Ausgabe 
5.3.1881
 
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Samstag den 5. Marz

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Kießener Anzeiger

Aiychk- uni) ImtsMfltt für den greis GiM.

Vuruu : Schulstraße B. 18.

(dlcheml täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis viertel jährlich 2 Mark 20 Pf mit Bringer I ob-- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart &O P».

Amtlicher H 8 eik. Bekanntmachung.

Betreffend: Den Obstbaumwarterr(5ursuo an der Ackerbauscdule zu Friedberg pro iSttl«

Zur Ausbildung tüchtiger Obstbaumwärter wird im laufenden Jahre wieder ein Obstbaumwärter.Cursus dahier abgehalten weiden. E- umfaßt der Kursus die Zeit vom 21. März biS Ende April mit Unterbrechung während der Osterfeiertoge, sowie im Herbste drei Wochen, beginnend in der zwe ten Hälfte de- Monat- August. Der Unterricht wird von tüchtigen Lehrkräften ertderlt und umfaßt: 1) Geschäfterechnen und kleinere Geschäst-ouf'ätze, wücher t« irch 4 Stunden; 2) Grundzüge der Pflanzeneinährung, wöchentlich 4 Stunden; 3) Obstbaulehre, wöchentlich 4 Stunden ; 4) Obstkar.de, wöchentlich 2 Stunde: ; b) practlsche Uebungen, wöchentlich 20 Stunden. Der Unterr'cht wird durch eine reiche Sammlung der besten Lehrmittel und Instrumente unterstützt. Tie praktischen Uebungen werden nach einem bestimmten Plane in dem zu diesem Zwecke angelegten pcmologischen Garten der Äckerbauschule oorgenornmen, wie auch außerdem mehrere größere Obstbaumschulen dahier zur Berutzuig kommen. Wöchentlich findet eine Excurfion nach benachbarten, größeren Daumanlog n statt. Der Unterricht wird unentgeldlich erthellt. Für Kost und Logt- haben die Schüler selbst zu sorgen. Wollen Schüler in freien Stunden in dem vomologischen Garten thätig sem, so erhalten sie hierfür entsprechende Zahlung. Anmeldungen sind mögt chft bald und längsten- bi- zum 15. März lausenden Iabre- an da- unterzeichnete Euraioriurn oder au den Dirigenten der Ackerbauschule, Herrn Profesior Dr. To bisch dahier, einzureichen. Etwaige An» Meldungen bet den lar.dwirthschastlichen Beürks-Vereinen oder den Großhrrzoglichen Bürgermerstereren bitten wir, un- gefälligst übermitteln zu wollen.

Friedberg, den 26. Februar 1881. Das Euratorium der Ackerbauschule zu Friedberg.

Dr. Braden. Küchler. Schmidt.

Deutjchland.

Berlin, 2. März. Nach derNat^Ztg." wird Varnbüler demnächst im Reichstag einen zahlreich unterstützten Antrag eiubringen, wonach unter Aufhebu g de- Princtp- de- Unterpützungs-Wohnfitzis tu Heimotheberechti- gung wieder zur Grundlage der Beziehungen zur Gemeinde gemacht wird. Der Antrag will Freizügigkeit und G werbefrnheit unangetastet lassen, die Etwebung der Heimathrberechtigung an einen für fjährigen Aufenthalt knüpfen. Die teigen Landarmenverbände sollen zur Uebernadme der Kosten für Irre, Unheilbare und ähnliche Fälle aufrecht erhalten bleiben.

Die Vudgetcommtssion des Reichstages hielt gestern Dorm trag um 10 Ubr ihre erste Sitzung. Die B rathung galt dem Militäretat. Von fort« fchrUtlicher Seite wurde der Wunsch ausgesprochen und eingehend begründet, Ersparnisse dadurch zu ermöglichen, daß man die Einstellung der Rekruten um 4 Wochen länger al- bisher, also im Ganzen um 8 Wochen über den nomi­nellen Beginn der D enpzeit hinaus verzögere. Kriegsmii.ister v. Kameke be­kämpfte diesen Antrag, desien Au-sührung er a'.S untdunlich bezeichnete. Er betonte namentlich, daß d.e zur Au-b.lduug der Rekruten r.öthige Zeit eine weitere Einschräikur g um so weniger vertrage, als der Schlußtermin für die Ausbildung durch die Rücksicht auf die Jahreszeit n.cht verschoben werden könne. Diese letztere Elr.wendung wurde cl£ berechtigt anerkaru t und ebenso hervoraehoben, daß der Krieg-minister nach dem Buchstaben d.s Gesetzes berech­tigt wäre, sogar eine volle dreijährige Dienstzeit zu verlangen. Dagegen wurde ihm nahegelegt, daß <r dem Reichstage Entgegenkommen dadurch zeig en möge, daß er die gewünschte Ersparmß durch eine um 4 Wecken v-rfiühte Snilaffung der ausgebildeten Mannschaften ermögliche. Kriegkmmister t. Kameke sagte eine Eiwägung dieser Forderung zu, woraus die Eommijfion ihre Bei- Handlung bi- nächsten Freitag vertagte. Bis dahin wollte der KriegSmintster seine Entschließungen kund thun.

