Ausgabe 
3.12.1881
 
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Eiirliciie Arbeit oder ?

Vereinigung deutscher Nähmaschinen-Fabrikanten und Händler.

Geschützt durch einen Eingangs-Werthzoll von 45°/o, der ferner Höhe nach einem Sperrzoll gleichkommt ferner geschützt durch em Cartell unter sich, wie es nur die grimmigste Geldgier der neuen Welt construiren konnte, mußten oie amerikanischen Nähmaschinen- Compagnien übermäßig dominiren und die Folgen waren: ein unnatürliches Wachsthum; zweitens- Jahresdividenden bis zu 60%, und drittens: mangel­hafte Nähmaschinen. Fehlte doch Jahrzehntelang jeder Impuls zum Fortschritt. Massenherstellung war das einzige Ideal dieser Compagnien geworden und so mußten Niesenziffern entstehen, die dem Publikum aller­dings leider rmponiren fön- en. Gegenüber den unge­zählten Angriffen der Amerikaner auf die deutschen Nahmaschlnenindustriellen, die sich in ihrer Noth zur Abwehr zu einem Verein zusammengethan, erlauben wir uns kurz die Grundlagen zu zeigen, auf denen die deutsche Nahmaschinenindustrie emporwuchs. Kein Schutzzoll hielt die Hand über ihre Wiege, ja vielmehr wurde im Jahre 1865, als eben die ersten winzigen Saatkörner einer deutschen Nähmaschinenindustrie zu keimen begannen, der deutsche Eingangszoll von 6 Thaler pro Centner auf % Thaler herabgesetzt und noch heute 7889

GmpfehLung.

n Meinen wertben Kunden, sowie einem hiesigen und auswärtiger;

Publikum die ergebene Mittheilung, daß ich mben mein-m Schuh '-acker. iWAäft, welches sich von heule ab in dem früher Weitzel'schen Haufe, Neustadt 194, befindet, ein ' ? 1 '

Mger in allen fertigen Zchuhwaaren

errichtet habe. Empfehle solche zu soliden Preisen.

Achtung-voll Carl Sack, Schuhmacher.

& wlkm Ä'-nes Nähmaschinensystem erfunben. -^cfnn diese Match.ne wirklich ein neues System auf­wiese, wenn sie wirklich em verdienstliches Werk wäre dann siele das Verdienst einer deutschen Firma zu. Die Mmch-ne, die trotz ihrem Ningschiffchen den Greife:- maschinen angehort, hat ihr Vorb ld m einer den Herren Diehl und Müller bereits 1866 patentirten Um- acbcitung der Wheeler-Wilson-Maschine gefunden.

Die Behauptung, daß die Maschinen dieser Com­pagnie nur nachgeahmt würden, möge em ametitanü 1 W Urtbeil entkräften: Der Gerichtshof zu Muscatine m ^owa entschied gegen die Singercompagnie wie folgt N'cht jene von euch verleumdeten und als unecht aus- geschrieenen Maschinen sind die nachgeäfften, sondern die eurigen selbst; seit eure Patente erloschen, sind eure Maschinen endlich von anderen Fabriken verbessert worden und ihr selbst habt euch zur Annahme einiger dieser Verbesserungen oeiftehen müssen, also sind eure logenannten echten Maschinen die nachgemachten.

Möchte sich das deutsche Volk weder durch die Bezeichnungen Echt, noch durch die Riesenriff-rn, noch durch das neue »Meisterwerk der Erfindung" blenden und verblüffen lassen. Es bleibt Thatsacbe, daß die Amerikaner sowohl in der Ausstattung als in b^-2lu§tu^uns der Nähmaschinen überflügelt sind. ^Wie gerungen, 10 gelungen" sagt schon ein altdeutsches Spruchwort, man prüfe und man wird bald heraus- sinden, wo die ehrliche Arbeit, und wo der Humbua am Werk gewesen ist. J H

