Ausgabe 
4.11.1881
 
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tUfy,.' Nr. 287. Freitag den 4. November 1881

L Giehencr Anzeiger

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Anikigk- uni AmtsbM fit den Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme be<5 MontagS.

Bureau: Schulstraße B. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit vringerlohi-

Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mir? SO y-

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wählen, deren große Anzahl nicht Überraschen kann wenn man in E w-gu >j,bt daß bet dieser letzten Wahl die Soctaldemokraten und bl Dolksparter, wie auch die Confervattven mit ihren Candidaten auf dem Plan " chienen find In fol-den Bezirken, in welchen fie ter voraussichtlichen Erfolglosigkeit wegen früher sich passiv verhalten haben. Außer diesem Umstand bet der letzten Wahl tn die Augen g.sall.n di- geringe Betheiligung von Setten der Beaslkerung und die Ruhe, welche allerwärts bei der Abwickelung des Wahlgesckäftes geherrscht hat. Während in srüheien Jahren m kleinen und großen Städten eine gewtsie Aufregung sich bemerkbar machte, sah man biet- mal die Wähler ruhig an den Wahlort und von dort, nachdem der Akt der Wahl vorüber, wieder an ihre Arbeit geben. Während rüher noch an den Wahllokalen Wahlzettel vertheilt und Versuche zu moralischen Eroberungen noch in letz er Minute gemacht wurden, hatte diesmal jeder Wähler leinen Wableettel in der Tasche und jeder Wähler war einig und fest bezüglich der Nn sÜne's Cand.dat7n. SM Drängen unb 'Srdbrn ble laute OMfagn vor den Wahllokalen war verschwunden. Aber auch die Zahl dir Wähler, namentlich in den Städten, hat bedeutend abgenommen. In dem W-Hlbe- ritte München I. z. B- haben nur 55 pCt- der Wahlberechtigten gewählt. Die mit den Eon'ervatwen vereinigte kaiholisch-bayerische Partei hat für ihren bisheria.n R.ichstagS-Abgeordneten Rechtsrath Ruppert bei der lünflßen Wahl 5873 Stimmen erlangt, der liberale Candidat v. Schlör erhielt 4a88. cgahre 1878 erhielt Herr Ruppert bei der Hauptwahl 5033 und bei der Stich, wähl 9745 Stimmen; der liberale Candidat Sianffenberg hatte erhalten b. der Lauptwahl 6535 und bei der Stt-bwahl 6524 Stimmen. Hieraus geht hervor daß di« Wahltherlnahme bei der liberalen Parte, abgenommen und bi, der katholisch-bayerischen Partei zugenommen hat. Nur die Locialdemo. traten find in ihrer Siimmenzahl sich gleich geblieben, in dem Wahlbezirk München I. und in vielen anderen B-z.rken ist ihre Zahl S'st'-gen. die Berichte au« dem Lande lasten entnehmen, daß ein hoher Grab v<m Wahl. Müdigkeit sich bemerkbar gemacht hat, selbst in der Pfalz, in roI*eL^r°D=^ «in außerordertlicher Eifer der Parteien und ihrer Führer vori der Wahl sich kundgegeben halte. So find in Speyer von 2584 Wahlberechtigten nur 1373 Stimmen abgegeben worden, in Ludwigshafen 80 30^ ^Mate r,chiigt,n nur 1933 Stimmen und in Pirmasens haben nur 848 l berate Wähler gestimmt, mährend im Jahre 1878 an liberalen Stimmen ab. gegeben worden waren. ,, ,

Ueber die Ursachen und Gründe, welche zu diesen Erscheinungen ge ühN haben, kann man verschiedener Meinung sein,

irre gehen, wenn man annimmt, daß dieselben in dem allgemeinen Widerwillen ,u suchen find, n elcher in Folge der allzuvielen Wahlen im Publikum herrscht. Wenn desungeachtet in einzelnen Bezirken immerhin noch ^^bedeutendeThnl. nahm- stattgehabt hat, so ist dies in erster Reihe der ungewShnlichen Aktivität der Führer und der Pariei-Agitatoren zuzuschreiben.