D.e B.völkcivng de- deutschen R iches betrug am 1. December 1880 45,194,127 Seelen. Das »st gegenüber tem Resultat vom 1. Deceu brr 1875 ein ZuwackS von 2,466,767 Köpfen

Nach amtlicher Bekanntmachung der königlichen Staatsanwaltschast beim Landgericht I Berlin tritt der hinter den Wirklichen Geh. Rath Grasen Harro v. Arnim wegen Verhaftung desielben behufs Verbüßung der aider ihn ertaniiten ueunmonatlichen Gesängnißstrafe unter oem 16. Mai 1876 «rlassene und unter dem 6. Mai 1877 erneuerte Steckbrief für den Zeitraum brs zum 21. August d. J-. außer Kraft.

Prinz Wilhelm hielt an der Seite seiner Gemahlin gestern nach Empfang aller Deputationen folgende Ansprache an die letzteren:

Es gereicht meiner Gemahlin und mir zur ganz besonderen Freude, dem herzlichen Danke für die unzähligen B.weise treuer Theilnahme, welche uns au- Anlaß unserer Vermählung au- allen Theilen unsere- theuren Vaterlandes tu- gegangen find, heute öffentlich Ausdruck geben zu können. Provinzen und Städte haben mit einander geweltrif.rt, uns duick werihrolle äußere Zeichen gu bezeugen, wie innig sich da- gesammte Vaterland mit den Geschicken se ne- Fürstenhauses verbunden fühlt. Der herrliche Empfang, welchen d'.e Haupt­stadt meiner Gemahlin bereitet hat, die treuen Wünsche, welche uns die Der» treter des deutschen Volke-, der Prov nzen und Städte der Monarchie, der Universitäten, wie vieler anderer Körperschaften soeben ausgesprochen haben werden uns unvergeßlich bleiben und sttt- zu den schönsten Ermneru.-gen zählen. Wir find uns wohl bewußt, daß alle diese Huldigungen nicht u. s. sondern unserm Hause gelten, daß wir so viele Zeichen treuer Liebe erst durch eniste Pflichterfüllung zu verdienen haben. Die leuchtenden Tugenden unserer Vorfahren, das edle Vorbild, welches uns die Majestä en und M kronprmz- liche Paar, unsere innigst geliebten Groß'ltern und Eltern, geben, sollen unser Leitstern durch das Leben sein. Dieses Gelöbniß bitten wir eie, die berufenen Vertreter unseres weiteren und engeren Vaterlandes, von unS als schwachen Dank für so viele Zeichen tteuer Liebe nnb Anhänglichkeit entgezenzunehmen

und dem gesammten Vaterlande Kunde zu geben, daß unser ganzes Leben ur Erfüllung unfertr Pflichten gewidmet sein soll.

Berlin, 2. März. In W'stpreußin nimmt die Au-wanderung nach Amerika in diesem Frühjahre einen Umfang an, daß man Verhinderut.-iu mittelst Gen-d'armen zu schaffen sucht. Aus manchen Gütern deS Rosenberger Kreises ble'ben, wie man demGes." berichtet, nur wenige Familien zurück. In einem K rchspiel des Graudenzer Kreise- zählt man 111 Familien, welche auswandern wollen. Um nun das Entlaufen aus dem Dienst und den Eon» tractbruch mögl'chft zu hindern, sollen nach e.ner Verfügung der Bez'.rk-regie- rung zu Mariinwerder GenSd'arn.en auf den Bahnhöfen ßahontrt weiden mit der Weisung, den unter Vorzeigung des Rückkehrmandat- nebst Requisition ehre pol'zeiiiche Hilfe in Anspruch nehmenden Dienstherren rc. diese Hilfe zu gewähren, die betr. Personen am Mitfahren zu verhindern und selbst durch die i ächste Geu eindebebölde die Zurückführung der Ertlausenen in den Dienst zu veranlafien. Die Versügung erkennt zwar an, daß diese- Mittel, die Ab- re se zu reihmdern und die Fortsetzung deö Dienstes zu erzwingen, bei Tage­löhner Familien, die ihr Vieh und Mob'ltar bereit- veräußert haben, auf gewisie Sch» evigkeiten stoßen wird, dennoch wird die Durchführung desielben schon de- warnenden Beispiels halber für zweckmäßig gehalten und dir Land- rätde sollen sich wegen der Organisation und Handhabung dieser Art vo-r BahnhofSpol zei mit einand er in Verbindung setzen.

