 Mann, darunter 20 Offici.rc mit sich; außerdem begleitete ihn Oberstlieutenant Stewart und Major Fraser. Colley rückte in der Nacht oen Samstag auf den Sonntag aus und befehle den verhängnißvollen Berg ohne W derstand- Was weiter folgte, wirft auf bief-.n ganzen seltsamen Krieg ein durchaus neues Licht: es zeigt die Entschlossenheit der Holländer in den glänzendsten Farben. Blieb Colley im Besitze des Majuba-Berges, so war, sobald einmal die englische Artillerie dort Posten faßte, die ganze Stellung von Langs-Nek unhaltbar. Somit entschlossen sich die Boeren zu dem oerzweisklien Unternehmen eines Angriffes auf jene beherrschende und von 650 Mann regulärer Truppen besetzte Anhöhe. Am Sonn­tag Morgen um 7 Uhr begann der Angriff, zunächst, wie es scheint, ohne Erfolg. Um OVz Uhr sandte der Berichterstatter desStandard", der sich wahrscheinlich unter den Tobten befindet, sein letztes Telegramm (fei es durch Feldtelegraphen, sei es durch beliographische Verbindung^. Es hieß bann, daß die Engländer noch nicht den f.e-- ringften Verlust erlitten hätten und daß soeben ein Gatling-Geschüh aufgestellt werde. Um 11 Uhr Morgens telegraphirte Colley, daß 3 Mann verwundet und (Sommanbeur Romilly tobt seien. Die Boeren feuerten noch, sie brächen jedoch ihr Lager ab und das bedeute wahrscheinlich Rückzug. In diesem letzteren Punkte hat Colley sich geint, denn das Abbrechen des Lagers war blos das Vorspiel eines noch energischeren An­griffs, bei dem Joubert, der Oberbefehlshaber der Boeren, gleichzeitig an die Möglich­keit einer schlappe gedacht haben mag. Weitere Telegrantme sind vom Majuba-Ber^e nicht mehr abaefanbt worden, dagegen bemerkten die im englischen Lager zurückgelaffenen Truppen, daß um 1 Uhr das Feuer stärker wurde. Um IVi Uhr war es den Be­obachtern klar, daß ein plötzlicher Wechsel eingetreten sein müsse. Auf dem Majuba Berge wogte es wild durcheinander, nur konnte man nicht unterscheiden, ob Boeren ober Engländer die Oberhand hatten. Um 2 Ubr 20 Minuten aber war fein Zweifel mehr, daß bie Engländer den Berg verloren hatten und sich wieder unter einem ver­nichtenden Feuer zu retten suchten. Bis dahin hatten die Boeren von unten nach auf­wärts gefeuert, jetzt waren sie selbst im Besitz her beherrschenden Stellung.;e viele Engländer sich gerettet haben, ist nicht bekannt; von der einen Seite wird behauptet, daß kein Geschütz verloren gegangen fei, während die in's Lager und nach Newcastle sich flüchtenden Verwundeten berichteten, daß kaum 100 Mann und auch diese blos mehr oder minder schwer verwundet, entkommen seien. Am Sonntag Nachmittag 4 Uhr 55 Minuten telegraphirte Oberst Bond, der mit kaum mehr als einem Bataillon xm Lager zurückgeblieben war, daß er Mannschaften zum Schlachtfeld entsenden werde, um wo möglich die Verwundeten wegfckaffen und die Todten beerdigen zu kaffen. Dem Renter'schen Bureau wird gemeldet, daß vom 58. Regiment blos 7 Mann übrig geblieben seien, es träfen jedoch noch immer Leute ein, die sich hinter den Felsen vc : steckt gehalten hätten Die Hochländer hätten, als ihnen die Munition ausging, die stürmenden Boeren mit Steinen beworfen und bann mit dem Bajonnet empfangen, seien bonn aber nach «üthenbem Hanbgemenge heruntergeworfen worben. Die Kanonen seien blos deßhalb gerettet, weil man sie vor Beginn bes entscheidenden Angriffs in's Lager zurückgeschafft habe. Oberst Bond bereite sich auf einen Angriff gegen bas Lager vor.

Der moralische Eindruck dieses neuesten Boertnsieges wird wo möglich noch größer sein als der militärische Erfolg. Der überwiegende Bruchtheil der Einwohner von Natal und selbst von der Capcolonie gehorcht der englischen Herrschaft nicht etwa aus Liebe, sondern aus Zwang. Unter den 7000 Bauern, die angeblich bei Langs Nck stehen sollen, befinden sich starke Contingente aus Natal und der Capcolonie. Es ist ein nationaler Befreiungskrieg, der in Südafrika ausgefochten wirb, und btefer Erkennt: niß werben sich immer weitere Kreise erschließen. (K. Z.)

B c t m i f cf) t e

-- [Ueber feuchte Wohnungen.)Unsere Wohnung ist feucht, wir können Hier nicht wohnen bletben". Diese Aeußerung hört man von Mietbern, namentlich im Winter sehr oft Die Häuser resp Wohnungen werden ohne weiteres zufeuchten Nestern" gestempelt ; die von Laienmund gesprochenen und durch Laienmund weiter getragenen Worte bringen nicht feit.n das trockenste Haus in Mrßcredit.

Woher kommt nun wohl in den meisten Fällen dieseFeuchtigkeit"? Ein klein wenig Nachdenken genügt, um bie Ursache zu wissen. E8 ist klar, daß im Wintcr die Wönoe (nament­lich die dünnen) von außen her von Kälte durchdrungen werden. Entwickeln sich nun im Innern Dünste, sei es durch Kochen oder Waschen, oder durch auSgeatbmete Luft im Schlafzimmer, io muffen diese notbwendiger Weise an den Wänden eondensiren (fluffig werden) und bei größerer Kälte im Innern, zu Eis werden. Bei Entwickluns vieler Dünste z. V. beim Kochen oder Waschen werden die Wände oft so dick überzogen, daß man in einen überzuckerten Raum versetzt denken könnte; Laufen nun auch noch die condensirten stc in Form von Wasser an Tbürrn und Möbel herunter, so muß auch hierfür der Hausherr büßen; die Wohnung soll und muh feucht sein.

Läßt man dem Schlafzimmer Tags übrr warme Luft zugehen und hält Wasch- uuv Kochdünste aus Wohn- und Schlafräumen fern, so wird wohl manche als feucht verschrieene Wohnung trocken sein und nur höchstens die Küchenwände während der Kochzeit etwas naß n erden.

Krilchdacker in Giehen.

Sonntag, den 6. Marz Eonrad HaaS, Wallthorstraße. Heinrich Kuhn, cm Kreuz. Daniel Rühl, Marktstraße.

Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen.

Gottesdienst:

Sonntag, den 6. März.

Morgens 9*/, Uhr: Gymnasiallehrer Stamm. (Feier des heil. Abendmahls.) Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Mittwoch, den 9. März, Abends 6 Uhr, in der Stadtkirche: Passionsandacht: Pfarrer Schlosser.

(Lextbüchelchen sind bei Herrn Buchhändler Ferber und an d-r Kirckthüre zu haben. Freiwillige Gaben für die besonderen Kosten dieses Gottesdienstes können^in die bereit­stehenden Büchsen eingelegt werden.)

Pfarrgeschäfte für die Woche vom 6. biS 12. März besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

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Nähere 5 Stationen.

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