Bon 397 Wahlen find 395 bis Dienstag Nachmittag definitiv bekannt aewesen. Davon waren 44 Conseroative, 22 R-tck>spart«, 100 Ce'itrum, 3i nationalliberale, 2 liberale, 24 Secessionisten, 35 gortjdjrtit, 3 Volks- partei 15 Polen, 17 Partikular sten, Welsen, Protestler, 2 unbestimmt, 100 entgelten sich auf die Patteien in folgender Weise:

Qmiftten ©tcetfionifitn und Corsrrvativin haben 8 Strchu ahlen, zD'schen Sece sio» sten und Centrum 3, zwilchen Secessionisten und Nationallibera en ü fiAttiVfinben mitAen Fortschritt und Eon ervatlven 11, zwischen Fortschritt tf Srüm l 'w sch.n Fortschritt und Partikulanst 1, zwfich n Fonschiitt ui b Socialder ckra.cn 10, zwischen FottsLittt und Nat.ona.l b.ra e>> 7 zwi­schen Eentrum mb Cot serrativ-n 5, zwischen Nationaliiberalen und Conser- vativin 11. zwischen Nationalliberaien m d Cen'rum 11, jttif^en «ationab 1 beraten und Partikularistin 1, zw schen Nationaliiberalen und Welsen 1, zwischen Nationalliberalen und T-tnoteaten 1, ^'sch'n ^ationaUiberalen und Socialdemokr-ten 2, Soc,allsten und Eentrum 1, «cc,allsten und ^«nokraten 1, Soclal.sten und Parilkularisten 1, Soeiallsten u, d Conservatraen 5, Polen unb Conservativen 3, Demokraten unb Cvnservcttweu 2, Centrum unb Demokr^en 1 Speien und Nationalliberalen 2, Tän.n unb Nationaliiberalen 1, zwischen

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bßcn, 5 Demokraten, 4 Partikularistrn, 2 Dänen. 1 Protestier und 1 Deutsch-

qm qafcre 1878 färben bie Wahlen tttm Reichstage bekanntlich am 30 Juli statt unb wurde das amtliche Wahlresultac am 5. August tur^» en .Retchs-Anzeiger" publtcirt. Auch damals hatten nicht weniger als 60 stich, wahl-n staitMnten^esst^ten verthellen sich d,e diesjährigen Stichwahlen f°l- aenberma&en ' Auf Preußen fallen 58, auf Bayern 6, auf Sachsen 8. auf Württemberg 2, aus Baden 5 auf Mecklenburg. Schwerin 3, aus Hessen 6, auch Sachsen-Weimar 1, auf Coburg-Golha 1, auf Braunschweig 1, auf An- Jali 1 auf Schaumburg-Lippe 1, auf Reutz ilt. L. 1, auf Reich jünB. L. 1,

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R-ickistaa^wabl namentlich in Süd- und Südwest-Deutschiand, ganz erheblich aerinaer sich hcrausstellt, als ,m'Jahre 1878. Corrtspondenzen au« dem gljaü Badm und Hessen constaiiren alle drei dieses Faktum und heute ergiebt sich dafielbe aus dem nachstehenden, denB-rl Poltt. Nachr." von hochange- sehener Seite zugehenden Briefe über die Wahlen in Bayern.

S München, 30. Oktober: Die auftegenden Tage der Wahl^find vorüber und die Resultate liegen nunmehr vor, unter Vorbehalt der stech'

___ ___________------------------ Gießen, am 2. November 1881.

«.treffend- Statistische Ermittlung der landwirthschasilichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahr 1881.

Das Grotzherzogliche Kreisaml Gießen

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der bereits angedrohten Zusendung eine« 2Bartfcoten,^ ermnert.^

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Die Anmeldungen hierzu hab«, in der «W» B n0* berücksichtigt werden, wenn es sich um die Ausbildung von Hebammen

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na* ni*mr^figenflnod) au, daß den Gauchen solqende Anlaqe:» betzufügen sind-.

1) Heimathschetn (Dtscheinigung über die Staats-Angehorrgkett) >

2) Geburtsschein;

3) Amtliche- Zeugniß über Aufführunq und Rus;

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