Der beben zur Fastenzeit 1881 erlassene Hirtenbrief des Bischofs von Würzburg ^bat das Ueberhandnehmen der Meineide in unserer Zeit zum Gegei stardk der Erörterui g. Gerade zu den betrübendsten Eischetnungen der Gegenwart zähle die erschreckende Mehrung der falschen Eide, welche in der Abnahme von Treue und Glauben, in bim Hinschwinden der Furcht Gottes aus einzelnen Menichen und ganzen gam l.en ihre tieferen Wurzeln habe. Zu deS B schoss und aller Gutgesinnten Le dwesen hätten sich die unheimlichen Schatten dieser beklag-nswerihe; Verirrung auch schon durch die sränkischen Gaue gel»gt, und mir Alle fragten ui - erstaunt, wie die- möglich geworden sei in einer Provinz, deren Bevölkerung immer durch Biederkeit, Treue und religiösen Sinn dervorleuchtere und, fügen wir hinzu, von fünf klerikalen Reiche tag-.Abgeordneten vertreten wird. Die offenkundige Tbatsache der Zu- nähme der Meineide lege die Pflicht auf, die Bedeutung und Würde de-Eid es den Gläubigen ernstlich an'S Herz zu legen und vor seinem Mißbrauche zu w mipr.

Potsdam, 2. März. Ihre Kön gl. Höhnten Prinz und Prinzessin Lilhelm traten deute NacdmMag um 3 Ubr der swönUem ILM ter hier ein und verließen unter ü^eid)ÜRTonncr und dem Geläute der Glocken den Bug Aut dem mächtig Oeceritzen Badn^oi wurde bcs prinjlicbe Paar in einem geicvmackvoU, drapwten Zelte »on den siäNiscken Beböidcn eirprangen. Hier waren auch (^brciflungfrauen zur Begrüßung Den'ammclt Zer Obeibürgerme ster Bote richtete eine Ansprache an das hohe Paar. Htaulein v. Jacobs sprach ein Segr-üßungsged.cht, während ein kostbarer Blumenstrauß unb eme Adr»sie überreicht wurden. Unter enthusiastischen Hochrufen der bei dem BLbnloie und auf dem restlich geschmückten Dege zum königlichen Scblofte au lauten; ten angriamm .ten B.völkerung begab sich sodann das hohe Paar m einem ofpänntgen Galawaa«,-. irJdbcm jmei Spmreitei und ein Ltallmetster voranritten, nach der Stadt. An dte So n.' d.s Zuges setzten sich die b nttenen Mitglieder des SchlächtergewerkS. Tie ediünengilbe, zahlreiche Gewerke. Äriegeroere-ne und Turner, w.lche alle m großer Anzahl m' i vielen Fahnen und Emblemen e schienen waren, bildeten Spalier und folgten dem Zuge, nachdem derselbe bet ihnen vorüber war. Ter Zug paffine die Bahnhofstraße, die Lange Liücke, die Humboldrsiraße und trat durch oas Fortuna- Poital in eas Schloß e n. Hier waren zum Empfange sämmiliche Cffijiere der Garnison, io nie 'ämmtliche Näthe der hiesigen Staatsbehörden anwesend- 5tachdem Prinz Dilbelm nebft Gemahlin das Schloß betreten hatte, erfolgte im Lustgarten der Vorbei­marsch b-.r Sckützcrgilde, Gewerke, Eriegeroereme und Turner. Tas prinzlich: Paar sab remUben von dem offenen Eckfenster des Schloff es aus iu, für die jubelnden Zmusi der Vor überziehenden huldvoll dankend. Während des Einzuges ertönte von Km Glocken'piele des ^burmes der G-trn'sonkirche der Brautchor aus Lvhengrin. Um ; U6r wurde auf dem Schloßhofe von 50u Langern eine Serenade dargebracht Um s Ubr I schrcnen d e Schüler des Victoria-Evmnanums im Fackelzuge. Von den Sängern w-e von bm Schülern wurden dem prinil chen Paare Ldress.n überreicht. Um 5 Ubr unö um 9 Uhr fand eine vollständige bengalische Beleuchtung der Havelufer und des dem köni-lichen Scklosie gegenüberliegenden Brauhausberges statt- Die in allen i heilen piücht-g Monne Stadt ist reich iUuminirt.