Möchte das deutsche Publikum bei Gelegenheit der bevorftehenden Jahreswende seine Sliefe einer dis letzt nur tm Jnlande nach Gebühr noch nicht anerkann- wbhr als bisher zuwend.n. Die deutsche Nahmaschmen-Jndustrie verlangt keine Protection, sie verlangt ober die Berechtigung ehrlicher Mitbewerbung.

erhebt das deutsche Reich den rührenden Betrag von \varc? Don der importirten Nähmaschine, wahrend die Ame-.ikaner etwa das Fünfunddreißta- fache einheimsen und damit jede Concurrenz von der Union fernhalten. Ter er)te Laut, den die junge deutsche Industrie vernehmen sollte, war der Lärm, die Ver- laumdung und die Schmähung der amerikanischen Reklame; kerne «feinen Patentrechte spielten ihre gesitz- ltche, kerne Cartells spielten ihr fragwürdige Htlfs- mittel zu, und das deutsche Kapital hat sich nur zu oft mehr fürTürkenloose" undRumänier" tuteressirt als daß es einer jungen Branche beigisprungen wäre.

"nd trotz alledem blühte m Deutschland die zweitgrößte Nahmaschinenindustrie ter Welt heran mit ^"em ^nlagikap tal von circa 25,000,000 Mark, und doch beschickt Deutschland im Jahre den Weltmarkt mit nahezu einer halben Million Nähmaschinen - und das 211165 ohne Cartell, ohne Schutzzoll, ohne Privilegien.

queren Verdächtigung war gesagt, die deutsche Nahmaschmenindustrle wisse nichts Neues zu schaffen. Nun, die heutigen Chefs der Singercompagnie haben die Singermaschine auch nicht erfunden, wohl aber wurden seit Bestehen des deutschen Reichspatent­amtes zu Berlin (August 1877) 128 Patente an deutsche ^.^Maschinenfabriken vergeben, während die Amerikaner Ü-rtt 32 begnügen mußten, und davon fallen die Halste auch noch auf Deutschamerikaner

Ein neuer Trumps, ein verzweifeltes Kampfmittel S^en uns i|t die plötzliche amerikanische Ankündigung einer sogenannten Ringschiffchennähmaschine mit dem stehenden EpithetonMeisterwerk der Erfindung". Eine Kritik dieser Maschine würde uns als P-'rteileuten nlcht wohl anstehen und am Ende auch überflüssig sein da dasMeisterwerk der Erfindung" schwerlich je Boden tasten wird, aber verwahren müssen wir uns gegen die der Reklame eingesügte Bemerkung, die Deutschen

Die Concordia.

Mußten wir nothgedrungen jüngst die mit un­glaublicher Zähigkeit in die Welt Hinern getrommelte fixe Idee bekämpfen, daß nur die Amerikanischen Näh- maschmen-Compagnien echte Grover, echte Singer rc. zu erzeugen vermöchten, so sind es heute die großen Paradezlssern der Herren Yankees, die wir auf ihren wahren Werth zurückführen möchten. Da heißt es in den Reklamen : Gesammtproduction drei Millionen Nähmaschinen! Jahresumsatz 30V,vvtt rc. Die Frage ist nun, wie sind diese Zahlen entstanden, sind sie die Resultate ehrlicher Mühen, verdienen sie Ver­trauen oder hat sich der Humbug ein wenig dabei betheiligt?

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WcihnaclüSbeschcerung der Kleinkinder - Bewahranstalt, da»! 58ctf^nCt ®*^en6' bfe unserer Anstalt eine WeihnachtSaabe inacs bald den Vorstandsdamen ihre Geschenke den 18 b b e B-lcheerung für unsere Kinder am Sonntaa alle Vorbei ?Ifo f*on ln 3 Wochen statifinden wird und w

di-e?L'u^n az.. jetzt schon treffen wüsten. 'Möchte es uns auch in zu breiten. toCtbtn' unseren 166 Kindern recht große Freude

wie Tetf,n 'l Um früher vorzekommene Täuschungen iu verhüten daü

Gießen, den 26. November 1881.

Der Vorstand der Kletnkinder-Bewahranstalt.

______ Naumann.

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